Johanniskraut – Beschützer vor dem Bösen

Heute am 21. Juni ist genau der richtige Tag um über das Johanniskraut zu berichten – warum werden sich einige von euch fragen???
Früher tanzten die Menschen geschmückt mit Kränzen aus Johanniskraut um das Sonnwendfeuer und feierten so den längsten Tag des Jahres. Danach warfen sie die Kränze ins Feuer. Laut einer alten Tradition sollte das vor Hexen, Dämonen und böser Zauberei schützen.

Aber unabhängig davon ob wir an diese Tradition glauben oder ihr sogar folgen, ist jetzt eine gute Zeit für das Johanniskraut denn um Mittsommer, also jetzt, zeigt es seine wunderschönen gelben Blüten und es ist die beste Erntezeit. Der deutsche Name Johanniskraut leitet sich im übrigens auch vom Johanni-Tag (24. Juni) ab.

Das Johanniskraut ist eine sehr alte Heilpflanze, welche schon seit 2000 Jahren verwendet wird. Zunächst als Mittel gegen Wunden und Hexenschüsse und später, ab den Mittelalter gegen Angst und Stimmungsschwankungen.

Die wichtigsten Infos zur Pflanze:

  • Es handelt sich dabei um eine mehrjährige, in unseren Breiten winterharte Staude.
  • Sie hat gerne einen sonniger Standort mit durchlässigem, nährstoffarmen Boden (dazu die Erde am besten mit Sand mischen).
  • Die gegenständigen Blätter tragen kleine Drüsen, welche uns als durchscheinende Punkte erscheinen (daher auch der Name: Hypericum perforatum). Dies ist auch ein gutes Merkmal um die Heilpflanze Johanniskraut von anderen Pflanzen mit ähnlichen Blättern zu unterscheiden. 

    Typisches „perforiertes“ Johanniskrautblatt

  • Die goldgelben Blüten sind schirmartig und besitzen auffallend lange Staubblätter.


Und wie sieht es mit der arzneilichen Wirkung aus?

  • Wirkung: stimmungsaufhellend und antidepressiv.
  • Arzneilich genutzt wird das ganze Kraut, also Blätter und Blüten.
  • Inhaltsstoffe:
    rote Farbstoffe (sog. Naphthodianthrone), z.B. Hypericin (lichtempfindlicher roter Farbstoff) und Pseudohypericin (welche vermutlich – zusammen mit dem Hyperforin – für die stimmungsaufhellende Wirkung verantwortlich sind)
    Phloroglucinderivate, insbesondere der Stoff Hyperforin
    Flavonoide (entzündungshemmend)
    Gerbstoffe (zusammenziehend)
    Phytosterole
  • Sammelzeit: am besten Ende Juni zur Hauptblütezeit (höchster Wirkstoffgehalt), aber es bis in den September hinein möglich.
  • Wichtig zur Wirkung ist noch folgendes zu wissen: Das Johanniskraut entfaltet seine Stimmungs-aufhellende und antidepressive Wirkung nicht sofort nach der 1. Einnahme. Mehrere Wochen können vergehen, bis sich ein positiver Effekt zeigt. Außerdem muss Johanniskraut (auch in fertigen Arzneimitteln) ausreichend hoch dosiert werden. Es kann zu Wechselwirkungen mit zahlreichen anderen Arzneimitteln kommen (z.B. auch wichtige Herz-Kreislauf-Medikamente oder der Anti-Baby-Pille), wodurch der Effekt dieser Medikamente verringert wird. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine Anwendung nur in Absprache mit Arzt oder Apotheker. Wer möchte kann jedoch gering dosiert einen Tee aus dem frischen oder getrockneten Kraut zubereiten, welcher beruhigend wirkt. Schwangere sollten von der Anwendung ganz absehen.
  • Auch äußerlich wird Johanniskraut angewendet: das Johanniskrautöl (manchmal auch Rotöl genannt) hat entzündungshemmende Eigenschaften wirkt beruhigend bei juckender, trockener, schuppiger und rissiger Haut. Traditionell würd es auch bei Wunden und Verbrennungen angewendet, da es die Wundheilung beschleunigt.
    Allerdings wird durch die Anwendung die Haut lichtempfindlicher (übrigens auch bei der innerlichen Anwendung) und es kommt leichter zu Sonnenbrand – deshalb im Sommer besonders vorsichtig sein! Das Rotöl kann man übrigens auch selbst gut herstellen. Wer das möchte einfach mal bei Kostbare Natur nachlesen (http://www.kostbarenatur.net/rezepte/johanniskrautoel-einfach-selbst-herstellen/).

 

Ich habe heute einen Teil meines in einem großen Kübel wachsenden Johanniskrauts abgeschnittenes und zum Trocknen aufgehängt. Grundsätzlich kann man es Trocknen wie Kräuter: zusammenbinden und aufhängen. Jedoch sollte man dabei schonend vorgehen und sowohl direkte Sonne als auch Temperaturen über 40 Grad vermeiden.

Am Wochenende mache ich mich dann an die Herstellung des Rotöls 😊.

 

Und jetzt wünsche ich euch einen wunderschönen langen Sommerabend – ich werde ihn auf jeden Fall gemütlich mit ein paar Gläsern selbstgemachte Eistee am Balkon genießen!

 

Kapuzinerkresse – Heilmittel aus dem Klostergarten?

Der Juni ist ja nun schon ein paar (mehr) Tage alt und ich bin euch noch das neue Kalenderblatt schuldig. Die letzten 3 Wochen waren sehr arbeitsreich: großes Umräumen in der Wohnung mit neue Möbel aufbauen und die Terrassenplatten neu verlegen – und das natürlich mal so eben nebenbei, neben Arbeit und dem ganzen anderen Alltagswahnsinn, da blieb einfach keine Zeit für einen Artikel.

Aber nun bin ich soweit und die Heilpflanze des Monats Juni ist: Kapuzinerkresse

Die in unseren Breiten am häufigsten vorkommende Sorte ist die echte oder auch große Kapuzinerkresse (wissenschaftlicher Name: Tropaeolum majus). Insgesamt gibt es aber insgesamt 100 verschiedene Sorten.

Charakteristisch für alle Sorten sind die kreisrunden Blätter, welche ihr auch zu ihrem Namen verholfen haben: die Blätter 🍃 haben nämlich Ähnlichkeit zu den Kutten der Kapuzinermönche. Und die Blätter haben noch eine Besonderheit: sie haben eine wachsartige Blattoberfläche (sog. Lotuseffekt) und das Wasser kann sich in der kleinen Vertiefung der Blattmitte sammeln und stellt so eine Art Wasserspeicher dar.

