Mein Tomatenexperiement – Fazit

Im September letzten Jahres hatte ich mein Tomatenexperiment gestartet. Es ging darum Tomaten im Winter in der Wohnung zu ziehen (mein Vorhaben könnt ihr hier auch nochmal nachlesen: http://urban-gardening-blog.de/Blog/tomaten-und-wie-man-sie-auch-in-herbst-und-winter-zu-hause-geniessen-kann/ ). Nun möchte ich euch berichten wie es (bis jetzt) gelaufen ist.

Am Anfang war meine Euphorie noch groß, denn sie keimten wie gewohnt und nach 1 Woche konnte ich die Keimlinge bewundern.

Doch die Ernüchterung kam ziemlich schnell: die Pflänzchen wuchsen nur im Schneckentempo: bis die erste Blattreihe nach den Keimblättern zu sehen war dauerte es eine gefühlte Ewigkeit. Zu Weihnachten, also nach rund 3 Monaten war die Bilanz recht ernüchternd: immer noch nur Mini-Pflänzchen von gerade mal ca. 8 cm Höhe. Obwohl ich mich an die angelesenen Angaben zu Düngung und Gießen gehalten hatte schien etwas Wichtiges zu fehlen und das war wohl das Licht: die kurzen Wintertage schienen einfach nicht auszureichen um ein zufriedenstellendes Wachstum zu erreichen. Nun gut, da ich nichts zu verlieren hatte und sie immerhin gesund – in frischem Grün – aussahen, ließ ich sie in Ruhe weiterwachsen.

Und siehe da, nach nunmehr 4 Monaten, als im Januar die Tage endlich wieder länger werden, geht es auch beim Pflanzenwachstum vorwärts: Ende Januar waren sie dann auch beide bei rund 25 cm Höhe angekommen.

Und Anfang März war es dann endlich soweit: die ersten Blüten zeigten sich 😊

Und jetzt, der März neigt sich dem Ende zu, sind auch endlich die ersten Minitomaten zu sehen – jetzt müssen sie nur noch etwas gelb bzw. rot werden und schon kann geerntet werden. Damit es zur Befruchtung kam, mussten die Blüten vorher natürlich von Hand bestäubt werden (Bienen oder Wind hatte ich in meiner Wohnung nun mal keine zur Hilfe), was ich durch Schütteln machte.

Mein Fazit: Tomaten anbauen in der Wohnung funktioniert auch in der dunklen Jahreszeit, allerdings nicht so wie erhofft (und irgendwie auch erwartet): es dauert viel länger und ohne zusätzliches Licht war, selbst in meiner hellen Wohnung, keine Ernte in den Wintermonaten möglich. Aber immerhin werden meine Mühen jetzt doch bald durch die erste Ernte belohnt werden – auf jeden Fall früher als die „normale“ 1. Sommerernte

Und im kommenden Herbst starte ich einen neuen Versuch – mit etwas mehr Technik, z.B. einer Pflanzlampe um das fehlende Sonnenlicht an den kurzen Wintertagen zu ersetzen. Mal sehen ob dies dann zu einer Ernte zur Winterzeit führt.

Und jetzt geht’s erstmal nach draußen die Frühlingssonne genießen 😊 – ich hoffe ihr könnt das auch, viel Spaß!

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7 Tipps zur Nährstoffoptimierung bei Gemüse

Das neue Gemüse-Gartenjahr geht bald wieder los und so als Vorbereitung habe ich mir am Wochenende mal ein paar Küchentipps geholt, wie man das Gemüse am besten verarbeitet und isst um die meisten Nährstoffe zu sich zu nehmen bzw. zu erhalten. Da ich mein Wissen natürlich gerne mit euch teilen möchte, hier 7 gute Tipps zur „Nährstoffoptimierung“:

  1. Tomaten kochen: Hört sich für euch komisch an? So ging es mir am Anfang auch und ich werde sicher auch weiterhin Tomaten frisch vom Strauch essen. Tomaten gehören generell mit zu den gesündersten Gemüsesorten, denn sie enthalten eine stattliche Anzahl von 13 Vitaminen und 17 Mineralstoffen. Kochen von Tomaten führt dazu, dass vermehrt Lycopin (ein wichtiger Pflanzenstoff in Tomaten, welcher unter anderem zum Schutz der Gefäße vor Arterienverkalkung beitragen soll) entsteht. Also im Winter ruhig mal Dosentomaten kaufen, die sind besser als ihr Ruf. Im Gegensatz dazu werden die Tomaten, welche wir im Winter im Supermarkt kaufen können grün geerntet und haben deshalb nicht nur wenig Geschmack sondern auch wenige Nährstoffe.
  2. Salat geschnitten aufbewahren: Salatblätter kann man vor dem Aufbewahren gut und gerne auch mal schon in kleinere Stücke reißen (anders als bei den meisten Gemüsesorten), da dies dazu führt, dass vermehrt sekundäre Pflanzenstoffe (z.B. Antioxidantien) gebildet werden. Dieser Effekt hält ein bis 2 Tage an; deshalb: nach 1 Tag lagern essen.
  3. Salat mit fetten Dressing zubereiten: Fett wird in unsere Gesellschaft immer als Dickmacher verbannt, jedoch gibt es wichtige fettlösliche Vitamine (z.B. Vitamin A), welche einfach Fett benötigen damit der Körper sie aufnehmen kann. Deshalb Salat mit guten Öl (z.B. Olivenöl) zubereiten, um die fettlöslichen Vitamine nicht „einzusperren“, sondern den Körper gut für die Verwertung zur Verfügung zu stellen.
  4. Kartoffeln nach dem Kochen ruhen lassen: Kartoffeln haben einen hohen glykämischen Index (d.h. sie werden vom Körper schnell verwertet und man hat somit schnell wieder Hunger), da sie viel Stärke enthalten. Stärke ist jedoch nicht gleich Stärke (hört sich blöd an, ist aber nun mal so) und das erklärt auch den folgenden Effekt: Lässt man Kartoffeln nach dem Kochen für ca. 24h ruhen, so sinkt der glykämische Index der Kartoffeln und wir bleiben somit länger satt. Beim Kochen wird die Stärke zunächst in leicht verdauliche kleinere Zuckerstücke (sog. Dextrine bzw. Doppelzucker) abgebaut und es erhöht sich der glykämische Index. Beim Stehen lassen der gekochten Kartoffeln kehrt sich der Effekt langsam wieder um es entsteht zum Teil sogar sog. resistente Stärke (Stärke, welche vom menschlichen Verdauungsorgan nicht verwendet werden kann und somit zu den gesunden Ballaststoffen zählt. Also beim Zubereiten vom Kartoffelsalat die Kartoffeln schon am Tag vorher kochen, so wird der Salat gleich noch gesünder.
  5. Karotten kochen: Bei Karotten gibt es einen ähnlichen Effekt wie bei den Tomaten. Kochen der Karotten hilft die Zellwände aufzubrechen und somit können die Nährstoffe vom Körper leichter aufgenommen werden. Ein guter Tipp, der in meiner Küche nur leider eher keinen Eingang finden wird – ich mag Karotten nur roh 😉
  6. Gemüse vor dem Schneiden reinigen: Gemüse verliert weniger Nährstoffe, wenn man es noch unzerkleinert reinigt, denn so hat das Wasser weniger „Angriffsfläche“ um wichtige Vitamine und andere Nährstoffe auszuwaschen. Außerdem sollte man es selbstverständlich nicht im Waschwasser stehen lassen, denn auch dadurch werden mehr Nährstoffe entzogen.
  7. Gemüse dampfgaren anstatt zu kochen: Der letzte Punkte sollte den meisten schon bekannt sein, jedoch möchte ich ihn dennoch nicht unerwähnt lassen: Beim Kochen von Gemüse in Wasser gehen  –  ähnlich wie beim Waschen – sehr viele Nährstoffe (meist wasserlösliche Vitamine) ins Kochwasser über und somit für unseren Körper verloren. Deshalb sollte man Gemüse deshalb dampfgaren oder sautieren oder einfach nur leicht anrösten. Schmeckt mindestens genauso lecker und es bleiben mehr Nährstoffe erhalten. Nur ein kleines Beispiel als Vergleich: Spinat 10 min in Wasser kochen = nur noch ¼ der Nährstoffe sind übrig; Spinat 10 min dampfgaren = noch ca. 2/3 der Nährstoffe übrig.

