Keimprobe – Ist mein Samen noch „zeugungsfähig“?

Salatsamen

Bald ist es wieder so weit: der fleißige (Hobby)-Gärtner beginnt mit der Aussaat – um im Sommer Gemüse, Kräuter und auch Obst aus dem Garten oder vom Balkon holen und erntefrisch genießen zu können. Den meisten juckt es wahrscheinlich genauso wie mir schon in den Fingern!

Auch wenn es immer so viel Spaß macht neue Samen zu kaufen und so Neues auszuprobieren: man möchte (und sollte) doch auch seine alten Samen noch aufbrauchen.

Haltbarkeit von Samen

Um zu wissen ob und wann das Verwenden von Samen noch sinnvoll ist, sollte man erst einmal eine Vorstellung haben wie lange diese eigentlich halten. Die meisten Gemüsesamen halten auf jeden Fall 3 bis 4 Jahre. Spitzenreiter in Sachen Haltbarkeit sind die Tomatensamen, diese kann man bis zu 10 Jahre lang verwenden. Hier eine kleine Übersicht über die Haltbarkeit einiger – für uns Balkongärtner wichtiger – Gemüse- und Kräutersamen:

Aber worauf beziehen sich die Angaben zur Haltbarkeit eigentlich? Heißt dass das alle Samen noch keimen?
Nein, aber man geht davon aus, dass nach er angegeben Anzahl an Jahren noch mindestens 70 – 80% der Samen keimen. Auch die Haltbarkeitsangaben, welche auf einigen Samenpackungen beim Kauf aufgedruckt sind, gehen von dieser Annahme aus.

Diese Angaben zu Haltbarkeit treffen natürlich nur bei richtiger Lagerung zu. Feucht gewordene und vielleicht schon angeschimmelte Samen dürfen getrost gleich in Richtung Müll wandern (deshalb bitte die Samen nie draußen oder im feuchten Keller lagern!).

Lagerung von Samen

Es gibt eine Punkte die bei der Lagerung zu beachten sind, um eine möglichst lange Haltbarkeit zu gewähren:

  • Die Lagerung sollte trocken, dunkel und kühl (möglichst unter 25 Grad) erfolgen.
  • Am besten lässt man die Samen in der Tüte und lagert sie damit in einer Blechdose oder Holzkiste. Plastikbehälter sind meist weniger gut geeignet, die sie in der Regel dicht abschließen und somit die Luftzirkulation verhindern. Das kann bei einer Restfeuchte in Samen oder Papiertüte zu Schimmelbildung führen.
  • Auch wenn man Samen selbst gewinnt gilt: am besten in einer Papiertüte oder einem Blechdöschen lagern um eine ausreichende Luftzirkulation zu gewährleisten.

Keimprobe

Die Samen lagen schon ein paar Jahre rum? Man weiß gar nicht mehr so genau wie lange? Oder ob die Lagerbedingungen gut waren?
Dann ist es sinnvoll eine Keimprobe zu machen: sie gibt Auskunft über die noch vorhandene Keimfähigkeit der Samen. Vor allem bei Samen die direkt in Beet oder Kübel gesät werden ist die Keimprobe absolut empfehlenswert. Bei Pflanzen, die man in der Wohnung vorzieht, kann man es auch schon mal weglassen. Schlimmstenfalls gehen eben ein paar weniger Pflänzchen auf und man hat weniger zu pikieren.

Wie funktioniert die Keimprobe?

  • Man legt eine abgezählte Anzahl an Samenkörner auf einen Teller oder eine flache Schüssel mit Fließpapier (z.B. Küchenkrepp). Auch Wattepads (unbehandelt) eignen sich dafür. Mindestens 10 Körner sollten es dabei schon sein um eine Aussage treffen zu können.
  • Danach wird das Küchenkrepp mit den Samen befeuchtet und eine Folie oder ein Deckel darüber gezogen um ein gutes, feuchte Klima für die Keimung zu gewährleisten.
  • Den Teller an einen warmen Ort stellen und immer darauf achten, dass die Samen stets feucht bleiben, aber nie im Wasser schwimmen. Das erreicht man am besten wenn die Samen regelmäßig mit Wasser aus einer Sprühflasche besprüht werden anstatt sie zu gießen.
  • Beginnen die Samen zu keimen, einfach abzählen viele es sind. Die meisten Samen sollten innerhalb von 14 Tagen keimen. Es gibt jedoch auch einige „Langsamkeimer“ (z.B. Paprika, Chili oder Karotten), da kann es durchaus mal 3 Wochen dauern bis sie keimen.

Keimprobe

Es hat fast nichts mehr gekeimt (also auf jeden Fall weniger als die Hälfte)? Dann lohnt sich die Aussaat meist nicht mehr.
Aber die Samen nicht gleich wegwerfen – als Vogelfutter sind sie noch geeignet und die gefiederten Freunde freuen sich.

Es hat noch ein Großteil der Samen gekeimt? Dann viel Freude bei der Aussaat.

Welche Erfahrungen habt ihr mit der Haltbarkeit von Samen gemacht? Welche halten bei euch besonders lang oder besonders kurz?

Ihr habt nicht mehr genug Samen und wollt was neue ausprobieren? Dann schaut mal bei meinen Tipps für Balkongemüse vorbei – hier geht’s zu den Gemüsetipps.

Im Orchideenfieber – Teil 3

Ihr wisst ja bereits, dass ich im Moment total im Orchideenfieber bin (wahrscheinlich eine typische Erkältungskrankheit der Gärtner im Winter, wenn draußen (fast) nichts zu tun ist ;)).  Da das „Fieber“ also immer noch anhält, beschreibe ich heute noch 2 Gattungen die es mir angetan haben:

Masdevallia:

Heimisch in Mittel- und Südamerika; einige kommen aus temperierten Bereichen und diese sollten auch für die Pflanzung in der Wohnung verwendet werden. Viele kommen Arten stammen allerdings aus kühlen Nebelwäldern und diese Arten eignen sich weniger für die Pflanzung in beheizten Wohnräumen – deshalb beim Kauf immer darauf achten bzw. nachfragen, welche Ansprüche an die Temperatur die jeweilige Masdevallia-Art hat. Masdevallia-Arten wachsen sympodial und haben eine eher niedrige Wuchsform.

