Spitzwegerich – Spitzen Helfer in Winter und Sommer

Kennt ihr diese Blätter? Habt ihr diese schon mal gesehen?

Spitzwegerich

Es handelt sich hierbei um den Spitzwegerich (lat. Plantago lanceolata). Es ist eine heimische Pflanze, die bei uns in der freien Wildbahn, besonders an Waldrändern und nährstoffreichen Wiesen, häufig anzutreffen ist. Da sie aber recht anspruchslos ist, kann man sie auf problemlos im Topf auf Balkon oder Terrasse kultivieren Außerdem ist der Spitzwegerich ist eine sehr alte, lang bekannte Arzneipflanze. Er wurde bereits in der Antike und im Mittelalter eingesetzt, sowohl für innere als auch äußere Beschwerden. Auch heute ist er noch eine beliebte Heilpflanze, die ich euch heute vorstellen möchte. Natürlich inklusive einiger Tipps und Rezepte zur Verwendung.

Steckbrief:

  • Mehrjährig und winterhart
  • Wuchshöhe: 10 – 60 cm; im Topf bleibt er um einiges kleiner, da auch die Wurzeln (in der freien Wildbahn bildet sich ein riesiger Wurzelstock) sich nicht so ausbreiten können. Meiner hat es auf ca. 30 cm Höhe geschafft.
  • Blütezeit: Mai – September
  • Erntezeit: Mai – ca. Oktober

Wie kann man den Spitzwegerich anbauen?

  • Anzucht und Vermehrung: Die Samen kann man inzwischen in den meisten Gartenmärkten kaufen. Manchmal findet man im Frühjahr auch Jungpflanzen. Der beste Zeitpunkt für die Aussaat ist zwischen Ende März und Mitte April, direkt im Freien ins Beet bzw. in den Kübel. Die Samen sollten ca. 1 bis 1,5 cm tief in die Erde eingebracht werden und leicht angegossen. Nach 10 – 14 Tagen (und regelmäßigem Gießen 😉 ) sind die ersten Keimlinge zu sehen.
    Ich habe den Spitzwegerich vor inzwischen 2 Jahren selbst ausgesät und das hat super geklappt. Noch im selben Jahr war die Pflanze so groß, dass ich schon eine ausreichende Menge Blätter für ein Glas Hustensirup ernten konnte.
    Hat man schon eine Spitzwegerich-Pflanze und möchte diese vermehren, kann das über Teilung der Mutterpflanze erfolgen. Oder man nimmt sich selbst die Samen aus der Blüte. Wenn diese reif ist, kann man die Samen einfach aus dem Ähren-förmigen Fruchtstand ausklopfen.
  • Standort: Möglichst sonnig, aber auch im Halbschatten ist möglich.
  • Pflege: Lockeren und nährstoffreichen Boden mag der Spitzwegerich am liebsten. Mit lehmartigem Boden kommt er weniger gut zurecht: dort kann das (Regen-)Wasser nur schlecht ablaufen und die Nässe staut sich. Deshalb auch bei Anbau im Topf auf ausreichende Drainage (z.B. Kiesel oder Blähton am Boden des Topfes) und ein Abflussloch im Topf achten. Außerdem sollte man auf eine ausreichend großen Topf achten, da der Spitzwegerich einen großen Wurzelstock ausbildet.
    Düngen reicht, meiner Erfahrung nach, einmal pro Jahr im Frühjahr: am besten mit einem organischen Stickstoff-Kalium Dünger oder Brennesseljauche.
  • Gießen: der Spitzwegerich ist recht tolerant gegenüber Trockenphasen und verzeiht es wenn man ihn auch mal vergisst zu gießen. Im Topf, im Sommer an einem vollsonnigen Standort, ist allerdings schon tägliches Gießen angesagt. Sollte man es mal vergessen haben zeigt es uns die Pflanze aber auch: die Blätter kräuseln sich etwas am Rand.

Spitzwegerich als Heilpflanze – Eigenschaften:

Spitzwegerich wirkt reizlindernd und beruhigend (durch seine Schleimstoffe). Außerdem ist er entzündungshemmend.

Spitzwegerich als Heilpflanze – Anwendungsmöglichkeiten:

Spitzwegerichtee:

Den Tee kann man sowohl aus den frischen als auch aus getrockneten Blättern zubereiten.
Die Blätter dazu quer zu den Längsfasern in ca. 1 bis 2 cm breite Stücke schneiden.
Für eine Tasse 1 Teelöffel der getrockneten Blätter (bei frischen Blättern 2 Teelöffel) mit ca. 200 ml kochend heißem Wasser übergießen. Ungefähr 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Langsam in kleinen Schlucken trinken – so entfaltet sich die Wirkung am besten.

Ein paar Tipps zum Trocknen der Blätter: Die sauberen und möglichst trockenen Blätter auf Zeitungspapier oder ein Baumwolltuch auflegen. Dabei sollten die Blätter nicht in mehrere Schichten übereinander liegen. Die ersten ca. 15 Minuten kann man die Blätter noch im Freien lassen und mit einem Baumwolltuch abdecken: so können evtl. vorhandene Tierchen rauskrabbeln, denn diese suchen das Licht. Bei Zimmertemperatur an einem möglichst dunklen Ort gut trocknen.

Spitzwegerichsirup:

Was man braucht:

  • ca. zwei Handvoll Spitzwegerichblätter
  • ca. 250 g Zucker
  • Saft einer Zitrone (alternativ 100% igen Bio-Zitronensaft in der Flasche, ca. 20 ml)
  • Außerdem: 2 Schraubgläser, Topf und Sieb

Wie man ihn herstellt:

Allgemeine Hinweise:
Sämtliche Arbeitsgeräte und Gläser sauber auswaschen. Die Gläser, welche zum Ansetzen und zur Aufbewahrung verwendet werden, zusätzlich auskochen oder mit Alkohol (mind. 70%) desinfizieren. Nur bei sehr sauberem Arbeiten kommt es nicht zu frühzeitiger Schimmelbildung.
Am besten sammelt man die Blätter im Frühsommer, aber auch später im Jahr ist das noch problemlos möglich.

  1. Die Blätter möglichst sauber sammeln; ansonsten vorsichtig mit klarem Wasser abwaschen und mit einem sauberen Baumwolltuch (z.B. Geschirrtuch) gut trocken tupfen.
  2. Die Blätter in 1 cm breite Stücke schneiden; und zwar quer zu den Längsfasern.
  3. Nun die Blätter abwechselnd mit dem Zucker mit dem Zucker in ein sauberes Schraubglas (z.B. altes Marmeladen oder Gurkenglas; ca. 350 ml Fassungsvermögen) schichten. Mit dem Spitzwegerich anfangen und mit einer Zuckerschickt aufhören. Die Schichte immer mit einem Löffel gut festdrücken.
  4. Das Glas zum Ziehen lassen ca. 2 Monate an einen dunklen, möglich gleichmäßig temperierten Ort stellen (ich stelle es immer in den Keller).
  5. Nach den 2 Monaten das Glas in ein Wasserbad stellen und bei mittlerer Hitze langsam erwärmen. Den Saft der Zitronen sowie 20 ml frisch abgekochtes, heißes Wasser hinzugeben. Dann nochmal ca. 2 Stunden bei niedriger Hitze im Wasserbad ziehen lassen. Der Zucker sollte sich dabei ganz auflösen. Falls das nicht klappt zwischendurch vorsichtig mit einem Glasstab (oder ersatzweiße Löffel) durchmischen.
  6. Zum Schluss den Sirup durch ein Sieb in das zweite Schraubglas abgießen und so die  festen Bestandteile herausfiltern.

Den fertigen Sirup am besten im Kühlschrank lagern.
Bei Husten oder Kratzen im Hals 3 bis 4 Mal täglich einen Teelöffel einnehmen. Bitte immer einen sauberen Löffel nehmen, sonst bildet sich Schimmel oder die Krankheitserreger können sich im Sirup vermehren und wieder krank machen.

Spitzwegerichsalbe:

Aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften eignet sich der Spitzwegerich auch für die äußerliche Anwendung bei kleineren Wunden oder Verbrennungen, sowie Insektenstichen. Die Herstellung einer Salbe aus Spitzwegerich ist recht leicht und durchaus Anfänger-tauglich:

Zunächst wird aus den Spitzwegerichblättern ein Ölauszug erstellt. Im Anschluss daran eine einfache Salbe aus dem so erhaltenen Spitzwegerichöl und Bienenwachs gemischt. Wie das genau funktioniert könnt ihr hier nachlesen: Öl- und Salbenherstellung

Und bitte denkt daran (Hinweis aus rechtlichen Gründen): Meine Rezepte und Empfehlungen basieren nur auf Erfahrungswerten und sollen weder dazu auffordern sich selbst zu behandeln bzw. eine ärztliche Behandlung/Medikation abzubrechen oder zu ersetzen. Ich gebe hier keine Heil- oder Linderungsversprechen ab. Das Nachmachen erfolgt auf eigene Gefahr.

Und für eure eigene Gesundheit: Solltet ihr euch „richtig“ krank fühlen oder es nach einige Tagen nicht besser werden, sucht einen Arzt auf.