 

So, und nun ran ans Gemüse und eine leckere und gesunde Mahlzeiit zubereiten. Bei mir steht heute Gemüseallerlei aus dem Dampfgarer auf dem Speiseplan 😊

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Blühsträucher schneiden – Was? Wann? Wie?

Am Wochenende hieß es wieder ab nach draußen, die Frühlingssonne genießen und natürlich ein paar Gartenarbeiten so „nebenbei“ zu erledigen. Diesmal stand Sträucher schneiden auf dem Programm. Mein Fingerstrauch und mein Lavendel mussten daran glauben und Federn – bzw. natürlich Äste 😉 – lassen.
Aber welche Blühsträucher muss man überhaupt schneiden? Und wann? Um den richtigen Zeitpunkt zu finden, muss man zunächst wissen wann die Blütezeit des jeweiligen Strauches ist, denn die Faustregel lautet: der richtige Schnittzeitpunkt liegt vor der Knospenbildung fürs nächste Jahr. Man kann die Sträucher anhand ihrer Blütezeit in 4 Kategorien einteilen:
· Frühsommerblüher: Die beste Zeit für den Schnitt ist Januar bis März; also vor der Blüte und zwar so früh, dass das Austreiben nicht verzögert wird. Grundsätzlich am besten möglichst früh, jedoch natürlich nicht bei starkem Frost. Ich schneide sie meistens gegen Ende Februar, da ich ab dem Zeitpunkt davon ausgehe, dass (zumindest meist) keine zu großen Fröste mehr kommen.
Beispiele für Frühsommerblüher sind: Gartenhortensien, (Zwerg-)Flieder, Mispel, (Zwerg-)Holunder, Spiere
· Spätsommer-/Herbstblüher: Diese Art von blühenden Sträuchern blüht nur am diesjährigen (als neu gebildeten Holz). Bester Zeitpunkt zum Zurückschneiden ist Ende März, nach den letzten starken Frösten. Das gilt auch für einige Zwergsträucher, die wir Balkon- und Terrassengärtner so lieben: beispielsweise die Sommerheide (Calluna vulgaris), Lavendel und Thymian. Auch Rosen zählen dazu.
· Frühlingsblüher: diese schneidet man erst nach der Blüte, also meist mitten im Sommer (Juli). Beispiel dafür sind Preiselbeeren, (Zwerg-)Forsythien und das Immergrün. Bei den Preiselbeeren empfiehlt sich das Schneiden natürlich erst nach der Ernte 😉.
· Winterblühende Pflanze: Wie der Name schon sagt erfreuen sie uns im Winter mit Blüten. Je nach Strauch ab Dezember oder Januar bis hinein in den März. Geschnitten werden sollte nach der Blüte, also im Frühjahr (z.B. die Zaubernuss).

Manche Sträucher (wie z.B. der Fingerstrauch) blühen sogar den ganz Sommer über, da ist es etwas schwierig nach dieser Regel den richtigen Zeitpunkt für den Schnitt zu finden. Ich habe gute Erfahrungen gemacht ihn im März zurückzuschneiden. Man sollte es jedoch nicht zu spät machen, da er Ende März meist bereits wieder austreibt.
Es gibt auch einige Sträucher, die keinen regelmäßigen Schnitt benötigen (z.B. Felsenbirne).

Fingerstrauch im Winterkleid – bereit für den Schnitt


Und jetzt zum wie:
Ich kann hier sicher keine detaillierte Anleitung zum Schneiden geben (und das ist meine Erachtens nach auch nicht nötig), aber einige Tipps, die für Hobbygärtner hilfreich sind:
Die meisten Blütenstrauch-Arten benötigen nur einen mäßigen Rückschnitt, bei dem in erster Linie alte Triebe ausgelichtet werden und Jungtriebe nicht geschnitten werden. Es gibt einige wenige Sonderfälle (z.B. Fingerstrauch, Lavendel), welche auf halbe Höhe zurückgeschnitten werden sollte, um eine reichliche Blüte zum bekommen (im ersten Jahr hatte ich das nicht gemacht und die Blütepracht war wesentlich geringer!).

