Chili haltbar machen – 5 einfache Möglichkeiten

Last Updated on 6. August 2021 by annettes_blog

In diesem Jahr habe ich wieder einige Chilis zum Ernten, so viele, dass ich sie gar nicht alle gleich verwenden kann – obwohl ich wirklich gerne mit Chili koche. Habt ihr auch noch einige Chilis und wollte sie haltbar machen? Dann habe ich hier 5 schnelle und erprobte Möglichkeiten wie ihr Chili verarbeiten und haltbar machen könnt.

Vorab noch ein wichtiger Tipp:  Beim Schneiden und Verarbeiten der Chilis immer Handschuhe tragen. Der scharfe Inhaltsstoff, das Capsaicin, kann bei empfindlicher Haut, Hautverletzungen oder auch beim versehentlichen ins Auge Fassen unangenehmes Brennen und Jucken verursachen.

Chilis

Chilis trocknen

Man hat grundsätzliche 2 Möglichkeiten Chilis zu trocknen: als Ganzes bzw. halbiert oder klein geschnitten. Hier möchte ich euch beide Methoden vorstellen, so wie es aus meiner Erfahrung am besten klappt.

  1. Klein geschnitten: Die Chilis im Ganzen gründlich waschen und abtrocknen. Den Stielansatz mit einem scharfen Messer entfernen. Wer es milder möchte, entfernt zusätzlich noch die Kerne und die weißen Häute im Inneren der Chili. Danach in sehr kleine Würfel schneiden. Ich mache die Würfel maximal 3 – 5 mm groß. Die Würfel auf einem Backblech ausbreiten. Dabei sollten die einzelnen Würfel nicht übereinander liegen und sich möglichst wenig berühren. Ansonsten kann es zu Schimmel kommen. Unter täglichem Umdrehen vollständig trocknen lassen. Das Trocknen sollte an einem gut durchlüfteten Ort erfolgen und nicht bei voller Sonneneinstrahlung. Je nach Temperatur, Luftfeuchte und Größe der Chilistückchen kann es einige Tage oder auch bis zu 2 Wochen dauern.
  2. Ganze/Halbe Chilischoten: Ganze oder halbe Chilischoten trocknen meist bei Zimmertemperatur zu langsam. Deshalb sollte hier die Trocknung im Backofen bei etwa 100 Grad (Umluft) erfolgen. Je nach Größe der Chilischoten kann das 2 bis 3 Stunden dauern. Dazu ebenfalls den Stiel entfernen und nach Belieben halbieren und die Kerne entfernen. Auf ein Backbleck auflegen ohne dass sie die Chilis berühren oder überlagern. In den Backofen zum Trocknen schieben. Beim Trocknen im Backofen bitte immer die Tür einen Spalt offenlassen. Ansonsten hält sich zu viel Feuchtigkeit im Inneren des Backofens und die Chilis trocknen nicht richtig. Bei sehr scharfen Chilis kann sich dabei ein Chilidampf in der Wohnung breit machen, der Atemwege und Augen reizt. Deshalb auf gutes Lüften achten.

Aufbewahrung der getrockneten Chilis: Vor dem Abfüllen darauf achten, dass die Chilis wirklich komplett getrocknet sind. Restfeuchte kann in verschlossenen Gefäßen schnell zu Schimmel führen. Wie bei allen Gewürzen sollte die Aufbewahrung möglichst dunkel, trocken und luftdicht verschlossen erfolgen. Besonders gut eignen sich dafür beispielsweise braune Schraubgläser oder Metalldosen mit Bügelverschluss.

Getrocknete Chilis kann man bis zu 3 Jahre verwenden. Danach wird der Geschmack zu langweilig.

Für mich persönlich ist das Trocknen der klein geschnittenen Chilis die bessere Methode. Allerdings kenne ich auch einige, die das Trocknen im Ganzen bevorzugen. Probiert doch einfach beides aus und findet euren Favoriten.