  • Standort: Sie kommen mit wenig Licht aus, Ostfenster oder eine helles Nordfenster ist perfekt geeignet. Außerdem wie schon bei der Beschreibung der Herkunft auf die entsprechenden, nicht zu warmen Temperaturen achten – bei mir stehen sie am Ostfenster, welches zusätzliche durch eine Sichtschutzfolie noch etwas abgedunkelt ist. Da ich schon mehrfach reiche Blüte genießen durfte, gefällt es ihnen wohl 🙂
  • Erde und Gießen: Sie mögen es gerne feucht, deshalb ausreichend gießen und für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgen. Sollte man damit Schwierigkeiten haben, gibt es eine gute Gestaltungsmöglichkeit: in ein Terrarium oder einen Glaszylinder pflanzen und eventuell zusätzlich mit Moos gestalten. Dadurch erhält man die nötige Luftfeuchte! Gepflanzt wird in Orchideensubstrat.
  • Düngen: Masdevallia-Arten und Hybride reagieren sehr empfindlich auf Salze – deshalb nur sehr verdünnt düngen (ca. ¼ der üblichen Düngermenge). An heißen Tagen sollte man ganz auf das Düngen verzichten, dies würde noch leichter zum „Verbrennen“ der Wurzeln führen.
  • Blüte: Der Blütenstand entspringt an der Basis der Pflanze und trägt häufig nur eine Blüte. Es können aber auch mehrere an einem Blütenstil sein. Das besondere an den Blüten: die Sepalen sind viel stärker ausgebildet als die Petalen und zusammengewachsen (vergessen wie die Orchideenblüten typischerweise aussehen? Dann nochmal hier nachlesen: https://urban-gardening-blog.de/Blog/orchideen/).

 

 

Dracula:

Diese Gattung kommt aus Südamerika, vor allem aus dem Bereich der Anden. Sie leben in den Nebelwäldern auf bis zu 1500m Höhe. Lange Zeit wurden die Dracula-Arten zum Gattung Masdevallia gezählt und dementsprechend sind sie diesen Arten in Bezug auf die Ansprüche auch sehr ähnlich. Seit 1978 gibt es die eigene Gattung Dracula. Wer jedoch bei der Namensgebung an Graf Dracula und blutrünstige Vampire liegt  falsch. Der Name kommt von der Drachen-artigen Form der Blüte.

  • Standort: Aus ihrer Herkunft ergeben sich auch ihre Vorlieben: je nach Art mögen sie es kühl oder temperiert, aber warme Temperaturen mögen sie gar nicht. Ebenso wenig mögen sie volle Sonneneinstrahlung, man sollte sie lieber halbschattig oder schattig stellen. Um im Sommer die niedrigen Temperaturen einhalten zu können ist ein Aufenthalt im Freien empfehlenswert: ab Mitte Mai ist es (normalerweise) warm genug, bis Mitte/Ende September. Aber auch hier einen schattigen, jedoch nicht zu dunklen Ort suchen. Für Wohnräume sollte man möglichst auf Arten zurückgreifen, welche auch temperiertes Raumklima mögen, z.B. Dracula hirsuta. Eine gute Möglichkeit die nötige Luftfeuchtigkeit zu erreichen ist auch das Kultivieren in einem Terrarium oder einem Glaszylinder mit Moos (wie auch bei Masdevallia). Meist werden die Dracula-Arten in einem Körbchen geliefert und das hat einen gute Grund: es kann sein, dass sie ihre Blüten auch unten herauskommen und deshalb ist im Körbchen behalten und möglichst aufhängen wichtig.
  • Erde und Gießen: Sie mögen es gerne feucht (wie auch schon beim Standort geschrieben), deshalb ausreichend gießen und für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgen. Man sollte beim Gießen und Besprühen möglichst auf Regenwasser oder (falls nicht vorhanden) auf kalkarmes Wasser zurückgreifen. Gepflanzt wird auch hier in Orchideensubstrat.
  • Düngen: Auch hier gilt, dass „weniger mehr ist“ und man nur sehr spärlich düngen sollte.Im Übrigen habe auch ich durch das Vorbereiten des Artikel auch noch einige interessante Neuigkeiten entdeckt – meine Dracula, welche gerade etwas mickrig aussieht, wurde gleich in ein neues Zuhause, einen großen Glaszylinder, umgezogen -mal sehen ob es den erhofften Wachstumsschub bringt!

Leider kann ich euch hier kein wunderschönes Blütenbild bieten, aber schaut doch mal hier vorbei: https://www.orchideenwlodarczyk.de/shop/catalog/dracula-vampira-i-7.html?language=de

Im Übrigen habe auch ich durch das Vorbereiten des Artikel auch noch einige interessante Neuigkeiten entdeckt – meine Dracula, welche gerade etwas mickrig aussieht, wurde gleich in ein neues Zuhause, einen großen Glaszylinder, umgezogen -mal sehen ob es den erhofften Wachstumsschub bringt!

Im Orchideenfieber – Teil 2

Im ersten Teil meiner Orchideenserie habe ich ein paar allgemeine Details zu Orchideen vorgestellt und die bei uns bekannteste und beliebteste aller Orchideen: die Schmetterlingsorchidee.
Heute möchte ich euch ein paar weitere Orchideen-Gattungen vorstellen, natürlich habe ich von jeder mindestens 1 Exemplar zu Hause stehen und kann euch so auch über meine Erfahrungen berichten 😊.
 
Frauenschuh (auch Venusschuh, wissenschaftl. Name: Paphiopedilum):

 

 

Der Name kommt von der besonderen Form der Blüte, welche eben aussieht wie ein Damenschuh, der vorne geschlossenen und hinten offen ist. Der Frauenschuh wächst sympodial, es wachsen also immer wieder neuen Sprosse. Paphiopedilum kommt in der Natur ausschließlich in Asien vor. Es handelt sicuh um eine sehr vielfältige Gruppe und auch bei der Betrachtung der richtigen Temperatur des Standorts muss man unterscheiden um welche Art von Frauenschuh es sich handelt. Da dies nicht immer leicht zu erkennen ist, kann ich nur empfehlen beim Kauf direkt nachzufragen (bzw. große Gartencenter haben ja auch oft Etiketten mit Pflegeanleitungen).

  • Standort
    Hell bis halb-schattig, auf keinen Fall direkte Sonneneinstrahlung. Bei mir steht sie direkt an einem Westfenster und das klappt, auch wenn da im Sommer zum Teil doch recht starke Sonneneinstrahlung ist.
    Man unterscheidet diejenigen die es gerne kühl-temperiert mögen von denen, die es gerne warm-temperiert mögen; aufgrund ihrer Herkunft benötigen sie aber alle eine hohe Luftfeuchte.
  • Erde und Gießen: der Frauenschuh wächst im Gegensatz zu vielen anderen Orchideen auf dem Boden. Dennoch sollte man ihn nicht in normale Erde pflanzen, sondern in Orchideensubstrat. Das Substrat sollte einen leicht sauren ph-Wert (ca. 5 – 6) aufweisen; das erreicht man am besten durch Zugabe von Muschelkalk.
    Beim Gießen lautet die Empfehlung nicht mir Leitungswasser sondern mit Regenwasser zu gießen. Da ich leider keine Regentonne und somit auch nicht regelmäßig Regenwasser zur Verfügung habe, lasse ich Leitungswasser immer einige Tage in der Gießkanne stehen und gießen die Orchideen dann damit – auch das funktioniert gut :). Wie häufig soll man gießen? Der Frauenschuh braucht etwas mehr Wasser als viele andere Orchideen und sollte nie ganz austrocknen. Aber auch Staunässe ist gar nicht sein Ding. Deshalb: kräftig gießen und das Wasser, dass nicht aus dem Untersetzter/-topf aufgesaugt wurde nach 5 – 10 min. wieder abgießen. Erneut gießen sobald das Substrat leicht angetrocknet ist. Nach der Blüte braucht der Frauenschuh eine Ruhephase, in dieser Zeit etwas weniger gießen.
  • Düngung: regelmäßig düngen ist Pflicht, ca. 1mal/ Monat
  • Blüte: meist im Frühjahr eine große Blüte, welche 2 – 3 Monate blüht.