Charakteristisch sind ebenso die großen, gelb oder orange leuchtende Blüten im Sommer und Herbst, bis zum 1. Frost (deshalb manchmal auch „Gelbes Vögerl“ genannt).

Es ist einfach eine faszinierende Pflanze – zumindest für mich 😊.

Sie stammt ursprünglich aber nicht aus dem heimischen Klostergarten, sondern aus den Anden (Südamerika) und kam im 16. Jahrhundert nach Europa. Aber auch die dortigen Ureinwohner wussten schon um die Wirkung und haben es zur Wundheilung verwendet.

 

Die wichtigsten Eigenschaften für die Botaniker:

  • Sie liebt sonnige Plätze, ist jedoch auch schattenverträglich, weswegen man sie auch öfter an dunklen Stellen unter Bäumen oder andere Schattenplätze findet, welche sie mit Grün und kräftigen Farben erfüllen. 
  • Die Pflanze ist 1-jährig und stirbt beim 1. Frost. 
  • Ihre Frostempfindlichkeit bestimmt auch die Aussaat: erst ab Mai aussäen oder im Haus vorziehen. Ich habe sie im April in der Wohnung vorgezogen und dann im Mai nach draußen gesetzt. Früher säen ist nicht notwendig, das die Kapuzinerkresse sehr schnell wächst.
  • Sie braucht Platz, den Ihre schlingenden Triebe können bis zu 3m lang werden. Jedoch braucht sie nicht zwingend eine Kletterhilfe, sie schlingt auch am Boden entlang oder sucht sich Halt wo sie eben kann. Obwohl sie einiges an Platz braucht ist auch das Anpflanzen in großen(!) Töpfen möglich – ein kleines übrig gebliebenes Basilikumtöpfchen ist eindeutig zu klein 😉.
    Die Samen sind recht groß (mehrere mm). Ich habe mir meinen bei meinwoody.de geholt (zu diesem Shop mit einem interessanten Konzept habe ich schon mal geschrieben, siehe hier: http://urban-gardening-blog.de/Blog/meinwoody-de-vorstellung/)

Samen

  • Wichtig zum Thema Nährstoffe: mäßig düngen! Düngt man zu viel bilden sich zwar viele neue Blätter aber keine/kaum Blüten.
  • Wie bei vielen anderen Blühpflanzen gilt: verblühte Blüten entfernen (und nicht die Samen ausbilden lassen, denn das kostet der Pflanze Kraft, die ihr dann für weitere Blüten fehlt), regt die erneute Blüte an. Nur im Herbst für die Samengewinnung könnten man einige Blüten stehen lassen.

 

Die Kapuzinerkresse hat vielfältige Anwendungsmöglichkeiten und hat sowohl im Garten als auch in der Küche ihren sinnvollen Platz:

  • Im Garten vertreibt sie Schädlinge und auch Schnecken mögen sie nicht (wegen den typischen ätherischen Ölen mit bitter-stechendem Aroma).
  • In der Küche:
    Man kann sowohl die runden Blätter als auch die Blüten essen und mit dem leicht scharfen Geschmack seine Speisen würzen (ist verwandt mit Kreuzblütlern wie Kresse oder Radieschen). Das ist nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund. Die Blüten sind nicht nur schmackhafte, sondern auch optisch ein Highlight auf Salaten und kalten Buffets.
    Die unreifen Samen kann man übrigens auch verwenden: in Essig einlegt sind sie ein guter (oder vielleicht sogar besserer) Kapernersatz.

 

Und warum findet man sie jetzt auf dem Heilpflanzenkalender?

Wegen ihrer schleimlösenden, harntreibenden sowie antibakteriellen Wirkung! Deshalb wird sie häufig bei Erkältungen, Erkrankungen der oberen Atemwege und auch bei Harnwegsinfektionen angewendet.

  • Inhaltsstoffe: Vitamin C (gut für unser Immunsystem), Senfölglykoside (antibakterielle Wirkung), Schwefelverbindungen (blutreinigend; wie z.B. auch in Knoblauch und Bärlauch).
  • Verwendete Pflanzenteile: Blätter und Blüten. Leider verlieren beide beim Trocknen den größten Teil der Wirk- und Geschmacksstoffe, so dass dies nicht der Mühe wert ist. Auch sonst lässt sich die Pflanze schlecht konservieren.
    Da hilft also nur eines: im Sommer jeden Tag Kapuzinerkresse-Tee trinken und sich so für die die Winter- und Erkältungszeit stärken.
  • Sammelzeit: Juni bis August (frisch Blätter und Blüten)

 

Die Kapuzinerkresse war übrigens die Arzneipflanze des Jahres 2013.

 

Projekt „Miniteich“ – mehr Wasser für meine Terrasse

Am Wochenende habe ich meinen Miniteich auf der Dachterrasse wieder fit für den Sommer gemacht: Schlamm, Blätter und anderer Dreck der sich den Winter über gesammelt hat musste raus und die Wasserpflanzen wieder hinein.

 

Das möchte ich zum Anlass nehmen und euch etwas mehr über mein Projekt „Miniteich“ erzählen, welches ich letzten Sommer gestartet habe.

Angefangen hat alles mit einer alten Zinkwanne, welche ich im Keller meiner Eltern gefunden hatte. Sie gefiel mir einfach supergut und da ich schon immer ein Wasserspiel, einen Brunnen oder einen kleinen Teich haben wollte, war die Idee geboren: ein Miniteich sollte darin entstehen!

 

Die Wanne hat eine Tiefe von 25 cm und die längere Diagonale misst 62 cm. Aufgrund der geringen Ausmaße war klar, dass man sich sehr genau überlegen muss, was man dort hineinpflanzt. Fische oder auch nur Wasserschnecken waren aufgrund des geringen Wasservolumens, welches sich in der Sonne sehr schnell aufheizt, ohnehin tabu.

 

Aber zunächst einmal stellte sich die Frage: Kann ich die Wanne so verwenden oder sollte ich sie mit Teichfolie auskleiden?

Viele haben empfohlen die Wanne mit Teichfolie auszukleiden, da sich Zinkionen aus der Wanne herauslösen und in das Wasser übergehen können, welche das Wachstum der Pflanzen hemmen. Ich fand die wachstumshemmende Wirkung in meinem Fall ganz hilfreich, da die Pflanzen in der kleinen Wanne ohnehin nicht so wuchern sollten. Also, stand die Entscheidung: keine Teichfolie, die Wanne wird so verwendet.

 

Nun zur zweiten Frage: Welche Pflanzen?

Auch hierzu gibt es wieder zwei wichtige Punkte zu beachten:

A) Welche Wasserzonen haben ich zur Verfügung und muss/kann ich besetzen?

