Aloe – Wunder aus der Wüste

Vor einiger Zeit bekam ich zwei Aloe vera Pflanzen geschenkt und wusste zunächst so gar nicht recht was ich damit anfangen sollte. Natürlich kannte ich Aloe, aber eben nur als fertiges Gel zur Hautpflege aus Drogerie oder Apotheke. Inzwischen bin ich aber schlauer ( 😉 ) und konnte auch schon einige Erfahrungen mit der Anwendung sammeln.

 

Die Aloe vera, auch Wüstenlilie genannt, kommt ursprünglich aus Südafrika. Durch ihren ursprünglichen Standort in Wüstenregionen hat sie hat ganz besondere Fähigkeiten entwickelt: sie kann verschiedene Nährstoffe selbst herzustellen und ist deshalb reich an Vitaminen, Enzymen, Mineralstoffen und Aminosäuren. Und das macht sie wiederum so hilfreich für uns!

 

Pflege der Aloe vera Pflanze:

  • Standort: ein gleichmäßig warmer Standort mit viel Licht und wenig Feuchtigkeit ist Pflicht. Direkte Sonne stellt kein Problem dar, sogar pralle Sonne draußen im Sommer ist möglich und wird gut vertragen. Allerdings sollte man sie daran erst 1- 2 Wochen gewöhnen. Sie ist nicht winterhart, deshalb im Winter unbedingt reinholen und einen sonnigen Platz (Süd- oder Westfenster) wählen. Bereits ab Temperaturen unter + 10°C könnte die Aloe Schaden nehmen – also rechtzeitig reinholen und auch im Frühjahr nicht vor Mitte Mai ins Freie stellen. Man kann die Aloe Pflanze auch ganzjährig als Zimmerpflanze halten – sonniger Standort natürlich vorausgesetzt 😉
  • Pflege: Wenig gießen ist ganz wichtig; immer erst wenn die Erdoberfläche trocken ist (Fingerprobe). Zuviel Wasser könnte die Aloe verfaulen lassen  – man denke nur an ihren ursprüngliche Wüstenstandort. Wichtig ist zudem noch immer auf die Erde gießen und nie von oben auf die Blätter.
    Düngen: Im Sommer ist 1mal/Monat ausreichend und  im Winter ist düngen gar nicht nötig.
    Erde: Sandiges, trockenes Substrat ist ein Muss; deshalb sollte man herkömmlicher Gartenerde ca. 1/3 Split oder groben Sand untermischen. Alternativ eignet sich auch Kakteenerde.
    Und zu guter Letzt: Augen auf bei der Topfwahl! Es sollte ein stabiler Topf sein, der nach unten nicht schmaler wird da die Aloe-Blätter ein ordentliches Eigengewicht haben und der Topf sonst zu leicht umkippen könnte.

 

Ernte:

Die Aloe wächst von unten nach oben, d.h. neue Blätter kommen oben in der Mitte nach. Daraus ergibt sie auch wie geerntet werden soll: immer zuerst die ältesten Blätter (also von unten). Alternativ: nur die Blattspitzen abschneiden; die Aloe verkraftet das und die Wunde verschließt sich innerhalb weniger Tage von selbst. Ist das Blatt mal geerntet so ist es im Kühlschrank noch einige Tage haltbar – und das hat noch einen Vorteil: aus dem Kühlschrank ist die kühlende Wirkung des Gels gleich noch besser 😊.

Aloe vera vermehren:

Für einen Ableger einfach einen Seitentrieb von der Pflanze abtrennen und ein bis zwei Tage trocken lagern, damit die Schnittkante trocknen kann. Dann den Trieb in Kakteenerde pflanzen und wässern. Wenn sich Wurzeln und neue Blätter gebildet haben, die Pflanze normal pflegen wie die „erwachsene“ Aloe-Vera-Pflanze.
Die Aloe-Vera-Pflanze entwickelt aber auch häufig sog. Kindel. Um diese für das Vermehren zu nutzen einfach die Mutterpflanze aus ihrem Topf nehmen (immer unten anfassen, nicht an den Blättern), die Erde ein wenig abschütteln und die Kindel vorsichtig abziehen, ohne die Wurzeln zu verletzen. Dann die beiden Pflanzen in zwei verschiedenen Töpfen einpflanzen.

Eigenschaften:

Entzündungshemmend, deshalb ideal bei kleinen Wunden, Verbrennungen und Sonnenbrand. Auch zur Narbenpflege gut geeignet.

Anwendung:

Das Gel des angeschnitten Blattes auf die Haut tropfen
Vorsicht: Der gelbe „Mantel“ des Blattes darf nicht mit der Haut in Berührung kommen, da dies Entzündungen auslösen kann.

Aber nicht nur der Haut, auch den Haaren kann die Aloe helfen: Bei trockenem Haar, gibt sie verlorene Feuchtigkeit zurück und macht das Haar wieder geschmeidig (was wohl am hohen Gehalt an Vitamin E liegt). Auch Schuppen, welche in Zusammenhang mit trockener Kopfhaut entstehen werden so weniger. Zudem soll es das Haarwachstum anregen.
Dazu wird Aloe-Saft wie eine Haarkur angwendet: 2–3 EL Saft nach dem Waschen in Haare und Kopfhaut massieren und ca. 10 Minuten lang einziehen lassen; danach ausspülen.


Auch innerlich kann die Aloe angewendet werden. Dem Aloe-Saft werden durch seinem hohen Anteil an Vitaminen, Enzymen und Mineralstoffen Gesundheit-fördernde Eigenschaften zugeschrieben. Nach diesem reich bebilderten Rezept habe ich auch schon selbst Aloe-Saft hergestellt. Lecker finde ich ihn auf jedem Fall, ob er mir wirklich zu mehr Gesundheit verholfen hat kann ich aber nicht mit Sicherheit sagen 😉
Bitte beachten bei innerlicher Anwendung: Am besten erst vorsichtig ausprobieren oder Rücksprache mit deinem Arzt halten, da sie nicht für jedermann verträglich ist.

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Die Kraft des Salbeis – Verwendung von Salbeitinktur

Mein Salbei ist letzten Sommer und Herbst stark gewachsen und hat fast seine „Nachbarn“ überwuchert. Aus diesem Grund, und natürlich weil Salbei ein super Heilkraut ist, habe ich nicht nur viel Salbei getrocknet, sondern auch Salbeitinktur hergestellt.

Wie das funktioniert und welche Anwendungsmöglichkeiten es gibt habe ich euch hier zusammengestellt:

 

Herstellung der Salbeitinktur:

Man braucht:

100g frischen Salbei (Blätter)

100 ml Alkohol mind. 40% (z.B Wodka oder Korn)

 

Man nimmt die Salbeiblätter und gibt sie in ein ausreichend großes, verschließbares Glas.