Und noch wichtig zu wissen: Vorsicht! Der Frauenschuh enthält giftige Substanzen, die bei Hautkontakt zu Ausschlag führen können bzw. bei oraler Aufnahme (essen) zu Durchfall und Erbrechen führen können.

Eine neue Blüte entsteht

 

Oncidium:
Im heimischen Gartenmarkt werden oft Hybride angeboten, die es in der freien Natur nicht gibt. Ansonsten sind Oncidium-Arten vor allem in Mexiko und Brasilien anzutreffen. Sie wachsen sympodial und benötigen ein hohe Luftfeuchtigkeit.

  • Standort: Am besten sollte man einen hellen Standort wählen, denn diese Orchideen sind ziemlich lichtbedürftig. Jedoch ist dennoch direkte Mittagssonne zu meiden. Bei mir stehen sie an Ost- und Westfenstern und entwickeln sich prächtig. Bekommen sie im Winter zu wenig Licht kann es leicht passieren, dass sie die Blüten abwerfen. Auch beim Kauf der Oncidium-Arten muss man wieder darauf achten (bzw. eben nachfragen), ob sie einen wärmeren oder kühleren Standort bevorzugen. Auf ausreichend Luftfeuchtigkeit muss geachtet werden. Bei zu trockener Luft gerne morgens mit etwas Wasser besprühen (aber nicht zu viel, da sie sonst schnell faulen können).
  • Erde und Gießen: In Orchideensubstrat pflanzen. Während der Hauptwachstumsphase muss reichlich gegossen werden und zu starkes Austrocknen sollte vermieden werden (erkennbar daran, dass die Pseudobulben zusammenschrumpfen). Jedoch gilt auch hier: keine Staunässe! Ebenfalls ist es hier zu empfehlen das Wasser nicht direkt aus der Leitung zum Gießen zu nehmen, sondern erst einige Tage stehen zu lassen. Nach der Blüte ist eine Ruhephase von ca. 6 Wochen nötig, in dieser Zeit kann weniger gegossen werden. Oncidien-Arten welche Kühle Standorte bevorzugen sollten in dieser Phase auch an einen kühleren Ort (12 – 18 Grad) gestellt werden.
  • Düngung: In der Wachstumsphase sollte man alle 4 – 8 Wochen düngen.
  • Blüte: die Blüten der verschiedenen Oncidium-Arten sind in der Regel eher klein und es wachsen viele Blüten (mind. 3, bei manchen Sorte bis zu 50 Stück) an einer Rispe. Blütezeit ist meist im Herbst bis in den frühen Winter hinein.

 

Ludisia:

Bei der Gattung Ludisia gibt es nur eine einzige Art: Ludisia discolor. Sie ist in Südostasien zu Hause und das besonderen sind ihre auffällig gefärbten Blätter und Blattadern in Kontrastfarbe. Sie wächst ebenfalls sympodial, an einem langen Rhizom.

  • Standort: Kühl bis temperiert im Schatten oder Halbschatten. Sie benötigt eine hohe Luftfeuchtigkeit von 60 – 80%. Bei mir steht sie im Bad, ca. 1 m vom Fenster (Ostfenster) entfernt und der Standort scheint richtig zu sein: sie wächst gut und jedes Jahr zur Weihnachtszeit blüht sie reichlich.
  • Erde und Gießen: Sie ist eine der wenigen Orchideen, welche in Erde anstatt in Orchideensubstrat gepflanzt wird. Aus diesem Grund findet man sie auch immer wieder unter dem Begriff „Erdorchidee“. Sowohl im Sommer als auch im Winter sollte man sie regelmäßig gießen und nie ganz austrocknen lassen. Es gibt aber auch für sie dennoch: Staunässe vermeiden!
  • Düngung: ca. alle 4 Wochen. Bezüglich einer Düngerreduktion im Winter habe ich unterschiedliche Empfehlungen gelesen. Da Ludisia bei mir im Bad steht, wo das ganze Jahr über ähnliche Temperaturen herrschen, düngen ich auch im Winter im selben Rhythmus – ohne bisher Schäden durch Überdüngung feststellen zu können.
  • Blüte: die Blüten der Ludisia sind klein und ährenförmig angeordnet an einer sehr langen Rispe. Sie sind weiß und bilden einen wunderschönen Kontrast zum Blattwerk.

All diese Orchideen haben den Vorteil, dass sie sich leicht durch Teilung vermehren lassen (eine typische Eigenschaft der sympodialen Orchideen): sind genug Pseudobulben vorhanden (ab ca. 6 Stück) kann die Pflanze geteilt werden. Das erfolgt am besten im Frühjahr nach der Blüte.

Ihr wollt noch mehr über Orchideen wissen? Hier noch eine tolle Seite, auf der ich mir auch regelmäßig mehr Infos hole: www.orchideenfans.de

 

Salbei – Anbau leicht gemacht

Zu Beginn des Jahres habe ich euch von meinem neuen Heilpflanzen-Kalender erzählt und auch von meinem Projekt euch jede Pflanze kurz vorzustellen. Während es im Januar um die Zaubernuss ging (Klick hier für den Beitrag zur Zaubernuss) steht der Februar im Zeichen des Salbei.

Salbei Pflanze

Wenn man im Heilpflanzenreich vom Salbei redet, meint man meist den Echten Salbei, auch Gartensalbei genannt (lat. Salvia officinalis). Medizinische Anwendung findet auch noch der Muskateller-Salbei (lat. Salvia sclarea), welcher jedoch weniger bei uns zu finden ist. Muskatellersalbei ist nämlich in Südeuropa und Zentralasien heimisch. Aus diesem Grund beschränke ich mich hier auch auf den Echten Salbei.

Anbautipps

Zu den Vorlieben des Salbeis was Standort, Boden und auch die Aussaat betrifft habe ich  ja bereits im Sommer etwas berichtet, als ich meinen Salbei ausgesät habe. Klickt man rein und schaut euch die Anbauvorlieben des Salbeis an. 

Inzwischen kann ich von meinen ersten Erfahrungen berichten: der Salbei hat seinen gewünschten sonnigen Standort bekommen und dort ca. 2 Wochen nach der Aussaat schön gekeimt. Auch hat er sich in den ersten Wochen gut entwickelt. Leider war die Aussaat doch recht spät, so dass die Pflänzchen noch recht klein sind. Nichts desto trotz haben sie Winterhärte bewiesen und auch die letzten 2 Wochen, als es auch auf meinem Balkon nachts um die -10 Grad hatte, gut überstanden – zum Glück. Grundsätzlich ist der Salbei als Mittelmeerpflanze nämlich nur bedingt winterhart. Er sollte geschützt werden, beispielsweise durch Abdecken, oder ins Winterquartier gestellt werden. Temperaturen um die Null Grad hält er jedoch gut aus.