Eines ist noch immer zu beachten: nur guten und wirklich scharfe Gartenscheren verwenden! Nur so verletzt man die Pflanze am wenigsten.

Wer es ganz genau wissen möchte wie der richtige Schnitt funktioniert, dem kann ich das Buch „So schneide ich meine Gartenpflanzen: Ziergehölze, Hecken, Stauden“ von Rosa Wolf ans Herz legen (blv-Verlag, ISBN 978-3-8354-0892-0). Das hat mir immer geholfen wenn ich genaueres zu einzelnen Pflanzen nachlesen wollte und auch um die richtigen Schnitttechniken zu lernen. Also nicht nur für Profis hilfreich sondern auch (oder gerade?) für Anfänger gut geeignet.

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Beinwell – Gutes für die Beine

Neuer Monat, neues Kalenderblatt! Der Monat März steht in meinem Heilpflanzenkalender im Zeichen des Beinwell.

Beinwell – zu deutsch: der den Gebeinen gut tut (lat. Symphytum officinale). Der Namensteil „officinale“ weißt schon auf Anwendung als Heilpflanze hin, da nur Pflanzen mit Heilwirkung diesen Namen bekommen haben.
Der Beinwell ist eine ausdasuernde, krautige und behaarte Pflanze, die 1 – 1,5 Meter hoch wird. Er wächst in der freien Nastur an feuchten Stellen wie z.B. Bachufern und nassen Wiesen und ist in Europa „zu Hause“. Er gehört zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae).

Extrakte aus Beinwellwurzel kommen äußerlich – in Form von Salben und Umschlägen – zum Einsatz. Werden sie auf die Haut aufgetragen, kann Beinwell leichte Entzündungen mindern, Schmerzen lindern und die Wundheilung unterstützen. Für diese Effekte scheint der Inhaltsstoff Allantoin verantwortlich zu sein (fördert Reparationsprozesse bei Wunden). Schleimstoffe (reizlindernd) und Gerbstoffe (entzündungshemmend) spielen, nach aktuellem Stand der Wissenschaft, ebenfalls eine Rolle. Aufgrund dieser Wirkungen kann Beinwell bei leichten Sportverletzungen helfen, zum Beispiel einem verstauchten Knöchel, Zerrungen oder einer Prellung. Traditionell wird er auch angewendet bei Muskelschmerzen, etwa im Rücken und den Gelenken, sowie bei Gelenkarthrose. Die Wirkung ist schon sehr lange bekannt (bereits bei Paracelsus im 16. Jh. findet der Beinwell Erwähnung und Anwendung). Außerdem enthält der Beinwell Pyrrolizidinalkaloide (blutstillend) und Terpene (antibakteriell, pilztötend).
WICHTIG: Da Beinwellwurzel einen hohen Anteil an Pyrrolizidinalkaloiden enthält, sollte man Zubereitungen aus der Heilpflanze vorsorglich nicht einnehmen/trinken (trad. Anwendung bei Halsschmerzen oder Zahnentzündungen daher heute obsloet). Diese Pflanzeninhaltsstoffe können womöglich die Leber schädigen (= hepatotoxisch) und stehen sogar in Verdacht krebsfördernd zu sein.
Auch äußerlich deshalb nicht häufiger als 4 – 6 Mal pro Jahr anwenden und nicht auf offene Wunden! Ausgenommen von dieser Regel sind in der Apotheke verfügbare Fertigprodukte, da diese mittlerweile frei von Pyrrolizidinalkaloiden sind (z.B. Traumaplant). Daher ist bei diesen eine häufigere Anwendungen, und auch auf offenen Wunden möglich.

Zur Herstellung von Beinwell-Cremes und –Salben werden die Wurzeln (Symphyti radix) sowie der Wurzelstock und gelegentlich auch die oberirdischen Pflanzenteile (Symphyti herba) verwendet.
Möchte man den Beinwell aus dem Garten verwenden, so empfiehlt sich ein Aufguss aus 1 Teil getrockneter Wurzel auf 10 Teile Wasser, welcher für warme Umschläge verwendet werden.

Noch ein paar botanische Fakten:
Beinwell ist eine sehr genügsame Pflanze und wächst praktisch auf jedem Boden. Da er zudem sehr schnellwüchsig ist, kann sie Gärtnern auch schon mal lästig werden. Der Beinwell kann auch aus den nährstoffärmsten Böden noch Nährstoffe herausziehen, weshalb mulchen mit Beinwell oder Beinwelljauche gut als Dünger geeignet ist.
Die Blüten sind charakteristisch glockenförmig, meist violett oder auch weiß.

Und zu guter Letzt noch die wichtigste Frage für Balkon- und Terrassen-Gärtner: Beinwell im Topf anpflanzen?
Beinwell-Wurzeln brauchen Freiheit! Daher entwickelt er sich im Topf schlechter und langsamer, aber er ist möglich wenn man die folgenden Punkte beachtet:
1. (und am wichtigsten) Topf groß genug wählen und vor allem auch hoch genug (Pfahlwurzel)
2. Viel Geißen (da er im Topf schnell austrocknet)
3. Im Winter liebe frostfrei stellen, damit Staude nicht durchfriert

Ich habe bisher keinen Beinwell auf meinem Balkon und so wird es wohl auch erst einmal bleiben. Jedoch hat apothekenpflichtige Beinwellsalbe einen festen Platz in meiner Hausapotheke.

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Gemüsesaison 2017 – ich komme!

Wie laufen eure Vorbereitungen für das Frühjahr und den kommenden „Gemüsesommer“? Meine Vorbereitungen laufen inzwischen auf Hochtouren 😊.