Grundsätzlich teilt man Gewässer wie einen Teich in 3 Zonen:

  • Uferzone: immerfeucht, Wasserstand 5 – 15 cm
  • Flachwasserzone:  Wasserstand 10 – 40 cm
  • Tiefwasserzone: aber ca. 30 cm Wassertiefe; gibt es bei meiner Wanne aufgrund der geringen Tiefe von 25 cm eigentlich nicht, aber trotzdem haben sich ein paar Pflanzen für den tiefen Wasserstand in meine Wanner „verirrt“.

 

In den meisten Gartenteichen gibt es auch noch den Teichrand, der jedoch in Minteichen mit Wannen und anderen Gefäßen naturgemäß wegfällt.

Um die Zonen möglichst nachahmen zu können, habe ich auf einer Seite Steine aufgeschüttet und an dem oberen Rand Pflanzen der Uferzone gepflanzt, danach am abschüssigen Teil folgt die Flachwasserzone.

 

B) Welche Pflanzen sind kleinbleibend und somit für einen Miniteich geeignet?

  • Kleinbleibende Pflanzen für die Uferzone: Sumpfvergissmeinnicht (weiße Blüten), Sumpfdotterblume (gelbe Blüten), Sumpfcalla, Papageienblatt oder die Zwergbinse.

    • Kleinbleibende Pflanzen für die Flachwasserzone: Tannenwedel, Zwergrohrkolben, Fieberklee, Froschbiss und Wollgras.

    • Kleinbleibende Pflanzen für die Tiefwasserzone: Mini-Seerosen

    • Zudem ist es immer noch sinnvoll einige Schwimmpflanzen einzusetzen. Deren Wurzeln treiben entweder komplett frei im Wasser oder haben nur eine Art kleiner „Anker“ mit dem sie Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen. Schwimmpflanzen haben meist den Vorteil, dass sie leicht in die Zwischenräume zwischen die fest eingepflanzten Teichbewohner gesetzt werden können und somit viel Gestaltungsmöglichkeiten bieten. Für Miniteiche geeignete Schwimmpflanzen sind: Wasserhyazinthe (blüht blau), Seekanne, Wassersalat, Tausendblatt oder auch der Wasserschlauch (blüht gelb).

    • Zu guter Letzt gibt es noch die Unterwasserpflanzen. Auch sie schwimmen häufig frei im Wasser, leben aber – im Gegensatz zu den Schwimmpflanzen – ganz oder zumindest zum großen Teil im Wasser untergetaucht. Sie haben den Vorteil, dass sie häufig viel Sauerstoff produzieren. So geht es den anderen Pflanzen besser und das Algenwachstum wird gehemmt. Geeignete Unterwasserpflanzen sind: Hornkraut, Wasserhahnenfuss (schöne, kleine gelbe Blüten) oder Nadelsimse.

 

Nach der vielen Theorie nun: Für was habe ich mich entschieden und hat es geklappt?

Sumpfvergissmeinnicht (im Ufer-/Sumpfbereich), Tannenwedel (Flachwasserzone) sowie Hornkraut und eine rosa Mini-Seerose in die tiefste Zone.

Alles das hat sich im letzten Sommer gut entwickelt und scheint somit geeignet zu sein für das Projekt Miniteich. Weniger gut geeignet schien jedoch der letzte „Mitbewohner“: ich hatte mir im hiesigen Gartencenter noch einen „Sauerstoffmix“ als Schwimmpflanze geholt. Diese Pflanze (ich weiß bis heute nicht was es eigentlich war) wurde innerhalb kürzester Zeit braun und war nach 2 Monaten leider komplett kaputt. Deshalb habe ich mir in diesem Jahr Wassersalat geholt und hoffe auf besseres Gelingen.

 

Zu guter Letzt habe ich mir noch ein einfaches, solarbetriebenes Wasserspiel geholt, welches mich bei Bedarf noch mit Wasserplätschern erfreut.

 

Mein Miniteich

 

Was macht man im Winter?
Grundsätzlich habe ich mich nur für winterharte Pflanzen entschieden um den Miniteich im Herbst möglichst lange genießen zu können. Allerdings muss ich die Pflanzen im Winter doch an einen kühlen Ort im Haus stellen, da derart kleine Teichen schnell komplett durchgefroren sind und die Pflanzen das meist nicht überleben.

 

Interesse mehr zu erfahren? Dann kann ich euch nur das Buch „Miniteiche und Wasserspiele“ von Siegfried Stein (blv-Verlag, ISBN 978-3-8354-1089-3) ans Herz legen. Informativ und mit vielen schönen Bildern liefert es alles was man so wissen muss.

 

Ich bin auf jeden Fall überzeugt von meinem Projekt und freue mich jedes Mal über den Anblick meines Miniteichs 🙂

Endlich frische Luft für mein Gemüse

Endlich sind die Eisheiligen (manchmal auch Eismänner oder gestrenge Herren genannt) vorbei! Laut Kalender enden sie am 15. Mai mit der „Kalten Sophie“. Eigentlich stimmt der Eintrag in unserem Kalender nicht ganz, denn: durch die Umstellung auf den gregorianischen Kalender im Jahr 1582 sind diese Tage um einige Tage verrutscht und die Eisheiligen würden so erst heute am 23. Mai ihren letzten Tag haben.

Die Eisheiligen sind aber nicht nur eine Bauernregel, sondern eine Wetterphänomen, welches sich aus meteorologischer Sicht einfach erklären lässt: Die Sonne steht im Mai so, dass sich die Landmassen schneller aufheizen als die Meere. Dadurch kommt es zu einem starken Temperaturunterschied zwischen Festland und  Meer. An diesen Luftmassengrenzen entstehen Tiefdruckgebiete, die warme Luft wandert Richtung Norden, kalte Polarluft in den Süden. Durch die kalten Polarluft die über uns hinwegwandert kann es eben nochmal zu frostigen Temperaturen unter 0°C kommen.

 

Nun egal, wann die Eisheiligen nun eigentlich sind, der Wetterbericht hatte Ende letzter Woche keinen Bodenfrost mehr vorausgesagt, so dass es am Wochenende für mich an der Zeit war meine Gemüse an seinen endgültigen Platz im Freien umzusetzen.

 

Was muss man beim nach Draußen setzen (als Topfgärtner) beachten:

Langsame Eingewöhnung: Am besten hat man die Pflanzen in den letzten Tagen/Wochen schon etwas an die Bedingungen im Freien gewöhnt, indem man sie tagsüber – bei passendem Wetter – schon mal an ihren zukünftigen Platz gestellt hat.