Das besondere Merkmal des Echten Salbei sind sein Blätter: sie sind dick, lanzettförmig und mit einer grauen haarigen Schicht überzogen, welche ähnlich Filz aussieht. Dadurch kann der Salbei gut mit Trockenheit umgehen. Die Blüten des Echten Salbei sind klein, lila und ährenförmig angeordnet. Je nach Standort und Wetter beginnt die Blütezeit zwischen Mitte Mai und Juli.

Erntetipps

  • Erntezeitpunkt: Das Ernten der Salbeiblätter kann bis Ende August erfolgen. Danach sollte man die Salbeipflanze nicht mehr zurückschneiden, um sie besser über den Winter bringen zu können. Wenn man es wirklich aromatisch haben will, sollte man aber ohnehin vor der Blütezeit ernten. Danach geht die Pflanze in eine Art Ruhephase und der Geschmack ist weniger intensiv. Die jungen Triebe des Salbeis wachsen sehr schnell und es kann mehrfach über den Sommer geerntet werden.
    Die Ernte sollte am besten Morgens bzw. Vormittags an einem trockenen Tag erfolgen. Dann ist der Gehalt an Wirkstoffen höher.
  • Wie wird geerntet? Am besten die jungen (nicht-verholzten) Triebe komplett abschneiden. Sie können in kleinen Büscheln zusammengebunden und an einem warmen, trockenen und luftigen Ort zum Trocknen aufgehängt werden. Wenn ich frischen Salbei benötige, zupfen ich manchmal auch nur die Blätter selbst ab.

Heilwirkung des Salbei

Der Hauptwirkstoff im Salbei sind verschiedene ätherische Öl, welche auch zum größten Teil für die Wirkung verantwortlich sind. Außerdem ist der Salbei reich an Flavonoiden und Gerbstoffen.

Salbei hat folgende Hauptwirkungen:

  1. Antiseptisch (= keimreduzierend): Deshalb hilft er gut als Gurgellösung (Aufguss) bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum.
  2. Krampflösend und gegen Blähungen, weshalb Salbeitee sehr hilfreich bei Blähungen und anderen Verdauungsbeschwerden sein kann.
  3. Schweißhemmend: Aus diesem Grund wir er gerne bei übermäßigem Schwitzen angewendet. Interessant dabei ist, dass dies sowohl bei innerer (also Tee trinken) als auch bei äußerer Anwendung (z.B. als Fußbad oder in Deos) wirkt. Verantwortlich dafür ist Thujon, Hauptbestandteil des ätherischen Öls, welches als am zentralen Nervensystem angreift und dort in die Steuerung der Schweißabsonderung eingreift.

VORSICHTIG: Bitte in Schwangerschaft und Stillzeit innerlich nicht oder nur in sehr geringen Anwenden. In der Schwangerschaft kann Salbei zu frühzeitigen Wehen führen. In der Stillzeit kann es zu weniger Milchfluss kommen. Daher findet man Salbei auch in Abstilltees.

Für den Aufguss eignet sich sowohl frischer als auch getrockneter Salbei.
Außerdem ist es für viele Anwendungen sehr hilfreich eine Salbeitinktur herzustellen und diese Weiterzuverarbeiten. Dazu gibt es auch einen Artikel von mit, hüpft rüber und schaut auch alles zur Salbeitinktur an.

Eine schöne Zusammenfassung aller wichtigen Infos findet ihr auch im Heilpflanzenporträt zum Salbei.

So, und nun lehne ich mich etwas zurück und genieße eine Tasse Salbeitee mit Honig um meinen „Erkältungshals“ etwas zu beruhigen – lecker und hilfreich.

Habt ihr noch Tipps zum Anbau und der Anwendung von Salbei? Dann kommentiert oder schreibt mir. Ich freue mich darauf.

Salbeitee

Im Orchideenfieber – Teil 1

Seit einigen Monaten bin ich im Orchideenfieber und habe mir neben zahlreicher Phalenopsis (Schmetterlingsorchideen) inzwischen auch einige seltenere Orchideen-Exemplare zugelegt.

Bevor ich mich an die, bei uns unbekannteren Arten wagte, musste natürlich etwas recherchiert werden. Umso mehr, da einige Orchideenarten nicht gerade günstig zu erstehen sind! Ich hätte zu Beginn meiner Recherche nie gedacht, dass Orchideen ein so spannendes Thema sind, aber jetzt kann ich gar nicht mehr aufhören mich damit zu befassen und würde mir am liebsten noch vieeel mehr Orchideen zulegen – wenn nur der Platz dafür nicht ausgehen würde 😉.

 

Zunächst möchte ich euch etwas an meinem allgemeinem Wissen zu Orchideen teilhaben lassen:
Ein großer Teil der Orchideenarten (ca. 70%) gehören zu den sogenannten Epiphyten (griechisch: auf/über Pflanzen), auch Aufsitzerpflanzen genannt. Sie leben also auf Bäumen, welche Ihnen gleichzeitig auch als Substrat dienen (deshalb auch die besondere „Orchideenerde“). Andere Arten leben auf Steinen bzw. zwischen Felsen und es gibt auch einige wenige Erdorchideen, welche eben in der Erde leben (z.B. Ludisia).
Orchideen sind überall auf der Welt zu finden, den größten Artenreichtum gibt es jedoch im tropischen Asien und in Mittel-/Südamerika.
Es gibt 2 grundlegend verschiedene Wuchsformen:

  1.  monopodial: sie entwickeln sich aus einer einzigen Sprossachse, d.h. Sie wachsen immer am selben Spross weiter und die unteren Blätter fallen irgendwann ab. Sie müssen regelmäßig gegossen werden und überstehen in der Regel keine längeren Trockenperioden. Sie haben keinen klaren Rhythmus was ihre Blütezeit betrifft und brauchen normalerweise auch keine Ruhephasen (z.B. Phalenopsis). Da sie keine Ruhephasen benötigen sollten Sie ich das ganze Jahr hell stehen und das ganze Jahr über gedüngt und regelmäßig gegossen werden.
  2. sympodial: die Mehrheit der Orchideen wächst sympodil, d.h. Sie bilden mehrere Triebe. Diese Art von Orchideen kann man leicht teilen und somit vermehren. Die meisten von ihnen benötigen eine Ruhephase (z.B. Trockenheit, niedrigere Temperaturen). Während der Ruhephase, nach der Blüte, werden sie auch nicht gedüngt. Bekannte Beispiele sind der Frauenschuh oder Oncidium-Arten.