Chili einfrieren

Chilis lassen sich gut einfrieren. Ich entferne dazu den Stiel und schneide sie bereits in schmale Ringe. So kann ich jederzeit eine beliebige, gerade benötigte Menge entnehmen. Anschließend in Dosen oder kleine Tüten abfüllen, die gefriergeeignet sind.

Ich empfehle die Chilis für maximal 6 Monate einzufrieren, sonst geht zu viel Geschmack verloren. Einen kleinen Nachteil hat das Einfrieren: Sie werden etwas matschig nach dem Auftauen. Deshalb verwende ich keine eingefrorenen Chilis für Salat oder andere Rohkost. Beim Kochen ist das allerdings kein Problem.

Chiliöl

Die scharfe Chilinote eignet sich auch gut für Herstellung von Kräuterölen. Es kann reines Chiliöl sein, aber auch in Kombination mit verschiedenen Kräutern.

Was benötigen wir?
– Öl
– Chilischoten
– ggf. Salz oder frischer Kräuter
– gut verschließbares Glas oder Flasche

Geeignete Öle: Am liebsten verwende ich zur Herstellung hochwertiges Olivenöl. Auch neutrale Öle wie Sonnenblumenöl haben sie bewährt. Weniger begeistert war ich bei der Verwendung von Rapsöl: der intensive Geschmack des Rapsöls harmoniert für mich nicht mit dem Chili.

Herstellung: Den Stielansatz an den Chilischoten entfernen und in etwas 1 cm breite Streifen schneiden. Ich verwende nur frische Chilis, da hier der Geschmack intensiver ist. Die Chilistreifen ein fest verschließbares Glas oder Flasche geben. Wer möchte kann nun noch Kräuter hinzugeben. Gut eignen sich Rosmarin und Thymian. Alternativ kann man auch eine Prise Salz zugeben. Zum Schluss komplett mit Öl bedecken und fest verschließen. Als Richtwert für die Menge gilt 1 – 2 Chilischoten pro 100 ml Öl. Im Anschluss 3 bis 4 Wochen ziehen lassen. Danach ist das Öl fertig zum Verwenden.

Mein Favorit bei der Kräuterölen ist Rosmarin-Chili-Öl. Dessen Herstellung und die anderer Kräuterölen habe ich euch schon mal in meinem Post zu DIY Geschenken beschrieben. Hüpft doch mal rüber.

Chili-Rosmarin-Öl
Chiliöl

Chilihonig

Die Schärfe der Chilis und die Süße des Honigs sind eine wunderbare Kombination. Neben dem Trocknen ist das meine Lieblingsmethode, um Chili haltbar zu machen. Geht schnell und schmeckt einfach wunderbar.

Was benötigen wir?
– Honig (z.B. Waldhonig)
– Chilischoten
– Schraubglas

Herstellung: Die frischen Chilis waschen, gründlich abtrocknen und den Stiel der Chilischoten entfernen. Ich entferne zusätzlich die Kerne, kann aber jeder nach seinem Geschmack machen. Die Chilischoten in kleine Würfel schneiden und in ein Schraubglas füllen. Mit flüssigem Honig übergießen, bis die Chiliwürfel komplett bedeckt sind. Sollte der Honig zu fest sein, vorher vorsichtig bei niedriger Temperatur verflüssigen. Das Glas fest verschließen und im Kühlschrank aufbewahren. Der Chilihonig ist gekühlt einige Wochen haltbar.

Chilihonig

Chili fermentieren

Chilis fermentieren ist eine tolle Methode, die die Chilis nicht nur haltbarer, sondern auch leichter verdaulich macht. Beim Fermentieren entstehen sogenannte probiotische Bakterien, also Bakterien die in Magen und Darm überleben und dort verdauungsfördernd wirken. Ich liebe fermentierte Chilis. Allerdings muss man auch hier, wie bei der Herstellung von Chiliöl, etwas Zeit einplanen. Ich fermentieren die Chilis nach dem Rezept vom Hexengartenblog.

Zum Schluss habe ich hier noch meine Lieblingsrezept für Chilisauce vom Chilishop. Ich habe es bereits mehrfach nachgekocht udn bin immer wieder begeistert.

Viel Spaß beim Nachmachen und Genießen.

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