Teebeutel aus Stoff selber nähen – für doppeltes Geschmackserlebnis

Frische Kräuter sind einfach was tolles und damit man (oder frau) auch im Winter etwas davon hat, habe ich immer Sommer ganz fleißig Kräuter getrocknet. Aber die getrockneten Kräuter machen nicht nur beim Kochen Freude, sondern man kann auch leckere und gesundes Tees daraus machen. Egal ob Salbei, Thymian oder Pfefferminze – die schmecken selbst getrocknet einfach viel besser als die gekauften Teebeutel.

Das einzige „Problem“ dabei ist nur: vor allem Morgens muss es schnell gehen und man hat nicht immer Lust und Zeit sich den Tee mühsam mit Teesieb oder Teeei zuzubereiten. Kennt ihr das auch? Deshalb habe ich von meinen Lieblingstees im fertige Tassenportionen hergerichtet, so dass es genauso schnell geht wie mit gekauften Teebeuteln. Aber da ich es nachhaltig mag, sollten es natürlich keine Einmal-Teebeutel sein. Aus diesem Grund habe ich mir aus alten Stoffresten selbst Teebeutel genäht – das geht recht einfach, auch für Anfänger und auch mal ohne Nähmaschine.

 

Damit ihr das auch machen könnt, habe ich hier eine ausführliche Beschreibung für euch:

Man braucht:

Stoffreste aus 100% Baumwolle (z.B. alte Geschirrtücher oder auch übrig gebliebene Stücke von anderen Näharbeiten), alternativ gehen auch z.B. alte Leinengeschirrtücher

Nähgarn

Schnur, Wolle oder anderes dickeres, reißfestes Garn

Knöpfe, (Holz-) Kugeln etc. (damit der Beutel nicht komplett in die Tasse fällt)

Und so geht’s:

Zunächst den Stoff zuschneiden. Als Größe für 1 Tasse Tee (250 ml) mit 2 Teelöffeln Tee hat sich ein Zuschnitt von ca. 12 cm x 15 cm (bereits inkl. Nahtzugabe bewährt) bewährt.

Verwendet ihr neuen Stoff, würde ich ihn vorab waschen. Ich hab’s diesmal mit alten ausrangierten Geschirrtüchern gemacht.

Der 1. Nähschritt: an einer der langen Stoffseiten den Stoff doppelt einschlagen (zur Soffrückseite (= sog. Linke Seite) und dann nähen. Am besten das Umgeschlagene mit Stecknadeln oder Nähklammern fixieren, so dass nichts verrrutscht und schief wird. Das doppelte Einschlagen ist nötig damit man später die Schnur durchfädeln kann. Am schnellsten geht es natürlich mit der Nähmaschine und einem einfachen geraden Stich. Aber ach ohne Nähmaschiene, mit der Hand lassen sich Säckchen in dieser Größe gut nähen. Am besten klappt das mit einem einfach Steppstich (Nähanfänger, die unsicher sind welcher das ist können das auch hier nachlesen: http://www.schneidern-naehen.de/handstiche).

Danach den Stoff rechts auf rechts (also mit der Stoffvorderseite) in der Mitte zusammenlagen und unten und auf der zweite Seite zunähen. Auf der Seite nicht ganz nach oben nähen, da sonst die Schnur nicht durchgefädelt werden kann. Wer möchte kann die Ränder noch mit einem Kreuzstich versäubern; ich habe es nicht gemacht, da ich es für einen Teebeutel, der nicht so großen Belastungen ausgesetzt ist als nicht notwendig erachte – aber sieht natürlich „ordentlicher“ aus 😉

 

Nun das fertige Säckchen auf rechts drehen.

 

Zum Schluss nur noch die Schnur durch den doppelte Stoffteil oben durchfädeln; das funktioniert am besten mit einer Sicherheitsnadel. Als allerletztes den Knopf etc. (ich hatte noch ein paar Blätter aus Fimo) an das Schnurende binden und schon ist er fertig, unser Stoff-Teebeutel 🙂

Verwendet man den Beutel immer für den selben Tee, reicht es ihn kurz unter heißem Wasser auszuspülen und gut zu trocknen bevor man ihn wieder verwendet. Ansonsten kann man ihn gut auch mit in der Waschmaschiene waschen

 

Und nun: Genießt euren Tee 🙂

 

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Wirksame Erkältungshelfer vom Kräuterbalkon

Zum Glück sind die meisten Gartenkräuter recht anspruchslos und wachsen auch auf kleinesten Raum auf dem Balkon. Deshalb sind bei mir auch immer zahlreiche davon zu finden und werden nicht nur frisch in der Küche verarbeitet, sondern auch für den Winter fleißg getrocknet. Habt ihr im Sommer genauso wie ich Kräuter angebaut und fleißig getrocknet?

Dann ist sicher auch bei euch etwas dabei, was sich für die derzeit leider schon wieder sehr „aktive“ Erkältungszeit eignet und gut verarbeitet werden kann.

 

Folgende Kräuter, die sich leicht am Balkon anbauen lassen, sind aufgrund Ihrer Eigenschaften super geeignet um die Heilung und Linderung von Erkältungen zu unterstützen:

  • Thymian, echter (Thymus vulgaris):
    Wirkung: antibakteriell, schleimlösend, enzündungshemmend
    Anwendungsmöglichkeiten: als Tee bei Husten und verschleimten Nebenhöhlen
    ACHTUNG: Schwangere und Menschen mit Leberschäden sollten die Anwendung von Thymian vermeiden!
  • Salbei, echter (Salvia officinalis):
    Wirkung: antiviral
    Anwendungsmöglichkeiten: Gurgellösung bei Halsentzündungen, Tee, Inhalieren des Aufgusses (Tees, ca. 10 min ziehen lassen) bei Schnupfen
  • Kamille, echte (Chamomilla recutita):
    Wirkung: antientzündlich, antibakteriell und krampflösend (bei krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden)
    Anwendungsmöglichkeiten: Inhalieren des Aufgusses bei Schnupfen (ca. 10 min ziehen lassen), Gurgellösung bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum
  • Sonnenhut (Echinacea purpurea):
    Wirkung: Steigerung der Abwehrkräfte/Immunsystem
    Anwendungsmöglichkeiten: Einnahme des alkoholischen Auszugs oder als Echinaceahonig (pur oder im Tee)

 

Neben der Verwendung als Tee bzw. Aufguss eigent sich Thymian auch super für einen Erkältungsbalsam:

Der Herstellung ist auch für Ungeübte recht einfach. Und Kinder – zumindest mein Sohn und meine Neffe 😉 – lieben es damit eingerieben zu werden!