Paprika bei der „Eingewöhnung“

Ausreichend großer Topf: die meisten Gemüsepflanzen (Paprika, Tomaten, Gurken etc.) sind Starkzehrer, d.h. sie brauchen genügend Wasser und Nährstoffe. Um das zu garantieren sollten man den Topf nicht zu klein wählen (mind. 20 – 25 cm Durchmesser, natürlich auch abhängig von der Endgröße der Pflanze). Hat man einen zu kleinen Topf können sich zum einen die Wurzeln nicht genug ausbreiten, die Pflanze hat nicht genug Halt und ist möglicherweise an einem heißen Sommertag schon Mittags total ausgetrocknet.

Erde und Dünger: Da ich im 3. Stock wohne, habe ich verständlicherweise keine allzu große Lust immer Säcke-weise verbrauchte Erde nach unten und neue Erde hinauf zu schleppen. Aus diesem Grund versuche ich immer einen großen Teil der Erde aus dem letzten Jahr wieder zu verwenden: ich tausche die Erde durch, so dass nicht 2 Jahre hintereinander die gleiche Gemüsesorte darin wächst und reichere sie dann mit Horn- und Knochenmehl an. Die 2. Hälfte des Topfes wird dann mit frischer Erde aufgefüllt – bisher bin ich mit dieser Methode immer gut gefahren und hab mir so nicht nur das Schleppen sondern auch einiges an Geld gespart! Durch die frische Erde und das Horn- und Knochenmehl habe ich auch gleich das Düngen für die frische Pflanzung erledigt. Aber, wie oben schon geschrieben: die meisten Gemüsesorten sind Starkzehrer – also nicht vergessen regelmäßig nach zu düngen, nur beim Umsetzen nach Draußen ist im Topf eindeutig zu wenig!

Stützen: viele Gemüsepflanzen wie Tomaten und Paprika, aber auch einige Zucchini- und Gurkensorten sollten an einer Stütze festgebunden werden, so dass sie nicht beim ersten Windstoß abknicken und es mit der Ernte vorbei ist. Hier gibt es so einige Möglichkeiten, ich jedoch verwende für die Tomaten am liebsten Tomatenspiralen und die Paprika werden von Stöcken aus dem Wald oder auch mal von, nach Silvester gesammelten, Feuerwerksraketen-Stöcken gestützt.

Frisch umgepflanzte Tomate

Und nun: FERTIG 🙂

Das Wochenende war arbeitsreich, aber jetzt genieße ich zufrieden das Resultat und freue mich auf die erste Ernte 🙂

Die Bombe platzt im Bad – oder: Badebomben selbstgemacht

Irgendwie liest man zur Zeit überall davon: selbstgemachte Badebomben. Natürlich konnte ich mich diesem Trend nicht verschließen und musste es auch testen.

Ich habe nach einem einfachen und passenden Rezepturen gesucht und mich dann entschieden meine Badebomben nach der Basisrezeptur von Calmwaters zu machen (siehe hier: https://www.calmwaters.de/ratgeber/diy-badezimmer-mit-herz/diy-badebomben).

 

Der Vorteil dieser Rezeptur: ich hatte fast alle Zutaten zu Hause und die beiden fehlenden Komponenten (Natron und ausreichend Zitronensäure) konnte ich mir schnell und kostengünstig in der Drogerie um die Ecke besorgen.

 

Folgende Zutaten habe ich verwendet:

50g Speisestärke

125g Zitronensäure

250 g Natron (= Natriumbicarbonat = Natriumhydrogencarbonat)

70 g Mandelöl (es geht aber auch anderes „Fett“, z.B. Kokosöl, Olivenöl oder Sheabutter)

Einige Tropfen Lebensmittelfarbe in grün und blau

Einige Tropfen ätherisches Öl Lavendel

Etwas getrocknete Lavendelblüten (hatte ich noch von meiner Ernte im letzten Sommer)

 

Und hier die Zubereitung Schritt für Schritt:

  1. Alle festen Zutaten (Speisestärke, Zitronensäure und Natron) in eine große Schüssel geben und mit der Hand oder Löffel vermischen. Unbedingt darauf achten, dass alles ganz trocken ist, da Natron und Zitronensäure sofort mit Feuchtigkeit reagieren.
  2. Die Fett-Komponente mit den ätherischen Öle und (falls gewünscht) mit der Lebensmittelfarbe mischen. Flüssige Öl kann man einfach so verwenden. Feste Fette zuerst schmelzen (im Wasserbad oder auch zeitsparend in der Mikrowelle – dabei lieber kurze Intervalle einstellen (am Anfang 30 sec., dann 15 sec.) und immer wieder umrühren) und mit den anderen Komponenten mischen sobald sie flüssig sind.
  3. Nun die flüssige Komponente zu der festen Komponente geben und alles wieder gut vermischen. Die Masse sollte am Ende eine Konsistenz haben welche Mürbteig ähnelt.
  4. Lavendelblüten oder andere „Schmuckkomponenten“ nicht mir in die ganze Masse einarbeiten sondern nur später an der äußeren Schicht hinzufügen.
  5. Formen: Das Formen der Bomben geht mit Silikonformen, speziellen Badekugelformern oder auch einfach mit der Hand (wenn auch etwas ungleichmäßiger 😉 )

Zum Schluss das Ganze 3-4 Tage an der Luft trocknen lassen. Wenn es schneller gehen soll: die Badebomben auf ein Backblech legen und im Backofen bei 50°C ca. 2 Stunden trocknen lassen.

Nach 3 Tagen trocknen habe ich gestern den ersten „Selbstversuch“ gemacht und war sehr zufrieden: Die Badebombe hat schön gesprudelt, der Lavendelduft herrlich entspannend und das Mandelöl in der Rezeptur hat eine babyweiche Haut hinterlassen 🙂

 

Als verschönernde Zutaten eignen sich nicht nur getrocknete Blüten, auch getrocknete Heidelbeeren oder Kaffeebohnen können mit in Badebomben eingearbeitet werden.

 

Badebomben zur therapeutischen Zwecken:

Badebomben kann man nicht nur zu kosmetischen Zwecken selbst herstellen, sondern man kann sich auch welche mit therapeutischer Wirksamkeit selbst zubereiten:

  1. Zur Unterstützung bei Erkältung (damit der Schleim aus Nase und Bronchien besser abfließen kann): Ätherische Öle wie Eukalyptus + getrockneter Thymian
  2. Zum Fördern des Einschlafens: ätherische Öle: Lavendel, Rose, Ylang Ylang, Benzoe, Baldrian + Rosenblätter oder Lavendelblüten
  3. Belebende Öle gegen Müdigkeit: Pfefferminzöl und Zitrusöle
  4. Zur Linderung von Kopfschmerzen: Lavendel, Basilikum, Jasmin
  5. Bei Muskelschmerzen/-kater: Lavendel, Rosmarin

 

Badebomben auch für Kinder?