Danach bedeckt man die Blätter mit 100 ml Alkohol. Die Blätter sollten dabei komplett mit dem Alkohol bedeckt sein.

Das ganze verschlossene an einem hellen, aber nicht vollsonnigen Ort 3 – 4 Wochen ziehen lassen. Dabei immer mal wieder umschütteln.

Nach 3 – 4 Wochen den Salbei abfiltern und die fertige Tinktur in einem dunkle Gefäß (z.B. Braunglasflasche) lagern. Beschriftung inkl. Datum nicht vergessen!“

Nach dem gleichen Prinzip kann man natürlich auch aus anderen Kräutern und Blüten eine Tinktur herstellen.

 

Anwendungsmöglichkeiten:

Pur:

  • Auf Aphten oder anderen Entzündungen im Mund direkt auftupfen, beispielsweise mit einem Wattestäbchen
  • Anstatt eines Salbeitees bei Verdauungsbeschwerden (geht schneller 😉 ): 2 bis max. 3 Mal täglich 2 ml einnehmen.

 

Wichtig zu beachten:

Solch konzentrierte Anwendung sollte nicht länger als 1 bis 2 Wochen am Stück erfolgen!

Das liegt an dem Gehalt an Thujon und Kampfer: dies kann bei länger Anwendung und/oder hoher Dosierung zu Herzrasen, Schwindel oder auch Krampfanfällen führen.

Auch sollte keine Anwendung in der Schwangerschaft erfolgen; dies könnte durch eine Stimulation der Gebärmutter Wehen auslösend wirken! Kleine Mengen beim Kochen oder mal zum Gurgeln bei Halsentzündungen sollten aber auch in der Schwangerschaft unbedenklich sein.

 

Herstellen eines Mundwassers:

Für 100 ml Mundwasser benötigt man:

90 ml Wasser (frisch abgekocht)

10 ml Salbeitinktur

8 g Xylitol (Birkenzucker, hemmt die Kariesbakterien)

2 g Natron (zur Neutralisierung der Säuren im Mund)

Evtl. für die Frische noch 2 – 3 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl

 

Man gibt Xylitol und Natron in das abgekochte noch warme Wasser und löst die beiden Feststoffe darin auf. Anschließend mischt man die Salbeitinktur unter. Zum Schluss, wenn die Mischung abgekühlt ist, das Pfefferminzöl zugeben.

In eine Glasflasche abfüllen, beschriften und fertig 😊

 

Achtung: die Konzentration an Alkohol ist so niedrig, dass es zum Konservieren nicht ausreicht, daher kurze Haltbarkeit. Ich mache nicht mehr als wir in 1 Woche verbrauchen können (bei uns in der Familie sind das so um die 100 ml).

 

Herstellung eines Salbeideo-Sprays:

Man braucht:

1TL gestrichener Natron (neutralisiert Gerüche)

90 ml frisch abgekochtes, noch kochendes Wasser

30 ml Salbeitinktur (hemmt den Schweiß)

Evtl. ätherische Öle

 

Das Natron in ein hitzebeständiges Gefäße (z.B. Becherglas geben) und mit dem kochenden Wasser übergießen und so darin auflösen. Die Mischung abkühlen lassen.

Die Salbeitinktur dazugeben und gut schütteln.

Ätherische(s) Öl(e) nach Lust und Laune zugeben: ich finde erfrischende Zitrusöle wie Orange oder Limette passen perfekt dazu. Auch Teebaum- oder Thymianöl (beide haben eine antibakterielle Wirkung) können eine gute Ergänzung sein.

Zum Schluss alles in eine Sprühflasche abfüllen und natürlich auch hier wieder gut beschriften.

Dieses Deo verwende ich nicht jeden Tag, da es durch den Alkohol die Haut reizen kann, aber an stressigen Tagen oder sich zum Mitnehmen finde ich es super.

 

Salbei Fusscreme:

Man benötigt:

15 ml Mohnöl (fühlt sich leicht an auf der Haut, schützende Wirkung durch hohen Anteil an Palmitinsäure —> gut bei beanspruchter, irritierter Haut)

15 ml Jojobaöl (antioxidativ, stabilisiert Mohnöl, welches schnell verdirbt)

Alternativ: 30 ml Jojobaöl

4 g Bienenwachs

15 g Lanolin anhydrat (als Emulgator, damit sich Wasser- und Ölphase verbinden)

30 ml Salbeitinktur

20 Tropfen ätherisches Teebaumöl (antibakteriell)

Konservierung: keine zusätzliche nötig, da der Alkoholanteil in der Tinktur ausreicht —> Haltbarkeit ca. 6 Wochen

 

Als allererstes – wie immer bei der Herstellung von Cremes – sauber arbeiten: also zu verwendende Geräte und Arbeitsfläche vorher desinfizieren!

  1. Das Lanolin und das Bienenwachs in der Ölmischung im Wasserbad in einem hitzebeständigen Glas (z.B. Becherglas) schmelzen (= Ölphase)
  2. Die Tinktur (unsere Wasserphase) im Wasserbad auf dieselbe Temperatur erwärmen.
  3. Die Ölphase unter ständigem Rühren in die Wasserphase schütten und solange rühren (am besten mit einem Minimixer) bis sich die beiden Phasen miteinander verbunden haben und eine einheitliche „Masse“ entstanden ist.
  4. Die Creme unter gelegentlichem Rühren auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und dann in eine Cremedose oder Tube abfüllen. Auch wieder an das korrekte Beschriften denken (Was ist drin? Wann hergestellt? Wie lange haltbar?)

 

Wer noch nie eine Creme hergestellt hat, kann hier ein paar Grundlagen dazu nachlesen: http://schwatzkatz.com/tagescreme-selber-machen/

 

Ich hoffe ihr hab ein paar gute Anregungen zur Anwendung von Salbeitinktur gefunden. Sollte ihr noch weitere Ideen habe, gerne fleißig kommentieren – ich freue mich immer über Anregungen 😊

 

Wenn ihr noch keinen Salbei zu Hause habt, dies im Sommer aber unbedingt nachholen wollt, dann schaut mal hier vorbei was man beim Anbau von Salbei beachten muss: Salbei

 

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Teebeutel aus Stoff selber nähen – für doppeltes Geschmackserlebnis

Frische Kräuter sind einfach was tolles und damit man (oder frau) auch im Winter etwas davon hat, habe ich immer Sommer ganz fleißig Kräuter getrocknet. Aber die getrockneten Kräuter machen nicht nur beim Kochen Freude, sondern man kann auch leckere und gesundes Tees daraus machen. Egal ob Salbei, Thymian oder Pfefferminze – die schmecken selbst getrocknet einfach viel besser als die gekauften Teebeutel.

