DIY Badesalz – Winterflair mit Sommerzutaten

Die kalte Jahreszeit ist da und ebenso der alljährliche Vorweihnachtsstress – was gibt es da schöneres als ein Vollbad zu nehmen?!
Also warum nicht mal als DIY Weihnachtsgeschenk Badesalz selbst herstellen?
Sieht hübsch aus, ist gut zur Haut – ich würde sagen ein perfektes Geschenk für Fans vom Entspannen in der Badewanne.

Am besten eignet sich zur Herstellung von Badesalz Totes Meer Salz, welches einfach in Apotheke oder Drogerie zu bekommen ist. Optisch wirkt es am besten, wenn man grob und feinkörniges Salz mischt. Allerdings sollte man immer daran denken, dass sich grobkörniges Salz langsamer auflöst und vielleicht etwas unangenehm ist wenn man darauf liegt. Also am besten nicht zu viel grobkörniges Salz beimischen.

 

Was braucht man für die Herstellung?

Als Basiszutaten für alle Badesalze benötigt man:

  1. Salz (Totes Meer Badesalz, Alternativ Thermalsolesalz, Himalayasalz oder Bittersalz): ca. 3 Esslöffel für ein Vollbad
  2. Mandelöl (oder anderes Basisöl, wie besipielsweise Jojobaöl oder Sesamöl): 1 Teelöffel für ein Vollbad

Ihr könnt natürlich auch gleich das Badesalz auf Vorrat selbst herstellen und die Mengen entsprechend anpassen.

Hier ein paar Beispiele von Salzmischungen, die ich sehr gerne mag:

  1. Lavendel Badesalz (entspannend):
    Zu den Basiszutaten benötigt man:
    5 Tropfen ätherisches Öl “Lavendel fein”, getrocknete Lavendelblüten nach Blieben
  2. Rosmarin Badesalz (bei Erkältung und/oder Muskelverspannungen):
    Zu den Basiszutaten benötigt man:
    5 Tropfen ätherisches Rosmarinöl, getrocknete Rosmarinnadeln (klein gehackt, evtl. etwas mörsern, damit das ätherischer Öl aus den Nadeln in das Salz kommen kann)
  3. Citrus Badesalz (belebend):
    Zu den Basiszutaten benötigt man:
    5 Tropfen ätherisches Zitronenöl (alternativ, wenn man es auch bei Kindern anwenden will: Mandarine rot), Abrieb eine Bio-Zitrone oder Bio-Orange (alternativ auch selbst getrocknetes Zitronen- oder Orangepulver, siehe hier: https://www.wildfind.com/rezepte/zitrusschalen-trocknen).

Zubereitung des Badesalzes:

Die Zubereitung funktioniert für alle Badesalze gleich. Hier ist die Schritt-für Schritt-Anleitung dafür:

  1. Salz in eine Schüssel geben. Mandelöl hinzugeben und gut vermischen. Grundsätzlich eignet sich als Öl auch Olivenöl, allerdings könnte hier der Eigengeruch den Geruch der anderen Zutaten etwas verfälschen.
  2. Ätherisches Öl zu der Mischung geben und nochmal gut durchmischen.
  3. Zum Schluss die festen Zutaten wie Lavendelblüten oder Rosmarin zugeben und ebenfalls gut vermischen.
  4. Im Anschluss in ein luftdichtes Behältnis füllen. Ich verwende hier gerne Glasflaschen mit Stopfen; diese sehen gut aus und lassen sich auch wiederverwenden. Aber auch Schraubgläser oder Gläser mit Bügelverschluss sind sehr gut geeignet.

Schon ist das Badesalz fertig! Mit einem schönen Etikett versehen ein wunderbares Geschenk (Eine Vorlage dazu könnt ihr euch hier herunterladen: Badesalz-Anhänger)

Aber warum eigentlich baden in Salz?

Ein Vollbad bedeutet leider häufig Stress für die Haut. Warum? Durch langes Baden wird der Haut Feuchtigkeit entzogen. Um dem entgegen zu wirken kann man in Salz baden. Vor allem für Personen mit trockener, gereizter oder schuppiger Haut ist das häufig eine gute Alternative.
Aber wieso ist das so? Das sogenannte osmotische Gleichgewicht (das bedeutet: es fließen genauso viele Wassermoleküle durch die Haut nach außen wie nach innen) wird beeinflusst, so dass das Wasser tiefer in die Hautporen eindringen kann. Somit werden nicht so viele körpereigene Salze ausgeschwemmt und der Haut wird weniger Feuchtigkeit entzogen.
Baden mit Badesalz hat aber noch 2 weitere Vorteile: Bakterien auf der Haut können abgetötet werden und es kann helfen abgestorbene Hautschuppen abzustoßen.

Sonst noch gut zu wissen:

Die hier gezeigten Badesalz-Rezepturen lassen sich natürlich beliebig abwandeln: Wie wär’s mal mit Rosenblättern und Rosenöl? Oder Honig und Vanille? Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt – und ich würde mich freuen wenn ihr mir eure Ideen hier mitteilt. 

Grundsätzlich kann man bei allen hier genannten Rezepturen das Basisöl weglassen, jedoch finde ich es mit Basisöl angenehmer da dieses die Haut zusätzlich pflegt.

Noch ein Wort zur Haltbarkeit: Das Salz wirkt konservierend, so dass man sich keine Sorgen über die Haltbarkeit aufgrund von Rosmarin oder Zitrusschalen machen muss. Wenn ich das Salz verschenke, gebe ich die Haltbarkeit mit 1 Jahr an. Es sei denn das verwendete Basisöl hat eine kürzere Haltbarkeit, dann hieran orientieren!

Auch für Kinder geeignet – jedoch nur für ältere! Badesalz kann wenn es eingenommen oder gegessen wird zu Vergiftungen führen, auch schon in recht geringen Mengen. Deshalb Kinder erst ab einem Alter damit baden lassen in dem sie das Badewasser nicht mehr trinken 😉
Um das Baden für die Kinder noch interessanter zu gestalten ist es möglich das Badesalz noch zusätzlich mit Speisefarbe einzufärben. Dafür die Lebensmittelfarbe einfach in Wasser auflösen und auf das Salz geben.
Welche Öle zum Baden von Kindern geeignet sind habe ich bei der Herstellung von Badebomben schon mal erläutert, lest hier.