DIY: Saatplatten herstellen und als Geschenk “verpacken”

Der Herbst und der Winter sind immer die ideale Zeit um zu Basteln und auch um das neue Gartenjahr zu planen. So sehr ich den Sommer und die Gartenarbeit liebe, ich freue mich doch im Herbst auch darauf endlich wieder mehr Zeit fürs Basteln und die Planung von Neuem zu haben. Hier möchte ich euch Idee vorstellen, die gleich beides vereint: das Herstellen von Saatplatten und wie man daraus wunderschöne Karten und Mitbringsel bastelt.

Zu aller erst mal die Frage: was sind eigentlich Saatplatten oder –bänder? Und wozu brauche ich sie?

Saatplatten und –bänder sind Bänder oder Platten (ja, so sagt es der Name ja schon), wo die Samen in die Mitte von zwei Schichten eingebracht sind. Sie sollen das aussäen erleichtern, denn die Samen liegen bereits im idealen Abstand und brauchen nicht mühsam einzeln in die Erde gebracht werden; oder eben später vereinzelt. Das kann vor allem bei kleinen Samen sehr hilfreich sein. Das Trägerpapier besteht meist aus einer Zellulosefaser, welche im Boden leicht verrottet und somit nicht extra entsorgt werden muss.

Wenn man Saatplatten oder Saatbänder kauft sind sie allerdings, im Vergleich zum losen Samen, recht teuer. Aber das macht nichts, man kann sie auch recht einfach selber herstellen!

Wie stellt man Saatplatten und Saatbänder selber her?

Man braucht (Materialliste):

  • Küchenkrepp (alternativ geht auch Klopapier oder Zeitungspapier; wichtig ist hauptsächlich dass das verwendete Papier licht- und luftdurchlässig ist, sowie frei von Plastik)
  • Mehl (1 TL)
  • Wasser
  • Kleiner Pinsel
  • Samen (z.B. Salat, Radieschen, Möhren oder Balkonblumenmischung)

So wird’s gemacht:

  1. Aus dem Mehl und Wasser wird zunächst der Klebstoff für die Saatplatten zubereitet: den Teelöffel Mehl in eine kleine Schüssel geben und nach und nach mit kleinen Mengen Wasser mischen. So lange Wasser zugeben bis ein dicker, aber noch streichfähiger Brei entsteht. Vorsicht, der Kleber wird schnell zu dünnflüssig und weicht das Papier dann zu sehr auf. Deshalb wirklich nur sehr kleine Mengen Wasser zugegeben. Bei meinem letzten Versuch haben mir auf 1 gehäuften Teelöffel Dinkelmehl 1050 ca. 4 Teelöffel Wasser gereicht.
  2. Ein Blatt vom Küchenkrepp nehmen und glatt hinlegen. Nun mit dem Pinsel einzelne Klebepunkte des Mehlklebers auftragen und jeweils ein Samenkorn darauf legen. Die Abstände der Klebepunkte sollten den späteren Pflanzabständen entsprechen (ist bei gekauften Samen meist auf der Packung nachzulesen). Bei sehr kleinen Samen funktioniert das Aufbringen leichter, wenn man mit Hilfe eines Zahnstochers arbeitet.
    Beim Herstellen von Saatbändern schneide ich das Küchenkrepp/die Platte erst später in schmale Streifen. Deshalb kann in diesem Fall der Abstand zwischen den Reihen etwas geringer sein.
  3. Nachdem alle Samenkörner auf das Blatt aufgebracht sind, ein zweites Blatt Küchenkrepp darauf legen. Das sollte nicht zu lange dauern, da sonst die Klebepunkte bereits getrocknet sein könnten. Das zweite Küchenkrepp an den Klebestellen festdrücken. Dabei vorsichtig vorgehen, da die feuchten Tücher recht leicht reißen.
  4. Die fertigen Saatplatten beschriften: mit Samenart und Erntejahr (oder Haltbarkeit, wenn diese bei gekauften Samen angegeben ist)
  5. Zum Schluss die fertig gestellten Saatplatten zum Trocknen an einen nicht zu feuchten und geschützten Ort legen (das Bad war die falsche Wahl, als meine Kinder plötzlich Lust hat zu duschen und das ganze Bad unter Wasser setzten 😉 ).
    Nach dem Trocknen können, falls gewünscht, die Platten in Saatbänder geschnitten werden. Das mache ich beispielsweise bei Radieschen, die ich in 2 Reihen in Balkonkasten säe.
    Erst wenn die Platten und Bänder komplett getrocknet sind, lose in Kisten lagern.

DIY Geschenkideen mit Saatplatten:

Immer häufiger sieht man auch Karten oder Kalender mit integrierten Saatplatten. Ich finde dies eine supertolle Geschenkidee, die ich dann auch mal probieren wollte. Und ich muss sagen, ich bin mit dem Ergebnis zufrieden :-). Hier ein paar Tipps und Ideen wie auch ihr das umsetzen könnt:

  1. Allgemeines:
    – Anstatt des Küchenkrepps habe ich mit verschiedenen Naturpapieren (z.B. Faserseide, Bananenpapier) gearbeitet. Das meist weiße Küchenpapier ist von der Optik her ja nicht unbedingt Geschenk-tauglich.
    – Außerdem habe ich den Kleber nicht nur auf die Klebepunkte für die Samen gegeben, sondern vorsichtig flächiger verklebt.
    Ansonsten funktioniert das Herstellen der Saatplatte genau wie oben beschrieben.
    Sobald die, diesmal kunterbunten, Saatplatten getrocknet sind, kann die kreative Weiterverarbeitung beginnen.


  2. Geschenkidee 1: Blumenkarten für alle Anlässe:

    a) Saatplatte als Blume gestalten:
    Ich habe mir den Umriss einer Blume gesucht und als Schablone aus dickem Papier (dünne Pappe, Tonpapier geht auch) ausgeschnitten. Die Schablone habe ich dann genutzt um die Blume auf die fertige Saatplatte zu übertragen. Und zusätzlich um die Blume auf der Karte zu gestallten. Die Karte soll ja auch noch schön aussehen, wenn die Saatplatte von ihr entfernt und verwendet wurde.
    Alternativ ist es auch möglich die Formen zuerst zuzuschneiden und dann erst mit der Herstellung der Saatplatten zu beginnen. So kann man gezielt nur auf die Form Samen aufbringen und alles zusammen verkleben. Nach einigen Versuchen fand ich diese zweite Methode praktikabler – aber da könnt ihr arbeiten wie es für euch besser funktioniert!

    b) Karte gestalten:
    Die Blanko-Doppelkarte nach Belieben mit Stempeln, Zeichnungen und Glückwünschen gestalten, so dass die Blumen-Saatplatte dazu passt – eurer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt! Als Anregung habe ich zwei Beispiele für euch, wie ich es gestaltet habe.


  3. Weihnachts- und Neujahrskarte mit Glückskleeblatt:

    Ein Glückskleeblatt ist ein tolles Geschenk für Neujahr und deshalb möchte ich euch heute zwei Ideen vorstellen wir ihr auch dafür Saatplatten verwenden könnt.

    Nachdem ich so viel Spaß hatte die Blumenkarten zu gestalten, kam mir erstmal der nächste Gedanke: Wieso nicht mal wieder Weihnachtskarten in Papierform an liebe, Garten-begeisterte Freunde verschicken. Dazu habe ich eine Doppelkarte genommen und vorne darauf die Weihnachtsgrüße gestaltet. Auf der linken Seite des Innenteils befindet sich ein Glücksschwein mit einem Kleeblatt.
    Das Kleeblatt ist auch wieder eine Saatplatte und wurde wie die Blüte mit einer Schablone ausgeschnitten und gestaltet.

    Wenn die Kreativität gerade Pause macht oder einfach die Zeit fehlt, kann man natürlich auch eine Weihnachtskarte kaufen und nur die Innenseite mit dem Glückskleeblatt verzieren.


  4. Kleines Neujahrgeschenk mit Teelicht und Glücksschwein:

    Die zweite Idee mit dem Glückskleeblatt eignet sich hervorragend als Mitbringsel für die nächste Silvesterparty. Da ich etwas zu viele der Samen-Kleeplatten hergestellt hatte, wurden diese eben für ein paar kleine Geschenke als Mitbringsel oder Gastgeschenk gestaltet.

    a) Schnelle Variante:
    Ein fertiges Glückschwein-Teelicht wird mit einer Halterung aus Schmuck- oder Blumendraht für das Samen-Kleeblatt versehen. Dann nur noch das Kleeblatt in die Halterung stecken und fertig!

    b) Variante für Knet-Künstler:
    Ich habe ein quadratisches Teelichtglas mit einem Glücksschwein aus ofenhärtender Knetmasse versehen (Ideen für Gestaltung finde ihr zu Hauf im Internet). Dieses hält das Kleeblatt, ebenfalls mit einer Halterung aus Schmuckdraht.

Hab ihr weitere Ideen zur Gestaltung und Verwendung von Saatplatten – da her damit! Ich freue mich auf eure Ideen!

Samen selber gewinnen – So geht‘s

Lange Zeit habe ich Samen immer gekauft: Einerseits weil ich keine Ahnung hatte wie ich die Samen selber richtig gewinnen konnte. Und andererseits weil es mir auch zu viel Arbeit erschien.