Das einzige „Problem“ dabei ist nur: vor allem Morgens muss es schnell gehen und man hat nicht immer Lust und Zeit sich den Tee mühsam mit Teesieb oder Teeei zuzubereiten. Kennt ihr das auch? Deshalb habe ich von meinen Lieblingstees im fertige Tassenportionen hergerichtet, so dass es genauso schnell geht wie mit gekauften Teebeuteln. Aber da ich es nachhaltig mag, sollten es natürlich keine Einmal-Teebeutel sein. Aus diesem Grund habe ich mir aus alten Stoffresten selbst Teebeutel genäht – das geht recht einfach, auch für Anfänger und auch mal ohne Nähmaschine.

 

Damit ihr das auch machen könnt, habe ich hier eine ausführliche Beschreibung für euch:

Man braucht:

Stoffreste aus 100% Baumwolle (z.B. alte Geschirrtücher oder auch übrig gebliebene Stücke von anderen Näharbeiten), alternativ gehen auch z.B. alte Leinengeschirrtücher

Nähgarn

Schnur, Wolle oder anderes dickeres, reißfestes Garn

Knöpfe, (Holz-) Kugeln etc. (damit der Beutel nicht komplett in die Tasse fällt)

Und so geht’s:

Zunächst den Stoff zuschneiden. Als Größe für 1 Tasse Tee (250 ml) mit 2 Teelöffeln Tee hat sich ein Zuschnitt von ca. 12 cm x 15 cm (bereits inkl. Nahtzugabe bewährt) bewährt.

Verwendet ihr neuen Stoff, würde ich ihn vorab waschen. Ich hab’s diesmal mit alten ausrangierten Geschirrtüchern gemacht.

Der 1. Nähschritt: an einer der langen Stoffseiten den Stoff doppelt einschlagen (zur Soffrückseite (= sog. Linke Seite) und dann nähen. Am besten das Umgeschlagene mit Stecknadeln oder Nähklammern fixieren, so dass nichts verrrutscht und schief wird. Das doppelte Einschlagen ist nötig damit man später die Schnur durchfädeln kann. Am schnellsten geht es natürlich mit der Nähmaschine und einem einfachen geraden Stich. Aber ach ohne Nähmaschiene, mit der Hand lassen sich Säckchen in dieser Größe gut nähen. Am besten klappt das mit einem einfach Steppstich (Nähanfänger, die unsicher sind welcher das ist können das auch hier nachlesen: http://www.schneidern-naehen.de/handstiche).

Danach den Stoff rechts auf rechts (also mit der Stoffvorderseite) in der Mitte zusammenlagen und unten und auf der zweite Seite zunähen. Auf der Seite nicht ganz nach oben nähen, da sonst die Schnur nicht durchgefädelt werden kann. Wer möchte kann die Ränder noch mit einem Kreuzstich versäubern; ich habe es nicht gemacht, da ich es für einen Teebeutel, der nicht so großen Belastungen ausgesetzt ist als nicht notwendig erachte – aber sieht natürlich „ordentlicher“ aus 😉

 

Nun das fertige Säckchen auf rechts drehen.

 

Zum Schluss nur noch die Schnur durch den doppelte Stoffteil oben durchfädeln; das funktioniert am besten mit einer Sicherheitsnadel. Als allerletztes den Knopf etc. (ich hatte noch ein paar Blätter aus Fimo) an das Schnurende binden und schon ist er fertig, unser Stoff-Teebeutel 🙂

Verwendet man den Beutel immer für den selben Tee, reicht es ihn kurz unter heißem Wasser auszuspülen und gut zu trocknen bevor man ihn wieder verwendet. Ansonsten kann man ihn gut auch mit in der Waschmaschiene waschen

 

Und nun: Genießt euren Tee 🙂

 

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Wirksame Erkältungshelfer vom Kräuterbalkon

Zum Glück sind die meisten Gartenkräuter recht anspruchslos und wachsen auch auf kleinesten Raum auf dem Balkon. Deshalb sind bei mir auch immer zahlreiche davon zu finden und werden nicht nur frisch in der Küche verarbeitet, sondern auch für den Winter fleißg getrocknet. Habt ihr im Sommer genauso wie ich Kräuter angebaut und fleißig getrocknet?

Dann ist sicher auch bei euch etwas dabei, was sich für die derzeit leider schon wieder sehr „aktive“ Erkältungszeit eignet und gut verarbeitet werden kann.

 

Folgende Kräuter, die sich leicht am Balkon anbauen lassen, sind aufgrund Ihrer Eigenschaften super geeignet um die Heilung und Linderung von Erkältungen zu unterstützen:

  • Thymian, echter (Thymus vulgaris):
    Wirkung: antibakteriell, schleimlösend, enzündungshemmend
    Anwendungsmöglichkeiten: als Tee bei Husten und verschleimten Nebenhöhlen
    ACHTUNG: Schwangere und Menschen mit Leberschäden sollten die Anwendung von Thymian vermeiden!
  • Salbei, echter (Salvia officinalis):
    Wirkung: antiviral
    Anwendungsmöglichkeiten: Gurgellösung bei Halsentzündungen, Tee, Inhalieren des Aufgusses (Tees, ca. 10 min ziehen lassen) bei Schnupfen
  • Kamille, echte (Chamomilla recutita):
    Wirkung: antientzündlich, antibakteriell und krampflösend (bei krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden)
    Anwendungsmöglichkeiten: Inhalieren des Aufgusses bei Schnupfen (ca. 10 min ziehen lassen), Gurgellösung bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum
  • Sonnenhut (Echinacea purpurea):
    Wirkung: Steigerung der Abwehrkräfte/Immunsystem
    Anwendungsmöglichkeiten: Einnahme des alkoholischen Auszugs oder als Echinaceahonig (pur oder im Tee)

 

Neben der Verwendung als Tee bzw. Aufguss eigent sich Thymian auch super für einen Erkältungsbalsam:

Der Herstellung ist auch für Ungeübte recht einfach. Und Kinder – zumindest mein Sohn und meine Neffe 😉 – lieben es damit eingerieben zu werden!