Nachdem ich vor ca. 1,5 Wochen die Keimprobe für meine „alten“ Gurken- und Tomatensamen angesetzt hatte (siehe hier: http://urban-gardening-blog.de/Blog/keimprobe/), habe ich 2 Tage später auch gleich meine neu erstandenen Paprikasamen (Bingenheimer Saatgut, Sorte „Neudsiedler Ideal“) gesät – und siehe da: gestern konnte ich schon die ersten zarten Keimlinge erspähen:


Am vergangenen Wochenende ging es dann in die heiße Planungsphase wie welche Töpfe bestückt werden sollen und was ich somit noch alles aussähen werde. Da mir ja nun leider kein Garten zur Verfügung steht und auch nur eine begrenzte Anzahl von Töpfen (nein, in diesem Jahr darf ich keine neuen Töpfe mehr kaufen, es ist einfach kein Platz mehr – drückt mir die Daumen, dass ich standhaft bleibe 😉), war die Entscheidung echt schwer – aber ich habe es geschafft!
Hier seht ihr meinen Plan:

Wieso habe ich mich so entscheiden?
Anfangs habe ich die Samen hauptsächlich nach den Bildern auf der Tüte gekauft. Und natürlich noch darauf geachtet, ob sie für Topfpflanzung geeignet sind. Inzwischen lege ich vermehrt Wert auf Biosaatgut und alte einheimische Sorten und möchte auch vermehrt selbst Samen „ernten“. Aus diesem Grund habe ich alle Hybridsamen die ich so hatte verschenkt (zum Wegwerfen waren sie ja doch zu Schade).
Tomaten habe ich bereits so einiges ausprobiert und meine Favoriten bisher sind: Balkontomate Vilma (kleinwüchsig, viele aromatische Cherrytomaten), gelbe Cherrytomaten (birnenförmig), Cherrytomate Siderno (ebenfalls kompakter Wuchs für Kübelpflanzung, süß), Black Cherry (auch Kübel-geeignet, ungewöhnliche Farbe, aromatisch) und Wildtomate „Red currant“ (Johannisbeer-große Tomaten, Kübel-geeignet, wird jedoch sehr hoch (bis ca 2,5m)).
In diesem Jahr habe ich wieder einen meiner Favoriten angebaut (die gelben, birnenförmigen Cherrytomaten), sowie eine neue Sorte: Bogus Fruchta vom Bingenheimer Saatgut, eine früh reifende Buschtomate welche gut für die Kübelpflanzung geeignet ist – ich bin schon sehr neugierig auf das Resultat!
Außerdem durften natürlich meine geliebten Mexikanischen Minigurken nicht fehlen. Die reifen Früchte schaffen es zwar selten in die Küche, da sie meist direkt vom Strauch in den Mund meines Sohnes wandern, aber das macht ja auch nichts.
Chili: die Chilipflanzen beziehe ich jedes Jahr von meiner Mutter,  welche sie selbst aussät. Leider kenne ich die Sorte nicht, aber sie sind sehr geschmackvoll und nicht zu scharf. Deshalb darf der Platz für sie natürlich auch nicht fehlen!

Vielleicht ist es euch aufgefallen, hier gibt es gar keinen Platz für Zucchini, obwohl ich diese sehr gerne essen und sie bisher angebaut hatte. Ich habe mich dieses Jahr gegen die Anzucht entschieden, da es sich in den letzten beiden Jahren einfach als sehr aufwendig und Ausfall-anfällig herausgestellt hat: ich konnte in dem mittelgroßen Kübel bei sonnigem, warmen Wetter einfach nicht genug gießen und Feuchtigkeit erhalten um nicht mit massiven Ausfall rechnen zu müssen, da meine Töpfe ganztätig voller Sonne ausgeliefert sind. Selbst 2mal tägliches gießen hatte einfach nicht ausgereicht; deshalb in diesem Jahr keine Zucchini!

Und in den nächsten Tagen geht’s dann von der Planung in die Umsetzung: es wird fleißig weiter gesät 😊.

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Keimprobe – Ist mein Samen noch „zeugungsfähig“?

Bald ist es wieder so weit: der fleißige (Hobby)-Gärtner sät um im Sommer Gemüse aus dem Garten oder vom Balkon holen und erntefrisch genießen zu können. Den meisten juckt es wahrscheinlich genauso wie mir schon in den Fingern! 

Auch wenn es immer viel Spaß macht neue Samen zu kaufen, so möchte man doch häufig auch seine alten Samen noch aufbrauchen.

Um zu wissen ob dies noch sinnvoll ist, sollte man erst einmal eine Vorstellung haben wie lange Samen eigentlich halten. Die meisten Gemüsesamen halten auf jeden Fall 3 bis 4 Jahre. Spitzenreiter in Sachen Haltbarkeit sind die Tomatensamen, diese kann man bis zu 10 Jahre lang verwenden. Hier eine kleine Übersicht über die Haltbarkeit einiger – für uns Balkongärtner wichtiger – Gemüse- und Kräutersamen:

Diese Angaben zu Haltbarkeit treffen natürlich nur bei richtiger Lagerung zu. Feucht gewordene und vielleicht schon angeschimmelte Samen dürfen getrost gleich in Richtung Müll wandern (deshalb bitte die Samen nie draußen oder im feuchten Keller lagern!). Wie erfolgt die richtige Lagerung von Samen?
Die Lagerung sollte trocken, dunkel und kühl (möglichst nicht über 25 Grad) erfolgen. Am besten lässt man die Samen in der Tüte und lagert sie damit in einer Blechdose oder Holzkiste. Plastikbehälter sind meist weniger gut geeignet, die sie in der Regel dicht abschließen und somit die Luftzirkulation verhindern. Das kann bei einer Restfeuchte in Samen oder Papiertüte zu Schimmelbildung führen.

 

Die Samen lagen schon ein paar Jahre rum? Man weiß gar nicht mehr so genau wie lange oder ob die Lagerung optimal war? Dann ist es sinnvoll eine Keimprobe zu machen, denn sie gibt Auskunft über die noch vorhandene Keimfähigkeit der Samen. Vor allem bei Samen die direkt in Beet oder Kübel gesät werden ist die Keimprobe absolut empfehlenswert. Bei Pflanzen, die man in der Wohnung vorzieht, kann man es auch schon mal weglassen. Schlimmstenfalls gehen eben ein paar weniger Pflänzchen auf und man hat weniger zu pikieren.

Wie funktioniert die Keimprobe?