Und dann bekam ich das Buch „Meine eigene Samen Gärtnerei“ von Constanze von Eschbach (KOPP Verlag) geschenkt. Und als es da so vor mir lag, war dann doch meine Neugierde geweckt: Wie geht das bei Tomaten und Paprika? Oder auch bei Feldsalat? So aufwendig sieht es dann ja doch nicht aus, oder? Vielleicht sollte ich es doch mal versuchen?

Gedacht – Getan: letzten Herbst habe ich zum ersten Mal meine eigenen Samen genommen. Da die Aussaat mit dem selbst hergestellten Saatgut in diesem Sommer gut geklappt hat, möchte ich euch hier meine Erfahrungen mitteilen:

Tomaten:

  1. Was man benötigt:
    – Messer
    – Kleine Schüssel mit kaltem Wasser
    – Küchenkrepp oder sauberes, dünnes Baumwolltuch
    – Tütchen oder kleines Döschen zum Aufbewahren
  2. Vorgehen:
    – Die reifen Tomaten aufschneiden und die Kerne entnehmen.
    – An den Tomatenkernen befindet sich immer noch einiges an Fruchtfleisch, welches unbedingt entfernt werden muss. Ansonsten können die Kerne nicht gut und schnell getrocknet werden und schimmeln. Dazu zunächst die Kerne in kaltes Wasser legen. Das anschließende entfernen des Fruchtfleisches ist leider etwas mühsam.
    – Die nun „entfleischten“ Kerne müssen gut trocknen. Dazu auf ein Tuch legen und, wenn es recht nass ist, öfter mal umlegen um ein schnelles Trocknen zu ermöglichen.
    – Sobald die Kerne/Samen komplett trocken sind können sie in kleine Tütchen oder Döschen abgefüllt werden. Die Lagerung sollte – wie gewohnt  – kühl, dunkel und vor allem trocken erfolgen, damit der Samen lange seine Keimfähigkeit behält.
  3. Haltbarkeit der Samen:
    Hierbei geht um die Zeit, wie lange noch ein Großteil der Samen keimfähig ist. Man geht meistens von 70 – 80% Keimfähigkeit aus. Tomatensamen sind recht lange haltbar. Auch ich habe schon noch einigen Jahren noch „alte“ Tütchen wiedergefunden und konnte eine gute Keimfähigkeit feststellen. Laut dem Buch „Meine eigene Samen Gärtnerei“ halten die Samen mindestens 6 Jahre. Teilweise geht man auch von einer Haltbarkeit bis 10 Jahren aus.


Paprika und Chili:

  1. Was man benötigt:
    – Messer
    – Küchenkrepp oder sauberes, dünnes Baumwolltuch
    – Tütchen oder kleines Döschen zum Aufbewahren
  2. Vorgehen:
    – Die ganz reifen Paprika (oder Chili) ernten und aufschneiden: Die Samen herausnehmen und trocknen. Hier entfällt zum Glück der mühsame Schritt des Fruchtfleisch Entfernens, da die Kerne ohnehin nicht mit Fruchtfleisch umgeben sind.
    – Trotzdem auch hier zum Trocknen auf ein Tuch legen und warten bis sie komplett getrocknet sind.
    – Danach abfüllen und kühl, trocken und dunkel lagern.
  3. Haltbarkeit des Samen:
    Paprikasamen haben eine kürzere Haltbarkeit als Tomatensamen. Man geht von maximal 5 Jahren aus, eher nur 3 – 4 Jahre.

Physalis / Andenbeere:

Hierzu hat mir das von Buch von Constanze von Eschbach leider keine Information geliefert. Da es sich hierbei jedoch genau wie bei Paprika oder Tomate um ein Nachtschattengewächs handelt, habe ich es mit einem ähnlichen Vorgehen versucht – erfolgreich J

  1. Was man benötigt:
    – Messer
    – Kleine Schüssel mit kaltem Wasser
    – Küchenkrepp oder sauberes, dünnes Baumwolltuch
    – Tütchen oder kleines Döschen zum Aufbewahren
  2. Vorgehen:
    – Physalis sind erst reif und richtig lecker wenn die Außenhaut bereits vertrocknet aussieht und die Früchte von selbst abfallen. Auch hier die Früchte aufschneiden und die Kerne mit dem Messer entnehmen.
    – Hier klebt kaum Fruchtfleisch an den Kernen. Trotzdem habe die Kerne in kaltem Wasser gewaschen um alle Reste zu entfernen. Das geht zum Glück viel leichter als bei den Tomaten J.
    – Die gereinigten Kerne/Samen ebenfalls zum Trocknen auf ein Tuch legen und öfter Umlagern um ein schnelles und komplettes Trocknen zu erreichen.
    – Nach dem vollständigen Trocknen abfüllen.
  3. Haltbarkeit der Samen:
    Hierzu habe ich leider keine Erfahrung und konnte auch keine gute Literaturquelle finden. Ich werde ein paar aufheben und regelmäßig mit Hilfe der Keimprobe überprüfen.

Winterportulak und Feldsalat:

  1. Was man benötigt:
    – Schere
    – Schnur
    – Große Schüssel
    – Tütchen oder kleines Döschen zum Aufbewahren
  2. Vorgehen:
    – Zunächst einige der Salatpflanzen nicht abernten, sondern wachsen und blühen lassen.
    – Sobald die die Pflanzen verblüht sind,  fallen die Samen innerhalb weniger Tage ab – gut für Permakultur, also wenn die automatische Neuaussaat gewünscht ist, weniger gut für die Samengewinnung. Deshalb müssen wir hier einen kleinen Trick anwenden: Die Samenträger sobald sie verblüht, aber noch nicht vertrocknet sind, abschneiden und mit einer Schnur zusammenbinden.
    – Über eine große Schüssel aufhängen, so dass die Samen direkt in die Schüssel fallen können. Der Ort zum Aufhängen und Trocknen sollte nicht zu feucht sein, so dass die Samenträger gut abtrocknen können und dabei nicht anschimmeln.
    – Jetzt müssen die Samen nur noch aus der Schüssel entnommen und abgefüllt werden.
    – Auch diese Samen sollten kühl, trocken und dunkel gelagert werden.
  3. Haltbarkeit der Samen:
    Die Salatsamen haben eine eher kurze Haltbarkeit, man geht von bis zu 3 bis 4 Jahren aus.


Noch ein paar allgemeine Tipps zur Lagerung:

  • Es empfiehlt sich kein komplett schließendes Gefäß zu verwenden, sondern etwas Luftaustauch zu ermöglichen. Ansonsten kann es durch die Restfeuchte, die oft noch vorhanden, ist zur Schimmelbildung kommen.
  • Ebenfalls möglichst nicht in Plastik lagern. Papier oder Metalldöschen eignen sich um einiges besser. Ich verwende gerne mit Origamitechnik selbst gefaltete Tüten – die halten super und kommen ganz ohne Klebstoff aus. Die Anleitung dazu könnt ihr euch hier herunterladen: Origamitütchen
  • Die immer Päckchen eindeutig beschriften, inklusive Erntejahr.
  • Die Samen regelmäßig kontrollieren um evtl. entstanden Schimmel zeitig entfernen zu können, bevor er mehr Saatgut befällt und vernichtet. Gerne auch mal hinein riechen. Oft fällt muffiger Geruch auf bevor sichtbarer Schimmel entsteht. Dann auf jeden Fall wegwerfen.
  • Möglichst nicht über 25°C lagern.
  • Ihr wisst nicht so genau wie alt die Samen sind oder ob die Lagerungsbedingungen ausreichend waren? Dann empfiehlt es sich vor der Aussaat eine Keimprobe zu machen. Ihr kennt das noch nicht? Ein ausführliche Anleitung dazu finde ihr hier: Keimprobe

Hat euch meine Artikel animiert es auch mal zu probieren? Es wirklich nicht so aufwendig und schwer wie ich es mir vorgestellt hatte 🙂

DIY-Projekt: Untersetzer und Pflanztöpfe

Manchmal ist es einfach wie verhext: man hat eine tolle neue Pflanze oder einen tollen neuen Topf, aber der passende Übertopf bzw. Untersetzer fehlt einfach! Kennt ihr das auch? Mir passiert es immer wieder und da habe ich mich nach einer individuellen Lösung ungesehen: und die heißt – wie sollte es anders sein – selber machen 😊.
Eine tolle und recht simple Möglichkeit ist die Verwendung einer Luft-trocknenden Modelliermasse (z.B. Fimo Air, welche ich verwendet habe). Es handelt sich dabei um eine Ton-ähnliche Masse, die aber nicht im Ofen gebrannt werden muss. Nach dem Modellieren einfach 24 Stunden zum Trocknen stehen lassen und dann weiter bearbeiten.

 

Mein aktuellstes Projekt war ein Untersetzer für einen alten Bonsaitopf, den ich gerade neu bepflanzt hatte.

 

Was braucht man dafür alles?

