Johanniskraut – Beschützer vor dem Bösen

Heute am 21. Juni ist genau der richtige Tag um über das Johanniskraut zu berichten – warum werden sich einige von euch fragen???
Früher tanzten die Menschen geschmückt mit Kränzen aus Johanniskraut um das Sonnwendfeuer und feierten so den längsten Tag des Jahres. Danach warfen sie die Kränze ins Feuer. Laut einer alten Tradition sollte das vor Hexen, Dämonen und böser Zauberei schützen.

Aber unabhängig davon ob wir an diese Tradition glauben oder ihr sogar folgen, ist jetzt eine gute Zeit für das Johanniskraut denn um Mittsommer, also jetzt, zeigt es seine wunderschönen gelben Blüten und es ist die beste Erntezeit. Der deutsche Name Johanniskraut leitet sich im übrigens auch vom Johanni-Tag (24. Juni) ab.

Das Johanniskraut ist eine sehr alte Heilpflanze, welche schon seit 2000 Jahren verwendet wird. Zunächst als Mittel gegen Wunden und Hexenschüsse und später, ab den Mittelalter gegen Angst und Stimmungsschwankungen.

Die wichtigsten Infos zur Pflanze:

  • Es handelt sich dabei um eine mehrjährige, in unseren Breiten winterharte Staude.
  • Sie hat gerne einen sonniger Standort mit durchlässigem, nährstoffarmen Boden (dazu die Erde am besten mit Sand mischen).
  • Die gegenständigen Blätter tragen kleine Drüsen, welche uns als durchscheinende Punkte erscheinen (daher auch der Name: Hypericum perforatum). Dies ist auch ein gutes Merkmal um die Heilpflanze Johanniskraut von anderen Pflanzen mit ähnlichen Blättern zu unterscheiden. 

    Typisches „perforiertes“ Johanniskrautblatt

  • Die goldgelben Blüten sind schirmartig und besitzen auffallend lange Staubblätter.


Und wie sieht es mit der arzneilichen Wirkung aus?

  • Wirkung: stimmungsaufhellend und antidepressiv.
  • Arzneilich genutzt wird das ganze Kraut, also Blätter und Blüten.
  • Inhaltsstoffe:
    rote Farbstoffe (sog. Naphthodianthrone), z.B. Hypericin (lichtempfindlicher roter Farbstoff) und Pseudohypericin (welche vermutlich – zusammen mit dem Hyperforin – für die stimmungsaufhellende Wirkung verantwortlich sind)
    Phloroglucinderivate, insbesondere der Stoff Hyperforin
    Flavonoide (entzündungshemmend)
    Gerbstoffe (zusammenziehend)
    Phytosterole
  • Sammelzeit: am besten Ende Juni zur Hauptblütezeit (höchster Wirkstoffgehalt), aber es bis in den September hinein möglich.
  • Wichtig zur Wirkung ist noch folgendes zu wissen: Das Johanniskraut entfaltet seine Stimmungs-aufhellende und antidepressive Wirkung nicht sofort nach der 1. Einnahme. Mehrere Wochen können vergehen, bis sich ein positiver Effekt zeigt. Außerdem muss Johanniskraut (auch in fertigen Arzneimitteln) ausreichend hoch dosiert werden. Es kann zu Wechselwirkungen mit zahlreichen anderen Arzneimitteln kommen (z.B. auch wichtige Herz-Kreislauf-Medikamente oder der Anti-Baby-Pille), wodurch der Effekt dieser Medikamente verringert wird. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine Anwendung nur in Absprache mit Arzt oder Apotheker. Wer möchte kann jedoch gering dosiert einen Tee aus dem frischen oder getrockneten Kraut zubereiten, welcher beruhigend wirkt. Schwangere sollten von der Anwendung ganz absehen.
  • Auch äußerlich wird Johanniskraut angewendet: das Johanniskrautöl (manchmal auch Rotöl genannt) hat entzündungshemmende Eigenschaften wirkt beruhigend bei juckender, trockener, schuppiger und rissiger Haut. Traditionell würd es auch bei Wunden und Verbrennungen angewendet, da es die Wundheilung beschleunigt.
    Allerdings wird durch die Anwendung die Haut lichtempfindlicher (übrigens auch bei der innerlichen Anwendung) und es kommt leichter zu Sonnenbrand – deshalb im Sommer besonders vorsichtig sein! Das Rotöl kann man übrigens auch selbst gut herstellen. Wer das möchte einfach mal bei Kostbare Natur nachlesen (http://www.kostbarenatur.net/rezepte/johanniskrautoel-einfach-selbst-herstellen/).

 

Ich habe heute einen Teil meines in einem großen Kübel wachsenden Johanniskrauts abgeschnittenes und zum Trocknen aufgehängt. Grundsätzlich kann man es Trocknen wie Kräuter: zusammenbinden und aufhängen. Jedoch sollte man dabei schonend vorgehen und sowohl direkte Sonne als auch Temperaturen über 40 Grad vermeiden.

Am Wochenende mache ich mich dann an die Herstellung des Rotöls 😊.

 

Und jetzt wünsche ich euch einen wunderschönen langen Sommerabend – ich werde ihn auf jeden Fall gemütlich mit ein paar Gläsern selbstgemachte Eistee am Balkon genießen!

 

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