Man legt eine abgezählte Anzahl an Samenkörner (mind. 10 Stück sollten es schon sein um eine Aussage treffe zu können) auf einen Teller mit Fließpapier (z.B. Küchenkrepp), feuchtet es an und zieht eine Frischhaltefolie darüber. Den Teller an einen warmen Ort stellen und immer darauf achten, dass die Samen stets feucht bleiben, aber nie im Wasser schwimmen. Das kann man am besten erreichen wenn man die Samen regelmäßig mit Wasser besprüht (und nicht nicht gießt). Keimen die Samen, einfach abzählen viele es sind. Die meisten Samen sollten innerhalb von 14 Tagen keimen. Es gibt jedoch auch einige Langsamkeimer (z.B. Karotten, Paprika), da kann es schon mal 3 Wochen dauern bis sie keimen.

Es hat fast nichts mehr gemeint (also auf jeden Fall weniger als die Hälfte?) und aussäen ist deshalb nicht mehr sinnvoll? Dann muss man den Samen nicht gleich wegwerfen, als Vogelfutter ist er noch geeignet 😊.

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Im Orchideenfieber – Teil 3

Ihr wisst ja bereits, dass ich im Moment total im Orchideenfieber bin (wahrscheinlich eine typische Erkältungskrankheit der Gärtner im Winter, wenn draußen (fast) nichts zu tun ist ;)).  Da das „Fieber“ also immer noch anhält, beschreibe ich heute noch 2 Gattungen die es mir angetan haben:

Masdevallia:

Heimisch in Mittel- und Südamerika; einige kommen aus temperierten Bereichen und diese sollten auch für die Pflanzung in der Wohnung verwendet werden. Viele kommen Arten stammen allerdings aus kühlen Nebelwäldern und diese Arten eignen sich weniger für die Pflanzung in beheizten Wohnräumen – deshalb beim Kauf immer darauf achten bzw. nachfragen, welche Ansprüche an die Temperatur die jeweilige Masdevallia-Art hat. Masdevallia-Arten wachsen sympodial und haben eine eher niedrige Wuchsform.

  • Standort: Sie kommen mit wenig Licht aus, Ostfenster oder eine helles Nordfenster ist perfekt geeignet. Außerdem wie schon bei der Beschreibung der Herkunft auf die entsprechenden, nicht zu warmen Temperaturen achten – bei mir stehen sie am Ostfenster, welches zusätzliche durch eine Sichtschutzfolie noch etwas abgedunkelt ist. Da ich schon mehrfach reiche Blüte genießen durfte, gefällt es ihnen wohl 🙂
  • Erde und Gießen: Sie mögen es gerne feucht, deshalb ausreichend gießen und für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgen. Sollte man damit Schwierigkeiten haben, gibt es eine gute Gestaltungsmöglichkeit: in ein Terrarium oder einen Glaszylinder pflanzen und eventuell zusätzlich mit Moos gestalten. Dadurch erhält man die nötige Luftfeuchte! Gepflanzt wird in Orchideensubstrat.
  • Düngen: Masdevallia-Arten und Hybride reagieren sehr empfindlich auf Salze – deshalb nur sehr verdünnt düngen (ca. ¼ der üblichen Düngermenge). An heißen Tagen sollte man ganz auf das Düngen verzichten, dies würde noch leichter zum „Verbrennen“ der Wurzeln führen.
  • Blüte: Der Blütenstand entspringt an der Basis der Pflanze und trägt häufig nur eine Blüte. Es können aber auch mehrere an einem Blütenstil sein. Das besondere an den Blüten: die Sepalen sind viel stärker ausgebildet als die Petalen und zusammengewachsen (vergessen wie die Orchideenblüten typischerweise aussehen? Dann nochmal hier nachlesen: http://urban-gardening-blog.de/Blog/orchideen/).

 

 

Dracula:

Diese Gattung kommt aus Südamerika, vor allem aus dem Bereich der Anden. Sie leben in den Nebelwäldern auf bis zu 1500m Höhe. Lange Zeit wurden die Dracula-Arten zum Gattung Masdevallia gezählt und dementsprechend sind sie diesen Arten in Bezug auf die Ansprüche auch sehr ähnlich. Seit 1978 gibt es die eigene Gattung Dracula. Wer jedoch bei der Namensgebung an Graf Dracula und blutrünstige Vampire liegt  falsch. Der Name kommt von der Drachen-artigen Form der Blüte.

  • Standort: Aus ihrer Herkunft ergeben sich auch ihre Vorlieben: je nach Art mögen sie es kühl oder temperiert, aber warme Temperaturen mögen sie gar nicht. Ebenso wenig mögen sie volle Sonneneinstrahlung, man sollte sie lieber halbschattig oder schattig stellen. Um im Sommer die niedrigen Temperaturen einhalten zu können ist ein Aufenthalt im Freien empfehlenswert: ab Mitte Mai ist es (normalerweise) warm genug, bis Mitte/Ende September. Aber auch hier einen schattigen, jedoch nicht zu dunklen Ort suchen. Für Wohnräume sollte man möglichst auf Arten zurückgreifen, welche auch temperiertes Raumklima mögen, z.B. Dracula hirsuta. Eine gute Möglichkeit die nötige Luftfeuchtigkeit zu erreichen ist auch das Kultivieren in einem Terrarium oder einem Glaszylinder mit Moos (wie auch bei Masdevallia). Meist werden die Dracula-Arten in einem Körbchen geliefert und das hat einen gute Grund: es kann sein, dass sie ihre Blüten auch unten herauskommen und deshalb ist im Körbchen behalten und möglichst aufhängen wichtig.
  • Erde und Gießen: Sie mögen es gerne feucht (wie auch schon beim Standort geschrieben), deshalb ausreichend gießen und für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgen. Man sollte beim Gießen und Besprühen möglichst auf Regenwasser oder (falls nicht vorhanden) auf kalkarmes Wasser zurückgreifen. Gepflanzt wird auch hier in Orchideensubstrat.
  • Düngen: Auch hier gilt, dass „weniger mehr ist“ und man nur sehr spärlich düngen sollte.Im Übrigen habe auch ich durch das Vorbereiten des Artikel auch noch einige interessante Neuigkeiten entdeckt – meine Dracula, welche gerade etwas mickrig aussieht, wurde gleich in ein neues Zuhause, einen großen Glaszylinder, umgezogen -mal sehen ob es den erhofften Wachstumsschub bringt!