  • Modelliermasse
  • Teigrolle (am besten nicht aus Holz, falls man keine andere hat mit Frischhaltefolie umwickeln damit die Masse nicht daran festklebt)
  • Bastel- oder Backunterlage zum Ausrollen (die Modelliermasse ist ziemlich klebrig und von unebenen Untergründen etwas schwer wieder zu entfernen)
  • Messer
  • Lineal
  • Nassschleifpapier
  • Wasserfeste Acrylfarbe
  • Pinsel 🖌

 

Und wie geht man nun vor?
Die Modelliermasse auf einige mm dünn ausrollen. Achtung nicht zu dünn, denn dann bricht sie leicht. Mit einem Messer und mit Hilfe eines Lineals die Form zuschneiden. Vorher natürlich abmessen wie groß der Topf oder Untersetzer werden soll 😉.
Bitte unbedingt beachten (und nicht den selben Fehler machen wie ich beim 1. Mal): die Modelliermasse zieht sich beim Trocknen etwas zusammen. Deshalb beim Ermitteln der notwendigen Größe immer einige mm zugeben!

Ich habe mir jeweils die Größe des Topfbodens auf ein Papier übertragen und dann entsprechend die nötige Größe ermitteln:

Bei einem rechteckigen Untersetzer, wie in meinem Fall, die Seiten für den Untersetzer nach oben biegen und an den Ecken gut „verkleben“, so dass keine Löcher an den Ecken entstehen. Sollten nach dem Trocknen doch Löcher entstanden sein, so kann man diese auch noch nachträglich mit Heißkleber verschließen.
Für einen runden Untersetzer die nach oben zu biegende Fläche einige Male einschneiden und dann verkleben, so dass sich auch eine schöne Rundung ergibt.

Nachdem der Untersetzer fertig modelliert ist 24 Stunden zum Trocknen bei Zimmertemperatur stehen lassen.
So sieht der fertig modellierte Untersetzer aus:

Da die Kanten noch etwas uneben und vielleicht zum Teil auch spitze Ecken da sind, sollte man den Untersetzer noch mit feinem Nassschleifpapier schleifen.

Noch etwas langweilig, oder? Deshalb muss noch Farbe ran! Die Acrylfarbe hat aber noch eine andere wichtige Funktion: da die Modelliermasse nicht wasserfest ist, muss man sie mit wasserfester Farbe bemalen. Dafür eignet sich wasserfeste Acrylfarbe sehr gut.
Jetzt nur doch die Farbe nach Belieben auftragen und designen, einige Stunden Trocknen lassen und das Ergebnis genießen 😊.

 

Und wenn man den Untersetzer mal nicht mehr braucht, dann kann man ihn ganz leicht zu einer Schmuck- oder Schlüsselablage umfunktionieren: säubern, derb Boden mit Bastelfilz auskleiden und fertig!

 

Eine nette Bloggerkollegin hat übrigens ein ähnliches Projekt mit Kakteentöpfen gemacht. Gerne auch da mal vorbeischauen für weitere Ideen: http://www.garten-fraeulein.de/kakteen-diy

Aloe – Wunder aus der Wüste

Vor einiger Zeit bekam ich zwei Aloe vera Pflanzen geschenkt und wusste zunächst so gar nicht recht was ich damit anfangen sollte. Natürlich kannte ich Aloe, aber eben nur als fertiges Gel zur Hautpflege aus Drogerie oder Apotheke. Inzwischen bin ich aber schlauer ( 😉 ) und konnte auch schon einige Erfahrungen mit der Anwendung sammeln.

 

Die Aloe vera, auch Wüstenlilie genannt, kommt ursprünglich aus Südafrika. Durch ihren ursprünglichen Standort in Wüstenregionen hat sie hat ganz besondere Fähigkeiten entwickelt: sie kann verschiedene Nährstoffe selbst herzustellen und ist deshalb reich an Vitaminen, Enzymen, Mineralstoffen und Aminosäuren. Und das macht sie wiederum so hilfreich für uns!

 

Pflege der Aloe vera Pflanze:

  • Standort: ein gleichmäßig warmer Standort mit viel Licht und wenig Feuchtigkeit ist Pflicht. Direkte Sonne stellt kein Problem dar, sogar pralle Sonne draußen im Sommer ist möglich und wird gut vertragen. Allerdings sollte man sie daran erst 1- 2 Wochen gewöhnen. Sie ist nicht winterhart, deshalb im Winter unbedingt reinholen und einen sonnigen Platz (Süd- oder Westfenster) wählen. Bereits ab Temperaturen unter + 10°C könnte die Aloe Schaden nehmen – also rechtzeitig reinholen und auch im Frühjahr nicht vor Mitte Mai ins Freie stellen. Man kann die Aloe Pflanze auch ganzjährig als Zimmerpflanze halten – sonniger Standort natürlich vorausgesetzt 😉
  • Pflege: Wenig gießen ist ganz wichtig; immer erst wenn die Erdoberfläche trocken ist (Fingerprobe). Zuviel Wasser könnte die Aloe verfaulen lassen  – man denke nur an ihren ursprüngliche Wüstenstandort. Wichtig ist zudem noch immer auf die Erde gießen und nie von oben auf die Blätter.
    Düngen: Im Sommer ist 1mal/Monat ausreichend und  im Winter ist düngen gar nicht nötig.
    Erde: Sandiges, trockenes Substrat ist ein Muss; deshalb sollte man herkömmlicher Gartenerde ca. 1/3 Split oder groben Sand untermischen. Alternativ eignet sich auch Kakteenerde.
    Und zu guter Letzt: Augen auf bei der Topfwahl! Es sollte ein stabiler Topf sein, der nach unten nicht schmaler wird da die Aloe-Blätter ein ordentliches Eigengewicht haben und der Topf sonst zu leicht umkippen könnte.

 

Ernte:

Die Aloe wächst von unten nach oben, d.h. neue Blätter kommen oben in der Mitte nach. Daraus ergibt sie auch wie geerntet werden soll: immer zuerst die ältesten Blätter (also von unten). Alternativ: nur die Blattspitzen abschneiden; die Aloe verkraftet das und die Wunde verschließt sich innerhalb weniger Tage von selbst. Ist das Blatt mal geerntet so ist es im Kühlschrank noch einige Tage haltbar – und das hat noch einen Vorteil: aus dem Kühlschrank ist die kühlende Wirkung des Gels gleich noch besser 😊.

Aloe vera vermehren:

Für einen Ableger einfach einen Seitentrieb von der Pflanze abtrennen und ein bis zwei Tage trocken lagern, damit die Schnittkante trocknen kann. Dann den Trieb in Kakteenerde pflanzen und wässern. Wenn sich Wurzeln und neue Blätter gebildet haben, die Pflanze normal pflegen wie die “erwachsene” Aloe-Vera-Pflanze.
Die Aloe-Vera-Pflanze entwickelt aber auch häufig sog. Kindel. Um diese für das Vermehren zu nutzen einfach die Mutterpflanze aus ihrem Topf nehmen (immer unten anfassen, nicht an den Blättern), die Erde ein wenig abschütteln und die Kindel vorsichtig abziehen, ohne die Wurzeln zu verletzen. Dann die beiden Pflanzen in zwei verschiedenen Töpfen einpflanzen.

Eigenschaften:

Entzündungshemmend, deshalb ideal bei kleinen Wunden, Verbrennungen und Sonnenbrand. Auch zur Narbenpflege gut geeignet.

Anwendung:

Das Gel des angeschnitten Blattes auf die Haut tropfen
Vorsicht: Der gelbe „Mantel“ des Blattes darf nicht mit der Haut in Berührung kommen, da dies Entzündungen auslösen kann.

Aber nicht nur der Haut, auch den Haaren kann die Aloe helfen: Bei trockenem Haar, gibt sie verlorene Feuchtigkeit zurück und macht das Haar wieder geschmeidig (was wohl am hohen Gehalt an Vitamin E liegt). Auch Schuppen, welche in Zusammenhang mit trockener Kopfhaut entstehen werden so weniger. Zudem soll es das Haarwachstum anregen.
Dazu wird Aloe-Saft wie eine Haarkur angewendet: 2–3 EL Saft nach dem Waschen in Haare und Kopfhaut massieren und ca. 10 Minuten lang einziehen lassen; danach ausspülen.

Auch innerlich kann die Aloe angewendet werden. Dem Aloe-Saft werden durch seinem hohen Anteil an Vitaminen, Enzymen und Mineralstoffen Gesundheit-fördernde Eigenschaften zugeschrieben. Nach diesem reich bebilderten Rezept habe ich auch schon selbst Aloe-Saft hergestellt. Lecker finde ich ihn auf jedem Fall, ob er mir wirklich zu mehr Gesundheit verholfen hat kann ich aber nicht mit Sicherheit sagen 😉
Bitte beachten bei innerlicher Anwendung: Am besten erst vorsichtig ausprobieren oder Rücksprache mit deinem Arzt halten, da sie nicht für jedermann verträglich ist.

Die Kraft des Salbeis – Verwendung von Salbeitinktur

Mein Salbei ist letzten Sommer und Herbst stark gewachsen und hat fast seine „Nachbarn“ überwuchert. Aus diesem Grund, und natürlich weil Salbei ein super Heilkraut ist, habe ich nicht nur viel Salbei getrocknet, sondern auch Salbeitinktur hergestellt.