Natürlich kann man Badebomben auch für Kinder selbst herstellen. Es ist ein günstige Konkurrenz für die von Kindern so geliebten Produkte von „Tinti“ & Co:

  • Die Grundzutaten (inkl. Mischungsverhältnis bleiben dieselben): Speisestärke, Zitronensäure, Natron und Öl (Fett-Komponente).
  • Als Öle eignen sich hier sehr gut Jojoba- oder Mandelöl.
  • Auch ätherische Öle können hier eingesetzt werden, allerdings natürlich Kind-gerechte und in geringeren Menge, da Kinder (vor allem kleine) viel empfindlicher darauf reagieren. Beispiele für typische Kinderöle sind: Mandarine rot (stimmungshebend, erfrischend), Benzoe Siam (beruhigend), Lavendel fein (ausgleichend, schlaffördernd) und Honigextrakt (ausgleichend, wärmend).
  • Man kann auch noch Streuartikel, wie man sie normalerweise beim Backen verwendet einarbeiten – das freucht die Kinder besonders wenn diese Wasser schwimmen und damit gespielt warden kann. Oder man arbeitet noch eine kleine Überraschung, z.B. kleine Spielfiguren, Minischwämme etc. mit ein.
  • Generell würde ich empfehlen (unabhängig von den Zusätzen die man zugibt) unter 3 Jahren keine Badebomben zu verwenden.

 

Zum Schluss: Wie sieht’s mit der Lagerung aus?

Badebomben lösen sich – ihrer Funktion entsprechend – auf, wenn sie mit Wasser in Kontakt kommen. Da auch in der Luft immer eine gewisse Menge Feuchtigkeit ist, sollte man sie in Frischhaltefolie einwickeln, damit sie sich nicht vorzeitig auflösen. So verpackt kann man sie durchaus auch einige Wochen aufbewahren.

Fruchtfliegen – Was mach ich nur?

Wer kennt das nicht: plötzlich sind überall Fruchtfliegen, setzen sich auf das Stück Obst, das man gerade essen möchte und verderben einen so den Appetit. Besonders jetzt, wo die warme Jahreszeit wieder anfängt und wir wieder viel frisches Obst von Balkon oder Garten mit in die Küche bringen und die warmen Temperaturen optimale Bedingungen für die Vermehrung der Fruchtfliegen bilden.

 

Woher kommen sie eigentlich?
Das ist ziemlich eindeutig: von draußen. Entweder fliegen sie durch offene Fenster oder wir bringen sie (bzw. die Larven) mit den Obst in die Wohnung.

 

Warum werden es immer so schnell mehr?
Fruchtfliegen haben nur ein sehr kurzes Leben, ca. 4 Wochen. Allerdings können sie in dieser Zeit um die 400 Eier legen aus denen sich neue Fruchtfliegen entwickeln – bei diesem Fortpflanzungsfähig-„Fleiß“ ist es also kein Wunder, dass es immer mehr werden!

 

Wie kann man der Ausbreitung vorbeugen?

  • Am besten nichts strehen lassen wovon sie sich gerne ernähren oder worin sie ihre Eier ablegen. Also auf keinen Fall Obst mit Druckstellen oder gar schimmligen Stellen stehen lassen. Obst welches man Kühlschrank lagern kann am besten auch dort aufbewahren.
  • Zudem den Kompost nie offen stehen lassen und jeden Tag ausleeren.
  • Auch leere Saft- oder Weinflaschen sind perfekte Nahrungsquellen für die Fruchtfliegen und sollten immer ausgewaschen oder verschlossen werden.
  • Und nicht zu vergessen: auch feuchter Kaffeesatz im Kaffeevollautomaten kann eine gute Brutstätte sein. Deshalb regelmäßig ausleeren und immer gut reinigen.

 

Und wenn sie sich doch ausgebreitet haben?
Es gibt im Handel natürlich verschiedenste Fallen zu kaufen, jedoch gibt es auch einige natürliche Hausmittel welche ich viel besser finde. Die beiden einfachsten und dennoch effektiven möchte ich hier vorstellen:

  1. Obstessig und Spülmittel: Obstessig (z.B. Apfelessig) in eine Schale oder Tasse füllen, einen Tropfen Spülmittel dazugeben und etwas mischen. Der fruchtige Geruch des Essigs lockt die Fliegen an und setzen sich auf die Oberfläche. Durch das Spülmittel wird die Oberflächenspannungen herabgesetzt und die Fruchtfliegen ertrinken. Der Nachteil dieser Methode: es riecht in der Wohnung nach Essig, was nicht jeder angenehm empfindet. 
  2. Falle mit Weintrauben: man nimmt eine Tasse oder ein Glas und bedeckt den Boden mit Essig. Darauf legt man 1 bis 2 halbierte Weintrauben, mit der Schnittkante nach oben. Das Glas mit Küchenfolie bedecken und mit einer Stricknadel oder einem Kuli Löcher hineinstechen. Durch diese gelangen die Fliegen in das Glas, aber nicht mehr heraus. Durch die Abdeckung und die geringere Menge an Essig ist diese Methode „besser zu riechen“.

 

Zudem sollte man immer die Quelle der Fliegeplage ausfinden machen und dann natürlich auch entfernen. Ansonsten helfen die besten Fallen nichts, weil sich die Fruchfliegen munter weiter vermehren.

 

Und jetzt genieße ich meinen (hoffentlich) Fleigen-freien Abend mit einer schönen Tasse Tee und einer Schale frisch geschnittenem Obst 🙂

 

 

Mädesüß

„Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus“ – so heißt es in einem bekannten volkstümlichen Lied. Ich habe heute „nur“ endlich mein Kalenderblatt umgeschlagen und da blickt mich das Bild des Monats an: das Mädesüß

Eine Pflanze, die mir gut aus Kindertagen bekannt ist, als wir durch Wiesen gestreift, an Bachläufen gespielt haben und dort unter Sträuchern Höhlen „gebaut“ haben. Schon damals haben wir mit den frisch gepflückten Mädesüß-Blüten (auch Geißblatt oder Spierstaude genannt) Süßspeisen und Picknickbrote versüßt.

Seitdem habe ich mich nicht mehr mit dem Mädesüß beschäftigt und als Heilpflanze hat sich für mich bisher auch keine Rolle gespielt. Frei nach dem Motto „was nicht ist, kann ja noch werden“ habe ich mich auf die Literatur gestürzt um ein paar Infos zu sammeln.

 

Und bei meiner Recherche bin ich auf einige interessante Fakten gestoßen:

Welche Wirkung wird dem Mädesüß zugeschrieben?