Zum Schluss noch ein Hinweis aus rechtlichen Gründen: bitte denkt daran das meine Rezepte und Tipps nur auf Erfahrungswerten beruhen. Das Nachmachen erfolgt auf eigene Gefahr.

Ginkgo – “Go” für Blutfluss und Gedächtnis

Der Monat November steht bei mir im Zeichen des Ginkgo, denn das ist die Pflanze auf meinem Heilpflanzenkalender.

Der Ginkgo wird auch als Goethebaum bezeichnet, den bereits Goethe hat ihm ein Gedicht gewidmet:

Das Ginkgoblatt wird darin als Sinnbild für Liebe und Freundschaft beschrieben, was auch heute noch eine wichtige Bedeutung hat.

Nach diesem kleinen Exkurs in die Welt  der Literatur – welches normalerweise nicht zu meinen „bevorzugten Welten“ gehört 😉 – nun wieder zurück in die Botanik:

Der Ginkgobaum ist wirklich ein faszinierender Baum: er ist schon viel älter als Goethe! Es gibt ihn, soweit man weiß, schon seit 250 Millionen Jahren und er wird deshalb manchmal auch als “lebendes Fossil” bezeichnet. Und es gibt noch eine Besonderheit: Auch wenn er eher aussieht wie ein Laubbaum und im Herbst sein Blätter abwirft, so gehört er botanisch gesehen trotzdem zu den Nadelhölzern.

Der Ginkgobaum kann bis zu 30 Meter hoch werden. Charakteristisch sind auch seine Blätter:  sie sind breit und fächerförmig. Der Ginkgo ist getrenntgeschlechtig (Fachausdruck: diözisch), es existieren also männliche und weibliche Pflanzen.

Der Samen riecht im ausgereiften Zustand sehr unangenehmen nach ranziger Butter. Verantwortlich dafür sind die in der Samenschale der weiblichen Bäume, denn diese enthaltenen Fettsäuren Buttersäure und Capronsäure. Der unangenehme Geruch führt dazu, dass in Europa, vor allem auf öffentlichem Gelände, meist männliche Ginkgobäume angepflanzt werden.

Aber nun zur Frage, die sich uns als Balkon- Terrassengärtner stellt: Kann man den Ginkgo auch im Topf haben?

Nun gut, 30 m wird er dort nicht hoch werden 😉 aber kleine Ginkgobäume kann man gut im Topf halten, der Gingko hat nämlich so einige Vorzüge:

  • Er ist nicht anfällig für Krankheiten.
  • Er liebt die direkt Sonne, Wärme und Helligkeit. Auch im Halbschatten ist die Anzucht möglich. Aufpassen sollten man lediglich bei Jungpflanze, die vertragen noch keine pralle Sonne.
  • Er benötigt nicht allzu viel Wasser; am besten ist es die Erde immer leicht feucht zu halten. Einziges NO GO: Staunässe! Deshalb, falls möglich, unters Dach stellen und auf jeden Fall groß genuge Abzugslöcher in den Topf, so dass überschüssiges Wasser ablaufen kann.
  • Auch mäßig düngen reicht ihm aus.
  • Als Jungpflanze ist er eher Pyramidenförmig und daher wunderhübsch anzusehen, erst später entwickelt sich die klassische Baumkrone.

 

Und was hat der Ginkgo nun auf dem Heilpflanze-Kalender zu suchen?

Für alle die den Fernsehsender auch in der Werbepause nicht wechseln ganz klar: da gibt es doch Präparate zur Verbesserung der Gedächtnisleisung. Für alle anderen – und auch die neugierigen Fernsehschauer 😉 – aber erstmals von vorne:

Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich ausschließlich in den Blättern. Sie enthalten sogenannte Diterpene, die vorwiegend aus den Ginkgoliden A, B und C bestehen. Außerdem sind in den Blätter Sesquiterpene vor Flavonoide und Ginkgolsäuren enthalten.

Für die Wirkung des Ginkgo ist vermutlich das Zusammenspiel von Flavonoiden, Ginkgoliden und Terpenen verantwortlich, eine Isolation und Verwendung einzelner Wirkstoff scheint nicht zu funktionieren.

Das Zusammenwirken von Flavonoiden Ginkgoliden und Terpenen scheint folgende Wirkungen zu haben:

  • Schutz der Nervenzellen vor schädlichen Einflüssen sowie Unterstützung der Funktion bestimmter Botenstoffe im Gehirn, welche für Gedächtnis und Lernen zuständig sind.
  • Hemmung der Blutgerinnung und somit Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes.
  • „Einfangen“ sog. freie Radikale, welche zur Zerstörung von wichtigen Zellen führen können.

 

Aus diesen Wirkungen ergeben sich 2 Anwendungsgebiete:
Zum einen wenn aufgrund von Konzentrationsstörungen das Lernen schwer fällt oder die geistige Fitness im Alter nachlässt. Zum anderen bei Erkrankungen, bei denen Durchblutungsstörungen eine Rolle spielen, wie beispielsweise Schwindel (aufgrund von Durchblutungsstörungen) oder Ohrengeräusche (Tinnitus).

Die Wirkung des Ginkgo ist nicht nur eine tradtionell überlieferte; es gibt auch zahlreiche Studien welche die Wirksamkeit belegen (siehe z.B. hier: Ginkgo-Ratgeber)

 

Das hört sich jetzt erstmal so an, als ob Ginkgo ein Muss im heimische Garten ist, oder? Es gibt hier jedoch ein kleins, aber bedeutendes “ABER”: man kann zwar Tee aus den Ginkgoblättern zubereiten, was jedoch aus 2 Gründen nicht empfehlenswert bzw. sinnvoll ist:

  1. Die wirksamen Stoffe werden beim Aufguss nicht in ausreichender Menge aus den Blättern herausgelöst und somit keine bzw. kaum Wirkung vorhanden.
  2. Es können jedoch schädliche Ginkgolsäuren herausgelöst werden. Ginkgolsäuren können sowohl Allergien auslösen als auch haben sie möglicherweise Erbgut-verändernde, uns somit krebserregende, Eigenschaften. Bei standardisierten Präparaten in Tabletten- oder Kapselform muss diese Ginkgolsäure aus diesem Grund auch entfernt werden.