Wie das funktioniert und welche Anwendungsmöglichkeiten es gibt habe ich euch hier zusammengestellt:

 

Herstellung der Salbeitinktur:

Man braucht:

100g frischen Salbei (Blätter)

100 ml Alkohol mind. 40% (z.B Wodka oder Korn)

 

Man nimmt die Salbeiblätter und gibt sie in ein ausreichend großes, verschließbares Glas.

Danach bedeckt man die Blätter mit 100 ml Alkohol. Die Blätter sollten dabei komplett mit dem Alkohol bedeckt sein.

Das ganze verschlossene an einem hellen, aber nicht vollsonnigen Ort 3 – 4 Wochen ziehen lassen. Dabei immer mal wieder umschütteln.

Nach 3 – 4 Wochen den Salbei abfiltern und die fertige Tinktur in einem dunkle Gefäß (z.B. Braunglasflasche) lagern. Beschriftung inkl. Datum nicht vergessen!“

Nach dem gleichen Prinzip kann man natürlich auch aus anderen Kräutern und Blüten eine Tinktur herstellen.

 

Anwendungsmöglichkeiten:

Pur:

  • Auf Aphten oder anderen Entzündungen im Mund direkt auftupfen, beispielsweise mit einem Wattestäbchen
  • Anstatt eines Salbeitees bei Verdauungsbeschwerden (geht schneller 😉 ): 2 bis max. 3 Mal täglich 2 ml einnehmen.

 

Wichtig zu beachten:

Solch konzentrierte Anwendung sollte nicht länger als 1 bis 2 Wochen am Stück erfolgen!

Das liegt an dem Gehalt an Thujon und Kampfer: dies kann bei länger Anwendung und/oder hoher Dosierung zu Herzrasen, Schwindel oder auch Krampfanfällen führen.

Auch sollte keine Anwendung in der Schwangerschaft erfolgen; dies könnte durch eine Stimulation der Gebärmutter Wehen auslösend wirken! Kleine Mengen beim Kochen oder mal zum Gurgeln bei Halsentzündungen sollten aber auch in der Schwangerschaft unbedenklich sein.

 

Herstellen eines Mundwassers:

Für 100 ml Mundwasser benötigt man:

90 ml Wasser (frisch abgekocht)

10 ml Salbeitinktur

8 g Xylitol (Birkenzucker, hemmt die Kariesbakterien)

2 g Natron (zur Neutralisierung der Säuren im Mund)

Evtl. für die Frische noch 2 – 3 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl

 

Man gibt Xylitol und Natron in das abgekochte noch warme Wasser und löst die beiden Feststoffe darin auf. Anschließend mischt man die Salbeitinktur unter. Zum Schluss, wenn die Mischung abgekühlt ist, das Pfefferminzöl zugeben.

In eine Glasflasche abfüllen, beschriften und fertig 😊

 

Achtung: die Konzentration an Alkohol ist so niedrig, dass es zum Konservieren nicht ausreicht, daher kurze Haltbarkeit. Ich mache nicht mehr als wir in 1 Woche verbrauchen können (bei uns in der Familie sind das so um die 100 ml).

 

Herstellung eines Salbeideo-Sprays:

Man braucht:

1TL gestrichener Natron (neutralisiert Gerüche)

90 ml frisch abgekochtes, noch kochendes Wasser

30 ml Salbeitinktur (hemmt den Schweiß)

Evtl. ätherische Öle

 

Das Natron in ein hitzebeständiges Gefäße (z.B. Becherglas geben) und mit dem kochenden Wasser übergießen und so darin auflösen. Die Mischung abkühlen lassen.

Die Salbeitinktur dazugeben und gut schütteln.

Ätherische(s) Öl(e) nach Lust und Laune zugeben: ich finde erfrischende Zitrusöle wie Orange oder Limette passen perfekt dazu. Auch Teebaum- oder Thymianöl (beide haben eine antibakterielle Wirkung) können eine gute Ergänzung sein.

Zum Schluss alles in eine Sprühflasche abfüllen und natürlich auch hier wieder gut beschriften.

Dieses Deo verwende ich nicht jeden Tag, da es durch den Alkohol die Haut reizen kann, aber an stressigen Tagen oder sich zum Mitnehmen finde ich es super.

 

Salbei Fusscreme:

Man benötigt:

15 ml Mohnöl (fühlt sich leicht an auf der Haut, schützende Wirkung durch hohen Anteil an Palmitinsäure —> gut bei beanspruchter, irritierter Haut)

15 ml Jojobaöl (antioxidativ, stabilisiert Mohnöl, welches schnell verdirbt)

Alternativ: 30 ml Jojobaöl

4 g Bienenwachs

15 g Lanolin anhydrat (als Emulgator, damit sich Wasser- und Ölphase verbinden)

30 ml Salbeitinktur

20 Tropfen ätherisches Teebaumöl (antibakteriell)

Konservierung: keine zusätzliche nötig, da der Alkoholanteil in der Tinktur ausreicht —> Haltbarkeit ca. 6 Wochen

 

Als allererstes – wie immer bei der Herstellung von Cremes – sauber arbeiten: also zu verwendende Geräte und Arbeitsfläche vorher desinfizieren!

  1. Das Lanolin und das Bienenwachs in der Ölmischung im Wasserbad in einem hitzebeständigen Glas (z.B. Becherglas) schmelzen (= Ölphase)
  2. Die Tinktur (unsere Wasserphase) im Wasserbad auf dieselbe Temperatur erwärmen.
  3. Die Ölphase unter ständigem Rühren in die Wasserphase schütten und solange rühren (am besten mit einem Minimixer) bis sich die beiden Phasen miteinander verbunden haben und eine einheitliche „Masse“ entstanden ist.
  4. Die Creme unter gelegentlichem Rühren auf Zimmertemperatur abkühlen lassen und dann in eine Cremedose oder Tube abfüllen. Auch wieder an das korrekte Beschriften denken (Was ist drin? Wann hergestellt? Wie lange haltbar?)

 

Wer noch nie eine Creme hergestellt hat, kann hier ein paar Grundlagen dazu nachlesen: http://schwatzkatz.com/tagescreme-selber-machen/

 

Ich hoffe ihr hab ein paar gute Anregungen zur Anwendung von Salbeitinktur gefunden. Sollte ihr noch weitere Ideen habe, gerne fleißig kommentieren – ich freue mich immer über Anregungen 😊

 

Wenn ihr noch keinen Salbei zu Hause habt, dies im Sommer aber unbedingt nachholen wollt, dann schaut mal hier vorbei was man beim Anbau von Salbei beachten muss: Salbei

 

Teebeutel aus Stoff selber nähen – für doppeltes Geschmackserlebnis

Frische Kräuter sind einfach was Tolles und damit man (oder frau) auch im Winter etwas davon hat, habe ich immer Sommer ganz fleißig Kräuter getrocknet. Aber die getrockneten Kräuter machen nicht nur beim Kochen Freude, sondern man kann auch leckeren und gesunden Tee daraus machen. Egal ob Salbei, Thymian oder Pfefferminze – die schmecken selbst getrocknet einfach viel besser als die gekauften Teebeutel.

Das einzige „Problem“ dabei ist nur: vor allem morgens, wenn es schnell gehen muss, hat man nicht immer Lust und Zeit sich den Tee mühsam mit Teesieb oder Teeei zuzubereiten. Oder auch abends wenn man schon müde ist. Kennt ihr das auch?
Um auch dann meinen frisch selbst getrockneten Kräutertee genießen zu können, habe ich von meine Lieblingstees in fertigen Tassenportionen hergerichtet, so dass es genauso schnell geht wie mit gekauften Teebeuteln. Egal ob Teemischung oder einzelne Kräuter, für mich ist das eine Erleichterung im hektischen Alltag. Da ich es zudem nachhaltig mag, sollten es natürlich keine Einmal-Teebeutel sein. Aus diesem Grund habe ich mir aus alten Stoffresten selbst Teebeutel genäht – das geht recht einfach, auch für Anfänger und auch mal ohne Nähmaschine.

Wie funktioniert das Herstellen der Stoff-Teebeutel?

Man braucht:

  • Stoffreste aus 100% Baumwolle (z.B. alte Geschirrtücher oder auch übrig gebliebene Stücke von anderen Näharbeiten), alternativ gehen auch z.B. alte Leinengeschirrtücher
  • Nähgarn
  • Schnur, Wolle oder anderes dickeres, reißfestes Garn zum Verschließen der Beutel
  • Knöpfe, (Holz-) Kugeln etc. (damit der Beutel nicht komplett in die Tasse fällt)

Und so geht’s:

1.) Zunächst den Stoff zuschneiden: als Größe für 1 Tasse Tee (250 ml) mit 2 Teelöffeln Tee hat sich ein Zuschnitt von ca. 12 cm x 15 cm (bereits inkl. Nahtzugabe bewährt) bewährt.
Natürlich kann man auch neuen Stoff verwenden, diesen sollte man jedoch vorab waschen. Ich hab’s diesmal mit alten ausrangierten Geschirrtüchern gemacht.