  • antirheumatisch,
  • entzündungshemmend,
  • fiebersenkend,
  • schmerzlindernd,
  • harntreibend,
  • verdauungsfördernd,
  • brechreizstillend, und
  • zusammenziehend.

 

Welche Inhaltsstoffe sind im Mädesüß (botan.: Filipendula ulmaria) und welche Wirkung habe diese?

  • Salicylsäure-Abkömmlinge: ähnlich der „chemischen“ Acetylsalicylsäure („Aspirin“) oder auch dem Weidenrindenextrakt; schmerzstillend, entzündungshemmend, fiebersenkend. Von dem alten Namen ‚Spiraea ulmaria‘ wurde übrigens auch der Name ASPIRIN abgeleitet.
  • Alkohle (z.B.: Phenylethylalkohol, Benzylalkohol): harntreibend.
  • Gerbstoffe: zusammenziehend, antimikrobiell, entzündungshemmend.
  • Flavonoide: verstärken die Wirkung der Gerbstoffe.

 

Wie kann man es anwenden?
Blüten und Kraut können verwendet werden und daraus Dekokte (Tee) zubereitet werden. Die besten Erntezeit ist zwischen Juni und August, wenn das Mädesüß in voller Blüte steht. Die Blüten und das Kraut gut trocknen. Für die Zubereitung des Tees ca. 2 TL mit 1/4l kochendem Wasser übergießen und ca. 10 Minuten ziehen lassen.
Bei rheumatischen Schmerzen kann man sich auch gut selbst Kompressen machen, welche auf die schmerzenden Stellen gelegt werden. Dazu ca. 2 Hände voll Mädesüßblüten in 1l Wasser erwärmen (bis kurz bevor das Wasser kocht) und dann 10 Minuten auf niedriger Stufe ziehen lassen. Die Blüten herausnehmen und danach ein Tuch darin tränken. Dieses dann auf die schmerzende Stelle legen.

(Quelle: http://www.fid-gesundheitswissen.de/pflanzenheilkunde/maedesuess/)

Auf meinem Balkon wird das Mädesüß wohl nicht einziehen, aber ich werde mal wieder durch die Wiesen streifen um etwas davon zu pflücken 😊.

Sie ist ja so süß – die Süßkartoffel

Und nein, ich meine nicht das Kartoffelmännchen 😉

Und eigentlich ist sie auch gar nicht so süß, aber sehr lecker mit ihrer milden Süße. Deshalb ist für mich die Süßkartoffel (Batata) aus meiner Küche gar nicht mehr wegzudenken. Sie findet bei so vielen Gerichten Anwendung: ich ersetze in vielen Gerichten die „herkömmliche“ Kartoffel durch Süßkartoffeln. Egal ob als Pommes, selbstgemacht Chips, Suppe oder im Auflauf – für mich passt sie immer :). Im übrigen ist nicht nur die Knolle essbar, sondern man kann auch aus den Blättern schmackhaften Salat zubereiten!

Und noch ein Vorteil der Süßkartoffel (botanisch: Iponema batatas), sie ist sehr gesund: sie enthält viele verschiedene Mineral- und Nährstoffe (Folsäure, Magnesium für die Muskeln, Kalium zu Unterstützung der Herzfunktion und – im Gegensatz zur herkömmlichen Kartoffel – viele Ballaststoffe).

 

Da nun klar ist, dass sie für mich in der Küche dazu gehört stellte sich die Frage: kann ich sie auch selbst auf dem Balkon anbauen? Im letzten Frühjahr bin ich, eher durch Zufall, in einem der vielen Gartenkataloge auf eine Antwort gestoßen. Dort gab es nämlich Süßkartoffelpflanzen zu kaufen. Ich habe mich von den schönen Beschreibungen dazu verführen lassen eine der (teuren) Pflanzen zu kaufen und in den Potatopot gepflanzt.

 

Aber bevor ich zu meinen Erfahrungen komme erst einmal ein paar allgemeine  Fakten:

  • Die Süßkartoffel ist nicht mit unserer einheimischen Kartoffel (Solanum tuberosum , aus der Familie der Nachtschattengewächse) verwandt, sondern zählt zur Familie der Prunkwinden.
  • An der Bezeichnung Prunkwinde erkennt man schon, dass die Pflanzen (normalerweise) prunkvoll, mit wunderschönen Blüten sind.
  • Es handelt sich um eine Kletterpflanze, sie kann recht hoch werden. Man sollte ihr eine Rankhilfe spendieren. Ansonsten kann man sie auch als hängende Pflanze in ein Hochbett setzen.
  • Gleichmäßige Bodenfeuchte, sowie ein sonniger (bis halbschattiger) Standort sind wichtig. Ausreichend gießen ist Pflicht, da sonst die weichen Blätter vertrocknen. Die Batata kommt aus tropischen Regionen und wächst dort mehrjährig. In unseren Breiten kann man sie jedoch leider nicht überwintern.
  • Düngen: die Süßkartoffel will reichlich ernährt werden, deshalb alle 3 Wochen mit Hornspäne düngen.
  • Ernten: Ende September/Oktober die das Kraut abschneiden und die Knollen ausgraben.
  • Lagerung: da die Süßkartoffel einen höheren Wassergehalt hat als die bei uns heimische Kartoffel, kann man sie leider nicht so gut lagern, deshalb lieber schnell aufessen 😉

 

So, und zu meinen Erfahrungen aus dem letzten Sommer:

Die Jungpflanzen erreichten mich im Mai wohlbehalten und wuchsen zunächst auch gut, bis sie etwa 0,5m hoch waren. Und danach stellten sie das Wachstum ein – ich habe immer noch keine Ahnung was der Fehler war, aber von einer prunkvollen Pflanze war weit und breit nichts zu sehen. Vielleicht lag es auch nur an dem regnerischen Sonnenwärme Wetter des letzten Sommer.

Nun ja, auf jeden Fall hat sie sich bis Mitte September kaum verändert, weshalb ich sie dann genervt entsorgen wollte, ohne Hoffnung auf Ernte.  Aber siehe da, ich wurde positiv überrascht: der Potatapot war voller Knollen. Sie waren nicht so groß wie die, die man im Supermarkt angrifft, jedoch sehr lecker :

Und in diesem Jahr?