Aus diesem Grund ist der Ginkgo zwar eine wertvolle Heilpflanze, jedoch sollten wir dennoch – zum Schutz unserer Gesundheit – besser auf fertige Präparate aus der Apotheke zurückgreifen.

Nichts destotrotz ist der Ginkgo durch seine besonderen Blätter und deren saftiges Grün eine Bereicherung auf dem Balkon – ich liebe mein Ginkgo-Bäumchen, auch wenn es gerade mal um die 15 cm hoch ist 😉

Wichtig ist auch zu wissen: Ginkgopräparate wirken nicht sofort, sondern erst nach mehrwöchiger Einnahme. Bei der Einnahme von fertigen Ginkgopräparaten natürlich immer die Packungsbeilage sorgfältig lesen und Rücksprache mit dem Arzt halten, da beispielsweise auch zur Verstärkung der Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten kommen kann.

Habt ihr Erfahrung mit Ginkgo Im Topf oder mit der Anwendung von Ginkgo? Falls ja, dann kommentiert  bitte fleißig – DANKE 🙂

“Schleimiger” Helfer – Heilpflanze Eibisch

Irgendwie hatte es der Oktober mal wieder in sich, so dass ich es nicht mal geschafft habe euch die Heilpflanze des Monats Oktober auf meinem Kalender vorzustellen:

EIBISCH

Vielleicht liegt meine „Verspätung“ aber auch etwas an der Tatsache dass Eibisch zu den Pflanzen gehört die mich bisher so gar nicht interessiert haben, außer ab und an mal Eibischwurzeln aus der Apotheke zum Tee aufgießen.

 

Trotzdem zunächst einmal ein paar botanische Fakten:

Der Eibisch (lat. Althea) gehört zu den Malvengewächsen und fühlt sich im Mittelmeerraum am wohlsten. Jedoch kann er auch bei uns an einem sonnigen und windgeschützten Standort kultiviert werden – was man auch daran sieht dass man ihn immer wieder in heimischen Parks antrifft. Sogar ein Anbau im Kübel ist möglich (siehe hier: Gartenlexikon – Anbauanleitung Eibisch) – solange dieser ausreichend groß ist und das Substrat humos und Nährstoff-reich. Ein ausreichend großer Topf ist nicht nur wegen einer Endgröße von bis zu 1,5 m wichtig, sondern auch weil die Wurzeln ausreichend Tiefe benötigen uns sich optimal zu entwickeln.

Man kann die 2-jährige Eibischpflanze auch selbst aus Samen ziehen.

Durch seine wunderschönen Blüten ist der Eibisch nicht nur ein wunderhübscher Blickfang, sondern auch eine wertvolle Bienenfutterpflanze!

 

Wieso findet man den Eibisch auf dem Heilpflanzenkalender?

Der echte Eibisch (Althea officinalis) ist reich an wertvollen Schleimstoffen, weshalb er sich zur Behandlung von Reizhusten eignet und auch bei entzündlichen Erkrankungen im Mund- und Rachenraum. Die Schleimstoffe legen sich wie ein Schutzfilm auf die gereizte oder entzündete Schleimhaut.

Verwenden kann man dazu sowohl die Blätter als auch die Wurzeln. Beides kann man gut trockenen und ist auch getrocknet zu kaufen. Der Anteil an Schleimstoffen ist in den Wurzeln um einiges höher (bis zu 20 % im Vergleich zu 5 – 10% in den Blättern), weshalb ich für den Tee auch nur die Wurzeln verwende.

Zubereitung des Eibischtee:

Wichtig ist, dass man einen Kaltauszug macht also die Wurzeln (oder Blätter) mit kaltem Wasser ziehen lässt. Heißes Wasser würde die Schleimstoffe zerstören!

Man nimmt 2 Teelöffel Eibischwurzel und übergießt sie mit 250 ml kaltem Wasser.

Das Ganze lässt man für ca. 30 Minuten ziehen und rührt dabei immer wieder um. Anschließend die Wurzel abseihen und vor dem Trinken vorsichtig etwas erwärmen.

 

WICHTIG bei der Anwendung ist noch zu wissen: Eibisch kann die Aufnahme (Resorption) von (anderen) Arzneistoffen verlangsamen.

 

Ein tolles Rezept für die Anwendung von Eibisch, nämlich Eibischteig, findet ihr in diesem aktuellen Artikel: Eibischteig-selbstgemacht

 

Das Wochenende steht bevor und ich werde den Eibischteig auf jeden Fall testen… und anonsten hoffen dass mich nicht gleich die nächste Erkältung erwischt und ich erstmal kenen Eibischtee benötige 😉

 

Aufhellen beim Problemhaar? – Ja, mit Hilfe vom Balkon!

Rhabarbershampoo

Ich mag meine natürliche Haarfarbe – aschblond – nicht besonders. Sie lässt einen immer wie eine graue Maus wirken, was mir als farbenfroher Mensch so gar nicht gefällt. Da ich aber immer wieder Probleme mit Haarausfall und juckender Kopfhaut habe, ist Färben oder gar Aufhellen mit chemischen Mitteln keine gute Idee.

 

Deshalb habe ich 2 verschiedene aufhellende Shampoos hergestellt und getestet, alles mit natürlichen Mitteln. Natürlich setzt der Effekt nicht sofort ein und es dauert etwas länger als beim Färben, ich bin mit den Ergebnis auf durchaus zufrieden 🙂

 

Die Ideen für die Rezepte habe ich von hier: http://www.hausmittel-haare.de/shampoo/aufhellendes.php

 

Aufhellendes Shampoo für helle Haare mit Rhabarber:

Zutaten:

  • ½ Stange Rhabarber (es gibt inzwischen auch Topfrhabarber, welcher gut für Balkongärtner geeignet ist)
  • ¼ l Wasser
  • 50 ml Babyshampoo (ich habe Sensitiv-Shampoo von Lavera verwendet)

 

Rhabarber waschen und in kleine, ca. 1 cm lange, Stücke schneiden. Die Rhabarberstücke in einen Topf geben und mit 1/4l Wasser übergießen. Das Ganze zum Kochen bringen und anschließend ca. 30 Minuten bei geschlossenem Deckel vor sich hin köcheln lassen. Den Sud durch ein Sieb gießen und abkühlen lassen.