Leider kann ich euch hier kein wunderschönes Blütenbild bieten, aber schaut doch mal hier vorbei: https://www.orchideenwlodarczyk.de/shop/catalog/dracula-vampira-i-7.html?language=de

Im Übrigen habe auch ich durch das Vorbereiten des Artikel auch noch einige interessante Neuigkeiten entdeckt – meine Dracula, welche gerade etwas mickrig aussieht, wurde gleich in ein neues Zuhause, einen großen Glaszylinder, umgezogen -mal sehen ob es den erhofften Wachstumsschub bringt!

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Im Orchideenfieber – Teil 2

Im ersten Teil meiner Orchideenserie habe ich ein paar allgemeine Details zu Orchideen vorgestellt und die bei uns bekannteste und beliebteste aller Orchideen: die Schmetterlingsorchidee.
Heute möchte ich euch ein paar weitere Orchideen-Gattungen vorstellen, natürlich habe ich von jeder mindestens 1 Exemplar zu Hause stehen und kann euch so auch über meine Erfahrungen berichten 😊.
 
Frauenschuh (auch Venusschuh, wissenschaftl. Name: Paphiopedilum):

 

 


Der Name kommt von der besonderen Form der Blüte, welche eben aussieht wie ein Damenschuh, der vorne geschlossenen und hinten offen ist. Der Frauenschuh wächst sympodial, es wachsen also immer wieder neuen Sprosse. Paphiopedilum kommt in der Natur ausschließlich in Asien vor. Es handelt sicuh um eine sehr vielfältige Gruppe und auch bei der Betrachtung der richtigen Temperatur des Standorts muss man unterscheiden um welche Art von Frauenschuh es sich handelt. Da dies nicht immer leicht zu erkennen ist, kann ich nur empfehlen beim Kauf direkt nachzufragen (bzw. große Gartencenter haben ja auch oft Etiketten mit Pflegeanleitungen).

  • Standort
    Hell bis halb-schattig, auf keinen Fall direkte Sonneneinstrahlung. Bei mir steht sie direkt an einem Westfenster und das klappt, auch wenn da im Sommer zum Teil doch recht starke Sonneneinstrahlung ist.
    Man unterscheidet diejenigen die es gerne kühl-temperiert mögen von denen, die es gerne warm-temperiert mögen; aufgrund ihrer Herkunft benötigen sie aber alle eine hohe Luftfeuchte.
  • Erde und Gießen: der Frauenschuh wächst im Gegensatz zu vielen anderen Orchideen auf dem Boden. Dennoch sollte man ihn nicht in normale Erde pflanzen, sondern in Orchideensubstrat. Das Substrat sollte einen leicht sauren ph-Wert (ca. 5 – 6) aufweisen; das erreicht man am besten durch Zugabe von Muschelkalk.
    Beim Gießen lautet die Empfehlung nicht mir Leitungswasser sondern mit Regenwasser zu gießen. Da ich leider keine Regentonne und somit auch nicht regelmäßig Regenwasser zur Verfügung habe, lasse ich Leitungswasser immer einige Tage in der Gießkanne stehen und gießen die Orchideen dann damit – auch das funktioniert gut :). Wie häufig soll man gießen? Der Frauenschuh braucht etwas mehr Wasser als viele andere Orchideen und sollte nie ganz austrocknen. Aber auch Staunässe ist gar nicht sein Ding. Deshalb: kräftig gießen und das Wasser, dass nicht aus dem Untersetzter/-topf aufgesaugt wurde nach 5 – 10 min. wieder abgießen. Erneut gießen sobald das Substrat leicht angetrocknet ist. Nach der Blüte braucht der Frauenschuh eine Ruhephase, in dieser Zeit etwas weniger gießen.
  • Düngung: regelmäßig düngen ist Pflicht, ca. 1mal/ Monat
  • Blüte: meist im Frühjahr eine große Blüte, welche 2 – 3 Monate blüht.

Und noch wichtig zu wissen: Vorsicht! Der Frauenschuh enthält giftige Substanzen, die bei Hautkontakt zu Ausschlag führen können bzw. bei oraler Aufnahme (essen) zu Durchfall und Erbrechen führen können.

Eine neue Blüte entsteht

 

Oncidium:
Im heimischen Gartenmarkt werden oft Hybride angeboten, die es in der freien Natur nicht gibt. Ansonsten sind Oncidium-Arten vor allem in Mexiko und Brasilien anzutreffen. Sie wachsen sympodial und benötigen ein hohe Luftfeuchtigkeit.

  • Standort: Am besten sollte man einen hellen Standort wählen, denn diese Orchideen sind ziemlich lichtbedürftig. Jedoch ist dennoch direkte Mittagssonne zu meiden. Bei mir stehen sie an Ost- und Westfenstern und entwickeln sich prächtig. Bekommen sie im Winter zu wenig Licht kann es leicht passieren, dass sie die Blüten abwerfen. Auch beim Kauf der Oncidium-Arten muss man wieder darauf achten (bzw. eben nachfragen), ob sie einen wärmeren oder kühleren Standort bevorzugen. Auf ausreichend Luftfeuchtigkeit muss geachtet werden. Bei zu trockener Luft gerne morgens mit etwas Wasser besprühen (aber nicht zu viel, da sie sonst schnell faulen können).
  • Erde und Gießen: In Orchideensubstrat pflanzen. Während der Hauptwachstumsphase muss reichlich gegossen werden und zu starkes Austrocknen sollte vermieden werden (erkennbar daran, dass die Pseudobulben zusammenschrumpfen). Jedoch gilt auch hier: keine Staunässe! Ebenfalls ist es hier zu empfehlen das Wasser nicht direkt aus der Leitung zum Gießen zu nehmen, sondern erst einige Tage stehen zu lassen. Nach der Blüte ist eine Ruhephase von ca. 6 Wochen nötig, in dieser Zeit kann weniger gegossen werden. Oncidien-Arten welche Kühle Standorte bevorzugen sollten in dieser Phase auch an einen kühleren Ort (12 – 18 Grad) gestellt werden.
  • Düngung: In der Wachstumsphase sollte man alle 4 – 8 Wochen düngen.
  • Blüte: die Blüten der verschiedenen Oncidium-Arten sind in der Regel eher klein und es wachsen viele Blüten (mind. 3, bei manchen Sorte bis zu 50 Stück) an einer Rispe. Blütezeit ist meist im Herbst bis in den frühen Winter hinein.