In diesem Jahr wage ich einen neuen Versuch, aber diesmal lasse ich eine übrig gebliebene Süßkartoffel (aus dem Bioladen um die Ecke) austreiben und ziehe mir so meine Pflanze selbst. Dazu gibt es grundlegend 2 Möglichkeiten:

  1. Süßkartoffeln in einen Topf oder Eimer mit lockerer, feuchte Erde legen und bei Zimmertemperatur an einem hellen Ort der Wohnung vorkeimen lassen. Der Boden sollte möglichst gleichmäßig feucht gehalten werden, dann treiben die süßen Knollen innerhalb weniger Wochen aus.
  2. Alternativ kann man auch eine Süßkartoffeln halbieren und dann in ein Glas Wasser hängen (auf einen Zahnstocher picken und damit aufs Glas legen, damit die Knolle nicht am Boden auflegt). An einem hellen Ort (z.B. am Fensterbrett) treibt sie dann aus. Sobald die Triebe ca. 15 – 20 cm hoch sind, kann man die Knolle mit den Trieben in die Erde umpflanzen. Dazu die Knolle nicht ganz, sondern nur zur Hälfe Eingabe (soweit wie sie auch im Wasser war).

Ich habe mich für die 2. Methode entschieden und dazu 2 Hälften vor einigen Tagen in jeweils ein Glas mit Wasser gesetzt. Eine der beiden fängt auch schon an zu keimen – mal sehen wie erfolgreich ich mit dieser Methode sein werde 🙂

Da die Süßkartoffeln recht empfindlich gegenüber Kälte sind, muss ich jetzt ohnehin noch bis Mitte Mai (nach den Eisheiligen) mit dem auspflanzen warten.

 

 

Liebster Award – meine Fragen und Antworten

Habt ihr schon mal es vom Liebster Award gehört? Ich nicht – zumindest bist zu dem Zeitpunkt als ich gefragt wurde, ob ich mitmachen möchte. Also mal schnell G**gle bemüht und nachgelesen. Ich war zwar etwas skeptisch, aber die Neugierde und die Möglichkeit so mit anderen Bloggern in Kontakt zu kommen waren größer, also sagte ich zu.
Die Umsetzung hat dann doch etwas länger gedauert als ich dachte, denn es hat sich als ziemlich schwierig herausgestellt passende Kandidaten für die Nominierung zu finden. Ich kenn viele Gartenblogs, aber die meisten sind schon gut bekannt und (einigermaßen) erfolgreich. Ziel des Liebster Award soll es aber sein junge – und natürlich gute – Blogs bekannter zu machen – nur leider kannte ich da eben auch kaum einen 😉.
Aber jetzt bin ich – wie ihr lesen könnt – endlich fertig 😊

Aber nun zum Anfang:

Es gelten folgende Regeln für den Liebster Award:
1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke den Blog in deinem Artikel oder alternativ in einem Post auf der Facebook-Seite des Fragestellenden.
2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.
3. Nominiere 2 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award (frag am besten vorher nach, ob Interesse besteht).
4. Stelle eine neue Liste mit eigenen 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
5. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster-Award-Artikel oder Facebook-Post.

Liebe Melanie von Kistengrün: vielen herzlichen Dank für die Nominierung – ich habe mich sehr darüber gefreut 😊.

Hier die Fragen – und natürlich auch die Antworten – die mir gestellt wurden:

1. Warum bloggst du?  Ganz einfach: weil es mir Spaß macht! Anfangs habe ich meine Gedanken, meine Planung und mein Wissen über alles was grün ist in einer Art Tagebuch niedergeschrieben (so ganz altmodisch, noch auf Papier). Und irgendwann ist daraus mein Blog entstanden.
2. Welchen Blogspot sollte jeder gelesen haben – und warum?  Mein Lieblings-Blogspot ist eindeutig der zur Passionsblume. Ich finde diese Pflanze so faszinierend und ich denke diese Begeisterung kann man auch in dem Blogspot heraushören (gern hier nochmal nachlesen: http://urban-gardening-blog.de/Blog/passionsblume-schoen-und-nuetzlich/).

3. Hand aufs Herz: Verbringst du (zu) viel Zeit mit deinem Blog oder Social Media?  Ich verbringe sicher viel Zeit damit: jeden Tag Social Media und 1 -2 Posts pro Woche, welche immer mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Der Übergang zwischen „normaler“ Gartenarbeit und der Arbeit für den Blog ist fließend und deshalb ist es manchmal gar nicht so leicht zu beantworten wieviel Zeit ich wirklich für meinen Blog aufwende. Ob das zu viel Zeit ist? Keine Ahnung, diese Frage müsste man wohl eher meiner Familie stellen 😉
4. Was hast du über das Bloggen gelernt – über dein Thema und dich?  Über das Thema Garten habe ich sehr viel Neues gelernt. Denn seit ich blogge, und somit andere mitlesen, informiere ich mich viel sorgfältiger und experimentiere auch mehr! Und über mich? Dass in mir noch viel mehr steckt als ich dachte 😊
5. Berufswunsch als Kind?  Das ist einfach: Ärztin, denn ich wollte immer Menschen helfen. Naja, ganz hat sich dieser Wunsch nicht erfüllt, aber ich bin im medizinischen Bereich tätig und beschäftige mich viel mit Heilpflanzen.
6. Tee oder Kaffee?  Auch ganz klar: Kaffee ☕️
7. Welches Buch würdest du nie weggeben?  Ich liebe Bücher und es fällt mir ziemlich schwer mich überhaupt von irgend einem Buch zu trennen.
8. Was fällt dir zur Abkürzung TARDIS ein?  Ich bin ja eigentlich keine Science Fiction Fan, aber damit verbinde ich dann doch die Zeitmaschine von Doctor WHO – aber das Gute ist: ich bin zufrieden mit meine Leben und brauche sie nicht bemühen.
9. Was ist dein Lieblingskraut?  Thymian. Ich liebe den Duft, den Geschmack wenn ich ihn beim Kochen verwende und nicht zuletzt: Thymiantee hilft mir super durch die Winter-/Erkältungszeit.


10. Welche Pflanze würdest du dir nie anschaffen?  Efeu. So schön es an manchen Häuserwänden aussehen kann – mich spricht es einfach nicht an und die Haftwurzeln sollen auch nicht meine schönen Wände zerstören.
11. Was willst du im Jahr 2017 unbedingt machen oder erreichen?  Mein Ziel für 2017 ist an meinen Fotografie-„Künsten“ zu arbeiten. Die Fotos auf meinen Blog sind leider bisher oft ziemlich laienhaft. Deshalb gab’s unter dem Weihnachtsbaum eine neue Kamera, welche genauso wie mein Bildbearbeitungsprogramm jetzt fleißig benutzt werden möchte – ich hoffe bis zum Ende des Jahres könnt ihr euch über viel professionellere Fotos auf meinem Blog freuen.