 

4 Esslöffel des so erhaltenen Rhabarbersuds mit 50 ml Shampoo mischen und abfüllen (Pumpflasche oder Flasche mit Schraubverschluss).

 

Das so selbst hergestellt Shampoo hat bei mir nach einigen Anwendungen schöne aufgehellte Farbreflexe auf die Haar gezaubert (hab es leider nicht geschafft das zufriedenstellend zu Photographien 😉 ) und auch mit der Pflegewirkung bin ich zufrieden. Ich verwende es jedoch nicht ausschließlich sondern abwechselnd mit einem Naturkosmetik-Shampoo mit Rosmarin und Coffein (wegen meines Haarausfalls).

Einzige Nachteil: Es hält nur ca. eine Woche und sollte im Kühlschrank gelagert werden. Deshalb immer nur eine so geringe Menge herstellen, dass man es innerhalb 1 Woche auch verbrauchen kann.

 

Aufhellendes Shampoo mit Kamille:

Zutaten:

  • 1 EL Ringelblumenblüten
  • ½ Kamillenblüten
  • 1/8 l Wasser
  • 1 reine Olivenölseife
  • 1 EL Zitronensaft

 

Die Olivenölseife mithilfe einer Küchenreibe reiben, so dass man am Ende ca. 3 Esslöffel Seifenflocken erhält. Ich habe eine Bio-Olivenölseife die noch von meine letzten Gardaseebesuch hatte und das hat geklappt.

Das Wasser abkochen und die Ringelblumen- und Kamillenblüten damit übergießen. Ca. 15 Minuten ziehen lassen und dann abgießen. Am besten man macht gleich etwas mehr, denn der so entstandene Tee schmeckt auch lecker 😉

Den fertigen, abgeseihten Kräutertee zu den Seifenflocken geben und etwas Rühren. Die Seifenflocken sollten sich in dem heißen Tee komplett auflösen. Die fertige Tee-Seifen-Lösung abkühlen lassen und zum Schluss den Zitronensaft untermischen. Abfüllen und fertig!

Auch hier gilt wieder: Haltbarkeit ca. 1 Woche und im Kühlschrank aufbewahren.

Ringelblumen und Kamille kann man gut im Topf auf dem Balkon züchten. Einfach im Mai im Topf aussäen und wenige Wochen später kann man schon die Blüten ernten! Mehr Info das findet ihr hier (Ringelblume) oder hier (Kamille).

 

Auch diese Shampoo hat meinen Haaren gut getan und schöne blonde Reflexe hineingezaubert. Da es jedoch durch Seifenflocken reiben etwas mühsamer ist, bin ich dann doch wieder beim Rhabarber-Shampoo gelandet und werde dies solange zubereiten wie mir frischer Rhabarber zur Verfügung steht.

 

Wie man also sieht, kann man auch mit Hilfe von Balkonpflanzen seinen Haaren ganz natürlich zu etwas mehr Glanz und Farbe verhelfen.

Habt ihr noch weitere Rezepte für mich und meine Problemhaare? Dann immer her damit, ich freue mich darauf 🙂

Nachtkerze – was kann sie, auch bei Tag?

 

Der September ist ja nun schon ein paar Tage alt und wieder mal bin ich etwas spät daran mit der Vorstellung des neuen Kalenderblatts auf meinem Heilpflanzenkalender…
Aber die letzten Wochen war einfach so spannend, neu und manchmal auch etwas schwierig – mein Sohn ist jetzt Schulkind und das hatte einfach Vorrang 😊.

Das Kalenderblatt lacht mich – passend zum sonnigen Wochenendwetter – mit den wunderschönen gelben Blüten der Nachtkerze an!

Lat. Name: Oenothera biennis; sie gehört zur Familien der Nachtkerzengewächse (Onagraceae), wozu beispielweise auch eines meine Liebling-Schattengewächse, die Fuchsie, oder das Weidenröschen zählt.

Sie heißt übrigens Nachtkerze weil sie, im Gegensatz zu vielen anderen Blühpflanzen, auch Nachts ihre Blüten nicht schließt.
Sie wurde ursprünglich im 17. Jahrhundert aus Amerika eingeführt und ist mittlerweile in ganz Mitteleuropa stark verbreitet.
Die Nachtkerze ist eine 2-jährige krautige Pflanze. Im 1. Jahr sieht man lediglich eine am Boden liegende Blattrosette. Im 2. Jahr entwickelt sich daraus ein Blattstiel der bis zu 1,5m, manchmal sogar bis zu 2m groß werden kann. Im 2. Jahr, etwa ab Juni erfreut sie uns dann mit ihren großen, wunderschönen, gelben Blüten. Sie hat eine dicke, fleischige Pfahlwurzel und eignet sich aufgrund dessen nicht wirklich für die Topfpflanzung. Falls man es dennoch versuchen möchte, sollte man einen möglichst großen und hohen Topf verwenden. Allerdings ist sie wild häufig zu finden und steht nicht unter Naturschutz – also auf zum Sammeln, das klappt gut 😊 .
Wer einen Garten hat oder den Anbau im Topf dennoch versuchen möchte, hier findet ihr weitere Infos dazu: http://www.kraetuter-buch.de/kraeuter/Nachtkerze.html

Die Nachtkerze in der Küche:

  • Die Blüten und auch die Knospen schmecken köstlich und eignen sich hervorragend um ein Highlight dem Salat hinzuzufügen. Aber auch einfach nur auf’s Butterbrot gestreut schmecken sie lecker.
  • Die Blätter können ähnliche wie Spinat verwendet werden. Dazu einfach etwas andünsten. Am besten aber ohne Stängel und vor der Blüte verwenden, sonst schmeckt es nicht mehr so gut.
  • Die Samen können vielfältig verwendet werden. Am besten man zerkleinert sie im Mörser und gibt sie dann übers Müsli oder in de Joghurt. Manche streuen die Samen auch über den Salat, was ich persönlich jedoch nicht so lecker finde.
  • Die Wurzel ist auch essbar. Man kann sie roh oder auch wie anderes Wurzelgemüse gekocht servieren. Der Geschmack ist nicht jedermanns Sache, aber einfach mal ausprobieren.
  • Wie man sieht kann man wirklich jedes Teil verwenden, und das alles auf so unterschiedliche Weise, und das finde ich einfach super!