 

Thymianbalsam für Babys und Kleinkinder (ab ca. 3 Monate, aber bitte vor allem bei Babies immer zum Kinderarzt und die Anwendung mit ihm absprechen):

Man braucht:

1 Hand voll getrockneten Thymian

50 ml Mandelöl (oder ein anders für Babys geeignetes Basisöl, z.B. Jojobaöl)

2 TL Bienenwachs (ca. 5 g)

Optional, nach Lust und Laune: 5 Tropfen eines der folgenden ätherische Öle: Lavendel fein (beruhigend), Mandarine rot (entzündungshemmend, antiviral und antibakteriell) oder Benzoe Siam (ausgleichend, entspannend)

Zubereitung:

  • Thymianöl herstellen: Das Mandelöl vorsichtig erwärmen und den Thymian zugeben. Am besten klappt das im Wasserbad, damit es nicht zu heiß wird, denn der Thymian könnte sonst verbrennen. Alternativ mache ich das auch gerne mit meinem alten, ausrangierten Schokoladenfondue mit Teelicht. Egal für welche Methode man sich entscheidet, es ist immer ratsam das Gefäß beim Auszug abzudecken, da sonst die leicht flüchtigen Inhaltsstoffe (ätherische Öle) bereits beim Auszug verloren gehen. Der Auszug sollte ca. 2 Stunden bei moderater Wärme erfolgen. Danach das Öl durch ein Sieb abgießen, so dass keine festen Pflanzenteile mehr im Öl sind.
  • Balsam fertig stellen: Das fertige Thymianöl nochmals erwärmen und das Bienenwachs unter Rühren zugeben, bis das Bienenwachs komplett geschmolzen ist. Wer noch ätherisches Öl zugeben möchte sollte den Balsam erst noch etwas erkalten lassen (aber er sollte noch flüssig bzw. zähflüssig sein) und dann erst das ätherische Öl zugeben. Dies gut untermischen.
    Den noch flüssigen Balsam in ein passendes Gefäß geben und abkühlen lassen.

    Mein „Salbenöfchen“

Anwendung:

Die fertige Erkältungssalbe auf Brust und Rücken auftragen; am besten mit Massagebewegungen von Brustkorbmitte nach außen, so dass zusätzlich noch das Schleim lösen und ablaufen aktiviert wird.

Erkältungsbalsam für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahre:

Hierbei verwende ich die Kraft verschiedener ätherischer Öle in einer Basis aus Mandelöl und Bienenwachs; aber natürlich kann man auch das Thymianöl verwenden (also den Auszug vom Babybalsam verwenden) und mit den ätherischen Ölen ergänzen.

Man braucht:

50 ml Basisöl (z.B. Mandelöl, Sonnenblumenöl oder auch das Thymianöl)

2 TL Bienenwachs (ca. 5 g)

Ätherische Öle (insgesamt 30 Tropfen); für mich hat sich folgende Mischung bewährt:

15 Tr. Eukalyptus

10 Tr. Teebaum

5 Tr. Pfefferminz

Zubereitung:

Das Basisöl vorsichtig erwärmen und das Bienenwachs darin schmelzen. Die fertige Mischung erst noch etwas erkalten lassen (aber sie sollte noch flüssig bzw. zähflüssig sein) und dann erst die ätherischen Öle zugeben. Diese gut untermischen. Anschließend den noch flüssigen Balsam in ein passendes Gefäß geben und abkühlen lassen.

ACHTUNG: in der Schwangerschaft sollten ätherischen Öle nur sehr vorsichtig angewendet werden, die Anwendung sollte niedrig dosiert und nur mit ärztlicher Absprache erfolgen!
Einige Öl sind in der Schwangerschaft gänzlich ungeeignet, dazu zählen unter anderem: Thymian, Eukalyptus, Majoran und Rosmarin.

Ich hatte in Absprache mit einer Aromatherapeutin in meiner letzten Schwangerschaft folgende Öle auf 50 g Balsam verwendet: 10 Tr. Cajeput (antiviral, schleimlösend und abwehrsteigernd), 5 Tr. Orange (antiviral, antibakteriell) und 5 Tr. Niaouli (antiviral, schleimlösend). Niaouli könnte man auch durch 5 Tr. Teebaumöl ersetzen (antiviral, entzündungshemmend und abwehrsteigernd).

 

Und zum Schluss möchte ich euch noch ein tolles Rezept zur Unterstützung des Immunsystems zeigen: Echinaceahonig

Echinacea wächst auch gut in Töpfen auf Balkon und Terrasse und ist meist günstig im Gartenfachhandel as Pflanze zu erwerben – also perfekt geeigent für uns Balkongärtner 🙂

Der Auszug mit Honig klappt bei Echinacea ähnlich gut wie ein alkoholischer Auszug, es werden alle wichtigen Inhaltsstoffe aus der Pflanze herausgelöst. Deshalb ist er gut für Kinder geeignet oder auch für alle anderen die „Alkohol-frei“ leben möchten.

Man verwendet dazu die ganzen Stängel inkl. Blüten und Blätter einer mind. 2 Jahre alten Pflanze. Blütenblätter abzupfen und den Rest der Stängel klein schneiden. In ein Einmachglasfüllen (bis max. 2/3 der Höhe) und mit flüssigem Honig bedecken und für ca. Wochen ziehen lassen (an einem hellen Ort aber nicht vollsonnig). Das Glas immer mal wieder umdrehen, so dass sich alles gut durchmischt. Nach 4 Wochen den Honig abseihen, so dass keine Pflanzenteile mehr darin sind. Abfüllen und kühl lagern.

Haltbarkeit: ca. 1 Jahr

Habt ihr noch weitere Balkonkräuter, die ihr zur Linderung von Erkältungsbeschwerden einsetzt? Dann kommentiert bitte fleißig 🙂

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DIY Badesalz – Winterflair mit Sommerzutaten

Die kalten Jahreszeit ist da und ebenso der alljährliche Vorweihnachtsstress – was gibt es da schöneres als ein Vollbad zu nehmen?! Doch leider bedeutet ein Vollbad häufig Stress für die Haut. Warum? Durch langes Baden wird der Haut Feuchtigkeit entzogen.
Um dem entgegen zu wirken kann man in Salz baden. Vor allem für Personen mit trockener, gereizter und/oder schuppiger Haut ist das häufig eine gute Alternative.
Aber wieso ist das so? Das sogenannte osmotische Gleichgewicht (d.h. es fließen genauso viele Wassermoleküle durch die Haut nach außen wie nach innen) wird beeinflusst, so dass das Wasser tiefer in die Hautporen eindringen kann und somit nicht so viele körpereigene Salze ausgeschwemmt werden. Der Haut wird weniger Feuchtigkeit entzogen.
Baden mit Badesalz hat aber noch 2 weitere Vorteile: Bakterien auf der Haut können abgetötet werden und es kann helfen abgestorbene Hautschuppen abzustoßen.
 
