Nachtkerze – was kann sie, auch bei Tag?

 

Der September ist ja nun schon ein paar Tage alt und wieder mal bin ich etwas spät daran mit der Vorstellung des neuen Kalenderblatts auf meinem Heilpflanzenkalender…
Aber die letzten Wochen war einfach so spannend, neu und manchmal auch etwas schwierig – mein Sohn ist jetzt Schulkind und das hatte einfach Vorrang 😊.

Das Kalenderblatt lacht mich – passend zum sonnigen Wochenendwetter – mit den wunderschönen gelben Blüten der Nachtkerze an!


Lat. Name: Oenothera biennis; sie gehört zur Familien der Nachtkerzengewächse (Onagraceae), wozu beispielweise auch eines meine Liebling-Schattengewächse, die Fuchsie, oder das Weidenröschen zählt.

Sie heißt übrigens Nachtkerze weil sie, im Gegensatz zu vielen anderen Blühpflanzen, auch Nachts ihre Blüten nicht schließt.
Sie wurde ursprünglich im 17. Jahrhundert aus Amerika eingeführt und ist mittlerweile in ganz Mitteleuropa stark verbreitet.
Die Nachtkerze ist eine 2-jährige krautige Pflanze. Im 1. Jahr sieht man lediglich eine am Boden liegende Blattrosette. Im 2. Jahr entwickelt sich daraus ein Blattstiel der bis zu 1,5m, manchmal sogar bis zu 2m groß werden kann. Im 2. Jahr, etwa ab Juni erfreut sie uns dann mit ihren großen, wunderschönen, gelben Blüten. Sie hat eine dicke, fleischige Pfahlwurzel und eignet sich aufgrund dessen nicht wirklich für die Topfpflanzung. Falls man es dennoch versuchen möchte, sollte man einen möglichst großen und hohen Topf verwenden. Allerdings ist sie wild häufig zu finden und steht nicht unter Naturschutz – also auf zum Sammeln, das klappt gut 😊 .
Wer einen Garten hat oder den Anbau im Topf dennoch versuchen möchte, hier findet ihr weitere Infos dazu: http://www.kraetuter-buch.de/kraeuter/Nachtkerze.html

Die Nachtkerze in der Küche:

  • Die Blüten und auch die Knospen schmecken köstlich und eignen sich hervorragend um ein Highlight dem Salat hinzuzufügen. Aber auch einfach nur auf’s Butterbrot gestreut schmecken sie lecker.
  • Die Blätter können ähnliche wie Spinat verwendet werden. Dazu einfach etwas andünsten. Am besten aber ohne Stängel und vor der Blüte verwenden, sonst schmeckt es nicht mehr so gut.
  • Die Samen können vielfältig verwendet werden. Am besten man zerkleinert sie im Mörser und gibt sie dann übers Müsli oder in de Joghurt. Manche streuen die Samen auch über den Salat, was ich persönlich jedoch nicht so lecker finde.
  • Die Wurzel ist auch essbar. Man kann sie roh oder auch wie anderes Wurzelgemüse gekocht servieren. Der Geschmack ist nicht jedermanns Sache, aber einfach mal ausprobieren.
  • Wie man sieht kann man wirklich jedes Teil verwenden, und das alles auf so unterschiedliche Weise, und das finde ich einfach super!

Heilende Wirkung der Nachtkerze:

  • Samen: er enthält ca. 10% gamma-Linolsäure und damit ungewöhnlich viel von diesem.
    Sammelzeit: Spätsommer bis in den Herbst hinein
    Der Samen wird äußerliche angewendet, bzw. genauer gesagt das Öl aus Samen. Man kann die Samen mit Hilf einer Ölpresse auspressen (ist nicht so schwer wie man denkt 😉 ) und erhält dann das doch recht bekannte Nachtkerzenöl, welches man immer wieder in Rezepturen für Cremes oder Lotionen bei Hautproblemen wie Ekzemen, schuppiger, entzündlicher Haut. Normkonzentration bei der Anwendung in Cremes und Lotionen liegt bei 10 – 20%. Es hilft nicht bei jedem, aber ich habe mit einer Konzentration von 10% in meiner Bodylotion für den Winter gute Erfahrungen gemacht – die Haut juckt und schuppt sich einfach weniger!
  • Auch die Blätter der Nachtkerze haben heilende Wirkung, allerdings innerlich: durch ihren Gerbstoff-Anteil wirken sie entzündungshemmend und unterstützen das Nervensystem. Ein Tee aus Blättern hilft gut bei Verdauungsbeschwerden.
    Sammelzeit der Blätter: Juni (ab Blüte) bis Oktober

 

WICHTIG: Epileptiker sollten die Nachtkerze meiden, da vermutet wird, dass Gamma-Linolsäure in höherer Dosierung die Gefahr von epileptischen Anfällen steigern kann!

 

Habt ihr vielleicht noch weitere Tipps für die Anwendung der Nachtkerze? Dann kommentiert doch, ich freue mich darauf!

 

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