 

Ludisia:

Bei der Gattung Ludisia gibt es nur eine einzige Art: Ludisia discolor. Sie ist in Südostasien zu Hause und das besonderen sind ihre auffällig gefärbten Blätter und Blattadern in Kontrastfarbe. Sie wächst ebenfalls sympodial, an einem langen Rhizom.

  • Standort: Kühl bis temperiert im Schatten oder Halbschatten. Sie benötigt eine hohe Luftfeuchtigkeit von 60 – 80%. Bei mir steht sie im Bad, ca. 1 m vom Fenster (Ostfenster) entfernt und der Standort scheint richtig zu sein: sie wächst gut und jedes Jahr zur Weihnachtszeit blüht sie reichlich.
  • Erde und Gießen: Sie ist eine der wenigen Orchideen, welche in Erde anstatt in Orchideensubstrat gepflanzt wird. Aus diesem Grund findet man sie auch immer wieder unter dem Begriff „Erdorchidee“. Sowohl im Sommer als auch im Winter sollte man sie regelmäßig gießen und nie ganz austrocknen lassen. Es gibt aber auch für sie dennoch: Staunässe vermeiden!
  • Düngung: ca. alle 4 Wochen. Bezüglich einer Düngerreduktion im Winter habe ich unterschiedliche Empfehlungen gelesen. Da Ludisia bei mir im Bad steht, wo das ganze Jahr über ähnliche Temperaturen herrschen, düngen ich auch im Winter im selben Rhythmus – ohne bisher Schäden durch Überdüngung feststellen zu können.
  • Blüte: die Blüten der Ludisia sind klein und ährenförmig angeordnet an einer sehr langen Rispe. Sie sind weiß und bilden einen wunderschönen Kontrast zum Blattwerk.



All diese Orchideen haben den Vorteil, dass sie sich leicht durch Teilung vermehren lassen (eine typische Eigenschaft der sympodialen Orchideen): sind genug Pseudobulben vorhanden (ab ca. 6 Stück) kann die Pflanze geteilt werden. Das erfolgt am besten im Frühjahr nach der Blüte.

Ihr wollt noch mehr über Orchideen wissen? Hier noch eine tolle Seite, auf der ich mir auch regelmäßig mehr Infos hole: www.orchideenfans.de

 

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Salbei – die Nr. 2 in meinem Kalender

Zu Beginn des Jahres habe ich euch von meinem neuen Heilpflanzen-Kalender erzählt und auch von meinem Projekt euch jede Pflanze kurz vorzustellen.

Während es im Januar um die Zaubernuss ging (hier nachzulesen: http://urban-gardening-blog.de/Blog/zaubernuss/) steht der Februar im Zeichen des Salbei.

Wenn man im Heilpflanzenbereich vom Salbei redet meint man meist den Echten Salbei, auch Gartensalbei genannt (lat. Salvia officinalis). Medizinische Anwendung findet auch noch der Muskateller-Salbei (lat. Salvia sclarea), welcher jedoch weniger bei uns zu finden ist, da er in Südeuropa und Zentralasien heimisch ist. Aus diesem Grund beschränke ich mich hier auch auf den Echten Salbei.

 

Zu den Vorlieben des Salbeis was Standort, Boden und auch die Aussaat betrifft habe ich  ja bereits im Sommer etwas berichtet, als ich meinen Salbei ausgesät habe: http://urban-gardening-blog.de/Blog/salbei/

Inzwischen kann ich von meinen ersten Erfahrungen berichten: der Salbei hat seinen gewünschten sonnigen Standort bekommen und dort ca. 2 Wochen nach der Aussaat schön gekeimt. Auch hat er sich in den ersten Wochen gut entwickelt. Leider war die Aussaat doch recht spät, so dasss die Pflänzchen noch recht klein sind. Nichts destotrotz haben sie Winterhärte bewiesen und auch die letzten 2 Wochen, als es auch auf meinem Balkon nachts um die -10 Grad hatte, gut überstanden – zum Glück 🙂 Grundsätzlich ist der Salbei als Mittelmeerpflanze nämlich nur bedingt winterhart und sollte geschützt werden (abdecken oder ins Winterquartier stellen).

Das besondere Merkmal des Echten Salbei sind sein Blätter: sie sind mit einer grauen haarigen Schicht überzogen, welche ähnlich Filz aussieht. Die Blüten des Echten Salbei sind klein, lila und ährenförmig angeordnet. Meist setzt die Blüte an Mai/Juni ein.

 

Die Ernten der Salbeiblätter kann bis in den August hinein erfolgen. Danach sollte man sie nicht mehr zurückschneiden um sie besser über den Winter bringen zu können. Wenn man es wirklich aromatisch haben will, sollte man aber ohnehin vor der Blüte ernten, da der Salbei danach in eine Art Ruhephase geht und in dieser Zeit weniger aromatisch ist.

 

Nun aber zur Heilwirkung:

  1. Salbei wirkt antiseptisch (= keimreduzierend) und kann deshalb gut als Gurgellösung (Aufguss) bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum angewendet werden.
  2. Salbei wirkt auch krampflösend und gegen Blähungen, weshalb der Tee auch Anwendung bei Blähungen und anderen Verdauungsbeschwerden findet.
  3. Salbei wirkt zudem Schweißhemmend und wird deshalb auch beim übermäßigem Schwitzen angewendet. Interessant danke ist, dass dies sowohl bei innerer (also Tee trinken) als auch bei äußerer Anwendung (z.B. als Fußbad wirkt). Verantwortlich dafür kyt das Thujon, Hauptbestandteil des ätherischen Öls, welches als am zentralen Nervensystem angreift und dort in die Steuerung der Schweißabsonderung eingreift.

Für den Aufguss eignet sich sowohl frischer als auch getrockneter Salbei.

 

Eine schöne Zusammenfassung aller wichtigen Infos findet ihr auch im Heilpflanzenporträt: http://urban-gardening-blog.de/Blog/heilpflanzen/

 

So, und nun lehne ich mich etwas zurück und genieße eine Tasse Salbeitee mit Honig 🍯 um meinen „Erkältungshals“ etwas zu beruhigen – lecker und hilfreich 😊.

