Brombeeren – Vitaminbeeren und mehr!

Ihr liebt Brombeeren? Ich auch und ich freue mich jeden Morgen wenn ich bei meinem Spaziergang über die Dachterrasse ein paar ernten kann 😀.
Aber wusste ihr, dass die Brombeeren auch gesund sind? Und dass man nicht nur die Beeren essen kann?
Nein, dann ist es ja gut, dass mein Heilpflanzenkalender mit seinem Juli-Blatt den Anstoß dazu gegeben hat etwas dazu zu berichten.



Aber zuerst etwas zu den Eigenschaften und Ansprüchen der Pflanze:
Es gibt mittlerweile vielen Sorten Brombeer-Sträucher (Rubus frucicosus) am Markt, welche unterschiedlich groß werden können und zum Teil mit oder auch ohne Stacheln sind.

Grundsätzlich haben sie aber alle folgendes gemeinsam:

  • Brombeeren lieben einen sonnigen Standort.
  • An den Boden stellen sie keinen besonderen Ansprüche. Um ein gutes Wachstum im Topf zu erzielen empfiehlt es sich Kokoserde zu verwenden (oder zumindest unterzumischen) und 2mal im Jahr (Frühjahr und Herbst) zu düngen.
  • Auch beim Geißen verzeihen sie so einiges – sie sollten nur nie ganz austrocknen oder über längere Zeit Staunässe ausgesetzt sein.
  • Das Einzige was wichtig ist und wo die Brombeere etwas anspruchsvoller ist, ist beim Schnitt: man unterscheidet bei den Brombeersträuchern 2 verschieden Arten von Ästen: Jungruten (= in diesem Jahr neu gewachsene Äste) und Tragruten (im letzten Jahr gewachsene Äste, nur dort wachsen die Beeren). 3mal im Jahr muss geschnitten werden:
    1. Im Frühsommer: Seitenäste der Tragruten auf ca. 3 Augen zurückschneiden. Dort wachsen später die Brombeeren – also sorgfältig schneiden, dann ist die Ernte besser!
    2. Im Sommer: Die Jungruten zurückschneiden, damit sie sich besser verzweigen. Wenn dies vergessen wird ist es nicht ganz so schlimm, aber das Zurückschneiden erhöht die Ernte im nächsten Jahr.
    3. Im Herbst, nach der Ernte: Tragruten bis auf ca. 10 cm zurückschneiden.
    Brombeeren sind in unseren Breiten winterhart, die Dornen-losen Sorten sind etwas empfindlicher und sollten an einem geschützteren Ort (z.B einer Hauswand wachsen).

Eine für den Topf gute geeignete, kleinwüchsige und Dornen-lose Sorte ist „Navaho“ – ich habe sie nun das 4. Jahr in einem großen Topf auf dem Balkon stehen und kann immer reichlich ernten 😊.

 

Bei den Inhaltsstoffen und der Wirkung der Brombeerpflanzen muss man zwischen den Blättern und den Früchten unterscheiden:

Früchte

  • Sie Früchte haben einen hohen Anteil an verschiedenen Vitaminen, vor allem Vitamin A, Vitamine des B-Komplexes und Vitamin C. Zusätzlich sind sie reich an Mineralstoffen wie Kalium, Calcium, Magnesium und Phosphat und natürlich an Pflanzenfarbstoffen (den sog. Flavonoiden).
  • Durch ihren hohen Vitamingehalt wirken sie antioxidativ und wirken somit positiv auf unsere Immunsystem und verlangsamt die Zellalterung. Außerdem wirkt es durch den hohen Anteil an Pektin gegen Durchfallerkrankungen.
  • Auch wenn sie so heißen sind die Brombeeren im Übrigen botanisch gesehen keine Beeren, sondern Sammelsteinfrüchte (jede einzelne Minibeere ist wie eine Steinfrucht (z.B. Kirsche) aufgebaut.

 

 

 

Blätter

  • Hauptinhaltsstoff sind hydrolysierbare Gerbstoffe (sog. Gallotannine). Des Weiteren sind Ellagitannine, verschiedene Pflanzensäuren (wie Zitronensäure), Flavonoide und Triterpensäuren enthalten.
  • Aus dem hohen Anteil an Gerbstoffen ergibt sich auch die Anwendung: der Tee der frischen oder getrockneten Blätter wird bei akutem Durchfall eingesetzt. Gerbstoffe wirken auf Eiweiß indem sie dessen Struktur zerstören (Denaturierung). Dadurch kommt es zu einer oberflächlichen Verdichtung der erkrankten Darmschleimhaut, was wiederum dazu führ das weniger Flüssigkeit in den Darm abgegeben wird und der Stuhl somit wieder eine festere Form annimmt.
  • Das zweite Einsatzgebiet des Tees ist die Anwendung als Spüllösung bei Entzündung der Mund- und Rachenschleimhaut. Auch hier sind wieder die Gerbstoffe wichtig: durch ihre zusammenziehende (adstringierende) Wirkung wird die Oberfläche verdichtet und es bildet sich eine Art Schutzfilm. Dieser entzieht den Krankheitserregern die für die Entzündung verantwortlich sind den Nährboden.
  • Die Ernte der Blätter erfolgt am besten zur Blütezeit, da dann der Anteil der Inhaltsstoffe am höchsten ist.

 

Die Blätter habe ich bereits fleißig geerntet und sind fleißig am Trocknen. Und was mache ich am Wocheneden? Genau – fleißig Beeren pflücken!

Ich freue mich riesig und wünsche auch euch allen ein wunderschönes Sommerwochende, vielleicht auch mit vielen gesunden und frischen Beeren 😊.

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