 

Thymianbalsam für Babys und Kleinkinder (ab ca. 3 Monate, aber bitte vor allem bei Babies immer zum Kinderarzt und die Anwendung mit ihm absprechen):

Man braucht:

1 Hand voll getrockneten Thymian

50 ml Mandelöl (oder ein anders für Babys geeignetes Basisöl, z.B. Jojobaöl)

2 TL Bienenwachs (ca. 5 g)

Optional, nach Lust und Laune: 5 Tropfen eines der folgenden ätherische Öle: Lavendel fein (beruhigend), Mandarine rot (entzündungshemmend, antiviral und antibakteriell) oder Benzoe Siam (ausgleichend, entspannend)

Zubereitung:

  • Thymianöl herstellen: Das Mandelöl vorsichtig erwärmen und den Thymian zugeben. Am besten klappt das im Wasserbad, damit es nicht zu heiß wird, denn der Thymian könnte sonst verbrennen. Alternativ mache ich das auch gerne mit meinem alten, ausrangierten Schokoladenfondue mit Teelicht. Egal für welche Methode man sich entscheidet, es ist immer ratsam das Gefäß beim Auszug abzudecken, da sonst die leicht flüchtigen Inhaltsstoffe (ätherische Öle) bereits beim Auszug verloren gehen. Der Auszug sollte ca. 2 Stunden bei moderater Wärme erfolgen. Danach das Öl durch ein Sieb abgießen, so dass keine festen Pflanzenteile mehr im Öl sind.
  • Balsam fertig stellen: Das fertige Thymianöl nochmals erwärmen und das Bienenwachs unter Rühren zugeben, bis das Bienenwachs komplett geschmolzen ist. Wer noch ätherisches Öl zugeben möchte sollte den Balsam erst noch etwas erkalten lassen (aber er sollte noch flüssig bzw. zähflüssig sein) und dann erst das ätherische Öl zugeben. Dies gut untermischen.
    Den noch flüssigen Balsam in ein passendes Gefäß geben und abkühlen lassen.

    Mein „Salbenöfchen“

Anwendung:

Die fertige Erkältungssalbe auf Brust und Rücken auftragen; am besten mit Massagebewegungen von Brustkorbmitte nach außen, so dass zusätzlich noch das Schleim lösen und ablaufen aktiviert wird.

Erkältungsbalsam für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahre:

Hierbei verwende ich die Kraft verschiedener ätherischer Öle in einer Basis aus Mandelöl und Bienenwachs; aber natürlich kann man auch das Thymianöl verwenden (also den Auszug vom Babybalsam verwenden) und mit den ätherischen Ölen ergänzen.

Man braucht:

50 ml Basisöl (z.B. Mandelöl, Sonnenblumenöl oder auch das Thymianöl)

2 TL Bienenwachs (ca. 5 g)

Ätherische Öle (insgesamt 30 Tropfen); für mich hat sich folgende Mischung bewährt:

15 Tr. Eukalyptus

10 Tr. Teebaum

5 Tr. Pfefferminz

Zubereitung:

Das Basisöl vorsichtig erwärmen und das Bienenwachs darin schmelzen. Die fertige Mischung erst noch etwas erkalten lassen (aber sie sollte noch flüssig bzw. zähflüssig sein) und dann erst die ätherischen Öle zugeben. Diese gut untermischen. Anschließend den noch flüssigen Balsam in ein passendes Gefäß geben und abkühlen lassen.

ACHTUNG: in der Schwangerschaft sollten ätherischen Öle nur sehr vorsichtig angewendet werden, die Anwendung sollte niedrig dosiert und nur mit ärztlicher Absprache erfolgen!
Einige Öl sind in der Schwangerschaft gänzlich ungeeignet, dazu zählen unter anderem: Thymian, Eukalyptus, Majoran und Rosmarin.

Ich hatte in Absprache mit einer Aromatherapeutin in meiner letzten Schwangerschaft folgende Öle auf 50 g Balsam verwendet: 10 Tr. Cajeput (antiviral, schleimlösend und abwehrsteigernd), 5 Tr. Orange (antiviral, antibakteriell) und 5 Tr. Niaouli (antiviral, schleimlösend). Niaouli könnte man auch durch 5 Tr. Teebaumöl ersetzen (antiviral, entzündungshemmend und abwehrsteigernd).

 

Und zum Schluss möchte ich euch noch ein tolles Rezept zur Unterstützung des Immunsystems zeigen: Echinaceahonig

Echinacea wächst auch gut in Töpfen auf Balkon und Terrasse und ist meist günstig im Gartenfachhandel as Pflanze zu erwerben – also perfekt geeigent für uns Balkongärtner 🙂

Der Auszug mit Honig klappt bei Echinacea ähnlich gut wie ein alkoholischer Auszug, es werden alle wichtigen Inhaltsstoffe aus der Pflanze herausgelöst. Deshalb ist er gut für Kinder geeignet oder auch für alle anderen die „Alkohol-frei“ leben möchten.

Man verwendet dazu die ganzen Stängel inkl. Blüten und Blätter einer mind. 2 Jahre alten Pflanze. Blütenblätter abzupfen und den Rest der Stängel klein schneiden. In ein Einmachglasfüllen (bis max. 2/3 der Höhe) und mit flüssigem Honig bedecken und für ca. Wochen ziehen lassen (an einem hellen Ort aber nicht vollsonnig). Das Glas immer mal wieder umdrehen, so dass sich alles gut durchmischt. Nach 4 Wochen den Honig abseihen, so dass keine Pflanzenteile mehr darin sind. Abfüllen und kühl lagern.

Haltbarkeit: ca. 1 Jahr

Habt ihr noch weitere Balkonkräuter, die ihr zur Linderung von Erkältungsbeschwerden einsetzt? Dann kommentiert bitte fleißig 🙂

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DIY Badesalz – Winterflair mit Sommerzutaten

Die kalten Jahreszeit ist da und ebenso der alljährliche Vorweihnachtsstress – was gibt es da schöneres als ein Vollbad zu nehmen?! Doch leider bedeutet ein Vollbad häufig Stress für die Haut. Warum? Durch langes Baden wird der Haut Feuchtigkeit entzogen.
Um dem entgegen zu wirken kann man in Salz baden. Vor allem für Personen mit trockener, gereizter und/oder schuppiger Haut ist das häufig eine gute Alternative.
Aber wieso ist das so? Das sogenannte osmotische Gleichgewicht (d.h. es fließen genauso viele Wassermoleküle durch die Haut nach außen wie nach innen) wird beeinflusst, so dass das Wasser tiefer in die Hautporen eindringen kann und somit nicht so viele körpereigene Salze ausgeschwemmt werden. Der Haut wird weniger Feuchtigkeit entzogen.
Baden mit Badesalz hat aber noch 2 weitere Vorteile: Bakterien auf der Haut können abgetötet werden und es kann helfen abgestorbene Hautschuppen abzustoßen.
 
