DIY Saatplatten herstellen & als Geschenk verpacken

Last Updated on 15. Juni 2021 by annettes_blog

Der Herbst und der Winter sind immer die ideale Zeit um zu Basteln und auch um das neue Gartenjahr zu planen. So sehr ich den Sommer und die Gartenarbeit liebe, ich freue mich doch im Herbst auch darauf endlich wieder mehr Zeit fürs Basteln und die Planung von Neuem zu haben. Hier möchte ich euch Idee vorstellen, die gleich beides vereint: das Herstellen von Saatplatten und wie man daraus wunderschöne Karten und Mitbringsel bastelt.

Zu aller erst mal die Frage: was sind eigentlich Saatplatten oder –bänder? Und wozu brauche ich sie?

Saatplatten und –bänder sind Bänder oder Platten (ja, so sagt es der Name ja schon), wo die Samen in die Mitte von zwei Schichten eingebracht sind. Sie sollen das aussäen erleichtern, denn die Samen liegen bereits im idealen Abstand und brauchen nicht mühsam einzeln in die Erde gebracht werden; oder eben später vereinzelt. Das kann vor allem bei kleinen Samen sehr hilfreich sein. Das Trägerpapier besteht meist aus einer Zellulosefaser, welche im Boden leicht verrottet und somit nicht extra entsorgt werden muss.

Wenn man Saatplatten oder Saatbänder kauft sind sie allerdings, im Vergleich zum losen Samen, recht teuer. Aber das macht nichts, man kann die Saatplatten auch recht einfach selber herstellen!

Wie stellt man Saatplatten und Saatbänder selber her?

Man braucht (Materialliste):

  • Küchenkrepp (alternativ geht auch Klopapier oder Zeitungspapier; wichtig ist hauptsächlich dass das verwendete Papier licht- und luftdurchlässig ist, sowie frei von Plastik)
  • Mehl (1 TL)
  • Wasser
  • Kleiner Pinsel
  • Samen (z.B. Salat, Radieschen, Möhren oder Balkonblumenmischung)

So wird’s gemacht:

  1. Aus dem Mehl und Wasser wird zunächst der Klebstoff für die Saatplatten zubereitet: den Teelöffel Mehl in eine kleine Schüssel geben und nach und nach mit kleinen Mengen Wasser mischen. So lange Wasser zugeben bis ein dicker, aber noch streichfähiger Brei entsteht. Vorsicht, der Kleber wird schnell zu dünnflüssig und weicht das Papier dann zu sehr auf. Deshalb wirklich nur sehr kleine Mengen Wasser zugegeben. Bei meinem letzten Versuch haben mir auf 1 gehäuften Teelöffel Dinkelmehl 1050 ca. 4 Teelöffel Wasser gereicht.
  2. Ein Blatt vom Küchenkrepp nehmen und glatt hinlegen. Nun mit dem Pinsel einzelne Klebepunkte des Mehlklebers auftragen und jeweils ein Samenkorn darauf legen. Die Abstände der Klebepunkte sollten den späteren Pflanzabständen entsprechen (ist bei gekauften Samen meist auf der Packung nachzulesen). Bei sehr kleinen Samen funktioniert das Aufbringen leichter, wenn man mit Hilfe eines Zahnstochers arbeitet.
    Beim Herstellen von Saatbändern schneide ich das Küchenkrepp/die Platte erst später in schmale Streifen. Deshalb kann in diesem Fall der Abstand zwischen den Reihen etwas geringer sein.
  3. Nachdem alle Samenkörner auf das Blatt aufgebracht sind, ein zweites Blatt Küchenkrepp darauf legen. Das sollte nicht zu lange dauern, da sonst die Klebepunkte bereits getrocknet sein könnten. Das zweite Küchenkrepp an den Klebestellen festdrücken. Dabei vorsichtig vorgehen, da die feuchten Tücher recht leicht reißen.
  4. Die fertigen Saatplatten beschriften: mit Samenart und Erntejahr (oder Haltbarkeit, wenn diese bei gekauften Samen angegeben ist)
  5. Zum Schluss die fertig gestellten Saatplatten zum Trocknen an einen nicht zu feuchten und geschützten Ort legen (das Bad war die falsche Wahl, als meine Kinder plötzlich Lust hat zu duschen und das ganze Bad unter Wasser setzten 😉 ).
    Nach dem Trocknen können, falls gewünscht, die Platten in Saatbänder geschnitten werden. Das mache ich beispielsweise bei Radieschen, die ich in 2 Reihen in Balkonkasten säe.
    Erst wenn die Platten und Bänder komplett getrocknet sind, lose in Kisten lagern.