 

Die Orchideen sind also eine große, recht heterogene Gruppe. Was haben denn nun alle Orchideen gemeinsam? Den Blütenaufbau!
Als erste sind die Blüten spiegelsymmetrisch. Sie besitzen alle 3 Arten von Blütenblättern: Labellum, 2 Petalen, 3 Spalen.

Weitere Merkmale der Orchideen: dicke, kaum verzweigte Wurzeln, sowie meist Sukkulente (dickfleischige) und parallelnervige Blätter.

 

Orchideen, welche in der freien Natur epiphytisch leben, brauchen Luft an ihren Wurzeln und mögen Staunässe überhaupt nicht.

Orchideen sollte man am besten alle 2 Jahre umtopfen: mit neuem Substrat versehen und alte Wurzeln (zu erkennen an brauer Färbung) dabei abschneiden.Warum so häufig neues Substrat? Meist zerfallen die Stücke des Substrats nach 2 Jahren, so dass dann nicht mehr genug Luft, Wasser und Nährstoffe an die Wurzeln kommen kann. Ich muss allerdings zugeben, dass ich einige ältere Phalenopsis auch schon mal erst nach 3 oder 4 Jahren umgetopft habe und sie haben es mir nicht übel genommen 😉.
Was sollte man beim Umtopfen noch beachten? Die ersten 2 Punkte sind recht einfach: nicht während der Blüte (aber auf die Idee kommt wahrscheinlich auch kaum jemand) und nicht im Winter, während der dunklen Jahreszeit, umtopfen. Wenn der Wurzelballen sehr dicht zusammengedrängt ist, macht es auch Sinn ihn etwas zu lichten. Und natürlich: den neuen Topf auf die Größe des Wurzelballen abstimmen. Beim Aussuchen des neuen Topfes sollte man darauf achten, dass immer genug Löcher vorhanden sind, damit das Wasser gut ablaufen kann. Plastikorchideentöpfe haben meist viele Löcher im Boden um dies zu gewährleisten. Natürlich kann man auch andere Töpfe verwenden, aber dann ist es sinnvoll noch ein paar zusätzliche Löcher hineinzubohren.

 

Jetzt noch ein paar Infos zur bei uns bekanntesten Orchidee: Phelonopsis (Schmetterlingsorchidee)
Sie ist inzwischen auch schon häufig günstig im Discounter zu bekommen und wirklich pflegeleicht und blühfreudig. Nichts desto trotz: falsch machen kann man leider immer was und wir wollen doch alle häufig die wunderschönen Blüten genießen – oder etwa nicht?!
Herkunft: Südostasien, epiphytisch auf Bäumen, vor Regen geschützt.
Standort: warm und hell, jedoch ohne direkte Sonneneinstrahlung. Bei mir stehen sie an West- bzw. Ostfenstern, das scheint ihnen gut zu gefallen. Stellt man sie direkt an ein Südfenster, sollte man dort jedoch einen Vorhang haben um sie vor zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen.
Pflege: Umtopfen alle 2 Jahre, wie auch alle anderen Orchideen 😉. Mäßig gießen und,  ihrer Herkunft entsprechend, nicht auf Blätter und Blüten, sondern nur auf die Erde.

 

So, dass war der Anfang. In den nächsten Tagen werde ich euch in Teil 2 und 3 noch mehr Orchideenarten vorstellen, die ich inzwischen angesammelt habe 😊

Salatbar für die Wohnung

Kurz vor Weihnachten habe ich dieses Facebook-Video von „Garden Answer“ entdeckt: https://m.facebook.com/story.php?https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=1361133403918069&id=756951424336273. Das Video ist eine Anleitung zur Salatanzucht in der Wohnung.
… und sofort hatte ich Lust auf meine eigene Salatzucht in der Wohnung. Feldsalat hatte ich im Herbst draußen gesät, aber bis dieser erntereif ist, wird es wohl noch etwas dauern. Und auch sonst haben sich meine Salat-Experimente bisher immer draußen und im Sommer abgespielt. Also habe ich mir ein Beispiel am Video genommen und angefangen zu planen. So aufwendig wie dort mit Pflanzlampe und vielen weiteren Besonderheiten wollte ich es nicht gestalten, aber natürlich dennoch Ertrag bekommen 😉.

Ich habe mir also eine Pflanztasche aus Kunststoff genommen, diese unten mit einer Schicht Blähton gefüllt und einen Flüssigkeitsspeicher zu haben bzw. gleichzeitig Staunässe zu vermeiden und habe darauf rechteckige Anzuchttöpfe gestellt.

Nun noch fix mit Anzuchterde füllen und schon kann der Samen aufgebracht werden 😊.

Ich habe mich für eine Babyleaf-Salatmischung entschieden. Babyleaf-Mischungen haben aus meiner Sicht mehrere Vorteile:
1. Sie wachsen gut in Kübeln und auch kleineren Töpfem und können ganzjährig in der Wohnung angebaut werden.
2. Sie wachsen recht schnell und man kann innerhalb weniger Wochen die erste Ernte vornehmen.
3. Da es sich um Pflücksalate handelt, kann man mehrmals ernten (meist 2 – 3 Mal).
4. Und wie der Name Mischung schon sagt: es sind verschiedene Sorten Salat, so dass die Ernährung recht abwechslungsreich ergänzt wird.
Die Samen sind keine Lichtkeimer und müssen etwas mit Erde bedeckt werden (empfohlene Pflanztiefe 0,5 – 1 cm). Nach dem Aussähen nur noch angießen – schon ist zukünftige „Salatbar“ vorbereitet.

Jetzt stellte sich noch Frage nach dem richtigen Standort. Nachdem ich auf Pflanzlampe und Heizung verzichtet hatte, musste der Standort die fehlenden Elemente wett machen. Ich habe mich also entschieden, die Pflanztasche direkt auf den Fußboden (mit Fußbodenheizung!) in die Nähe eines bodentiefen Fensters zu stellen. So sollten die Samen genug Wärme und Licht abbekommen um gut und schnell keimen zu können.

Der Standort scheint passenden, denn nach einer Woche sind die Samen gut gekeimt und zum Teil ist bereits die 2. Blätterreihe nach den Keimblättern zu sehen.


In den nächsten Tagen werde ich die Keimlinge etwas ausdünnen, denn zum Teil sind mir schon mehr als ein Samen in ein Pflanzloch gerutscht. Dann heißt es warten, weiter fleißig gießen, 1mal die Woche mit Flüssigdünger düngen und weiter warten. Ich freue mich schon auf meinen „Wintersalat“ 😊.

DIY Pflanzetiketten

Die neue Gartensaison ist schon „im Anflug“ und es ist auch wieder Zeit für die Anzucht der Gemüsepflanzen – endlich, ich bin ja immer so ungeduldig bis es endlich wieder losgeht! Das ist auch wieder die Zeit in der man Unmengen an Pflanzetiketten braucht, damit man auch weiß wo man was gesät hat. Und nicht hinterher groß eine Jungpflanzen-Bestimmung durchführen muss.