2.) Erster Nähschritt: an einer der langen Stoffseiten den Stoff doppelt ca. 1 cm einschlagen (zur Stoffrückseite (= sog. Linke Seite)).  Danach ca. 0,8 cm von Rand entfernt absteppen. Am besten den Umschlag mit Stecknadeln oder Nähklammern fixieren, so dass nichts verrutscht und schief wird. Das doppelte Einschlagen ist nötig, damit später die Schnur durchgefädelt  werden kann. Am schnellsten geht es natürlich mit der Nähmaschine und einem einfachen geraden Stich. Aber auch ohne Nähmaschine, mit der Hand, lassen sich Säckchen in dieser Größe gut nähen. Am besten klappt das mit einem einfach Steppstich (Nähanfänger, die unsicher sind welcher das ist können das auch hier nachlesen: http://www.schneidern-naehen.de/handstiche).
Wer möchte kann nun die Ränder der anderen 3 Stoffseiten noch mit einem Kreuzstich versäubern. Ich habe es nicht gemacht, da ich es für einen Teebeutel, der nicht so großen Belastungen ausgesetzt ist als nicht notwendig erachte – aber sieht natürlich „ordentlicher“ aus.

3.) Zweiter Nährschritt: Den Stoff rechts auf rechts (also mit der Stoffvorderseite) in der Mitte zusammenfalten. Feststecken und dann die untere und die Seitennaht schließen. Auf der Seite nicht ganz nach oben nähen, damit die Schnur noch durch den vorher genähten Umschlag gefädelt werden kann.

4.) Nun das fertige Säckchen auf rechts drehen.

5.) Zum Schluss nur noch die Schnur durch den doppelt eingeschlagenen Stoffteil am oben Ende fädeln. Das funktioniert am besten mit Hilfe einer Sicherheitsnadel. Als allerletztes den Knopf oder die Kugeln (ich hatte für meine Teebeutel noch ein paar Blätter aus Fimo) an das Schnurende binden und schon ist er fertig, unser Stoff-Teebeutel.

Verwendet man den Beutel immer für denselben Tee, reicht es ihn kurz unter heißem Wasser auszuspülen und gut zu trocknen bevor man ihn wieder verwendet. Ansonsten, oder nach mehreren Anwendungen, in  der Waschmaschine bei 60 Grad waschen und gut trocknen.

Ihr findet die Idee toll, aber wisst noch nicht welche Kräuter ihr für Tee trocknen wollt. Dann schaut mal hier vorbei, da findet ihr Tipps für Tee(-Mischungen) für die Erkältungszeit: Balkonkräuter für die Erkältungszeit

Und nun: Genießt euren Tee!

Wirksame Erkältungshelfer vom Kräuterbalkon

Und schon ist es wieder soweit: der Sommer ist zu Ende und mit dem kühlen und nassen Herbstwetter kommt auch die Erkältungszeit. Und das obwohl ich das Gefühl habe der Sommer hatte doch gerade erst angefangen 😉

Um gut durch die Erkältungszeit zu kommen gibt es einige Tipps: von guter, saisonaler Ernährung, über Stress- und Risikofaktoren reduzieren, bis hin zu Kräutern. Wie ihr letztere für euch nutzen könnt werde ich heute schreiben.

Die meisten Gartenkräuter sind zum Glück recht anspruchslos und wachsen auch auf kleinsten Raum auf dem Balkon. Deshalb sind bei mir auch immer zahlreiche davon zu finden und werden nicht nur frisch in der Küche verarbeitet, sondern auch für den Winter fleißig getrocknet. Habt ihr im Sommer genauso wie ich Kräuter angebaut und fleißig getrocknet?
Dann ist sicher auch bei euch etwas dabei was euch helfen kann die Erkältungszeit besser durchzustehen.

Folgende Kräuter, die sich leicht am Balkon anbauen lassen, sind aufgrund Ihrer Eigenschaften super geeignet um die Heilung und Linderung von Erkältungen zu unterstützen:

  • Thymian, echter (Thymus vulgaris):
    Wirkung: antibakteriell, schleimlösend, entzündungshemmend
    Was wird verwendet? Blätter
    Anwendungsmöglichkeiten: als Tee bei Husten und verschleimten Nebenhöhlen
    ACHTUNG: Schwangere und Menschen mit Leberschäden sollten die Anwendung von Thymian vermeiden!
  • Rosmarin (Rosmarinus officinalis):
    Wirkung: antibakteriell, entzündungshemmend, entspannend, krampflösend
    Was wird verwendet? Blätter
    Anwendungsmöglichkeiten:
    Tee
  • Salbei, echter (Salvia officinalis):
    Wirkung: antiviral
    Was wird verwendet? Blätter
    Anwendungsmöglichkeiten: Gurgellösung bei Halsentzündungen, Tee, Inhalieren des Aufgusses (Tees, ca. 10 min ziehen lassen) bei Schnupfen
  • Kamille, echte (Chamomilla recutita):
    Wirkung: anti-entzündlich, antibakteriell und krampflösend (bei krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden)
    Was wird verwendet? Blüten
    Anwendungsmöglichkeiten: Inhalieren des Aufgusses bei Schnupfen (ca. 10 min ziehen lassen), Gurgellösung bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum
  • Spitzwegerich (Plantago lanceolata):
    Wirkung: lindert den Hustenreiz, leicht husten- und schleimlösende Wirkung, entzündungshemmend
    Was wird verwendet: Kraut
    Anwendungsmöglichkeiten: Tee bei Husten, Hustensirup
  • Sonnenhut (Echinacea purpurea):
    Wirkung: Steigerung der Abwehrkräfte/Immunsystem
    Was wird verwendet? Kraut
    Anwendungsmöglichkeiten: Einnahme des alkoholischen Auszugs oder als Echinaceahonig (pur oder im Tee)

Es gibt einige hilfreiche Teemischungen, die auch lecker schmecken (zumindest mir 🙂 ). Hier habe ich ein paar eigens zusammengestellte und erprobte Rezepturen für euch:

Teemischung bei Husten (produktiver Husten, schleimlösend):

45 g Spitzwegerichkraut (getrocknet)
45 g Thymian (getrocknet)
10 g Fenchelsamen (etwas frisch zerkleinert, da sich sonst die Inhaltstoffe beim Auszug nicht herauslösen)

Zubereitung und Anwendung: 1 gehäufter TL auf 1 Tasse Tee (ca. 250ml); mit siedenden Wasser übergießen und ca. 10 min zugedeckt ziehen lassen.

Teemischung bei Husten (trockener Husten, reizlindernd):

50 g Salbeiblätter (getrocknet)
50 g Kamillenblüten (getrocknet)
evtl. (nach Belieben) 10 g Orangenblüte (kann man getrocknet kaufen)

Zubereitung und Anwendung: 1 gehäufter TL auf 1 Tasse Tee (ca. 250ml); mit siedenden Wasser übergießen und ca. 10 min zugedeckt ziehen lassen.

Teemischung bei Schnupfen:

15 g Holunderblüten (kann man im Frühjahr an vielen Stellen in der freien Natur sammeln und trocknen)
25 g Kamillenblüten (getrocknet)
25 g Rosmarinblätter (getrocknet, zerkleinert)
15 g Salbeiblätter (getrocknet)

Zubereitung und Anwendung: 1 gehäufter TL auf 1 Tasse Tee (ca. 250ml); mit siedenden Wasser übergießen und ca. 10 min zugedeckt ziehen lassen.

Teemischung zum Inhalieren bei Schnupfen:

45 g Kamillenblüten (getrocknet)
45 g Thymiankraut (getrocknet)
10 g Anisfrüchte (Samen, etwas zerkleinert, da sich sonst die Inhaltstoffe beim Auszug nicht herauslösen)

Zubereitung und Anwendung: 1 gehäufter TL mit 1 l siedendem Wasser übergießen. Zugedeckt ca. 5 min ziehen lassen. Das Zudecken ist essentiell, da sonst zu viele, leicht flüchtige, ätherische Öle verloren gehen. Auf angenehme Temperatur abkühlen lassen und inhalieren (ca. 10 Min).

Bei all diesen Teerezepturen gilt: unbedingt zugedeckt ziehen lassen! Das Zudecken ist essentiell, da sonst zu viele, leicht flüchtige, ätherische Öle verloren gehen.

Neben der Verwendung als Tee bzw. Aufguss eignet sich vor allem Thymian auch super für einen Erkältungsbalsam:

Der Herstellung ist auch für Ungeübte recht einfach. Und Kinder – zumindest mein Sohn und meine Neffe 😉 – lieben es damit eingerieben zu werden!