Ihr seid noch auf der Suche nach einem tollen selbstgemachten Weihnachtsgeschenk und habt noch einige getrocknete Zutaten vom Sommer übrig? Dann findet ihr hier genau das Richtige: ein paar Ideen Badesalz selbst herzustellen.
Am besten eignet sich zur Herstellung von Badesalz Totes Meer Salz, welches einfach in Apotheke oder Drogerie zu bekommen ist. Alternativ geht auch Thermalsolesalz oder Himalaya Badesalz. Optisch wirkt es am besten, wenn man grob und feinkörniges Salz mischt, allerdings sollte man immer daran denken, dass sich grobkörniges Salz langsamer auflöst und vielleicht etwas unangenehm ist wenn man darauf liegt 😉
 
1.       Lavendel Badesalz (entspannend):
Man braucht: Meersalz (ca. 3 EL, reicht für ein Vollbad), 1 TL Mandelöl, 5 Tropfen ätherisches Lavendelöl, getrocknete Lavendelblüten nach Blieben
2.       Rosmarin Badesalz (bei Erkältung und/oder Muskelverspannungen):
Man braucht: Meersalz (ca. 3 EL, reicht für ein Vollbad), 1 TL Mandelöl, 5 Tropfen ätherisches Rosmarinöl, getrocknete Rosmarinnadeln (klein gehackt, evtl. etwas mörsern, damit das ätherischer Öl aus den Nadeln in das Salz kommen kann)
3.       Citrus Badesalz (belebend):
Man braucht: Meersalz (ca. 3 EL, reicht für ein Vollbad), 1 TL Mandelöl, 5 Tropfen ätherisches Zitronenöl (alternativ, wenn man es auch bei Kindern anwenden will: Mandarine rot), Abrieb eine Bio-Zitrone oder Bio-Orange (alternativ auch selbst getrocknetes Zitronen- oder Orangepulver, siehe hier: https://www.wildfind.com/rezepte/zitrusschalen-trocknen).
 
Die Zubereitung ist für alle Badesalze gleich:
1.       Salz in eine Schüssel geben. Mandelöl (oder anderes Basisöl, wie z.B. Jojobaöl oder Sesamöl) hinzugeben und gut vermischen. Grundsätzlich eignet sich als Öl auch Olivenöl, allerdings könnte hier der Eigengeruch den Geruch der anderen Zutaten etwas verfälschen.
2.       Ätherisches Öl zu der Mischung geben und nochmal gut durchmischen.
3.       Zum Schluss die festen Zutaten wie Lavendelblüten oder Rosmarin zugeben und ebenfalls gut vermischen.
4.       Im Anschluss in ein luftdichtes Behältnis füllen. Ich verwende hier gerne Glasflaschen mit Stopfen; diese sehen gut aus und lassen sich auch wiederverwenden. Aber auch Schraubgläser oder Gläser mit Bügelverschluss sind sehr gut geeignet.
 
Schon ist das Badesalz fertig! Mit einem schönen Etikett versehen ein wunderschönes Geschenk (Eine Vorlage dazu könnt ihr euch hier herunterladen: Badesalz-Anhänger)
 
Grundsätzlich kann man bei allen hier genannten Rezepturen das Basisöl weglassen, jedoch finde ich es mit Basisöl angenehmer da dieses die Haut zusätzlich pflegt.
 
Auch für Kinder geeignet – jedoch nur für ältere! Badesalz kann wenn es eingenommen/gegessen wird zu Vergiftungen führen, auch schon in recht geringen Mengen. Deshalb Kinder erst ab einem Alter damit baden lassen in dem sie das Badewasser nicht mehr trinken 😉
Um das Baden für die Kinder noch interessanter zu gestalten ist es möglich das Badesalz noch zusätzlich mit Speisefarbe einzufärben. Dafür die Lebensmittelfarbe einfach in Wasser auflösen und auf das Salz geben.
Welche Öle zum Baden von Kindern geeignet sind habe ich bei der Herstellung von Badebomben schon mal erläutert, lest hier.
 
Haltbarkeit: Das Salz wirkt konservierend, so dass man sich keine Sorgen über die Haltbarkeit aufgrund von Rosmarin oder Zitrusschalen machen muss. Wenn ich das Salz verschenken gebe ich die Haltbarkeit mit 1 Jahr an. Es sei denn das verwendete Basisöl hat eine kürzere Haltbarkeit, dann hieran orientieren!
 
Die hier gezeigten Badesalz-Rezepturen lassen sich natürlich beliebig abwandeln: Wie wär’s mal mit Rosenblättern und Rosenöl? Oder Honig und Vanille? Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt – und ich würde mich freuen wenn ihr mir eure Ideen hier mitteilt 🙂
 

 

 

 

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Ginkgo – „Go“ für Blutfluss und Gedächtnis

Der Monat November steht bei mir im Zeichen des Ginkgo, denn das ist die Pflanze auf meinem Heilpflanzenkalender.

Der Ginkgo wird auch als Goethebaum bezeichnet, den bereits Goethe hat ihm ein Gedicht gewidmet:

Das Ginkgoblatt wird darin als Sinnbild für Liebe und Freundschaft beschrieben, was auch heute noch eine wichtige Bedeutung hat.

Nach diesem kleinen Exkurs in die Welt  der Literatur – welches normalerweise nicht zu meinen „bevorzugten Welten“ gehört 😉 – nun wieder zurück in die Botanik:

Der Ginkgobaum ist wirklich ein faszinierender Baum: er ist schon viel älter als Goethe! Es gibt ihn, soweit man weiß, schon seit 250 Millionen Jahren und er wird deshalb manchmal auch als „lebendes Fossil“ bezeichnet. Und es gibt noch eine Besonderheit: Auch wenn er eher aussieht wie ein Laubbaum und im Herbst sein Blätter abwirft, so gehört er botanisch gesehen trotzdem zu den Nadelhölzern.

Der Ginkgobaum kann bis zu 30 Meter hoch werden. Charakteristisch sind auch seine Blätter:  sie sind breit und fächerförmig. Der Ginkgo ist getrenntgeschlechtig (Fachausdruck: diözisch), es existieren also männliche und weibliche Pflanzen.