Lange habe ich mir nicht besonders viele Gedanken gemacht, sondern genommen was in der Küche gerade so übrig war: meist die alten Party-Piker mit Länderflagge. Die Papierflaggen konnten gut beschriftet werden und brachten gleich noch etwas Farbe in meine „Anzuchtstation“ – und ich liebe es farbig, egal ob in der Wohnung, im Garten oder im Kleiderschrank.

Pflanzetiketten aus Schmuckdraht

Als dann aber meine Sammlung an Pflanzen immer größer wurde, vor allem meine wachsende Orchideensammlung, musste was anderes her: hübscher und vor allem auch langlebiger. Die vergangenen Tage waren aufgrund von Schnee und Kälte perfekt für Aktivitäten in der Wohnung. Deshalb kam mir ein Gedanke: ich könnte mir ein paar Ideen von meinem zweiten Hobby, dem Kreieren vom Schmuck aus Schmuckdraht, holen. Nach einigem Probieren (und auch ein paar Misserfolgen) stand der Plan. Zunächst habe ich einige kleine Motive aus Schmuckdraht geformt. Dabei habe ich am Ende genug Draht gelassen um ein Etikett daran zu befestigen und um das fertige Pflanzetikett in die Erde stecken zu können.

Für die Beschriftung dienen selbstklebende Etiketten aus Stoff verwendet. Diese kann man entweder selbst zu Hause mit seinem Drucker bedrucken oder beschriften. Durch den beschichteten Stoff sind sie um einiges langlebiger als Papieretiketten. Ich habe mich entschieden sie am Laptop zu gestalten und dann zu bedrucken. Dabei darauf achten, dass nur die Hälfte des Etiketts mit Pflanzennamen und anderen wichtigen Infos bedruckt ist. Warum? Weil die Stoffetiketten am Ende in der Mitte gefaltet werden um dann fester am Draht zu kleben. Dazu habe ich zunächst eine kleines Loch in die Mitte geschnitten, das Etikett über den Draht gezogen und zusammengeklebt. Und schon ist es fertig das DIY Pflanzetikett-Unikat.

Ich finde das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Upcycling Pflanzetiketten

Natürlich ist Arbeiten mit Schmuckdraht nicht was für jeden. Und auch ich habe nicht immer Zeit dazu. Deshalb habe ich noch ein paar Ideen gesammelt, wie man aus Haushalts-Materialien schöne Pflanzetiketten machen kann.

  • Alte Weinkorken als Pflanzetikett: Der Kork lässt sich mit wasserfesten Stiften sehr gut beschriften. Zahnstocher reinstecken und ab damit in den Blumentopf.
  • Ähnlich funktioniert es mit alten Wäscheklammern aus Holz. Beschriften, an einen kleinen Ast klemmen und schon ist es fertig das Etikett.
  • Alte Kronkorken (oder Bierkapseln): Sie können mit Hilfe eines Zahnstochers oder anderen Holzspießes leicht in Etiketten für den Kräutergarten verwandelt werden. Beispiele und eine schöne Anleitung dazu findet ihr hier bei Titantina.
  • Bei größeren Töpfen eignen sich schöne Steine und dekorative Muscheln perfekt. Beschriften, nach Wunsch noch bemalen und in den Topf legen.

Und wenn mal so gar keine Zeit oder Kreativität übrig bleibt, sind auch Stecketiketten aus Holz eine tolle Alternative (z.B. diese: Stecketiketten; unbezahlte Verlinkung): Bunt beschriften und schon fertig.

Ich hoffe es war was für euch dabei und ihr habt viel Spaß beim Nachmachen.

Habt ihr noch Ideen für tolle Pflanzetiketten? Dann einfach kommentieren, schließlich kann man nie genug davon haben!

Kamille – Anbau und Anwendung leicht gemacht

Aufmerksamen Lesern meines Blog ist es vielleicht schon aufgefallen, dass mich Heilpflanzen interessieren. In meinem Studium hatte ich damit schon einiges zu tun (ich habe Pharmazie studiert, mich dann aber noch einer kurzen Zeit in der Apotheke anders orientiert). Jedoch ist das Wissen dann leider zwischenzeitlich in die hinteren Winkel meines Gehirns verdrängt worden. Durch mein in den letzten Jahren immer größeres werdendes Interesse an Pflanzen, ist für mich auch das Thema Heilpflanzen wieder in den Fokus gerückt. Um euch einen leichten Einstieg in die Heilpflanzenkunde zu geben, möchte ich euch einige bedeutende Heilpflanzen vorstellen. In meinem ersten Heilpflanzen-Porträt geht es um die Kamille. Ein kurze Übersicht zur Verwendung, Inhaltsstoffen und Eigenschaften könnt ihr auch auf meiner Seite „HEILPFLANZEN“ finden.

Hier möchte ich etwas ausführlicher meine Erfahrungen mit der Pflanzung der Kamille auf Balkon und Terrasse teilen.

Aussaat und Pflege

Die echte  Kamille (Matricaria chamomilla) gehört genauso wie die Ringelblume zur Familie der Korbblütler (Astersceae). Sie kommt ursprünglich aus Süd- und Osteuropa und ist inzwischen in ganz Europa heimisch. Es handelt sich um eine einjährige, krautige Pflanze. Das Kraut wird etwas 15 – 20 cm hoch. Die Blüten können bis zu 50 cm nach oben ragen. Leider ist sie bei uns immer weniger zu finden. An ihrem ursprünglichen Ort, in der Nähe von Getreidefeldern, wird sie meist bekämpft. Da wir sie also selten wild sammeln können, müssen wir sie wohl selbst anbauen – und das funktioniert gut!

  • Aussaat: Kamille wird durch Aussaat gezogen und keimt in der Regel gut. Man muss nur beachten, dass sich um einen Lichtkeimer handelt und die Samen deshalb nicht mit Erde bedeckt werden dürfen. Am besten nur etwas in der Erde festdrücken, damit der – sehr leichte – Samen nicht gleich beim ersten Gießen wegschwemmt. Die Aussaat kann im Herbst erfolgen, in etwas August bis Mitte September. Alternativ ab Mitte Mai, wenn der letzte Kälteeinbruch (die sog. „Eisheiligen“) vorbei ist. Die Aussaat im Herbst hat den Vorteil, dass die Ernte dann früher und meist auch üppiger erfolgen kann. Die jungen Pflänzchen sind empfindlich gegenüber Frost. Daher bei Aussaat im Herbst vor Frost schützen, beispielsweise durch Abdecken mit Vlies. Ich muss inzwischen gar nicht mehr säen, denn wenn man Kamille einmal im Topf hatte, keimt sie oft im Folgejahr von selbst. Dazu nur einige Blüten stehen lassen.
  • Pflege: Die Kamille liebt sonnige Standorte. Trotzdem ist, vor allem im Topf, auf ausreichendes Gießen zu achten. Gerade in den heißen Sommermonaten wird sie schon schnell braun und verkümmert. An den Boden hat sie wenig Ansprüche: neutral, am besten lehmig oder auch leicht sandig, so dass das Wasser gut ablaufen kann. Das heißt für uns Topfgärtner: normale Gartenerde nehmen und mit etwas Sand mischen.
    Und wie sieht es mit Düngen aus? Einmal im Jahr den Boden aufarbeiten und nachdüngen reicht vollkommen aus.

