Projekt „Miniteich“ – Wie ihr es auch schafft

Last Updated on 15. Juni 2021 by annettes_blog

Da es die letzten Tage endlich wieder wärmer war, habe ich meinen Miniteich auf der Dachterrasse wieder fit für den Sommer gemacht: Schlamm, Blätter und anderer Dreck der sich den Winter über gesammelt hat musste raus und die Wasserpflanzen wieder hinein.

Das möchte ich zum Anlass nehmen und euch etwas mehr über mein Projekt „Miniteich“ erzählen. Mittlerweile steht der Miniteich seit 5 Jahren fast unverändert auf meiner Terrasse – und ich bin immer noch begeistert!

Angefangen hat alles mit einer alten Zinkwanne, welche ich im Keller meiner Eltern gefunden hatte. Sie gefiel mir einfach gut und ich wollte sie unbedingt gestalten. Nur wie? Da ich schon länger von ein Wasserspiel oder einen kleinen Teich geträumt hatte, war die Idee geboren: ein Miniteich sollte darin entstehen!

Die Wanne hat eine Tiefe von 25 cm und die längere Diagonale misst 62 cm. Aufgrund der geringen Ausmaße war klar, dass man sich sehr genau überlegen muss, was man dort hineinpflanzt. Fische oder auch nur Wasserschnecken waren aufgrund des geringen Wasservolumens, welches sich in der Sonne sehr schnell aufheizt, ohnehin tabu.

Miniteich Frage 1: Wanne so verwenden oder mit Teichfolie auskleiden?

Viele haben empfohlen die Wanne mit Teichfolie auszukleiden. Die Empfehlung hat folgenden Hintergrund: Zinkionen können sich aus der Wanne herauslösen und in das Wasser übergehen, welche das Wachstum der Pflanzen hemmen. Ich fand die wachstumshemmende Wirkung in meinem Fall ganz hilfreich, da die Pflanzen in der kleinen Wanne ohnehin nicht so wuchern sollten. Die Entscheidung fiel also schnell: keine Teichfolie, die Wanne wird so verwendet. Vorher habe ich natürlich noch überprüft ob die Wanne auch wirklich dicht ist.

Miniteich Frage 2: Welche Pflanzen?

Auch hierzu gibt es wieder zwei wichtige Punkte zu beachten:

A) Welche Wasserzonen haben ich zur Verfügung und muss/kann ich besetzen?

Grundsätzlich teilt man Gewässer wie einen Teich in 3 Zonen:

  • Uferzone: immerfeucht, Wasserstand 5 – 15 cm
  • Flachwasserzone:  Wasserstand 10 – 40 cm
  • Tiefwasserzone: aber ca. 30 cm Wassertiefe; gibt es bei meiner Wanne aufgrund der geringen Tiefe von 25 cm eigentlich nicht, aber trotzdem haben sich ein paar Pflanzen für den tiefen Wasserstand in meine Wanner „verirrt“.
Zonen (Mini-)Teich

In den meisten Gartenteichen gibt es auch noch den Teichrand, der jedoch in Minteichen mit Wannen und anderen Gefäßen naturgemäß wegfällt.

Um die Zonen möglichst nachahmen zu können, habe ich auf einer Seite Steine aufgeschüttet und an dem oberen Rand Pflanzen der Uferzone gepflanzt. Am abschüssigen Teil folgt die Flachwasserzone.

B) Welche Pflanzen sind kleinbleibend und somit für einen Miniteich geeignet?

  • Kleinbleibende Pflanzen für die Uferzone: Sumpfvergissmeinnicht (weiße oder blaue Blüten), Sumpfdotterblume (gelbe Blüten), Sumpfcalla, Papageienblatt oder die Zwergbinse.
  • Kleinbleibende Pflanzen für die Flachwasserzone: Tannenwedel, Zwergrohrkolben, Fieberklee, Froschbiss und Wollgras.
  • Kleinbleibende Pflanzen für die Tiefwasserzone: Mini-Seerosen
  • Zudem ist es immer noch sinnvoll einige Schwimmpflanzen einzusetzen. Deren Wurzeln treiben entweder komplett frei im Wasser oder haben nur eine Art kleiner „Anker“ mit dem sie Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen. Schwimmpflanzen haben meist den Vorteil, dass sie leicht in die Zwischenräume zwischen die fest eingepflanzten Teichbewohner gesetzt werden können und somit viel Gestaltungsmöglichkeiten bieten. Für Miniteiche geeignete Schwimmpflanzen sind: Wasserhyazinthe (blüht blau), Seekanne, Wassersalat, Tausendblatt oder auch der Wasserschlauch (blüht gelb).
  • Zu guter Letzt gibt es noch die Unterwasserpflanzen. Auch sie schwimmen häufig frei im Wasser, leben aber – im Gegensatz zu den Schwimmpflanzen – ganz oder zumindest zum großen Teil im Wasser untergetaucht. Der große Vorteil der Unterwasserpflanzen: sie produzieren häufig viel Sauerstoff. So geht es den anderen Pflanzen besser und das Algenwachstum wird gehemmt. Geeignete Unterwasserpflanzen sind: Hornkraut, Wasserhahnenfuss (schöne, kleine gelbe Blüten) oder Nadelsimse.

Aus der Praxis: meine Erfahrungen

Sumpfvergissmeinnicht und Sumpfdotterblume (im Ufer-/Sumpfbereich), Tannenwedel (Flachwasserzone) sowie Hornkraut und eine Mini-Seerose in der tiefsten Zone. Alle diese Pflanzen haben sich gut entwickelt und scheinen somit gut geeignet für einen Miniteich. Zeitweise hatte ich auch noch einen Zwerg-Schachtelhalm, auch ihm hat es gut gefallen in meinem Miniteich (bis ihn ein paar Vögel rausgezogen haben).

Im ersten Jahr hatte mir im hiesigen Gartencenter noch einen „Sauerstoffmix“ als Schwimmpflanzen geholt. Diese Pflanzen (ich weiß bis heute nicht was es eigentlich war) wurde innerhalb kürzester Zeit braun und war nach 2 Monaten leider komplett kaputt. Die Lehre für mich daraus: kaufe nie spontan etwas, vor allem nicht wenn man gar nicht genau weiß um was es sich handelt. Deshalb habe ich mir im nächsten Jahr Wassersalat geholt – es hat viel besser geklappt!

Zu guter Letzt habe ich mir noch ein einfaches, solarbetriebenes Wasserspiel geholt, welches mich bei Bedarf noch mit Wasserplätschern erfreut.

Dabei sollte man nur auf eines achten: das Wasser sollte nur zu weiter herausspritzen, sonst ist es an heißen Sommertagen schnell verdunstet. Ich mache es tagsüber, wenn es heiß ist, meist aus.

Miniteich - Beispiel

Und was macht man im Winter?


Grundsätzlich habe ich mich nur für winterharte Pflanzen entschieden um den Miniteich im Herbst möglichst lange genießen zu können. Allerdings muss ich die Pflanzen im Winter doch an einen kühlen Ort im Haus stellen, da derart kleine Teichen schnell komplett durchgefroren sind und die Pflanzen das meist nicht überleben.

Interesse mehr zu erfahren? Dann kann ich euch nur das Buch „Miniteiche und Wasserspiele“ von Siegfried Stein (blv-Verlag, ISBN 978-3-8354-1089-3) ans Herz legen. Informativ und mit vielen schönen Bildern liefert es alles was man so wissen muss.

Ich bin auf jeden Fall überzeugt von meinem Projekt und freue mich jedes Mal über den Anblick meines Miniteichs 🙂

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