Der Samen riecht im ausgereiften Zustand sehr unangenehmen nach ranziger Butter. Verantwortlich dafür sind die in der Samenschale der weiblichen Bäume, denn diese enthaltenen Fettsäuren Buttersäure und Capronsäure. Der unangenehme Geruch führt dazu, dass in Europa, vor allem auf öffentlichem Gelände, meist männliche Ginkgobäume angepflanzt werden.

Aber nun zur Frage, die sich uns als Balkon- Terrassengärtner stellt: Kann man den Ginkgo auch im Topf haben?

Nun gut, 30 m wird er dort nicht hoch werden 😉 aber kleine Ginkgobäume kann man gut im Topf halten, der Gingko hat nämlich so einige Vorzüge:

  • Er ist nicht anfällig für Krankheiten.
  • Er liebt die direkt Sonne, Wärme und Helligkeit. Auch im Halbschatten ist die Anzucht möglich. Aufpassen sollten man lediglich bei Jungpflanze, die vertragen noch keine pralle Sonne.
  • Er benötigt nicht allzu viel Wasser; am besten ist es die Erde immer leicht feucht zu halten. Einziges NO GO: Staunässe! Deshalb, falls möglich, unters Dach stellen und auf jeden Fall groß genuge Abzugslöcher in den Topf, so dass überschüssiges Wasser ablaufen kann.
  • Auch mäßig düngen reicht ihm aus.
  • Als Jungpflanze ist er eher Pyramidenförmig und daher wunderhübsch anzusehen, erst später entwickelt sich die klassische Baumkrone.

 

Und was hat der Ginkgo nun auf dem Heilpflanze-Kalender zu suchen?

Für alle die den Fernsehsender auch in der Werbepause nicht wechseln ganz klar: da gibt es doch Präparate zur Verbesserung der Gedächtnisleisung. Für alle anderen – und auch die neugierigen Fernsehschauer 😉 – aber erstmals von vorne:

Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich ausschließlich in den Blättern. Sie enthalten sogenannte Diterpene, die vorwiegend aus den Ginkgoliden A, B und C bestehen. Außerdem sind in den Blätter Sesquiterpene vor Flavonoide und Ginkgolsäuren enthalten.

Für die Wirkung des Ginkgo ist vermutlich das Zusammenspiel von Flavonoiden, Ginkgoliden und Terpenen verantwortlich, eine Isolation und Verwendung einzelner Wirkstoff scheint nicht zu funktionieren.

Das Zusammenwirken von Flavonoiden Ginkgoliden und Terpenen scheint folgende Wirkungen zu haben:

  • Schutz der Nervenzellen vor schädlichen Einflüssen sowie Unterstützung der Funktion bestimmter Botenstoffe im Gehirn, welche für Gedächtnis und Lernen zuständig sind.
  • Hemmung der Blutgerinnung und somit Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes.
  • „Einfangen“ sog. freie Radikale, welche zur Zerstörung von wichtigen Zellen führen können.

 

Aus diesen Wirkungen ergeben sich 2 Anwendungsgebiete:
Zum einen wenn aufgrund von Konzentrationsstörungen das Lernen schwer fällt oder die geistige Fitness im Alter nachlässt. Zum anderen bei Erkrankungen, bei denen Durchblutungsstörungen eine Rolle spielen, wie beispielsweise Schwindel (aufgrund von Durchblutungsstörungen) oder Ohrengeräusche (Tinnitus).

Die Wirkung des Ginkgo ist nicht nur eine tradtionell überlieferte; es gibt auch zahlreiche Studien welche die Wirksamkeit belegen (siehe z.B. hier: Ginkgo-Ratgeber)

 

Das hört sich jetzt erstmal so an, als ob Ginkgo ein Muss im heimische Garten ist, oder? Es gibt hier jedoch ein kleins, aber bedeutendes „ABER“: man kann zwar Tee aus den Ginkgoblättern zubereiten, was jedoch aus 2 Gründen nicht empfehlenswert bzw. sinnvoll ist:

  1. Die wirksamen Stoffe werden beim Aufguss nicht in ausreichender Menge aus den Blättern herausgelöst und somit keine bzw. kaum Wirkung vorhanden.
  2. Es können jedoch schädliche Ginkgolsäuren herausgelöst werden. Ginkgolsäuren können sowohl Allergien auslösen als auch haben sie möglicherweise Erbgut-verändernde, uns somit krebserregende, Eigenschaften. Bei standardisierten Präparaten in Tabletten- oder Kapselform muss diese Ginkgolsäure aus diesem Grund auch entfernt werden.

Aus diesem Grund ist der Ginkgo zwar eine wertvolle Heilpflanze, jedoch sollten wir dennoch – zum Schutz unserer Gesundheit – besser auf fertige Präparate aus der Apotheke zurückgreifen.

Nichts destotrotz ist der Ginkgo durch seine besonderen Blätter und deren saftiges Grün eine Bereicherung auf dem Balkon – ich liebe mein Ginkgo-Bäumchen, auch wenn es gerade mal um die 15 cm hoch ist 😉

Wichtig ist auch zu wissen: Ginkgopräparate wirken nicht sofort, sondern erst nach mehrwöchiger Einnahme. Bei der Einnahme von fertigen Ginkgopräparaten natürlich immer die Packungsbeilage sorgfältig lesen und Rücksprache mit dem Arzt halten, da beispielsweise auch zur Verstärkung der Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten kommen kann.

Habt ihr Erfahrung mit Ginkgo Im Topf oder mit der Anwendung von Ginkgo? Falls ja, dann kommentiert  bitte fleißig – DANKE 🙂

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„Schleimiger“ Helfer – Heilpflanze Eibisch

Irgendwie hatte es der Oktober mal wieder in sich, so dass ich es nicht mal geschafft habe euch die Heilpflanze des Monats Oktober auf meinem Kalender vorzustellen:

EIBISCH

Vielleicht liegt meine „Verspätung“ aber auch etwas an der Tatsache dass Eibisch zu den Pflanzen gehört die mich bisher so gar nicht interessiert haben, außer ab und an mal Eibischwurzeln aus der Apotheke zum Tee aufgießen.