Ihr seid noch auf der Suche nach einem tollen selbstgemachten Weihnachtsgeschenk und habt noch einige getrocknete Zutaten vom Sommer übrig? Dann findet ihr hier genau das Richtige: ein paar Ideen Badesalz selbst herzustellen.
Am besten eignet sich zur Herstellung von Badesalz Totes Meer Salz, welches einfach in Apotheke oder Drogerie zu bekommen ist. Alternativ geht auch Thermalsolesalz oder Himalaya Badesalz. Optisch wirkt es am besten, wenn man grob und feinkörniges Salz mischt, allerdings sollte man immer daran denken, dass sich grobkörniges Salz langsamer auflöst und vielleicht etwas unangenehm ist wenn man darauf liegt 😉
 
1.       Lavendel Badesalz (entspannend):
Man braucht: Meersalz (ca. 3 EL, reicht für ein Vollbad), 1 TL Mandelöl, 5 Tropfen ätherisches Lavendelöl, getrocknete Lavendelblüten nach Blieben
2.       Rosmarin Badesalz (bei Erkältung und/oder Muskelverspannungen):
Man braucht: Meersalz (ca. 3 EL, reicht für ein Vollbad), 1 TL Mandelöl, 5 Tropfen ätherisches Rosmarinöl, getrocknete Rosmarinnadeln (klein gehackt, evtl. etwas mörsern, damit das ätherischer Öl aus den Nadeln in das Salz kommen kann)
3.       Citrus Badesalz (belebend):
Man braucht: Meersalz (ca. 3 EL, reicht für ein Vollbad), 1 TL Mandelöl, 5 Tropfen ätherisches Zitronenöl (alternativ, wenn man es auch bei Kindern anwenden will: Mandarine rot), Abrieb eine Bio-Zitrone oder Bio-Orange (alternativ auch selbst getrocknetes Zitronen- oder Orangepulver, siehe hier: https://www.wildfind.com/rezepte/zitrusschalen-trocknen).
 
Die Zubereitung ist für alle Badesalze gleich:
1.       Salz in eine Schüssel geben. Mandelöl (oder anderes Basisöl, wie z.B. Jojobaöl oder Sesamöl) hinzugeben und gut vermischen. Grundsätzlich eignet sich als Öl auch Olivenöl, allerdings könnte hier der Eigengeruch den Geruch der anderen Zutaten etwas verfälschen.
2.       Ätherisches Öl zu der Mischung geben und nochmal gut durchmischen.
3.       Zum Schluss die festen Zutaten wie Lavendelblüten oder Rosmarin zugeben und ebenfalls gut vermischen.
4.       Im Anschluss in ein luftdichtes Behältnis füllen. Ich verwende hier gerne Glasflaschen mit Stopfen; diese sehen gut aus und lassen sich auch wiederverwenden. Aber auch Schraubgläser oder Gläser mit Bügelverschluss sind sehr gut geeignet.
 
Schon ist das Badesalz fertig! Mit einem schönen Etikett versehen ein wunderschönes Geschenk (Eine Vorlage dazu könnt ihr euch hier herunterladen: Badesalz-Anhänger)
 
Grundsätzlich kann man bei allen hier genannten Rezepturen das Basisöl weglassen, jedoch finde ich es mit Basisöl angenehmer da dieses die Haut zusätzlich pflegt.
 
Auch für Kinder geeignet – jedoch nur für ältere! Badesalz kann wenn es eingenommen/gegessen wird zu Vergiftungen führen, auch schon in recht geringen Mengen. Deshalb Kinder erst ab einem Alter damit baden lassen in dem sie das Badewasser nicht mehr trinken 😉
Um das Baden für die Kinder noch interessanter zu gestalten ist es möglich das Badesalz noch zusätzlich mit Speisefarbe einzufärben. Dafür die Lebensmittelfarbe einfach in Wasser auflösen und auf das Salz geben.
Welche Öle zum Baden von Kindern geeignet sind habe ich bei der Herstellung von Badebomben schon mal erläutert, lest hier.
 
Haltbarkeit: Das Salz wirkt konservierend, so dass man sich keine Sorgen über die Haltbarkeit aufgrund von Rosmarin oder Zitrusschalen machen muss. Wenn ich das Salz verschenken gebe ich die Haltbarkeit mit 1 Jahr an. Es sei denn das verwendete Basisöl hat eine kürzere Haltbarkeit, dann hieran orientieren!
 
Die hier gezeigten Badesalz-Rezepturen lassen sich natürlich beliebig abwandeln: Wie wär’s mal mit Rosenblättern und Rosenöl? Oder Honig und Vanille? Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt – und ich würde mich freuen wenn ihr mir eure Ideen hier mitteilt 🙂
 

 

 

 

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Ginkgo – „Go“ für Blutfluss und Gedächtnis

Der Monat November steht bei mir im Zeichen des Ginkgo, denn das ist die Pflanze auf meinem Heilpflanzenkalender.

Der Ginkgo wird auch als Goethebaum bezeichnet, den bereits Goethe hat ihm ein Gedicht gewidmet:

Das Ginkgoblatt wird darin als Sinnbild für Liebe und Freundschaft beschrieben, was auch heute noch eine wichtige Bedeutung hat.

Nach diesem kleinen Exkurs in die Welt  der Literatur – welches normalerweise nicht zu meinen „bevorzugten Welten“ gehört 😉 – nun wieder zurück in die Botanik:

Der Ginkgobaum ist wirklich ein faszinierender Baum: er ist schon viel älter als Goethe! Es gibt ihn, soweit man weiß, schon seit 250 Millionen Jahren und er wird deshalb manchmal auch als „lebendes Fossil“ bezeichnet. Und es gibt noch eine Besonderheit: Auch wenn er eher aussieht wie ein Laubbaum und im Herbst sein Blätter abwirft, so gehört er botanisch gesehen trotzdem zu den Nadelhölzern.

Der Ginkgobaum kann bis zu 30 Meter hoch werden. Charakteristisch sind auch seine Blätter:  sie sind breit und fächerförmig. Der Ginkgo ist getrenntgeschlechtig (Fachausdruck: diözisch), es existieren also männliche und weibliche Pflanzen.

Der Samen riecht im ausgereiften Zustand sehr unangenehmen nach ranziger Butter. Verantwortlich dafür sind die in der Samenschale der weiblichen Bäume, denn diese enthaltenen Fettsäuren Buttersäure und Capronsäure. Der unangenehme Geruch führt dazu, dass in Europa, vor allem auf öffentlichem Gelände, meist männliche Ginkgobäume angepflanzt werden.

Aber nun zur Frage, die sich uns als Balkon- Terrassengärtner stellt: Kann man den Ginkgo auch im Topf haben?

Nun gut, 30 m wird er dort nicht hoch werden 😉 aber kleine Ginkgobäume kann man gut im Topf halten, der Gingko hat nämlich so einige Vorzüge:

  • Er ist nicht anfällig für Krankheiten.
  • Er liebt die direkt Sonne, Wärme und Helligkeit. Auch im Halbschatten ist die Anzucht möglich. Aufpassen sollten man lediglich bei Jungpflanze, die vertragen noch keine pralle Sonne.
  • Er benötigt nicht allzu viel Wasser; am besten ist es die Erde immer leicht feucht zu halten. Einziges NO GO: Staunässe! Deshalb, falls möglich, unters Dach stellen und auf jeden Fall groß genuge Abzugslöcher in den Topf, so dass überschüssiges Wasser ablaufen kann.
  • Auch mäßig düngen reicht ihm aus.
  • Als Jungpflanze ist er eher Pyramidenförmig und daher wunderhübsch anzusehen, erst später entwickelt sich die klassische Baumkrone.