Heilende Wirkung der Nachtkerze:

  • Samen: er enthält ca. 10% gamma-Linolsäure und damit ungewöhnlich viel von diesem.
    Sammelzeit: Spätsommer bis in den Herbst hinein
    Der Samen wird äußerliche angewendet, bzw. genauer gesagt das Öl aus Samen. Man kann die Samen mit Hilf einer Ölpresse auspressen (ist nicht so schwer wie man denkt 😉 ) und erhält dann das doch recht bekannte Nachtkerzenöl, welches man immer wieder in Rezepturen für Cremes oder Lotionen bei Hautproblemen wie Ekzemen, schuppiger, entzündlicher Haut. Normkonzentration bei der Anwendung in Cremes und Lotionen liegt bei 10 – 20%. Es hilft nicht bei jedem, aber ich habe mit einer Konzentration von 10% in meiner Bodylotion für den Winter gute Erfahrungen gemacht – die Haut juckt und schuppt sich einfach weniger!
  • Auch die Blätter der Nachtkerze haben heilende Wirkung, allerdings innerlich: durch ihren Gerbstoff-Anteil wirken sie entzündungshemmend und unterstützen das Nervensystem. Ein Tee aus Blättern hilft gut bei Verdauungsbeschwerden.
    Sammelzeit der Blätter: Juni (ab Blüte) bis Oktober

 

WICHTIG: Epileptiker sollten die Nachtkerze meiden, da vermutet wird, dass Gamma-Linolsäure in höherer Dosierung die Gefahr von epileptischen Anfällen steigern kann!

 

Habt ihr vielleicht noch weitere Tipps für die Anwendung der Nachtkerze? Dann kommentiert doch, ich freue mich darauf!

 

Rosmarin Haaröl – Wunder bei Haarausfall?

Auf meinem Balkon gibt es wunderbar duftenden Rosmarin dessen Verwendung ich nicht nur in der Küche liebe, sondern auch in meinen selbst hergestellten Kosmetika.
Mein neuestes Experiment: Rosmarin Haaröl.

Die Idee dazu habe ich aus dem Buch „Mein Heilpflanzenbalkon“ von Christina Freiberg (mehr zu den Buch, siehe hier: Buchempfehlung – Mein Heilpflanzenbalkon)
Rosmarin soll die Kopfhaut kräftigen, den Haarwuchs fördern, gegen Schuppen wirken und auch brüchiges Haar geschmeidiger machen.
Da ich immer wieder Probleme mit Haarausfall habe, war mir das ein Versuch wert.

 

Herstellung des Haaröls:

Man nimmt einige Zweige Rosmarin, entfernt die Nadeln vom Zweig und schneidet sie klein (das ist wichtig, damit die ätherischen Öle des Rosmarin auch ins Öl übergehen können).
Die kleingeschnittenen Nadeln in ein Schraubglas geben und mit Öl übergießen (ich habe für meinen 1. Versuch 3 Zweige Rosmarin mit ca. 75 ml Öl übergossen).

Welches Öl nimmt man dafür?

Im Buch wurde Olivenöl genommen, was eigentlich super dafür geeignet ist, da es Antioxidationen enthält, welche die Aktivität des Hormons Dihydrotestosteron (DHT, verantwortlich für Haarsaufall) einschränken. Da ich jedoch den Geruch von Olivenöl im Haar nicht so gerne mag, habe ich mich stattdessen für Avocadoöl entschieden. Dies versorgt die Haare mit viel Vitamin A, B6 und E und verbessert die Blutversorgung der Haarfollikel (ebenfalls gut für das Wachstum der Haare). Auch eine Mischung aus beiden Ölen eignet sich gut dafür, die sich die Wirkungen gut ergänzen.
Das Ganze dunkel für ca. 4 Wochen ziehen lassen. Danach die Nadeln abseihen (z.B. durch ein Küchentuch oder Papier-Kaffeefilter) und schon ist das Haaröl fertig!

Die Herstellung ist also sehr einfach und auch Anfänger können sich daran wagen.

Anwendung des Haaröls:
Je nach Haarlänge 1 – 2 Esslöffel davon ins Haar geben und gut in die Kopfhaut einmassieren. Jedoch auch nicht die Spitzen vergessen, die das Avocadoöl helfen kann die Haarspitzen zu reparieren (also gleich doppelt gut 😊). Das Haaröl 20 – 30 Minuten einwirken lassen und danach gut ausspülen. Ich hatte am Anfang bedenken dass sich meine Haare danach total fettig anfühlen und aussehen, aber dem istnicht so!

Ob es wirklich den Haarwuchs fördert kann ich noch nicht beurteilen, da ich es erst einige wenige Male angewendet habe, aber die Haare fühlen sich auf jeden Fall gut gepflegt und samtweich an, und glänzen toll 😊. Allein das hilft schon um zufriedener mit seinen Haaren zu sein und sich besser zu fühlen!

 

Probiert ihr es doch auch mal aus und berichtet von euren Erfahrungen.

Apfelbeere – Superfood?!

Bei meiner Pflanzplanung für die neue, ungeschützten Dachterrasse vor 3 Jahren bin ich eher zufällig auf die Apfelbeere gestoßen, da sie als robuste und geeignete Pflanze für diesen Standort angepriesen wurde.

Erst später war mir klar, dass sie auch ein wahres Vitaminwunder ist, denn das was ich unter dem deutschen Namen Apfelbeeren gekauft hatte, ist das Gleiche wie Aronia, welche als Superfood in aller Munde ist!

Die bei uns verbreiteste Sorte ist die kahle Apfelbeeren (lateinisch: Aronia melanocarpa). 