 

Trotzdem zunächst einmal ein paar botanische Fakten:

Der Eibisch (lat. Althea) gehört zu den Malvengewächsen und fühlt sich im Mittelmeerraum am wohlsten. Jedoch kann er auch bei uns an einem sonnigen und windgeschützten Standort kultiviert werden – was man auch daran sieht dass man ihn immer wieder in heimischen Parks antrifft. Sogar ein Anbau im Kübel ist möglich (siehe hier: Gartenlexikon – Anbauanleitung Eibisch) – solange dieser ausreichend groß ist und das Substrat humos und Nährstoff-reich. Ein ausreichend großer Topf ist nicht nur wegen einer Endgröße von bis zu 1,5 m wichtig, sondern auch weil die Wurzeln ausreichend Tiefe benötigen uns sich optimal zu entwickeln.

Man kann die 2-jährige Eibischpflanze auch selbst aus Samen ziehen.

Durch seine wunderschönen Blüten ist der Eibisch nicht nur ein wunderhübscher Blickfang, sondern auch eine wertvolle Bienenfutterpflanze!

 

Wieso findet man den Eibisch auf dem Heilpflanzenkalender?

Der echte Eibisch (Althea officinalis) ist reich an wertvollen Schleimstoffen, weshalb er sich zur Behandlung von Reizhusten eignet und auch bei entzündlichen Erkrankungen im Mund- und Rachenraum. Die Schleimstoffe legen sich wie ein Schutzfilm auf die gereizte oder entzündete Schleimhaut.

Verwenden kann man dazu sowohl die Blätter als auch die Wurzeln. Beides kann man gut trockenen und ist auch getrocknet zu kaufen. Der Anteil an Schleimstoffen ist in den Wurzeln um einiges höher (bis zu 20 % im Vergleich zu 5 – 10% in den Blättern), weshalb ich für den Tee auch nur die Wurzeln verwende.

Zubereitung des Eibischtee:

Wichtig ist, dass man einen Kaltauszug macht also die Wurzeln (oder Blätter) mit kaltem Wasser ziehen lässt. Heißes Wasser würde die Schleimstoffe zerstören!

Man nimmt 2 Teelöffel Eibischwurzel und übergießt sie mit 250 ml kaltem Wasser.

Das Ganze lässt man für ca. 30 Minuten ziehen und rührt dabei immer wieder um. Anschließend die Wurzel abseihen und vor dem Trinken vorsichtig etwas erwärmen.

 

WICHTIG bei der Anwendung ist noch zu wissen: Eibisch kann die Aufnahme (Resorption) von (anderen) Arzneistoffen verlangsamen.

 

Ein tolles Rezept für die Anwendung von Eibisch, nämlich Eibischteig, findet ihr in diesem aktuellen Artikel: Eibischteig-selbstgemacht

 

Das Wochenende steht bevor und ich werde den Eibischteig auf jeden Fall testen… und anonsten hoffen dass mich nicht gleich die nächste Erkältung erwischt und ich erstmal kenen Eibischtee benötige 😉

 

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Aufhellen beim Problemhaar? – Ja, mit Hilfe vom Balkon!

Rhabarbershampoo

Ich mag meine natürliche Haarfarbe – aschblond – nicht besonders. Sie lässt einen immer wie eine graue Maus wirken, was mir als farbenfroher Mensch so gar nicht gefällt. Da ich aber immer wieder Probleme mit Haarausfall und juckender Kopfhaut habe, ist Färben oder gar Aufhellen mit chemischen Mitteln keine gute Idee.

 

Deshalb habe ich 2 verschiedene aufhellende Shampoos hergestellt und getestet, alles mit natürlichen Mitteln. Natürlich setzt der Effekt nicht sofort ein und es dauert etwas länger als beim Färben, ich bin mit den Ergebnis auf durchaus zufrieden 🙂

 

Die Ideen für die Rezepte habe ich von hier: http://www.hausmittel-haare.de/shampoo/aufhellendes.php

 

Aufhellendes Shampoo für helle Haare mit Rhabarber:

Zutaten:

  • ½ Stange Rhabarber (es gibt inzwischen auch Topfrhabarber, welcher gut für Balkongärtner geeignet ist)
  • ¼ l Wasser
  • 50 ml Babyshampoo (ich habe Sensitiv-Shampoo von Lavera verwendet)

 

Rhabarber waschen und in kleine, ca. 1 cm lange, Stücke schneiden. Die Rhabarberstücke in einen Topf geben und mit 1/4l Wasser übergießen. Das Ganze zum Kochen bringen und anschließend ca. 30 Minuten bei geschlossenem Deckel vor sich hin köcheln lassen. Den Sud durch ein Sieb gießen und abkühlen lassen.

 

4 Esslöffel des so erhaltenen Rhabarbersuds mit 50 ml Shampoo mischen und abfüllen (Pumpflasche oder Flasche mit Schraubverschluss).

 

Das so selbst hergestellt Shampoo hat bei mir nach einigen Anwendungen schöne aufgehellte Farbreflexe auf die Haar gezaubert (hab es leider nicht geschafft das zufriedenstellend zu Photographien 😉 ) und auch mit der Pflegewirkung bin ich zufrieden. Ich verwende es jedoch nicht ausschließlich sondern abwechselnd mit einem Naturkosmetik-Shampoo mit Rosmarin und Coffein (wegen meines Haarausfalls).

Einzige Nachteil: Es hält nur ca. eine Woche und sollte im Kühlschrank gelagert werden. Deshalb immer nur eine so geringe Menge herstellen, dass man es innerhalb 1 Woche auch verbrauchen kann.

 

Aufhellendes Shampoo mit Kamille:

Zutaten:

  • 1 EL Ringelblumenblüten
  • ½ Kamillenblüten
  • 1/8 l Wasser
  • 1 reine Olivenölseife
  • 1 EL Zitronensaft

 

Die Olivenölseife mithilfe einer Küchenreibe reiben, so dass man am Ende ca. 3 Esslöffel Seifenflocken erhält. Ich habe eine Bio-Olivenölseife die noch von meine letzten Gardaseebesuch hatte und das hat geklappt.

Das Wasser abkochen und die Ringelblumen- und Kamillenblüten damit übergießen. Ca. 15 Minuten ziehen lassen und dann abgießen. Am besten man macht gleich etwas mehr, denn der so entstandene Tee schmeckt auch lecker 😉

Den fertigen, abgeseihten Kräutertee zu den Seifenflocken geben und etwas Rühren. Die Seifenflocken sollten sich in dem heißen Tee komplett auflösen. Die fertige Tee-Seifen-Lösung abkühlen lassen und zum Schluss den Zitronensaft untermischen. Abfüllen und fertig!

Auch hier gilt wieder: Haltbarkeit ca. 1 Woche und im Kühlschrank aufbewahren.

