Arnika – das Heilmittel von Berg und Wiese

Die Arnika gehört zu den Pflanzen, die mir aus Kindertagen gut in Erinnerung geblieben sind: ich bin meiner Oma Arnika sammeln gegangen und danach wurde daraus Tinktur gemacht, die super bei Mückenstichen half.

Sammeln darf man wildwachsende Arnika heute nicht mehr da sie unter Naturschutz steht, aber anpflanzen ist gut auch im Garten und auf dem Balkon möglich.

 

Zuerst ein bisschen was zur Botanik:

Die bekanntesten Sorten sind Arnica montana (Bergarnika) und Arnica chamissonis (Wiesenarnika). Bergarnika ist bekannt für sein Heilwirkung, aber auch Wiesenarnika wird als Heilpflanze verwendet. Beide haben ähnliche Wirkung, jedoch ist Wiesenarnika in unseren Breiten leichter anzubauen.

  • Sie hat wenig Ansprüche an den Boden, jedoch möglichst keine Staunässe und nicht zu Kalk-haltig
  • Standort: sonnig oder halbschattig
  • bis zu 50 cm hohe, mehrjährige Staude
  • frosthart

Arnika kann gut aus Samen gezogen werden, jedoch dauert es 2 – 3 Jahre bis sie zum ersten Mal blüht. Wer nicht so viel Geduld hat: es gibt v.a. die Wiesenarnika auch als Pflanze im Gartenmarkt zu kaufen.

Erntezeit der Blüten: Juli, August; alle anderen Pflanzenteile werde nicht verwendet.

 

Anwendung:

Aus den Blüten kann man eine Salbe oder Tinkturen für die äußere Anwendung herstellen.

  • Wirkung: entzündungshemmend, antibakteriell, krampflösend und schmerzstillend.
  • Anwendungsgebiete: Aus der Wirkung der Inhaltsstoffe lassen sich leicht auch die Anwendungsmöglichkeiten erkennen: bei Prellungen, Verstauchungen und Insektenstichen.

 

Die äußerliche Anwendung erfolgt als Tee oder als Tinktur, wobei letztere stark verdünnt werden muss.

  • Herstellung des Tees: zwei Teelöffel getrocknete Arnikablüten mit 200 ml kochendem Wasser übergießen und ca. 10 Minuten ziehen lassen. Danach die Blüten abseihen und sofort verwenden. Bei der Anwendung mit Umschlägen sollte aufgrund der längeren Verweildauer auf der Haut nochmal 1:1 mit Wasser verdünnt werden.
  • Herstellung einer Tinktur: Arnikablüten in ein Glas mit Schraubdeckel gegeben, dabei ca. halb voll machen. Danach mit Doppelkorn (oder Wodka) übergießen, bis die Blüten gut bedeckt sind. Das Glas gut verschließen und für 4-6 Wochen an einen warmen, aber nicht vollsonnigen Ort, stellen und ziehen lassen. Danach sollte die Tinktur abgefiltert werden. In einer dunklen Flasche ist die Tinktur ca. 1 Jahr haltbar (nicht vergessen die Flasche mit Herstellungs- bzw. Haltbarkeitsdatum zu versehen).
  • Herstellung von Arnika-Salbe (für ca. 60 ml):
    Ölauszug der Blüten herstellen (z.B. mit Sonnenblumenöl): entweder als Warmauszug im Wasserbad für ca. 30 Minuten, oder für alle die mehr Zeit haben: Kaltauszug und über 4 – 6 Wochen stehen lassen. Danach die Blüten abfiltern. Das klappt gut mit einem Tee- oder Kaffefilter aus Papier oder auch mit einem gefalteten Küchentuch. Die fertige Öl-Auszug ist ebenfalls ca. 1 Jahr haltbar.
    Ist der Ölauszug fertig, so benötigt man für die weitere Zubereitung:
    35g Arnikaöl
    5g Bienenwachs
    8g Sheabutter
    7 -8 Tropfen Lavendelöl (oder ein anderes ätherische Öl je nach Geschmack, welches konserviert und zusätzlich heilende Eigenschaften hat)
    Das Arnikaöl im Wasserbad auf ca. 60 °C erwärmen und Bienenwachs darin schmelzen. Sobald das Wachs komplett geschmolzen ist auf ca. 30 °C abkühlen lassen (die Masse wird dann schon leicht fest) und Sheabutter und ätherisches Öl hinzugeben. Danach sofort abfüllen. Haltbarkeit der Zubereitung: solange wie die kürzest haltbare Zutat.

 

WICHTIG zu beachten bei der Anwendung von Arnika:

Auch wenn die Arnika eine sehr gute und wirksame Heilpflanze darstellt, so gibt es doch ein paar wichtige Punkte die beachtet werden sollten:

  • Da auch die Arnika zu den Korblütlern (Asteraceae) zählt, sollte sie bei bekannter Allergie gegen eine Pflanze dieser Art (z.B. Kamille, Ringelblume) nicht angewendet werden!
  • Die Verwendung von Arnika kann zu allergischen Hautreaktionen wie Brennen, Juckreiz oder Quaddelbildung führen. Sollten Hautreaktionen auftreten, dann auf jeden Fall nicht mehr verwenden.
  • Arnika ist phototoxisch, deshalb die behandelten Stellen gut vor Sonnenlicht schützen.
  • Und zuletzt, aber ganz wichtig: Das Kraut darf nur äußerlich angewendet werden, bei innerlicher Anwendung kann es zu Vergiftungen kommen.
  • Vorsicht bei Kindern: immer nochmal verdünnen (es sollte nicht mehr als 10%ig im fertigen Produkt sein).

 

Habt ihr die Arnika schon angewendet und habt ihr vielleicht noch ein paar Tipps zur Anwendung? Dann würde ich mich sehr über Kommentare freuen 🙂

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