Wie ihr seht ist die Kamille recht pflegeleicht und macht wenig Arbeit. Gut für uns, wenn wir wenig Zeit haben, aber trotzdem in den Genuss der Kamille kommen möchten.

Kamille ernten

Ernten funktioniert ganz einfach durch Abschneiden oder Abzupfen der reifen Blütenstände. Aber wann sind diese reif? Bei der Kamille ist das leicht zu erkennen, wenn sich der Blütenboden hebt und somit sich das gelbe Innere nach oben wölbt, wobei die weißen Lanzettblätter außen nach unten gehen. Das ist auch das Erkennungsmerkmal, dass es sich hier um die echte Kamille handelt.

Regelmäßig abschneiden hat noch einen Vorteil: das Kraut treibt dort wieder üppig aus und die Blütenbildung wird angeregt.


Kamille
Quelle: iStock

Anwendung

Die Hauptanwendung der (getrockneten) Kamillenblüten aus dem Garten oder vom Balkon ist als Tee bzw. Aufguss bei Verdauungsbeschwerden, Entzündungen im Mund- und Rachenraum und bei Erkältungskrankheiten.

Zum Trocknen nur die Blütenköpfe abschneiden und auf eine Platte/ein Blech ausbreiten. Die Blüten sollten nicht übereinander liegen, das fördert Schimmelbildung. Zu Beginn, etwa die ersten 30 Minuten, mit einem Tuch abdecken. Die meisten Tierchen, die sich es möglicherweise dort bequem gemacht haben, krabbeln dann raus, Richtung Licht. An einem trockenen, warmen, aber nicht sonnige Platz komplett trocknen lassen. Warum nicht in der Sonne? Da könnte zu viel wertvolles, leicht flüchtiges ätherisches Öl verloren gehen. Die fertig getrockneten Blüten dunkel und trocken lagern.
Die getrockneten Blüten sind gut ein Jahr haltbar und behalten dabei einen Großteil ihrer Inhaltsstoffe.

Eine weitere Anwendung ist lokal auf der Haut in Form von Ölauszug oder Salbe. Durch die entzündungshemmende Wirkung hilft die Kamille gut bei Hautreizungen und -entzündungen. Der Ölauszug kann kann aus frischen oder getrockneten Blüten hergestellt werden. Eine Anleitung und kurze Videos zur Herstellung von Ölauszung und Salbe findet ihr hier.

Und bitte denkt daran (Hinweis aus rechtlichen Gründen): Meine Rezepte und Empfehlungen basieren nur auf Erfahrungswerten und sollen weder dazu auffordern sich selbst zu behandeln bzw. eine ärztliche Behandlung/Medikation abzubrechen oder zu ersetzen. Ich gebe hier keine Heil- oder Linderungsversprechen ab. Das Nachmachen erfolgt auf eigene Gefahr.

Habt ihr noch weitere Tipps zum Anbau oder der Anwendung von Kamille? Oder Fragen dazu? Dann freue ich mich auf eure Kommentare.
Viel Spaß beim Nachmachen!

Meinen Bananenpflanze lebt wieder!

Heute bin ich richtig glücklich und zufrieden mit mir 😊 – warum? Meine Bananenpflanze bekommt gerade ihr 2. neues Blatt und ihr scheint es wieder gut zu gehen.

Das 1. neue Blatt vor 1 Woche

Blatt 2 – noch eingerollt

Warum mich das so glücklich macht? Dazu muss ich erstmal ein paar Monate zurückgehen:
Im Herbst hab ich mich in eine Bananenpflanze verliebt: die Fotos, die Beschreibung – ich musste sie einfach haben! Und in der Kurzbeschreibung des Händlers stand dass sie pflegeleicht wäre. Also habe ich sie gekauft und leider versäumt mich vorher genauer über die Ansprüche der Bananenpflanze kundig zu machen. Die große Enttäuschung kam ein paar Wochen später: sie sah ziemlich krank aus mit ihren hängenden und braunen Blättern 😩.


Also ran an den Laptop um nachzulesen was ich falsch gemacht hatte und wie ich die Pflanze wieder in vollem Glanz erstrahlen lassen kann. Die Bananenpflanze (Musa) kommt ursprünglich aus tropischen und subtropischen Regionen Asiens und will dementsprechend ein warme und feuchte Umgebung. Nun ja, das hatte sie bei mir wohl eher nicht gehabt, die Liste meiner Fehler war also leider mal wieder lang:
– zu schattiger Standort, denn ich hatte sie ins Bad, ca. 2m vom Fenster entfernt platziert
– zu geringe Luftfeuchte (sie sollte mind. 50% betragen) – und natürlich nicht extra mit Wasser besprüht
– beim Umpflanzen keine Drainage in den Topf gegeben. So dass es bei meinem leider (zum Teil) recht unregelmäßigen Gießrhythmus manchmal zu Staunässe kam, welche die Bananenpflanze gar nicht mag. Allerdings genauso wenig Trockenheit, was ich ihr zwischendurch ebenso zugemutet habe
– und zu guter Letzt: ich hatte sie auch nicht gedüngt und das sollte doch regelmäßig erfolgen. Die Empfehlung liegt meist bei 1mal im Monat im Winter und 1mal/Woche im Sommer.

Also, theoretisch wusste ich nun was zu tun war. Nun musste ich es „nur“ noch umsetzen. Mitte Dezember habe ich die Bananenpflanze ins Wohnzimmer in die Nähe eines bodentiefes Fensters umgestellt und gedüngt. Außerdem habe ich auf regelmäßiges Gießen (nicht zu viel und nicht zu wenig – die richtige Menge hatte ich zum Glück schnell raus) geachtet. Zudem habe ich die Pflanze alle 2 Tage mit kalkarmem Wasser besprüht.
Die Standort musste ich nochmal etwas ändern (an die gegenüberliegende, ebenso helle Fensterfront), damit die Bananenpflanze nicht regelmäßig die Zugluft von der Balkontür abbekam. Zugluft mag sie nämlich auch nicht gerne.

Jetzt, nach ca. 1 Monat guter Pflege, sieht sie schon viel besser aus und hat 2 schöne neue Blätter – die Mühe hat sich also auf jeden Fall gelohnt!

Im Sommer werde ich für sie sicher ein sonniges und geschütztes Plätzchen auf meiner Dachterrasse suchen.
Außerdem werde ich (hofffentlich 😉) den Ratschlag sie häufig umzutopfen beherzigen. Und vielleicht gibt es ja dann irgendwann wirklich – so wie auf dem Foto – rosa Minibanananen. Davon werde ich dann auf jeden Fall auch berichten.