Der Strauch wird normalerweise 1 – 2 m hoch. Auch für die Topfpflanzung ist die Apfelbeere geeignet, da bleibt der Strauch nur etwas kleiner. Sie erfreuen uns mit Ihrer Blüte zeitig im Frühjahr, dennoch kann erst im Spätsommer geerntet werden, da die Beeren sehr lange zum Reifen brauchen.

Der Strauch benötigt keine Schnitt, nur ab und an ein Entfernen von alten, abgestorbenen Trieben.

Meine Apfelbeere steht in einem quadratischen Kübel (0,5m x 0,5m x 0,5m), ist inzwischen ca. 1,2m hoch und trägt seit 3 Jahren jedes Jahr reichlich. Und im Herbst, wenn die Beeren abgeerntet sind, hebt das wunderbar schöne rote Laub die manchmal recht trübe Stimmung 🙂

Wer die Beeren nicht mit den Vögel teilen will sollte ein Netz darüber spannen, denn die Vögel lieben Apfelbeeren

 

Sie sind sehr gesund, werden manchmal auch als „Anti-Aging-Frucht“ bezeichnet aufgrund ihres Gehaltes an Antioxidantien, Vitamin C und E und vieler essentieller Mineralstoffe (z.B. Eisen, Zink, Jod). Zudem soll sie den Stoffwechsel regulieren, das Immun- und Herz-Kreislaufsystem stärken und sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken. Durch den hohen Anteil an Flavonoiden hat sie außerdem eine entzündungshemmende Wirkung. Also wirklich ganz schön viel was die Apfelbeere (oder Aronia) kann – da hat sie sich den Titel Superfood doch verdient 🙂

 

So, jetzt wissen wir wie toll die Apfelbeere ist, da stellt sich nur noch die Frage: Was mache ich damit?

Man kann sie roh direkt vom Strauch essen, jedoch mögen das viele nicht, da sie recht bitter schmeckt. Wer das also nicht mag, hat aber trotzdem so einige Möglichkeiten um daraus was Leckeres zu machen:

  • Trocknen (am besten einstechen bzw. zerdrücken, da die Schale sehr fest ist und ansonsten sehr langsam trocknet (Schimmelgefahr!)) und wie Rosinen in Backwaren wie Hefezopf verwenden.
    Oder auch zusammen mit getrockneten Hagenbutten als Früchtetee aufgießen
  • Frisch können damit leckere und gesunde Smoothies gezaubert werden: z.B. in Kombi mit Banane und Kokos- oder Mandelmilch (bewährt hat sich folgende Mischung: 1 Hand Aronia, ½ Banane und 200 ml Nussmilch à im Mixer pürieren und fertig!)
  • Und Marmeldade kann man daraus natürlich auch kochen. Wer noch auf der Suche nach einem ganz besonders leckeren Marmeladenrezept mit Aronia ist: schaut doch mal bei Grünfink.at (https://gruenfink.at/kochen/aroniamarmelade/) vorbei. Ich musste das Rezept sofort testen und mein Marmeladenbrot hat heute Morgen gleich noch besser geschmeckt 🙂
    Ansonsten kann man natürlich auch wie mit anderen Beeren nur aus Aronia Marmelade kochen. Da – wie schon geschrieben – die Schale der Aroniabeeren recht fest ist, empfiehlt es die die Beeren ca. 20 min vorzukochen und dann mit dem Pürierstab zu pürieren. Diese pürierte Masse wird dann wie gewohnt mit Gelierzucker und, je nach Geschmack, mit noch etwas Zitronensaft oder Vanille zu Marmelade verkocht. Ohne Vanille und nicht zu fein püriert eignet es sich, durch seine leicht herben Note, auch als Preiselbeer-Ersatz zu Wildgerichten oder gebackenem Camembert.

 

Wer noch mehr Rezepte sucht, hier habe ich noch eine tolle Seite gefunden bei der sich alles nur um Aronia-Rezepte dreht: http://www.aronia-rezepte.com/rezept-uebersicht/

Ich werde am Wochenende das große Abernten starten und einige der tollen Rezepte ausprobieren. Habt ihr noch Tipps zur Verwendung von Aronia?

Arnika – das Heilmittel von Berg und Wiese

Die Arnika gehört zu den Pflanzen, die mir aus Kindertagen gut in Erinnerung geblieben sind: ich bin meiner Oma Arnika sammeln gegangen und danach wurde daraus Tinktur gemacht, die super bei Mückenstichen half.

Sammeln darf man wildwachsende Arnika heute nicht mehr da sie unter Naturschutz steht, aber anpflanzen ist gut auch im Garten und auf dem Balkon möglich.

 

Zuerst ein bisschen was zur Botanik:

Die bekanntesten Sorten sind Arnica montana (Bergarnika) und Arnica chamissonis (Wiesenarnika). Bergarnika ist bekannt für sein Heilwirkung, aber auch Wiesenarnika wird als Heilpflanze verwendet. Beide haben ähnliche Wirkung, jedoch ist Wiesenarnika in unseren Breiten leichter anzubauen.

  • Sie hat wenig Ansprüche an den Boden, jedoch möglichst keine Staunässe und nicht zu Kalk-haltig
  • Standort: sonnig oder halbschattig
  • bis zu 50 cm hohe, mehrjährige Staude
  • frosthart

Arnika kann gut aus Samen gezogen werden, jedoch dauert es 2 – 3 Jahre bis sie zum ersten Mal blüht. Wer nicht so viel Geduld hat: es gibt v.a. die Wiesenarnika auch als Pflanze im Gartenmarkt zu kaufen.

Erntezeit der Blüten: Juli, August; alle anderen Pflanzenteile werde nicht verwendet.

 

Anwendung:

Aus den Blüten kann man eine Salbe oder Tinkturen für die äußere Anwendung herstellen.

  • Wirkung: entzündungshemmend, antibakteriell, krampflösend und schmerzstillend.
  • Anwendungsgebiete: Aus der Wirkung der Inhaltsstoffe lassen sich leicht auch die Anwendungsmöglichkeiten erkennen: bei Prellungen, Verstauchungen und Insektenstichen.

 

Die äußerliche Anwendung erfolgt als Tee oder als Tinktur, wobei letztere stark verdünnt werden muss.