 

Und was hat der Ginkgo nun auf dem Heilpflanze-Kalender zu suchen?

Für alle die den Fernsehsender auch in der Werbepause nicht wechseln ganz klar: da gibt es doch Präparate zur Verbesserung der Gedächtnisleisung. Für alle anderen – und auch die neugierigen Fernsehschauer 😉 – aber erstmals von vorne:

Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich ausschließlich in den Blättern. Sie enthalten sogenannte Diterpene, die vorwiegend aus den Ginkgoliden A, B und C bestehen. Außerdem sind in den Blätter Sesquiterpene vor Flavonoide und Ginkgolsäuren enthalten.

Für die Wirkung des Ginkgo ist vermutlich das Zusammenspiel von Flavonoiden, Ginkgoliden und Terpenen verantwortlich, eine Isolation und Verwendung einzelner Wirkstoff scheint nicht zu funktionieren.

Das Zusammenwirken von Flavonoiden Ginkgoliden und Terpenen scheint folgende Wirkungen zu haben:

  • Schutz der Nervenzellen vor schädlichen Einflüssen sowie Unterstützung der Funktion bestimmter Botenstoffe im Gehirn, welche für Gedächtnis und Lernen zuständig sind.
  • Hemmung der Blutgerinnung und somit Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes.
  • „Einfangen“ sog. freie Radikale, welche zur Zerstörung von wichtigen Zellen führen können.

 

Aus diesen Wirkungen ergeben sich 2 Anwendungsgebiete:
Zum einen wenn aufgrund von Konzentrationsstörungen das Lernen schwer fällt oder die geistige Fitness im Alter nachlässt. Zum anderen bei Erkrankungen, bei denen Durchblutungsstörungen eine Rolle spielen, wie beispielsweise Schwindel (aufgrund von Durchblutungsstörungen) oder Ohrengeräusche (Tinnitus).

Die Wirkung des Ginkgo ist nicht nur eine tradtionell überlieferte; es gibt auch zahlreiche Studien welche die Wirksamkeit belegen (siehe z.B. hier: Ginkgo-Ratgeber)

 

Das hört sich jetzt erstmal so an, als ob Ginkgo ein Muss im heimische Garten ist, oder? Es gibt hier jedoch ein kleins, aber bedeutendes „ABER“: man kann zwar Tee aus den Ginkgoblättern zubereiten, was jedoch aus 2 Gründen nicht empfehlenswert bzw. sinnvoll ist:

  1. Die wirksamen Stoffe werden beim Aufguss nicht in ausreichender Menge aus den Blättern herausgelöst und somit keine bzw. kaum Wirkung vorhanden.
  2. Es können jedoch schädliche Ginkgolsäuren herausgelöst werden. Ginkgolsäuren können sowohl Allergien auslösen als auch haben sie möglicherweise Erbgut-verändernde, uns somit krebserregende, Eigenschaften. Bei standardisierten Präparaten in Tabletten- oder Kapselform muss diese Ginkgolsäure aus diesem Grund auch entfernt werden.

Aus diesem Grund ist der Ginkgo zwar eine wertvolle Heilpflanze, jedoch sollten wir dennoch – zum Schutz unserer Gesundheit – besser auf fertige Präparate aus der Apotheke zurückgreifen.

Nichts destotrotz ist der Ginkgo durch seine besonderen Blätter und deren saftiges Grün eine Bereicherung auf dem Balkon – ich liebe mein Ginkgo-Bäumchen, auch wenn es gerade mal um die 15 cm hoch ist 😉

Wichtig ist auch zu wissen: Ginkgopräparate wirken nicht sofort, sondern erst nach mehrwöchiger Einnahme. Bei der Einnahme von fertigen Ginkgopräparaten natürlich immer die Packungsbeilage sorgfältig lesen und Rücksprache mit dem Arzt halten, da beispielsweise auch zur Verstärkung der Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten kommen kann.

Habt ihr Erfahrung mit Ginkgo Im Topf oder mit der Anwendung von Ginkgo? Falls ja, dann kommentiert  bitte fleißig – DANKE 🙂

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„Schleimiger“ Helfer – Heilpflanze Eibisch

Irgendwie hatte es der Oktober mal wieder in sich, so dass ich es nicht mal geschafft habe euch die Heilpflanze des Monats Oktober auf meinem Kalender vorzustellen:

EIBISCH

Vielleicht liegt meine „Verspätung“ aber auch etwas an der Tatsache dass Eibisch zu den Pflanzen gehört die mich bisher so gar nicht interessiert haben, außer ab und an mal Eibischwurzeln aus der Apotheke zum Tee aufgießen.

 

Trotzdem zunächst einmal ein paar botanische Fakten:

Der Eibisch (lat. Althea) gehört zu den Malvengewächsen und fühlt sich im Mittelmeerraum am wohlsten. Jedoch kann er auch bei uns an einem sonnigen und windgeschützten Standort kultiviert werden – was man auch daran sieht dass man ihn immer wieder in heimischen Parks antrifft. Sogar ein Anbau im Kübel ist möglich (siehe hier: Gartenlexikon – Anbauanleitung Eibisch) – solange dieser ausreichend groß ist und das Substrat humos und Nährstoff-reich. Ein ausreichend großer Topf ist nicht nur wegen einer Endgröße von bis zu 1,5 m wichtig, sondern auch weil die Wurzeln ausreichend Tiefe benötigen uns sich optimal zu entwickeln.

Man kann die 2-jährige Eibischpflanze auch selbst aus Samen ziehen.

Durch seine wunderschönen Blüten ist der Eibisch nicht nur ein wunderhübscher Blickfang, sondern auch eine wertvolle Bienenfutterpflanze!

 

Wieso findet man den Eibisch auf dem Heilpflanzenkalender?

Der echte Eibisch (Althea officinalis) ist reich an wertvollen Schleimstoffen, weshalb er sich zur Behandlung von Reizhusten eignet und auch bei entzündlichen Erkrankungen im Mund- und Rachenraum. Die Schleimstoffe legen sich wie ein Schutzfilm auf die gereizte oder entzündete Schleimhaut.

Verwenden kann man dazu sowohl die Blätter als auch die Wurzeln. Beides kann man gut trockenen und ist auch getrocknet zu kaufen. Der Anteil an Schleimstoffen ist in den Wurzeln um einiges höher (bis zu 20 % im Vergleich zu 5 – 10% in den Blättern), weshalb ich für den Tee auch nur die Wurzeln verwende.

Zubereitung des Eibischtee:

Wichtig ist, dass man einen Kaltauszug macht also die Wurzeln (oder Blätter) mit kaltem Wasser ziehen lässt. Heißes Wasser würde die Schleimstoffe zerstören!

Man nimmt 2 Teelöffel Eibischwurzel und übergießt sie mit 250 ml kaltem Wasser.