Thymianbalsam für Babys und Kleinkinder (ab ca. 3 Monate, aber bitte vor allem bei Babies immer zum Kinderarzt und die Anwendung mit ihm absprechen):

Man braucht:

1 Hand voll getrockneten Thymian
50 ml Mandelöl (oder ein anders für Babys geeignetes Basisöl, z.B. Jojobaöl)
2 TL Bienenwachs (ca. 5 g)

Optional, nach Lust und Laune: 5 Tropfen eines der folgenden ätherische Öle: Lavendel fein (beruhigend), Mandarine rot (entzündungshemmend, antiviral und antibakteriell) oder Benzoe Siam (ausgleichend, entspannend)

Zubereitung:

  • Thymianöl herstellen: Das Mandelöl vorsichtig erwärmen und den Thymian zugeben. Am besten klappt das im Wasserbad, damit es nicht zu heiß wird, denn der Thymian könnte sonst verbrennen. Alternativ mache ich das auch gerne mit meinem alten, ausrangierten Schokoladenfondue mit Teelicht. Egal für welche Methode man sich entscheidet, es ist immer ratsam das Gefäß beim Auszug abzudecken, da sonst die leicht flüchtigen Inhaltsstoffe (ätherische Öle) bereits beim Auszug verloren gehen. Der Auszug sollte ca. 2 Stunden bei moderater Wärme erfolgen. Danach das Öl durch ein Sieb abgießen, so dass keine festen Pflanzenteile mehr im Öl sind.
  • Balsam fertig stellen: Das fertige Thymianöl nochmals erwärmen und das Bienenwachs unter Rühren zugeben, bis das Bienenwachs komplett geschmolzen ist. Wer noch ätherisches Öl zugeben möchte sollte den Balsam erst noch etwas erkalten lassen (aber er sollte noch flüssig bzw. zähflüssig sein) und dann erst das ätherische Öl zugeben. Dies gut untermischen.
    Den noch flüssigen Balsam in ein passendes Gefäß geben und abkühlen lassen.

Anwendung:

Den fertigen Erkältungsbalsam auf Brust und Rücken auftragen; am besten mit Massagebewegungen von Brustkorbmitte nach außen, so dass zusätzlich noch das Schleim lösen und ablaufen aktiviert wird.

Erkältungsbalsam für Erwachsene und Kinder ab 6 Jahre:

Hierbei verwende ich die Kraft verschiedener ätherischer Öle in einer Basis aus Mandelöl und Bienenwachs; aber natürlich kann man auch das Thymianöl verwenden (also den Auszug vom Babybalsam verwenden) und mit den ätherischen Ölen ergänzen.

Man braucht:

50 ml Basisöl (z.B. Mandelöl, Sonnenblumenöl oder auch das Thymianöl)
2 TL Bienenwachs (ca. 5 g)
Ätherische Öle (insgesamt 30 Tropfen); für mich hat sich folgende Mischung bewährt:
15 Tr. Eukalyptus
10 Tr. Teebaum
5 Tr. Pfefferminz

Zubereitung:

Das Basisöl vorsichtig erwärmen und das Bienenwachs darin schmelzen. Die fertige Mischung erst noch etwas erkalten lassen (aber sie sollte noch flüssig bzw. zähflüssig sein) und dann erst die ätherischen Öle zugeben. Diese gut untermischen. Anschließend den noch flüssigen Balsam in ein passendes Gefäß geben und abkühlen lassen.

ACHTUNG: in der Schwangerschaft sollten ätherischen Öle nur sehr vorsichtig angewendet werden, die Anwendung sollte niedrig dosiert und nur mit ärztlicher Absprache erfolgen!
Einige Öl sind in der Schwangerschaft gänzlich ungeeignet, dazu zählen unter anderem: Thymian, Eukalyptus, Majoran und Rosmarin.

Ich hatte in Absprache mit einer Aromatherapeutin in meiner letzten Schwangerschaft folgende Öle auf 50 g Balsam verwendet: 10 Tr. Cajeput (antiviral, schleimlösend und abwehr steigernd), 5 Tr. Orange (antiviral, antibakteriell) und 5 Tr. Niaouli (antiviral, schleimlösend). Niaouli könnte man auch durch 5 Tr. Teebaumöl ersetzen (antiviral, entzündungshemmend und abwehr-steigernd).

Und zum Schluss möchte ich euch noch ein tolles Rezept zur Unterstützung des Immunsystems zeigen: Echinaceahonig:

Echinacea wächst auch gut in Töpfen auf Balkon und Terrasse und ist meist günstig im Gartenfachhandel als Pflanze zu erwerben – also perfekt geeignet für uns Balkongärtner 🙂

Der Auszug mit Honig klappt bei Echinacea ähnlich gut wie ein alkoholischer Auszug, es werden alle wichtigen Inhaltsstoffe aus der Pflanze herausgelöst. Deshalb ist er gut für Kinder geeignet oder auch für alle anderen die „Alkohol-frei“ leben möchten.

Man verwendet dazu die ganzen Stängel inkl. Blüten und Blätter einer mind. 2 Jahre alten Pflanze. Blütenblätter abzupfen und den Rest der Stängel klein schneiden. In ein Einmachglas füllen (bis max. 2/3 der Höhe) und mit flüssigem Honig bedecken und für ca. Wochen ziehen lassen (an einem hellen Ort aber nicht vollsonnig). Das Glas immer mal wieder umdrehen, so dass sich alles gut durchmischt. Nach 4 Wochen den Honig abseihen, so dass keine Pflanzenteile mehr darin sind. Abfüllen und kühl lagern.

Haltbarkeit: ca. 1 Jahr

Habt ihr noch weitere Balkonkräuter, die ihr zur Linderung von Erkältungsbeschwerden einsetzt? Dann kommentiert bitte fleißig 🙂

Und bitte denkt daran (Hinweis aus rechtlichen Gründen): Meine Rezepte und Empfehlungen basieren nur auf Erfahrungswerten und sollen weder dazu auffordern sich selbst zu behandeln bzw. eine ärztliche Behandlung/Medikation abzubrechen oder zu ersetzen. Ich gebe hier keine Heil- oder Linderungsversprechen ab. Das Nachmachen erfolgt auf eigene Gefahr.

Und für eure eigene Gesundheit: Solltet ihr euch „richtig“ krank fühlen oder es nach einige Tagen nicht besser werden, sucht einen Arzt auf.

DIY Badesalz – Winterflair mit Sommerzutaten

Die kalten Jahreszeit ist da und ebenso der alljährliche Vorweihnachtsstress – was gibt es da schöneres als ein Vollbad zu nehmen?! Doch leider bedeutet ein Vollbad häufig Stress für die Haut. Warum? Durch langes Baden wird der Haut Feuchtigkeit entzogen.
Um dem entgegen zu wirken kann man in Salz baden. Vor allem für Personen mit trockener, gereizter und/oder schuppiger Haut ist das häufig eine gute Alternative.
Aber wieso ist das so? Das sogenannte osmotische Gleichgewicht (d.h. es fließen genauso viele Wassermoleküle durch die Haut nach außen wie nach innen) wird beeinflusst, so dass das Wasser tiefer in die Hautporen eindringen kann und somit nicht so viele körpereigene Salze ausgeschwemmt werden. Der Haut wird weniger Feuchtigkeit entzogen.
Baden mit Badesalz hat aber noch 2 weitere Vorteile: Bakterien auf der Haut können abgetötet werden und es kann helfen abgestorbene Hautschuppen abzustoßen.
 
Ihr seid noch auf der Suche nach einem tollen selbstgemachten Weihnachtsgeschenk und habt noch einige getrocknete Zutaten vom Sommer übrig? Dann findet ihr hier genau das Richtige: ein paar Ideen Badesalz selbst herzustellen.
Am besten eignet sich zur Herstellung von Badesalz Totes Meer Salz, welches einfach in Apotheke oder Drogerie zu bekommen ist. Alternativ geht auch Thermalsolesalz oder Himalaya Badesalz. Optisch wirkt es am besten, wenn man grob und feinkörniges Salz mischt, allerdings sollte man immer daran denken, dass sich grobkörniges Salz langsamer auflöst und vielleicht etwas unangenehm ist wenn man darauf liegt 😉
 
1.       Lavendel Badesalz (entspannend):
Man braucht: Meersalz (ca. 3 EL, reicht für ein Vollbad), 1 TL Mandelöl, 5 Tropfen ätherisches Lavendelöl, getrocknete Lavendelblüten nach Blieben
2.       Rosmarin Badesalz (bei Erkältung und/oder Muskelverspannungen):
Man braucht: Meersalz (ca. 3 EL, reicht für ein Vollbad), 1 TL Mandelöl, 5 Tropfen ätherisches Rosmarinöl, getrocknete Rosmarinnadeln (klein gehackt, evtl. etwas mörsern, damit das ätherischer Öl aus den Nadeln in das Salz kommen kann)
3.       Citrus Badesalz (belebend):
Man braucht: Meersalz (ca. 3 EL, reicht für ein Vollbad), 1 TL Mandelöl, 5 Tropfen ätherisches Zitronenöl (alternativ, wenn man es auch bei Kindern anwenden will: Mandarine rot), Abrieb eine Bio-Zitrone oder Bio-Orange (alternativ auch selbst getrocknetes Zitronen- oder Orangepulver, siehe hier: https://www.wildfind.com/rezepte/zitrusschalen-trocknen).
 
Die Zubereitung ist für alle Badesalze gleich:
1.       Salz in eine Schüssel geben. Mandelöl (oder anderes Basisöl, wie z.B. Jojobaöl oder Sesamöl) hinzugeben und gut vermischen. Grundsätzlich eignet sich als Öl auch Olivenöl, allerdings könnte hier der Eigengeruch den Geruch der anderen Zutaten etwas verfälschen.
2.       Ätherisches Öl zu der Mischung geben und nochmal gut durchmischen.
3.       Zum Schluss die festen Zutaten wie Lavendelblüten oder Rosmarin zugeben und ebenfalls gut vermischen.
4.       Im Anschluss in ein luftdichtes Behältnis füllen. Ich verwende hier gerne Glasflaschen mit Stopfen; diese sehen gut aus und lassen sich auch wiederverwenden. Aber auch Schraubgläser oder Gläser mit Bügelverschluss sind sehr gut geeignet.
 