Und noch eine Erfahrung nehme ich auf jeden Fall mit: auch wenn die Beschreibung beim Verkäufer super-einfache Pflege verspricht, so werde ich mich dennoch immer vorher genau über die Ansprüche  der jeweiligen Pflanze informieren um ähnliches zu vermeiden!

Christrose – die Blüte kommt mit dem Christkind

… zumindest war das bei mir in diesem Jahr so: pünktlich zu Weihnachten hat sie auf meinem Balkon die ersten Blüten geöffnet.

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich habe den Eindruck, dass die Christrose immer bekannter und beliebter geworden ist in den letzten Jahren. Sogar auf den Angebotsständern von Bau- und Supermärkten kann man sie zum Teil inzwischen finden. Und das hat sicher seinen Grund: Die Christrose gehört zu den wenigen Pflanzen, die im Winter blühen und uns so das triste Wintergrau etwas verschönern.

Die Christrose hat viele verschiedene Name: Zum Teil ist sie unten den Begriffen Weihnachts- oder Schneerose zu finden. Manchen ist die Christrose auch unter der etwas weniger schönen Bezeichnung (schwarzer) Nieswurz bekannt. Sie gehört zur Gattung der Nieswurzen (wissenschaftlich: Helleborus) – früher wurde sie auch als Niespulver verwendet und war Bestandteil des Schnupftabaks.

Standort – die 3 größten Fehler und wie ihr es richtig macht

Mein ersten Versuche eine Christrose im Topf zu kultivieren war nicht sehr erfolgreich: Ich hatte mir im Herbst 2 Pflanzen in einer Onlinegärtnerei bestellt. Die Christrosen waren sehr klein also sie ankamen (nur 2 oder 3 Blätter) und ich habe sie in einen freistehenden Balkonkasten auf meiner Dachterrasse gepflanzt. Nun ja, da hatte ich beim Einpflanzen wohl gleich 3 Fehler auf einmal gemacht. Welche das waren und wie ihr es besser machen könnt?

  1. Der Platz war sehr sonnig und Christrosen mögen gar keine sonnigen Plätze. Sie bevorzugen den lichten Schatten und können sogar vollschattig stehen.
  2. Der Platz war vollen Regen ausgesetzt und im Balkonkasten stand des Öfteren das Wasser. Auch das können Christrosen gar nicht ausstehen, sie sind sehr empfindlich gegenüber Nässe. Staunässe kann sehr schnell zum Faulen der Wurzeln und somit zum Absterben der Pflanze führen. Also bitte die Christrosen immer in einem Pflanzkübel mit Abzugsloch und Drainageschicht pflanzen, so dass überschüssiges Wasser gut abfließen kann. Noch besser ist es zusätzlich einen überdachten Standort zu wählen.
  3. Der Balkonkasten als Pflanz-„Kübel“ hat nicht genug Platz für das Wurzelwerk der Christrosen. Die Christrosen wurzeln sehr tief und benötigen dementsprechend ein großen, und vor allem tiefen, Topf um sich gut zu entwickeln. Draußen im Garten gefällt es Ihnen zwar noch besser, aber ein ausreichend großer Topf führt durchaus zu schönen Stauden. Ausgepflanzt können Sie bis zu 30 cm hoch werden. Jedoch können sie auch im Topf gut 20 bis 25 cm groß werden.

Also gut, mit diesem Wissen habe ich einen neuen Versuch gestartet: Ich habe einen großen Blumentopf mit Blähton als Drainage versehen, die neu erworbene Christrose eingepflanzt und auf meinen schattigen, überdachten Balkon gestellt. Diesmal war es erfolgreich: die neue Christrose entwickelte sich gut und hat gerade ihre ersten Blüten. Und vor lauter Begeisterung habe ich mir im Dezember im Gartenmarkt gleich noch eine zweite Christrose, diesmal eine mit weißen Blüten dazugekauft:

Sie ist derzeit in einem ziemlich kleinen Topf, der ihr sicher schnell zu klein werden wird. Deshalb heißt es im Frühjahr dann: Umtopfen in einen größeren Pflanzkübel!

Pflegetipps

Nachdem der Standort nun klar ist, noch ein paar Pflegetipps:

  • Die Ansprüche der Christrose an den Boden sind nicht gerade gering: sie mögen einen kalkhaltigen, durchlässigen aber dennoch lehmartigen Boden. Das stellt uns „nur“ Balkonbesitzer vor ein kleines Problem – woher nur bekommen? Vielleicht kennt man ja einen Gartenbesitzer von dem man einen Kübel lehmigen Gartenboden bekommen kann, den man dann in die handelsübliche Blumenerde mischt (so habe ich es gemacht). Ansonsten kann man es auch nur mit Blumenerde versuchen. In beiden Fällen sollte man jedoch zur Auflockerung und Nährstoffanreicherung etwas Hornspäne hinzufügen. Ich habe auch noch etwas Vermiculit beigemischt (Mineral, welches Nährstoffe und Wasser speichert und bei Bedarf wieder abgegeben kann). Ist die Erde zu wenig kalkhaltig, ist es sinnvoll ein Stück Tafelkreide hinzuzufügen.
  • Düngung: die Christrose düngt man am besten 2mal im Jahr mit organischem Dünger, 1mal zu Beginn der Blüte und dann nochmal im Spätsommer
  • Schneiden? Die Christrose an sich braucht keinen Zuschnitt. Jedoch wollte man verwelkte Blätter und Blüten bodennah abschneiden
  • Besonderer Schutz im Winter bei Kübelpflanzung: die Wurzeln sind trotz Winterhärte recht empfindlich gegenüber Frost. Aus diesem Grund empfiehlt es sich den Topf mit Jute oder Luftpolsterfolie zu umwickeln und den Topf vor Kälte von unten durch Unterlegen einer Styroporplatte zu schützen.

So schön die Christrose auch ist, bitte aufpassen: die Christrose ist leider sehr giftig, bereits kleine Menge an Pflanzensaft kann Hautreizungen und zum Teil sogar Entzündungen hervorrufen. Deshalb beim Umpflanzen oder Zuschneiden immer Handschuhe tragen und außer Reichwerte von kleinen Kindern oder Haustieren aufstellen.

Das ist alles zu kompliziert und aufwendig? Dann probiert es doch erst einmal mit der „kleinen Schwester“, der Lenzrose. Sie ist genügsamer und kommt auch mit weniger optimalen Bedingungen, sowie sonnigen Standorten zurecht. Sie blüht etwas später, meist ab Februar und hat kleinere Blüten wobei, im Gegensatz zur Christrose, mehr an einem Stängel sind. Aber: auch sie ist sehr giftig!

Wunderschöne, gesunde Exemplare findet ihr übrigens bei Baumschule Horstmann  [Werbung unbezahlt].

Ihr sucht Tipps für weitere tolle und pflegleichte Pflanzen für den Winterbalkon? Dann schaut mal in meinen Artikel zur Winterbepflanzung rein.

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Anbau von Christ- oder Lenzerosen im Kübel? Schreibt mir gerne oder kommentiert unter dem Text.

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