Ringelblumen und Kamille kann man gut im Topf auf dem Balkon züchten. Einfach im Mai im Topf aussäen und wenige Wochen später kann man schon die Blüten ernten! Mehr Info das findet ihr hier (Ringelblume) oder hier (Kamille).

 

Auch diese Shampoo hat meinen Haaren gut getan und schöne blonde Reflexe hineingezaubert. Da es jedoch durch Seifenflocken reiben etwas mühsamer ist, bin ich dann doch wieder beim Rhabarber-Shampoo gelandet und werde dies solange zubereiten wie mir frischer Rhabarber zur Verfügung steht.

 

Wie man also sieht, kann man auch mit Hilfe von Balkonpflanzen seinen Haaren ganz natürlich zu etwas mehr Glanz und Farbe verhelfen.

Habt ihr noch weitere Rezepte für mich und meine Problemhaare? Dann immer her damit, ich freue mich darauf 🙂

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Nachtkerze – was kann sie, auch bei Tag?

 

Der September ist ja nun schon ein paar Tage alt und wieder mal bin ich etwas spät daran mit der Vorstellung des neuen Kalenderblatts auf meinem Heilpflanzenkalender…
Aber die letzten Wochen war einfach so spannend, neu und manchmal auch etwas schwierig – mein Sohn ist jetzt Schulkind und das hatte einfach Vorrang 😊.

Das Kalenderblatt lacht mich – passend zum sonnigen Wochenendwetter – mit den wunderschönen gelben Blüten der Nachtkerze an!


Lat. Name: Oenothera biennis; sie gehört zur Familien der Nachtkerzengewächse (Onagraceae), wozu beispielweise auch eines meine Liebling-Schattengewächse, die Fuchsie, oder das Weidenröschen zählt.

Sie heißt übrigens Nachtkerze weil sie, im Gegensatz zu vielen anderen Blühpflanzen, auch Nachts ihre Blüten nicht schließt.
Sie wurde ursprünglich im 17. Jahrhundert aus Amerika eingeführt und ist mittlerweile in ganz Mitteleuropa stark verbreitet.
Die Nachtkerze ist eine 2-jährige krautige Pflanze. Im 1. Jahr sieht man lediglich eine am Boden liegende Blattrosette. Im 2. Jahr entwickelt sich daraus ein Blattstiel der bis zu 1,5m, manchmal sogar bis zu 2m groß werden kann. Im 2. Jahr, etwa ab Juni erfreut sie uns dann mit ihren großen, wunderschönen, gelben Blüten. Sie hat eine dicke, fleischige Pfahlwurzel und eignet sich aufgrund dessen nicht wirklich für die Topfpflanzung. Falls man es dennoch versuchen möchte, sollte man einen möglichst großen und hohen Topf verwenden. Allerdings ist sie wild häufig zu finden und steht nicht unter Naturschutz – also auf zum Sammeln, das klappt gut 😊 .
Wer einen Garten hat oder den Anbau im Topf dennoch versuchen möchte, hier findet ihr weitere Infos dazu: http://www.kraetuter-buch.de/kraeuter/Nachtkerze.html

Die Nachtkerze in der Küche:

  • Die Blüten und auch die Knospen schmecken köstlich und eignen sich hervorragend um ein Highlight dem Salat hinzuzufügen. Aber auch einfach nur auf’s Butterbrot gestreut schmecken sie lecker.
  • Die Blätter können ähnliche wie Spinat verwendet werden. Dazu einfach etwas andünsten. Am besten aber ohne Stängel und vor der Blüte verwenden, sonst schmeckt es nicht mehr so gut.
  • Die Samen können vielfältig verwendet werden. Am besten man zerkleinert sie im Mörser und gibt sie dann übers Müsli oder in de Joghurt. Manche streuen die Samen auch über den Salat, was ich persönlich jedoch nicht so lecker finde.
  • Die Wurzel ist auch essbar. Man kann sie roh oder auch wie anderes Wurzelgemüse gekocht servieren. Der Geschmack ist nicht jedermanns Sache, aber einfach mal ausprobieren.
  • Wie man sieht kann man wirklich jedes Teil verwenden, und das alles auf so unterschiedliche Weise, und das finde ich einfach super!

Heilende Wirkung der Nachtkerze:

  • Samen: er enthält ca. 10% gamma-Linolsäure und damit ungewöhnlich viel von diesem.
    Sammelzeit: Spätsommer bis in den Herbst hinein
    Der Samen wird äußerliche angewendet, bzw. genauer gesagt das Öl aus Samen. Man kann die Samen mit Hilf einer Ölpresse auspressen (ist nicht so schwer wie man denkt 😉 ) und erhält dann das doch recht bekannte Nachtkerzenöl, welches man immer wieder in Rezepturen für Cremes oder Lotionen bei Hautproblemen wie Ekzemen, schuppiger, entzündlicher Haut. Normkonzentration bei der Anwendung in Cremes und Lotionen liegt bei 10 – 20%. Es hilft nicht bei jedem, aber ich habe mit einer Konzentration von 10% in meiner Bodylotion für den Winter gute Erfahrungen gemacht – die Haut juckt und schuppt sich einfach weniger!
  • Auch die Blätter der Nachtkerze haben heilende Wirkung, allerdings innerlich: durch ihren Gerbstoff-Anteil wirken sie entzündungshemmend und unterstützen das Nervensystem. Ein Tee aus Blättern hilft gut bei Verdauungsbeschwerden.
    Sammelzeit der Blätter: Juni (ab Blüte) bis Oktober

 

WICHTIG: Epileptiker sollten die Nachtkerze meiden, da vermutet wird, dass Gamma-Linolsäure in höherer Dosierung die Gefahr von epileptischen Anfällen steigern kann!

 

Habt ihr vielleicht noch weitere Tipps für die Anwendung der Nachtkerze? Dann kommentiert doch, ich freue mich darauf!

 

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Rosmarin Haaröl – Wunder bei Haarausfall?

Auf meinem Balkon gibt es wunderbar duftenden Rosmarin dessen Verwendung ich nicht nur in der Küche liebe, sondern auch in meinen selbst hergestellten Kosmetika.
Mein neuestes Experiment: Rosmarin Haaröl.

Die Idee dazu habe ich aus dem Buch „Mein Heilpflanzenbalkon“ von Christina Freiberg (mehr zu den Buch, siehe hier: Buchempfehlung – Mein Heilpflanzenbalkon)
Rosmarin soll die Kopfhaut kräftigen, den Haarwuchs fördern, gegen Schuppen wirken und auch brüchiges Haar geschmeidiger machen.
Da ich immer wieder Probleme mit Haarausfall habe, war mir das ein Versuch wert.