Schon ist das Badesalz fertig! Mit einem schönen Etikett versehen ein wunderschönes Geschenk (Eine Vorlage dazu könnt ihr euch hier herunterladen: Badesalz-Anhänger)
 
Grundsätzlich kann man bei allen hier genannten Rezepturen das Basisöl weglassen, jedoch finde ich es mit Basisöl angenehmer da dieses die Haut zusätzlich pflegt.
 
Auch für Kinder geeignet – jedoch nur für ältere! Badesalz kann wenn es eingenommen/gegessen wird zu Vergiftungen führen, auch schon in recht geringen Mengen. Deshalb Kinder erst ab einem Alter damit baden lassen in dem sie das Badewasser nicht mehr trinken 😉
Um das Baden für die Kinder noch interessanter zu gestalten ist es möglich das Badesalz noch zusätzlich mit Speisefarbe einzufärben. Dafür die Lebensmittelfarbe einfach in Wasser auflösen und auf das Salz geben.
Welche Öle zum Baden von Kindern geeignet sind habe ich bei der Herstellung von Badebomben schon mal erläutert, lest hier.
 
Haltbarkeit: Das Salz wirkt konservierend, so dass man sich keine Sorgen über die Haltbarkeit aufgrund von Rosmarin oder Zitrusschalen machen muss. Wenn ich das Salz verschenken gebe ich die Haltbarkeit mit 1 Jahr an. Es sei denn das verwendete Basisöl hat eine kürzere Haltbarkeit, dann hieran orientieren!
 
Die hier gezeigten Badesalz-Rezepturen lassen sich natürlich beliebig abwandeln: Wie wär’s mal mit Rosenblättern und Rosenöl? Oder Honig und Vanille? Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt – und ich würde mich freuen wenn ihr mir eure Ideen hier mitteilt 🙂
 

 

 

 

Ginkgo – “Go” für Blutfluss und Gedächtnis

Der Monat November steht bei mir im Zeichen des Ginkgo, denn das ist die Pflanze auf meinem Heilpflanzenkalender.

Der Ginkgo wird auch als Goethebaum bezeichnet, den bereits Goethe hat ihm ein Gedicht gewidmet:

Das Ginkgoblatt wird darin als Sinnbild für Liebe und Freundschaft beschrieben, was auch heute noch eine wichtige Bedeutung hat.

Nach diesem kleinen Exkurs in die Welt  der Literatur – welches normalerweise nicht zu meinen „bevorzugten Welten“ gehört 😉 – nun wieder zurück in die Botanik:

Der Ginkgobaum ist wirklich ein faszinierender Baum: er ist schon viel älter als Goethe! Es gibt ihn, soweit man weiß, schon seit 250 Millionen Jahren und er wird deshalb manchmal auch als “lebendes Fossil” bezeichnet. Und es gibt noch eine Besonderheit: Auch wenn er eher aussieht wie ein Laubbaum und im Herbst sein Blätter abwirft, so gehört er botanisch gesehen trotzdem zu den Nadelhölzern.

Der Ginkgobaum kann bis zu 30 Meter hoch werden. Charakteristisch sind auch seine Blätter:  sie sind breit und fächerförmig. Der Ginkgo ist getrenntgeschlechtig (Fachausdruck: diözisch), es existieren also männliche und weibliche Pflanzen.

Der Samen riecht im ausgereiften Zustand sehr unangenehmen nach ranziger Butter. Verantwortlich dafür sind die in der Samenschale der weiblichen Bäume, denn diese enthaltenen Fettsäuren Buttersäure und Capronsäure. Der unangenehme Geruch führt dazu, dass in Europa, vor allem auf öffentlichem Gelände, meist männliche Ginkgobäume angepflanzt werden.

Aber nun zur Frage, die sich uns als Balkon- Terrassengärtner stellt: Kann man den Ginkgo auch im Topf haben?

Nun gut, 30 m wird er dort nicht hoch werden 😉 aber kleine Ginkgobäume kann man gut im Topf halten, der Gingko hat nämlich so einige Vorzüge:

  • Er ist nicht anfällig für Krankheiten.
  • Er liebt die direkt Sonne, Wärme und Helligkeit. Auch im Halbschatten ist die Anzucht möglich. Aufpassen sollten man lediglich bei Jungpflanze, die vertragen noch keine pralle Sonne.
  • Er benötigt nicht allzu viel Wasser; am besten ist es die Erde immer leicht feucht zu halten. Einziges NO GO: Staunässe! Deshalb, falls möglich, unters Dach stellen und auf jeden Fall groß genuge Abzugslöcher in den Topf, so dass überschüssiges Wasser ablaufen kann.
  • Auch mäßig düngen reicht ihm aus.
  • Als Jungpflanze ist er eher Pyramidenförmig und daher wunderhübsch anzusehen, erst später entwickelt sich die klassische Baumkrone.

 

Und was hat der Ginkgo nun auf dem Heilpflanze-Kalender zu suchen?

Für alle die den Fernsehsender auch in der Werbepause nicht wechseln ganz klar: da gibt es doch Präparate zur Verbesserung der Gedächtnisleisung. Für alle anderen – und auch die neugierigen Fernsehschauer 😉 – aber erstmals von vorne:

Die wirksamen Inhaltsstoffe befinden sich ausschließlich in den Blättern. Sie enthalten sogenannte Diterpene, die vorwiegend aus den Ginkgoliden A, B und C bestehen. Außerdem sind in den Blätter Sesquiterpene vor Flavonoide und Ginkgolsäuren enthalten.

Für die Wirkung des Ginkgo ist vermutlich das Zusammenspiel von Flavonoiden, Ginkgoliden und Terpenen verantwortlich, eine Isolation und Verwendung einzelner Wirkstoff scheint nicht zu funktionieren.

Das Zusammenwirken von Flavonoiden Ginkgoliden und Terpenen scheint folgende Wirkungen zu haben:

  • Schutz der Nervenzellen vor schädlichen Einflüssen sowie Unterstützung der Funktion bestimmter Botenstoffe im Gehirn, welche für Gedächtnis und Lernen zuständig sind.
  • Hemmung der Blutgerinnung und somit Verbesserung der Fließeigenschaften des Blutes.
  • „Einfangen“ sog. freie Radikale, welche zur Zerstörung von wichtigen Zellen führen können.

 

Aus diesen Wirkungen ergeben sich 2 Anwendungsgebiete:
Zum einen wenn aufgrund von Konzentrationsstörungen das Lernen schwer fällt oder die geistige Fitness im Alter nachlässt. Zum anderen bei Erkrankungen, bei denen Durchblutungsstörungen eine Rolle spielen, wie beispielsweise Schwindel (aufgrund von Durchblutungsstörungen) oder Ohrengeräusche (Tinnitus).

Die Wirkung des Ginkgo ist nicht nur eine tradtionell überlieferte; es gibt auch zahlreiche Studien welche die Wirksamkeit belegen (siehe z.B. hier: Ginkgo-Ratgeber)

 

Das hört sich jetzt erstmal so an, als ob Ginkgo ein Muss im heimische Garten ist, oder? Es gibt hier jedoch ein kleins, aber bedeutendes “ABER”: man kann zwar Tee aus den Ginkgoblättern zubereiten, was jedoch aus 2 Gründen nicht empfehlenswert bzw. sinnvoll ist:

  1. Die wirksamen Stoffe werden beim Aufguss nicht in ausreichender Menge aus den Blättern herausgelöst und somit keine bzw. kaum Wirkung vorhanden.
  2. Es können jedoch schädliche Ginkgolsäuren herausgelöst werden. Ginkgolsäuren können sowohl Allergien auslösen als auch haben sie möglicherweise Erbgut-verändernde, uns somit krebserregende, Eigenschaften. Bei standardisierten Präparaten in Tabletten- oder Kapselform muss diese Ginkgolsäure aus diesem Grund auch entfernt werden.

Aus diesem Grund ist der Ginkgo zwar eine wertvolle Heilpflanze, jedoch sollten wir dennoch – zum Schutz unserer Gesundheit – besser auf fertige Präparate aus der Apotheke zurückgreifen.

Nichts destotrotz ist der Ginkgo durch seine besonderen Blätter und deren saftiges Grün eine Bereicherung auf dem Balkon – ich liebe mein Ginkgo-Bäumchen, auch wenn es gerade mal um die 15 cm hoch ist 😉

Wichtig ist auch zu wissen: Ginkgopräparate wirken nicht sofort, sondern erst nach mehrwöchiger Einnahme. Bei der Einnahme von fertigen Ginkgopräparaten natürlich immer die Packungsbeilage sorgfältig lesen und Rücksprache mit dem Arzt halten, da beispielsweise auch zur Verstärkung der Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten kommen kann.

Habt ihr Erfahrung mit Ginkgo Im Topf oder mit der Anwendung von Ginkgo? Falls ja, dann kommentiert  bitte fleißig – DANKE 🙂