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Im Orchideenfieber – Teil 1

Seit einigen Monaten bin ich im Orchideenfieber und habe mir neben zahlreicher Phalenopsis (Schmetterlingsorchideen) inzwischen auch einige seltenere Orchideen-Exemplare zugelegt.

Bevor ich mich an die, bei uns unbekannteren Arten wagte, musste natürlich etwas recherchiert werden. Umso mehr, da einige Orchideenarten nicht gerade günstig zu erstehen sind! Ich hätte zu Beginn meiner Recherche nie gedacht, dass Orchideen ein so spannendes Thema sind, aber jetzt kann ich gar nicht mehr aufhören mich damit zu befassen und würde mir am liebsten noch vieeel mehr Orchideen zulegen – wenn nur der Platz dafür nicht ausgehen würde 😉.

 

Zunächst möchte ich euch etwas an meinem allgemeinem Wissen zu Orchideen teilhaben lassen:
Ein großer Teil der Orchideenarten (ca. 70%) gehören zu den sogenannten Epiphyten (griechisch: auf/über Pflanzen), auch Aufsitzerpflanzen genannt. Sie leben also auf Bäumen, welche Ihnen gleichzeitig auch als Substrat dienen (deshalb auch die besondere „Orchideenerde“). Andere Arten leben auf Steinen bzw. zwischen Felsen und es gibt auch einige wenige Erdorchideen, welche eben in der Erde leben (z.B. Ludisia).
Orchideen sind überall auf der Welt zu finden, den größten Artenreichtum gibt es jedoch im tropischen Asien und in Mittel-/Südamerika.
Es gibt 2 grundlegend verschiedene Wuchsformen:

  1.  monopodial: sie entwickeln sich aus einer einzigen Sprossachse, d.h. Sie wachsen immer am selben Spross weiter und die unteren Blätter fallen irgendwann ab. Sie müssen regelmäßig gegossen werden und überstehen in der Regel keine längeren Trockenperioden. Sie haben keinen klaren Rhythmus was ihre Blütezeit betrifft und brauchen normalerweise auch keine Ruhephasen (z.B. Phalenopsis). Da sie keine Ruhephasen benötigen sollten Sie ich das ganze Jahr hell stehen und das ganze Jahr über gedüngt und regelmäßig gegossen werden.
  2. sympodial: die Mehrheit der Orchideen wächst sympodil, d.h. Sie bilden mehrere Triebe. Diese Art von Orchideen kann man leicht teilen und somit vermehren. Die meisten von ihnen benötigen eine Ruhephase (z.B. Trockenheit, niedrigere Temperaturen). Während der Ruhephase, nach der Blüte, werden sie auch nicht gedüngt. Bekannte Beispiele sind der Frauenschuh oder Oncidium-Arten.

 

Die Orchideen sind also eine große, recht heterogene Gruppe. Was haben denn nun alle Orchideen gemeinsam? Den Blütenaufbau!
Als erste sind die Blüten spiegelsymmetrisch. Sie besitzen alle 3 Arten von Blütenblättern: Labellum, 2 Petalen, 3 Spalen.

Weitere Merkmale der Orchideen: dicke, kaum verzweigte Wurzeln, sowie meist Sukkulente (dickfleischige) und parallelnervige Blätter.

 

Orchideen, welche in der freien Natur epiphytisch leben, brauchen Luft an ihren Wurzeln und mögen Staunässe überhaupt nicht.

Orchideen sollte man am besten alle 2 Jahre umtopfen: mit neuem Substrat versehen und alte Wurzeln (zu erkennen an brauer Färbung) dabei abschneiden.Warum so häufig neues Substrat? Meist zerfallen die Stücke des Substrats nach 2 Jahren, so dass dann nicht mehr genug Luft, Wasser und Nährstoffe an die Wurzeln kommen kann. Ich muss allerdings zugeben, dass ich einige ältere Phalenopsis auch schon mal erst nach 3 oder 4 Jahren umgetopft habe und sie haben es mir nicht übel genommen 😉.
Was sollte man beim Umtopfen noch beachten? Die ersten 2 Punkte sind recht einfach: nicht während der Blüte (aber auf die Idee kommt wahrscheinlich auch kaum jemand) und nicht im Winter, während der dunklen Jahreszeit, umtopfen. Wenn der Wurzelballen sehr dicht zusammengedrängt ist, macht es auch Sinn ihn etwas zu lichten. Und natürlich: den neuen Topf auf die Größe des Wurzelballen abstimmen. Beim Aussuchen des neuen Topfes sollte man darauf achten, dass immer genug Löcher vorhanden sind, damit das Wasser gut ablaufen kann. Plastikorchideentöpfe haben meist viele Löcher im Boden um dies zu gewährleisten. Natürlich kann man auch andere Töpfe verwenden, aber dann ist es sinnvoll noch ein paar zusätzliche Löcher hineinzubohren.

 

Jetzt noch ein paar Infos zur bei uns bekanntesten Orchidee: Phelonopsis (Schmetterlingsorchidee)
Sie ist inzwischen auch schon häufig günstig im Discounter zu bekommen und wirklich pflegeleicht und blühfreudig. Nichts desto trotz: falsch machen kann man leider immer was und wir wollen doch alle häufig die wunderschönen Blüten genießen – oder etwa nicht?!
Herkunft: Südostasien, epiphytisch auf Bäumen, vor Regen geschützt.
Standort: warm und hell, jedoch ohne direkte Sonneneinstrahlung. Bei mir stehen sie an West- bzw. Ostfenstern, das scheint ihnen gut zu gefallen. Stellt man sie direkt an ein Südfenster, sollte man dort jedoch einen Vorhang haben um sie vor zu starker Sonneneinstrahlung zu schützen.
Pflege: Umtopfen alle 2 Jahre, wie auch alle anderen Orchideen 😉. Mäßig gießen und,  ihrer Herkunft entsprechend, nicht auf Blätter und Blüten, sondern nur auf die Erde.

 

So, dass war der Anfang. In den nächsten Tagen werde ich euch in Teil 2 und 3 noch mehr Orchideenarten vorstellen, die ich inzwischen angesammelt habe 😊

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