  • Herstellung des Tees: zwei Teelöffel getrocknete Arnikablüten mit 200 ml kochendem Wasser übergießen und ca. 10 Minuten ziehen lassen. Danach die Blüten abseihen und sofort verwenden. Bei der Anwendung mit Umschlägen sollte aufgrund der längeren Verweildauer auf der Haut nochmal 1:1 mit Wasser verdünnt werden.
  • Herstellung einer Tinktur: Arnikablüten in ein Glas mit Schraubdeckel gegeben, dabei ca. halb voll machen. Danach mit Doppelkorn (oder Wodka) übergießen, bis die Blüten gut bedeckt sind. Das Glas gut verschließen und für 4-6 Wochen an einen warmen, aber nicht vollsonnigen Ort, stellen und ziehen lassen. Danach sollte die Tinktur abgefiltert werden. In einer dunklen Flasche ist die Tinktur ca. 1 Jahr haltbar (nicht vergessen die Flasche mit Herstellungs- bzw. Haltbarkeitsdatum zu versehen).
  • Herstellung von Arnika-Salbe (für ca. 60 ml):
    Ölauszug der Blüten herstellen (z.B. mit Sonnenblumenöl): entweder als Warmauszug im Wasserbad für ca. 30 Minuten, oder für alle die mehr Zeit haben: Kaltauszug und über 4 – 6 Wochen stehen lassen. Danach die Blüten abfiltern. Das klappt gut mit einem Tee- oder Kaffefilter aus Papier oder auch mit einem gefalteten Küchentuch. Die fertige Öl-Auszug ist ebenfalls ca. 1 Jahr haltbar.
    Ist der Ölauszug fertig, so benötigt man für die weitere Zubereitung:
    35g Arnikaöl
    5g Bienenwachs
    8g Sheabutter
    7 -8 Tropfen Lavendelöl (oder ein anderes ätherische Öl je nach Geschmack, welches konserviert und zusätzlich heilende Eigenschaften hat)
    Das Arnikaöl im Wasserbad auf ca. 60 °C erwärmen und Bienenwachs darin schmelzen. Sobald das Wachs komplett geschmolzen ist auf ca. 30 °C abkühlen lassen (die Masse wird dann schon leicht fest) und Sheabutter und ätherisches Öl hinzugeben. Danach sofort abfüllen. Haltbarkeit der Zubereitung: solange wie die kürzest haltbare Zutat.

 

WICHTIG zu beachten bei der Anwendung von Arnika:

Auch wenn die Arnika eine sehr gute und wirksame Heilpflanze darstellt, so gibt es doch ein paar wichtige Punkte die beachtet werden sollten:

  • Da auch die Arnika zu den Korblütlern (Asteraceae) zählt, sollte sie bei bekannter Allergie gegen eine Pflanze dieser Art (z.B. Kamille, Ringelblume) nicht angewendet werden!
  • Die Verwendung von Arnika kann zu allergischen Hautreaktionen wie Brennen, Juckreiz oder Quaddelbildung führen. Sollten Hautreaktionen auftreten, dann auf jeden Fall nicht mehr verwenden.
  • Arnika ist phototoxisch, deshalb die behandelten Stellen gut vor Sonnenlicht schützen.
  • Und zuletzt, aber ganz wichtig: Das Kraut darf nur äußerlich angewendet werden, bei innerlicher Anwendung kann es zu Vergiftungen kommen.
  • Vorsicht bei Kindern: immer nochmal verdünnen (es sollte nicht mehr als 10%ig im fertigen Produkt sein).

 

Habt ihr die Arnika schon angewendet und habt ihr vielleicht noch ein paar Tipps zur Anwendung? Dann würde ich mich sehr über Kommentare freuen 🙂

Schafgarbe – eine tolle wilde Heilpflanze

Das Jahr rast nur so dahin, ich kann kaum glauben dass schon wieder August ist! Aber meine Kalender zeigt es eindeutig und auch das neue Blatt meines Heilpflanzenkalenders blickt mich an – diesmal ist es die Schafgarbe

Die Schafgarbe (botanischer Name Achillea millefolium) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist somit mit vielen anderen bekannten Heilkräutern, wie Arnika oder Kamille verwandt.

Es ist eine mehrjährige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 60 und 140 cm erreicht. Die Blütezeit ist zwischen Ende Mai und Mitte Oktober, also ist jetzt gerade ein guter Zeitpunkt um sammeln zu gehen. Wer sie schon mal gerochen hat, wird sie immer wieder erkennen: der angenehm süßliche Geruch der Schafgarbenblüten ist einfach toll und unverwechselbar! Die Blüten können verschiedene Farben haben: weiß, gelb, orange, rosa oder rot gibt es.

 

Ernte des Krauts: Zur Blütezeit die Blüten samt Stängel abschneiden. Die Blätter sollten entfernt und nicht verwendet werden.

 

Wirkung des Krauts: Anregend auf die Gallenblasentätigkeit, fördert die Produktion von Verdauungssäften (durch Gerb- und Bitterstoffe), ist appetitanregend, krampflösend und entzündungshemmend.

Die hauptsächlich dafür verantwortlichen Komponenten sind die enthaltenen ätherischen Öle (Proazulen und Chamazulen) sowie Flavonoide. Proazulen wurden entzündungshemmende Eigenschaften nachgewiesen. Jedoch geht man davon aus, dass vor allem das Zusammenwirken der ätherischen Öle und Flavonoide für die Effekte verantwortlich ist. Außerdem enthält sie noch Salicylsäure und wirkt somit schmerzlindernd.

 

Anwendung des Krauts: Als Tee bei Beschwerden des Magen-Darm-Trakts (Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit) und auch bei Krämpfen in Zusammenhang mit Regelbeschwerden.

Der Tee kann auch auf eine Kompresse gegeben werden und man sich so die wundheilenden Eigenschaften auf der Haut zu Nutze machen.

Aber Achtung: Scharfgarbe macht lichtempfindlich, deshalb danach nicht in die Sonne gehen bzw. die behandelten Stellen gut schützen.