Das Ganze lässt man für ca. 30 Minuten ziehen und rührt dabei immer wieder um. Anschließend die Wurzel abseihen und vor dem Trinken vorsichtig etwas erwärmen.

 

WICHTIG bei der Anwendung ist noch zu wissen: Eibisch kann die Aufnahme (Resorption) von (anderen) Arzneistoffen verlangsamen.

 

Ein tolles Rezept für die Anwendung von Eibisch, nämlich Eibischteig, findet ihr in diesem aktuellen Artikel: Eibischteig-selbstgemacht

 

Das Wochenende steht bevor und ich werde den Eibischteig auf jeden Fall testen… und anonsten hoffen dass mich nicht gleich die nächste Erkältung erwischt und ich erstmal kenen Eibischtee benötige 😉

 

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Aufhellen beim Problemhaar? – Ja, mit Hilfe vom Balkon!

Rhabarbershampoo

Ich mag meine natürliche Haarfarbe – aschblond – nicht besonders. Sie lässt einen immer wie eine graue Maus wirken, was mir als farbenfroher Mensch so gar nicht gefällt. Da ich aber immer wieder Probleme mit Haarausfall und juckender Kopfhaut habe, ist Färben oder gar Aufhellen mit chemischen Mitteln keine gute Idee.

 

Deshalb habe ich 2 verschiedene aufhellende Shampoos hergestellt und getestet, alles mit natürlichen Mitteln. Natürlich setzt der Effekt nicht sofort ein und es dauert etwas länger als beim Färben, ich bin mit den Ergebnis auf durchaus zufrieden 🙂

 

Die Ideen für die Rezepte habe ich von hier: http://www.hausmittel-haare.de/shampoo/aufhellendes.php

 

Aufhellendes Shampoo für helle Haare mit Rhabarber:

Zutaten:

  • ½ Stange Rhabarber (es gibt inzwischen auch Topfrhabarber, welcher gut für Balkongärtner geeignet ist)
  • ¼ l Wasser
  • 50 ml Babyshampoo (ich habe Sensitiv-Shampoo von Lavera verwendet)

 

Rhabarber waschen und in kleine, ca. 1 cm lange, Stücke schneiden. Die Rhabarberstücke in einen Topf geben und mit 1/4l Wasser übergießen. Das Ganze zum Kochen bringen und anschließend ca. 30 Minuten bei geschlossenem Deckel vor sich hin köcheln lassen. Den Sud durch ein Sieb gießen und abkühlen lassen.

 

4 Esslöffel des so erhaltenen Rhabarbersuds mit 50 ml Shampoo mischen und abfüllen (Pumpflasche oder Flasche mit Schraubverschluss).

 

Das so selbst hergestellt Shampoo hat bei mir nach einigen Anwendungen schöne aufgehellte Farbreflexe auf die Haar gezaubert (hab es leider nicht geschafft das zufriedenstellend zu Photographien 😉 ) und auch mit der Pflegewirkung bin ich zufrieden. Ich verwende es jedoch nicht ausschließlich sondern abwechselnd mit einem Naturkosmetik-Shampoo mit Rosmarin und Coffein (wegen meines Haarausfalls).

Einzige Nachteil: Es hält nur ca. eine Woche und sollte im Kühlschrank gelagert werden. Deshalb immer nur eine so geringe Menge herstellen, dass man es innerhalb 1 Woche auch verbrauchen kann.

 

Aufhellendes Shampoo mit Kamille:

Zutaten:

  • 1 EL Ringelblumenblüten
  • ½ Kamillenblüten
  • 1/8 l Wasser
  • 1 reine Olivenölseife
  • 1 EL Zitronensaft

 

Die Olivenölseife mithilfe einer Küchenreibe reiben, so dass man am Ende ca. 3 Esslöffel Seifenflocken erhält. Ich habe eine Bio-Olivenölseife die noch von meine letzten Gardaseebesuch hatte und das hat geklappt.

Das Wasser abkochen und die Ringelblumen- und Kamillenblüten damit übergießen. Ca. 15 Minuten ziehen lassen und dann abgießen. Am besten man macht gleich etwas mehr, denn der so entstandene Tee schmeckt auch lecker 😉

Den fertigen, abgeseihten Kräutertee zu den Seifenflocken geben und etwas Rühren. Die Seifenflocken sollten sich in dem heißen Tee komplett auflösen. Die fertige Tee-Seifen-Lösung abkühlen lassen und zum Schluss den Zitronensaft untermischen. Abfüllen und fertig!

Auch hier gilt wieder: Haltbarkeit ca. 1 Woche und im Kühlschrank aufbewahren.

Ringelblumen und Kamille kann man gut im Topf auf dem Balkon züchten. Einfach im Mai im Topf aussäen und wenige Wochen später kann man schon die Blüten ernten! Mehr Info das findet ihr hier (Ringelblume) oder hier (Kamille).

 

Auch diese Shampoo hat meinen Haaren gut getan und schöne blonde Reflexe hineingezaubert. Da es jedoch durch Seifenflocken reiben etwas mühsamer ist, bin ich dann doch wieder beim Rhabarber-Shampoo gelandet und werde dies solange zubereiten wie mir frischer Rhabarber zur Verfügung steht.

 

Wie man also sieht, kann man auch mit Hilfe von Balkonpflanzen seinen Haaren ganz natürlich zu etwas mehr Glanz und Farbe verhelfen.

Habt ihr noch weitere Rezepte für mich und meine Problemhaare? Dann immer her damit, ich freue mich darauf 🙂

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Nachtkerze – was kann sie, auch bei Tag?

 

Der September ist ja nun schon ein paar Tage alt und wieder mal bin ich etwas spät daran mit der Vorstellung des neuen Kalenderblatts auf meinem Heilpflanzenkalender…
Aber die letzten Wochen war einfach so spannend, neu und manchmal auch etwas schwierig – mein Sohn ist jetzt Schulkind und das hatte einfach Vorrang 😊.

Das Kalenderblatt lacht mich – passend zum sonnigen Wochenendwetter – mit den wunderschönen gelben Blüten der Nachtkerze an!


Lat. Name: Oenothera biennis; sie gehört zur Familien der Nachtkerzengewächse (Onagraceae), wozu beispielweise auch eines meine Liebling-Schattengewächse, die Fuchsie, oder das Weidenröschen zählt.