DIY Geschenkideen mit Saatplatten:

Immer häufiger sieht man auch Karten oder Kalender mit integrierten Saatplatten. Ich finde dies eine supertolle Geschenkidee, die ich dann auch mal probieren wollte. Und ich muss sagen, ich bin mit dem Ergebnis zufrieden :-). Hier ein paar Tipps und Ideen wie auch ihr das umsetzen könnt:

  1. Allgemeines:
    – Anstatt des Küchenkrepps habe ich mit verschiedenen Naturpapieren (z.B. Faserseide, Bananenpapier) gearbeitet. Das meist weiße Küchenpapier ist von der Optik her ja nicht unbedingt Geschenk-tauglich.
    – Außerdem habe ich den Kleber nicht nur auf die Klebepunkte für die Samen gegeben, sondern vorsichtig flächiger verklebt.
    Ansonsten funktioniert das Herstellen der Saatplatte genau wie oben beschrieben.
    Sobald die, diesmal kunterbunten, Saatplatten getrocknet sind, kann die kreative Weiterverarbeitung beginnen.


  2. Geschenkidee 1: Blumenkarten für alle Anlässe:

    a) Saatplatte als Blume gestalten:
    Ich habe mir den Umriss einer Blume gesucht und als Schablone aus dickem Papier (dünne Pappe, Tonpapier geht auch) ausgeschnitten. Die Schablone habe ich dann genutzt um die Blume auf die fertige Saatplatte zu übertragen. Und zusätzlich um die Blume auf der Karte zu gestallten. Die Karte soll ja auch noch schön aussehen, wenn die Saatplatte von ihr entfernt und verwendet wurde.
    Alternativ ist es auch möglich die Formen zuerst zuzuschneiden und dann erst mit der Herstellung der Saatplatten zu beginnen. So kann man gezielt nur auf die Form Samen aufbringen und alles zusammen verkleben. Nach einigen Versuchen fand ich diese zweite Methode praktikabler – aber da könnt ihr arbeiten wie es für euch besser funktioniert!

    b) Karte gestalten:
    Die Blanko-Doppelkarte nach Belieben mit Stempeln, Zeichnungen und Glückwünschen gestalten, so dass die Blumen-Saatplatte dazu passt – eurer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt! Als Anregung habe ich zwei Beispiele für euch, wie ich es gestaltet habe.


  3. Weihnachts- und Neujahrskarte mit Glückskleeblatt:

    Ein Glückskleeblatt ist ein tolles Geschenk für Neujahr und deshalb möchte ich euch heute zwei Ideen vorstellen wir ihr auch dafür Saatplatten verwenden könnt.

    Nachdem ich so viel Spaß hatte die Blumenkarten zu gestalten, kam mir erstmal der nächste Gedanke: Wieso nicht mal wieder Weihnachtskarten in Papierform an liebe, Garten-begeisterte Freunde verschicken. Dazu habe ich eine Doppelkarte genommen und vorne darauf die Weihnachtsgrüße gestaltet. Auf der linken Seite des Innenteils befindet sich ein Glücksschwein mit einem Kleeblatt.
    Das Kleeblatt ist auch wieder eine Saatplatte und wurde wie die Blüte mit einer Schablone ausgeschnitten und gestaltet.

    Wenn die Kreativität gerade Pause macht oder einfach die Zeit fehlt, kann man natürlich auch eine Weihnachtskarte kaufen und nur die Innenseite mit dem Glückskleeblatt verzieren.


  4. Kleines Neujahrgeschenk mit Teelicht und Glücksschwein:

    Die zweite Idee mit dem Glückskleeblatt eignet sich hervorragend als Mitbringsel für die nächste Silvesterparty. Da ich etwas zu viele der Samen-Kleeplatten hergestellt hatte, wurden diese eben für ein paar kleine Geschenke als Mitbringsel oder Gastgeschenk gestaltet.

    a) Schnelle Variante:
    Ein fertiges Glückschwein-Teelicht wird mit einer Halterung aus Schmuck- oder Blumendraht für das Samen-Kleeblatt versehen. Dann nur noch das Kleeblatt in die Halterung stecken und fertig!

    b) Variante für Knet-Künstler:
    Ich habe ein quadratisches Teelichtglas mit einem Glücksschwein aus ofenhärtender Knetmasse versehen (Ideen für Gestaltung finde ihr zu Hauf im Internet). Dieses hält das Kleeblatt, ebenfalls mit einer Halterung aus Schmuckdraht.

Hab ihr weitere Ideen zur Gestaltung und Verwendung von Saatplatten – da her damit! Ich freue mich auf eure Ideen!

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