 

Herstellung des Haaröls:

Man nimmt einige Zweige Rosmarin, entfernt die Nadeln vom Zweig und schneidet sie klein (das ist wichtig, damit die ätherischen Öle des Rosmarin auch ins Öl übergehen können).
Die kleingeschnittenen Nadeln in ein Schraubglas geben und mit Öl übergießen (ich habe für meinen 1. Versuch 3 Zweige Rosmarin mit ca. 75 ml Öl übergossen).

Welches Öl nimmt man dafür?

Im Buch wurde Olivenöl genommen, was eigentlich super dafür geeignet ist, da es Antioxidationen enthält, welche die Aktivität des Hormons Dihydrotestosteron (DHT, verantwortlich für Haarsaufall) einschränken. Da ich jedoch den Geruch von Olivenöl im Haar nicht so gerne mag, habe ich mich stattdessen für Avocadoöl entschieden. Dies versorgt die Haare mit viel Vitamin A, B6 und E und verbessert die Blutversorgung der Haarfollikel (ebenfalls gut für das Wachstum der Haare). Auch eine Mischung aus beiden Ölen eignet sich gut dafür, die sich die Wirkungen gut ergänzen.
Das Ganze dunkel für ca. 4 Wochen ziehen lassen. Danach die Nadeln abseihen (z.B. durch ein Küchentuch oder Papier-Kaffeefilter) und schon ist das Haaröl fertig!

Die Herstellung ist also sehr einfach und auch Anfänger können sich daran wagen.



Anwendung des Haaröls:
Je nach Haarlänge 1 – 2 Esslöffel davon ins Haar geben und gut in die Kopfhaut einmassieren. Jedoch auch nicht die Spitzen vergessen, die das Avocadoöl helfen kann die Haarspitzen zu reparieren (also gleich doppelt gut 😊). Das Haaröl 20 – 30 Minuten einwirken lassen und danach gut ausspülen. Ich hatte am Anfang bedenken dass sich meine Haare danach total fettig anfühlen und aussehen, aber dem istnicht so!

Ob es wirklich den Haarwuchs fördert kann ich noch nicht beurteilen, da ich es erst einige wenige Male angewendet habe, aber die Haare fühlen sich auf jeden Fall gut gepflegt und samtweich an, und glänzen toll 😊. Allein das hilft schon um zufriedener mit seinen Haaren zu sein und sich besser zu fühlen!

 

Probiert ihr es doch auch mal aus und berichtet von euren Erfahrungen.

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Apfelbeere – Superfood?!

Bei meiner Pflanzplanung für die neue, ungeschützten Dachterrasse vor 3 Jahren bin ich eher zufällig auf die Apfelbeere gestoßen, da sie als robuste und geeignete Pflanze für diesen Standort angepriesen wurde.

Erst später war mir klar, dass sie auch ein wahres Vitaminwunder ist, denn das was ich unter dem deutschen Namen Apfelbeeren gekauft hatte, ist das Gleiche wie Aronia, welche als Superfood in aller Munde ist!

Die bei uns verbreiteste Sorte ist die kahle Apfelbeeren (lateinisch: Aronia melanocarpa). 

Der Strauch wird normalerweise 1 – 2 m hoch. Auch für die Topfpflanzung ist die Apfelbeere geeignet, da bleibt der Strauch nur etwas kleiner. Sie erfreuen uns mit Ihrer Blüte zeitig im Frühjahr, dennoch kann erst im Spätsommer geerntet werden, da die Beeren sehr lange zum Reifen brauchen.

Der Strauch benötigt keine Schnitt, nur ab und an ein Entfernen von alten, abgestorbenen Trieben.

Meine Apfelbeere steht in einem quadratischen Kübel (0,5m x 0,5m x 0,5m), ist inzwischen ca. 1,2m hoch und trägt seit 3 Jahren jedes Jahr reichlich. Und im Herbst, wenn die Beeren abgeerntet sind, hebt das wunderbar schöne rote Laub die manchmal recht trübe Stimmung 🙂

Wer die Beeren nicht mit den Vögel teilen will sollte ein Netz darüber spannen, denn die Vögel lieben Apfelbeeren

 

Sie sind sehr gesund, werden manchmal auch als „Anti-Aging-Frucht“ bezeichnet aufgrund ihres Gehaltes an Antioxidantien, Vitamin C und E und vieler essentieller Mineralstoffe (z.B. Eisen, Zink, Jod). Zudem soll sie den Stoffwechsel regulieren, das Immun- und Herz-Kreislaufsystem stärken und sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken. Durch den hohen Anteil an Flavonoiden hat sie außerdem eine entzündungshemmende Wirkung. Also wirklich ganz schön viel was die Apfelbeere (oder Aronia) kann – da hat sie sich den Titel Superfood doch verdient 🙂

 

So, jetzt wissen wir wie toll die Apfelbeere ist, da stellt sich nur noch die Frage: Was mache ich damit?

Man kann sie roh direkt vom Strauch essen, jedoch mögen das viele nicht, da sie recht bitter schmeckt. Wer das also nicht mag, hat aber trotzdem so einige Möglichkeiten um daraus was Leckeres zu machen:

  • Trocknen (am besten einstechen bzw. zerdrücken, da die Schale sehr fest ist und ansonsten sehr langsam trocknet (Schimmelgefahr!)) und wie Rosinen in Backwaren wie Hefezopf verwenden.
    Oder auch zusammen mit getrockneten Hagenbutten als Früchtetee aufgießen
  • Frisch können damit leckere und gesunde Smoothies gezaubert werden: z.B. in Kombi mit Banane und Kokos- oder Mandelmilch (bewährt hat sich folgende Mischung: 1 Hand Aronia, ½ Banane und 200 ml Nussmilch à im Mixer pürieren und fertig!)
  • Und Marmeldade kann man daraus natürlich auch kochen. Wer noch auf der Suche nach einem ganz besonders leckeren Marmeladenrezept mit Aronia ist: schaut doch mal bei Grünfink.at (https://gruenfink.at/kochen/aroniamarmelade/) vorbei. Ich musste das Rezept sofort testen und mein Marmeladenbrot hat heute Morgen gleich noch besser geschmeckt 🙂
    Ansonsten kann man natürlich auch wie mit anderen Beeren nur aus Aronia Marmelade kochen. Da – wie schon geschrieben – die Schale der Aroniabeeren recht fest ist, empfiehlt es die die Beeren ca. 20 min vorzukochen und dann mit dem Pürierstab zu pürieren. Diese pürierte Masse wird dann wie gewohnt mit Gelierzucker und, je nach Geschmack, mit noch etwas Zitronensaft oder Vanille zu Marmelade verkocht. Ohne Vanille und nicht zu fein püriert eignet es sich, durch seine leicht herben Note, auch als Preiselbeer-Ersatz zu Wildgerichten oder gebackenem Camembert.