Sie heißt übrigens Nachtkerze weil sie, im Gegensatz zu vielen anderen Blühpflanzen, auch Nachts ihre Blüten nicht schließt.
Sie wurde ursprünglich im 17. Jahrhundert aus Amerika eingeführt und ist mittlerweile in ganz Mitteleuropa stark verbreitet.
Die Nachtkerze ist eine 2-jährige krautige Pflanze. Im 1. Jahr sieht man lediglich eine am Boden liegende Blattrosette. Im 2. Jahr entwickelt sich daraus ein Blattstiel der bis zu 1,5m, manchmal sogar bis zu 2m groß werden kann. Im 2. Jahr, etwa ab Juni erfreut sie uns dann mit ihren großen, wunderschönen, gelben Blüten. Sie hat eine dicke, fleischige Pfahlwurzel und eignet sich aufgrund dessen nicht wirklich für die Topfpflanzung. Falls man es dennoch versuchen möchte, sollte man einen möglichst großen und hohen Topf verwenden. Allerdings ist sie wild häufig zu finden und steht nicht unter Naturschutz – also auf zum Sammeln, das klappt gut 😊 .
Wer einen Garten hat oder den Anbau im Topf dennoch versuchen möchte, hier findet ihr weitere Infos dazu: http://www.kraetuter-buch.de/kraeuter/Nachtkerze.html

Die Nachtkerze in der Küche:

  • Die Blüten und auch die Knospen schmecken köstlich und eignen sich hervorragend um ein Highlight dem Salat hinzuzufügen. Aber auch einfach nur auf’s Butterbrot gestreut schmecken sie lecker.
  • Die Blätter können ähnliche wie Spinat verwendet werden. Dazu einfach etwas andünsten. Am besten aber ohne Stängel und vor der Blüte verwenden, sonst schmeckt es nicht mehr so gut.
  • Die Samen können vielfältig verwendet werden. Am besten man zerkleinert sie im Mörser und gibt sie dann übers Müsli oder in de Joghurt. Manche streuen die Samen auch über den Salat, was ich persönlich jedoch nicht so lecker finde.
  • Die Wurzel ist auch essbar. Man kann sie roh oder auch wie anderes Wurzelgemüse gekocht servieren. Der Geschmack ist nicht jedermanns Sache, aber einfach mal ausprobieren.
  • Wie man sieht kann man wirklich jedes Teil verwenden, und das alles auf so unterschiedliche Weise, und das finde ich einfach super!

Heilende Wirkung der Nachtkerze:

  • Samen: er enthält ca. 10% gamma-Linolsäure und damit ungewöhnlich viel von diesem.
    Sammelzeit: Spätsommer bis in den Herbst hinein
    Der Samen wird äußerliche angewendet, bzw. genauer gesagt das Öl aus Samen. Man kann die Samen mit Hilf einer Ölpresse auspressen (ist nicht so schwer wie man denkt 😉 ) und erhält dann das doch recht bekannte Nachtkerzenöl, welches man immer wieder in Rezepturen für Cremes oder Lotionen bei Hautproblemen wie Ekzemen, schuppiger, entzündlicher Haut. Normkonzentration bei der Anwendung in Cremes und Lotionen liegt bei 10 – 20%. Es hilft nicht bei jedem, aber ich habe mit einer Konzentration von 10% in meiner Bodylotion für den Winter gute Erfahrungen gemacht – die Haut juckt und schuppt sich einfach weniger!
  • Auch die Blätter der Nachtkerze haben heilende Wirkung, allerdings innerlich: durch ihren Gerbstoff-Anteil wirken sie entzündungshemmend und unterstützen das Nervensystem. Ein Tee aus Blättern hilft gut bei Verdauungsbeschwerden.
    Sammelzeit der Blätter: Juni (ab Blüte) bis Oktober

 

WICHTIG: Epileptiker sollten die Nachtkerze meiden, da vermutet wird, dass Gamma-Linolsäure in höherer Dosierung die Gefahr von epileptischen Anfällen steigern kann!

 

Habt ihr vielleicht noch weitere Tipps für die Anwendung der Nachtkerze? Dann kommentiert doch, ich freue mich darauf!

 

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Rosmarin Haaröl – Wunder bei Haarausfall?

Auf meinem Balkon gibt es wunderbar duftenden Rosmarin dessen Verwendung ich nicht nur in der Küche liebe, sondern auch in meinen selbst hergestellten Kosmetika.
Mein neuestes Experiment: Rosmarin Haaröl.

Die Idee dazu habe ich aus dem Buch „Mein Heilpflanzenbalkon“ von Christina Freiberg (mehr zu den Buch, siehe hier: Buchempfehlung – Mein Heilpflanzenbalkon)
Rosmarin soll die Kopfhaut kräftigen, den Haarwuchs fördern, gegen Schuppen wirken und auch brüchiges Haar geschmeidiger machen.
Da ich immer wieder Probleme mit Haarausfall habe, war mir das ein Versuch wert.

 

Herstellung des Haaröls:

Man nimmt einige Zweige Rosmarin, entfernt die Nadeln vom Zweig und schneidet sie klein (das ist wichtig, damit die ätherischen Öle des Rosmarin auch ins Öl übergehen können).
Die kleingeschnittenen Nadeln in ein Schraubglas geben und mit Öl übergießen (ich habe für meinen 1. Versuch 3 Zweige Rosmarin mit ca. 75 ml Öl übergossen).

Welches Öl nimmt man dafür?

Im Buch wurde Olivenöl genommen, was eigentlich super dafür geeignet ist, da es Antioxidationen enthält, welche die Aktivität des Hormons Dihydrotestosteron (DHT, verantwortlich für Haarsaufall) einschränken. Da ich jedoch den Geruch von Olivenöl im Haar nicht so gerne mag, habe ich mich stattdessen für Avocadoöl entschieden. Dies versorgt die Haare mit viel Vitamin A, B6 und E und verbessert die Blutversorgung der Haarfollikel (ebenfalls gut für das Wachstum der Haare). Auch eine Mischung aus beiden Ölen eignet sich gut dafür, die sich die Wirkungen gut ergänzen.
Das Ganze dunkel für ca. 4 Wochen ziehen lassen. Danach die Nadeln abseihen (z.B. durch ein Küchentuch oder Papier-Kaffeefilter) und schon ist das Haaröl fertig!

Die Herstellung ist also sehr einfach und auch Anfänger können sich daran wagen.



Anwendung des Haaröls:
Je nach Haarlänge 1 – 2 Esslöffel davon ins Haar geben und gut in die Kopfhaut einmassieren. Jedoch auch nicht die Spitzen vergessen, die das Avocadoöl helfen kann die Haarspitzen zu reparieren (also gleich doppelt gut 😊). Das Haaröl 20 – 30 Minuten einwirken lassen und danach gut ausspülen. Ich hatte am Anfang bedenken dass sich meine Haare danach total fettig anfühlen und aussehen, aber dem istnicht so!

Ob es wirklich den Haarwuchs fördert kann ich noch nicht beurteilen, da ich es erst einige wenige Male angewendet habe, aber die Haare fühlen sich auf jeden Fall gut gepflegt und samtweich an, und glänzen toll 😊. Allein das hilft schon um zufriedener mit seinen Haaren zu sein und sich besser zu fühlen!

 

Probiert ihr es doch auch mal aus und berichtet von euren Erfahrungen.

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