 

Zubereitung des Tees: 1 Teelöffel (ca. 2 g) getrocknetes Schafgarbenkraut auf 1 Tasse (150 ml) Tee; 10 bis 15 Minuten ziehen lassen (am besten zugedeckt, da sonst die flüchten ätherischen Öle (schwimmen oben auf Wasseroberfläche) verloren gehen und der Tee somit nicht mehr so gut wirken kann).

 

Weitere Anwendungsmöglichkeiten: Ein Vollbad aus „Schafgarbentee“ hilft auch gut bei Regelbeschwerden: 100 g Schafgarbenkraut mit 2 Litern heißem Wasser aufgießen und 20 Minuten ziehen lassen.

Die jungen, im Frühjahr geernteten zarten Blatttriebe haben auch noch eine – übrigens sehr leckere – Verwendung: sie können gegessen werden, z.B. in Kräuterquarks oder in Wildkräutersalaten.

 

WICHTIG: Aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu den Korbblütlern: Vorsicht bei Allergie gegen diese; treten bei Berührung Hautreizungen auf, dann bitte nicht verwenden!

 

Und wo finde ich die Schafgarbe eigentlich? Zuhause ist die Schafgarbe in ganz Europa, sie ist wild auf vielen Wiesen, Ackerrändern und Waldrändern zu finden: Es jedoch nicht ganz einfach sie im Garten oder sogar auf dem Balkon anzubauen – daher: Wild sammeln!

Ich selbst habe es selber noch nicht gemacht, aber eine leibe Freundin hat mir von Ihre Wildkräutersammeltouren schon öfter eine mitgebracht. Die wurde dann getrocknet und hat mir in Form von Tee immer gut geholfen wenn die Verdaaung mal Probleme gemacht hat.

 

Wer noch viel mehr zur Schafgarbe wissen will; es gibt sogar eine Internetseite, die sich nur damit beschäftigt: https://www.schafgarbe.org/ (das Stöbern dort macht echt Spaß, kann ich nur empfehlen 😊).

Erdbeer-Nachwuchs

Ich lieeebe Erdbeeren; und es gibt nichts besseres als sie direkt von der Pflanze zu essen 🙂 Aber die Erdbeerpflanzen haben einen „großen Nachteil“: spätestens nach 4 Jahren, häufig auch schon nach 3 Jahren, lässt die Ernte stark nach. Um dennoch immer reichlich ernten zu können sollte man rechtzeitig an „Nachwuchs“ denken.

 

Die einfachste Form der Vermehrung ist – neben der Anzucht aus Samen – Ableger (auch Austriebe genannt) der Erdbeerpflanzen zu kultivieren.

Während der Erntezeit sollte man die Ableger noch abschneiden, da sie den Pflanzen Energie kosten die damit nicht für das Ausreifen der Erdbeeren zur Verfügung steht. Nach der Erntezeit – die ist bei den meisten Sorten Ende Juni/Anfang Juli zu Ende – sollte man sie jedoch wachsen lassen um daraus neue Erdbeerpflanzen gewinnen zu können. Um möglichst ertragsreiche Jungpflanzen zu erhalten empfiehlt es sich bereits zur Erntezeit die Pflanzen mit dem höchsten Ertrag zu markieren und nur von diesen Ableger zu nehmen. Die Ableger aller anderen Pflanzen schneide ich bis in den Herbst hinein ab.

Gartenbesitzern wird immer wieder empfohlen die Ableger, sobald sie gut entwickelte Blätter haben aber noch nicht zu stark verwurzelt sind in extra Tontöpfe zu setzen, welche in den Boden eingegraben werden. Wir ihr wisst bin ich nun mal Balkongärtner und meine Erdbeeren wachsen – übrigens sehr ertragreich – in Balkonkästen.  Aus diesem Grund kann ich mir den „Luxus“ zusätzlich Tontöpfe zu verwenden nicht leisten, denn in den Balkonkästen fehlt einfach der Platz für zusätzliche Töpfe. Deshalb lasse ich immer 1 bis max. 2 Ableger einer jeden starken Pflanze stehen und versuche ihm möglichst viel Bodenkontakt zu ermöglichen (manchmal gar nicht so leicht, weil sie der Wind wieder aus den Kästen herausweht, dann am besten mit etwas Pflanzdraht verankern). Gut platziert können sie dann ganz leicht selbst an einer freien Stelle im Balkonkasten anwachsen. Sobald sie ein reiches Wurzelwerk haben, schneide ich die Verbindung zur Mutterpflanze mit einer scharfen Schere durch und setze sie vorsichtig in einen separaten Topf um den Balkonkasten im nächsten Jahr neu bepflanzen zu können. Dabei ist es auch ratsam die Erde zu erneuern, da sie – trotz Düngen – einfach stark auslaugt und ansonsten der Ertrag wesentlich geringer ausfällt. Am besten eignet sich dabei Kokoserde oder eine Mischung aus handelsüblicher Blumenerde und Kokoserde.

 

Die große Frage ist nun: Wann sollte man das machen? Die beste Zeit hängt natürlich von der Erntezeit der jeweiligen Erdbeerpflanze ab, ist aber im Allgemeinen zwischen Mitte Juli und Mitte September. Je früher, desto besser, denn dann sind die Jungpflanzen schon ausreichend stark um dem Frost des Winters zu trotzen (trotzdem gut schützen nicht vergessen!). Das erste Mal habe ich den Fehler gemacht und die Austriebe erst Ende September umgesetzt – leider war dies eindeutig zu spät und keine der Jungpflanzen hat den Winter überlebt :-(. Seitdem setze ich sie spätestens Mitte bis Ende August um. In diesem Sommer habe ich bereits vor ca. 2 Wochen (also Mitte Juli) angefangen, die Ableger so zu platzieren, dass sie gut anwurzeln können. Die meisten haben dies auch brav gemacht und entwickeln sich gut. Spätestens in 2 Wochen werde ich sie dann von der Mutterpflanze trennen und umsetzen.

Ihr habt bisher nichts gemacht? Nicht so schlimm, einfach mal nachsehen ob sich vielleicht schon ein paar Ableger mit Wurzelansätzen gebildet haben oder sogar schon in der Erde verankert haben. Noch ist es nicht zu spät sich darum kümmern. Und das Wochenende steht ja vor der Tür und bereitet sonniges Wetter für unsere Gartenaktivitäten vor 🙂