 

Wer noch mehr Rezepte sucht, hier habe ich noch eine tolle Seite gefunden bei der sich alles nur um Aronia-Rezepte dreht: http://www.aronia-rezepte.com/rezept-uebersicht/

Ich werde am Wochenende das große Abernten starten und einige der tollen Rezepte ausprobieren. Habt ihr noch Tipps zur Verwendung von Aronia?

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Arnika – das Heilmittel von Berg und Wiese

Die Arnika gehört zu den Pflanzen, die mir aus Kindertagen gut in Erinnerung geblieben sind: ich bin meiner Oma Arnika sammeln gegangen und danach wurde daraus Tinktur gemacht, die super bei Mückenstichen half.

Sammeln darf man wildwachsende Arnika heute nicht mehr da sie unter Naturschutz steht, aber anpflanzen ist gut auch im Garten und auf dem Balkon möglich.

 

Zuerst ein bisschen was zur Botanik:

Die bekanntesten Sorten sind Arnica montana (Bergarnika) und Arnica chamissonis (Wiesenarnika). Bergarnika ist bekannt für sein Heilwirkung, aber auch Wiesenarnika wird als Heilpflanze verwendet. Beide haben ähnliche Wirkung, jedoch ist Wiesenarnika in unseren Breiten leichter anzubauen.

  • Sie hat wenig Ansprüche an den Boden, jedoch möglichst keine Staunässe und nicht zu Kalk-haltig
  • Standort: sonnig oder halbschattig
  • bis zu 50 cm hohe, mehrjährige Staude
  • frosthart

Arnika kann gut aus Samen gezogen werden, jedoch dauert es 2 – 3 Jahre bis sie zum ersten Mal blüht. Wer nicht so viel Geduld hat: es gibt v.a. die Wiesenarnika auch als Pflanze im Gartenmarkt zu kaufen.

Erntezeit der Blüten: Juli, August; alle anderen Pflanzenteile werde nicht verwendet.

 

Anwendung:

Aus den Blüten kann man eine Salbe oder Tinkturen für die äußere Anwendung herstellen.

  • Wirkung: entzündungshemmend, antibakteriell, krampflösend und schmerzstillend.
  • Anwendungsgebiete: Aus der Wirkung der Inhaltsstoffe lassen sich leicht auch die Anwendungsmöglichkeiten erkennen: bei Prellungen, Verstauchungen und Insektenstichen.

 

Die äußerliche Anwendung erfolgt als Tee oder als Tinktur, wobei letztere stark verdünnt werden muss.

  • Herstellung des Tees: zwei Teelöffel getrocknete Arnikablüten mit 200 ml kochendem Wasser übergießen und ca. 10 Minuten ziehen lassen. Danach die Blüten abseihen und sofort verwenden. Bei der Anwendung mit Umschlägen sollte aufgrund der längeren Verweildauer auf der Haut nochmal 1:1 mit Wasser verdünnt werden.
  • Herstellung einer Tinktur: Arnikablüten in ein Glas mit Schraubdeckel gegeben, dabei ca. halb voll machen. Danach mit Doppelkorn (oder Wodka) übergießen, bis die Blüten gut bedeckt sind. Das Glas gut verschließen und für 4-6 Wochen an einen warmen, aber nicht vollsonnigen Ort, stellen und ziehen lassen. Danach sollte die Tinktur abgefiltert werden. In einer dunklen Flasche ist die Tinktur ca. 1 Jahr haltbar (nicht vergessen die Flasche mit Herstellungs- bzw. Haltbarkeitsdatum zu versehen).
  • Herstellung von Arnika-Salbe (für ca. 60 ml):
    Ölauszug der Blüten herstellen (z.B. mit Sonnenblumenöl): entweder als Warmauszug im Wasserbad für ca. 30 Minuten, oder für alle die mehr Zeit haben: Kaltauszug und über 4 – 6 Wochen stehen lassen. Danach die Blüten abfiltern. Das klappt gut mit einem Tee- oder Kaffefilter aus Papier oder auch mit einem gefalteten Küchentuch. Die fertige Öl-Auszug ist ebenfalls ca. 1 Jahr haltbar.
    Ist der Ölauszug fertig, so benötigt man für die weitere Zubereitung:
    35g Arnikaöl
    5g Bienenwachs
    8g Sheabutter
    7 -8 Tropfen Lavendelöl (oder ein anderes ätherische Öl je nach Geschmack, welches konserviert und zusätzlich heilende Eigenschaften hat)
    Das Arnikaöl im Wasserbad auf ca. 60 °C erwärmen und Bienenwachs darin schmelzen. Sobald das Wachs komplett geschmolzen ist auf ca. 30 °C abkühlen lassen (die Masse wird dann schon leicht fest) und Sheabutter und ätherisches Öl hinzugeben. Danach sofort abfüllen. Haltbarkeit der Zubereitung: solange wie die kürzest haltbare Zutat.

 

WICHTIG zu beachten bei der Anwendung von Arnika:

Auch wenn die Arnika eine sehr gute und wirksame Heilpflanze darstellt, so gibt es doch ein paar wichtige Punkte die beachtet werden sollten:

  • Da auch die Arnika zu den Korblütlern (Asteraceae) zählt, sollte sie bei bekannter Allergie gegen eine Pflanze dieser Art (z.B. Kamille, Ringelblume) nicht angewendet werden!
  • Die Verwendung von Arnika kann zu allergischen Hautreaktionen wie Brennen, Juckreiz oder Quaddelbildung führen. Sollten Hautreaktionen auftreten, dann auf jeden Fall nicht mehr verwenden.
  • Arnika ist phototoxisch, deshalb die behandelten Stellen gut vor Sonnenlicht schützen.
  • Und zuletzt, aber ganz wichtig: Das Kraut darf nur äußerlich angewendet werden, bei innerlicher Anwendung kann es zu Vergiftungen kommen.
  • Vorsicht bei Kindern: immer nochmal verdünnen (es sollte nicht mehr als 10%ig im fertigen Produkt sein).

 

Habt ihr die Arnika schon angewendet und habt ihr vielleicht noch ein paar Tipps zur Anwendung? Dann würde ich mich sehr über Kommentare freuen 🙂

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