Und nun meine Nominierungen:
Miss Minze
WirGartenkinder

Und das sind meine Fragen:
1. Wie bist du zum Bloggen gekommen?
2. Was hat sich bei dir durch das Bloggen(positiv) verändert?
3. Welches ist dein liebster Blogspot – und warum?
4. Welches ist deine Lieblingspflanze?
5. Und welche Pflanze würdest du dir nie anschaffen?
6. Süß oder Salzig?
7. Hast du einen Lieblingsort oder Lieblingsplatz?
8. Welches Buch würdest du nie weggeben?
9. Wie entspannst du dich nach einem anstrengenden Tag?
10. Worüber kannst du herzhaft lachen?
11. Was willst du im Jahr 2017 unbedingt machen oder erreichen?

Vielen Dank, dass ihr euch bereit erklärt habt mitzumachen. Ich bin schon gespannt auf eure Antworten 😊.

Brennnessel – sie kann mehr als nur brennen!

Für viele ist die Brennnessel einfach nur ein nerviges Unkraut, da sie juckende Quaddeln hervorruft sobald die Haut mit ihr in Berührung kommt. Manchen von uns kennen sie sicher auch noch in Form von Brennnesseltee, aber kaum einer weiß wozu sie wirklich alles nützlich ist – auch mein Wissen war da eher begrenzt bisher.

Aber als ich durch Zufall auf den Artikel „Wild Superfood Brennnessel auf survival-tips.de gestoßen bin (hier nachzulesen: https://survival-tips.de/wild-superfood-brennnessel/) hat mich das animiert mich etwas näher mit diesem „nervigen Unkraut“ beschäftigen.

Zunächst einmal – was ist die Brennnessel eigentlich für eine Pflanze?

Wissenschaftlicher Name: Urtica dioica (Große Brennnessel). Bei uns auch noch häufig anzutreffen ist die kleine Brennnessel (Urtica urens). Sie gehören zur Pflanzenfamilie der Brennnesselgewächse (Urticaceae).

Die große Brennnessel wird bis zu 1,5 m hoch und ist mehrjährig, Die kleine Brennnessel hingegen ist nur 1-jährig und wird bis zu einem halben Meter hoch. Was Anwendung du Wirkung betrifft sind sich sie beide sehr ähnlich.

Die Brennnessel ist in ganz Mitteleuropa heimisch mit spitzen, eiförmigen Blättern. Die zudem gezackten Blätter sind mit kleinen Brennhaaren besetzt. Diese Brennhaare sind es, die die Brennwirkung der Brennnessel verursachen, denn bei Berührung brechen sie ab und entleeren ihr Gift auf die Haut.

Brennhaare

 

Wofür kann man sie verwenden?

  • Als Lebensmittel: Sie wird wegen des hohen Gehalts an Flavonoiden, Mineralstoffen wie Magnesium, Kalzium und Kieselsäure, Vitamin A und C, Eisen, aber auch wegen ihres hohen Eiweißgehalts geschätzt. In der Küche kann man sie als Brennnesselspinat verwenden (hier könnt ihr ein Rezept dazu finden: http://urban-gardening-blog.de/Blog/nuetzliches/rezepte/ – bereits getestet und für gut befunden 🙂), aber auch im Salat, als Suppe oder statt Spinat in Lasagne und andere Nudelgerichte. Oder aber für den schon eingangs erwähnten Brennnesseltee.
    Aber warum brennt es nicht, wenn man Brennnessel isst? Es gibt einige Zubereitungsmöglichkeiten um die Brennhaare unschädlich zu machen: bei der rohen Verwendung für Salate: junge, oberirdischen Pflanzenteile in ein Tuch wickeln und stark wringen oder sehr fein schneiden oder mit einem Nudelholz gut durchwalken. Kochen sowie kurz blanchieren für Brennnesselspinat sowie -suppe macht die Nesselhaare ebenfalls unschädlich. Auch durch das Trocknen der oberirdischen Pflanzenteile für die Teezubereitung verlieren sie ihre reizende Wirkung.
  • Im Garten: Brennnesseljauche hat eine gute Düngewirkung (Nitratdünger) und wirkt gegen Blattläuse. Um die Jauche herzustellen mischt man frische Brennnessel mit Wasser im Verhältnis 1:10 (also 1 kg Brennnessel auf 10 l Wasser), denkt das Ganze mit einen Drahtgitter ab (damit kein Schmutz hineinfällt, aber dennoch Luftaustausch möglich ist) und lässt es an einem warmen Ort 1 – 2 Woche stehen. Da es dabei zu „Geruchsbelästigung“ kommen kann am besten in eine seltener genutzte Ecke stellen oder mit Gesteinsmehl minimieren (hilft leider nur mäßig wie ich gerade selbst feststellen muss). Dabei jeden Tag umrühren. Die Jauche ist fertig, sobald sie nicht mehr schäumt und eine dunkle Farbe hat. Nach dem gleichen Prinzip lässt sich auch Jauche aus Zwiebeln, Beinwell oder Ackerschachtelhalm herstellen (ebenfalls Düngewirkung).

Wirkung als Heilpflanze?

Und ja, die Brennnessel kann nicht nur in Küche und Garten gute Dienste leisten, sondern findet auch Verwendung als Heilpflanze. Verwenden kann man Kraut, Samen und Wurzel.

  • Die Sammelzeit für Kraut und Blätter ist von  März bis September; Samen: früher Herbst
  • Wirkung: leicht harntreibend, schmerzstillend und entzündungshemmend.
    Man sagt zur Brennnessel auch „Stoffwechsel-Pflanze“. Aufgrund ihrer leicht entwässernden Wirkung wird sie gerne im Frühjahr traditionell als „Kur“ angewendet um Schlacken auszuspülen und wieder frisch und vitalisiert in den Frühling zu starten.
    Ebenfalls traditionell: Anwendung von Brennnesseltinktur gegen Haarausfall; dazu wird sie in die Kopfhaut einmassiert. Ein Tipp für Pollen-Allergiker, der auch immer wieder gut funktioniert: jeden Tag 1l Brennnesseltee trinken kann die Allergiesymptome lindern.
    Es gibt sogar anerkannte klinische Studien zur Wirkung von Brennnessel und zwar gegen Rheuma und benigne Prostatahyperplasie (gutartige Vergrößerung der Prostata): Kraut und Blätter haben dabei eine Wirksamkeit bei Rheuma gezeigt und die Wurzel bei benigner Prostatahyperplasie (verschiedene Fertigarzneimittel verfügbar).
    Für die Zubereitung von Tee das getrocknete Kraut verwenden und ca. 5 min ziehen lassen (lässt man zu lange ziehen wird der Tee bitter).

Wie man also sehen kann ist das „nervige Unkraut“ vielfältig verwendbar 😊.

Zum Schluss noch etwas Kulturelles: Laut Überlieferung soll man am Gründonnerstag Brennnesselgemüse essen, was für das folgende Jahr vor Geldnot schützen soll – also dann heute mal ran an die Brennnessel!