Rosmarin Haaröl – Wunder bei Haarausfall?

Auf meinem Balkon gibt es wunderbar duftenden Rosmarin dessen Verwendung ich nicht nur in der Küche liebe, sondern auch in meinen selbst hergestellten Kosmetika.
Mein neuestes Experiment: Rosmarin Haaröl.

Die Idee dazu habe ich aus dem Buch „Mein Heilpflanzenbalkon“ von Christina Freiberg (mehr zu den Buch, siehe hier: Buchempfehlung – Mein Heilpflanzenbalkon)
Rosmarin soll die Kopfhaut kräftigen, den Haarwuchs fördern, gegen Schuppen wirken und auch brüchiges Haar geschmeidiger machen.
Da ich immer wieder Probleme mit Haarausfall habe, war mir das ein Versuch wert.

 

Herstellung des Haaröls:

Man nimmt einige Zweige Rosmarin, entfernt die Nadeln vom Zweig und schneidet sie klein (das ist wichtig, damit die ätherischen Öle des Rosmarin auch ins Öl übergehen können).
Die kleingeschnittenen Nadeln in ein Schraubglas geben und mit Öl übergießen (ich habe für meinen 1. Versuch 3 Zweige Rosmarin mit ca. 75 ml Öl übergossen).

Welches Öl nimmt man dafür?

Im Buch wurde Olivenöl genommen, was eigentlich super dafür geeignet ist, da es Antioxidationen enthält, welche die Aktivität des Hormons Dihydrotestosteron (DHT, verantwortlich für Haarsaufall) einschränken. Da ich jedoch den Geruch von Olivenöl im Haar nicht so gerne mag, habe ich mich stattdessen für Avocadoöl entschieden. Dies versorgt die Haare mit viel Vitamin A, B6 und E und verbessert die Blutversorgung der Haarfollikel (ebenfalls gut für das Wachstum der Haare). Auch eine Mischung aus beiden Ölen eignet sich gut dafür, die sich die Wirkungen gut ergänzen.
Das Ganze dunkel für ca. 4 Wochen ziehen lassen. Danach die Nadeln abseihen (z.B. durch ein Küchentuch oder Papier-Kaffeefilter) und schon ist das Haaröl fertig!

Die Herstellung ist also sehr einfach und auch Anfänger können sich daran wagen.



Anwendung des Haaröls:
Je nach Haarlänge 1 – 2 Esslöffel davon ins Haar geben und gut in die Kopfhaut einmassieren. Jedoch auch nicht die Spitzen vergessen, die das Avocadoöl helfen kann die Haarspitzen zu reparieren (also gleich doppelt gut 😊). Das Haaröl 20 – 30 Minuten einwirken lassen und danach gut ausspülen. Ich hatte am Anfang bedenken dass sich meine Haare danach total fettig anfühlen und aussehen, aber dem istnicht so!

Ob es wirklich den Haarwuchs fördert kann ich noch nicht beurteilen, da ich es erst einige wenige Male angewendet habe, aber die Haare fühlen sich auf jeden Fall gut gepflegt und samtweich an, und glänzen toll 😊. Allein das hilft schon um zufriedener mit seinen Haaren zu sein und sich besser zu fühlen!

 

Probiert ihr es doch auch mal aus und berichtet von euren Erfahrungen.

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Apfelbeere – Superfood?!

Bei meiner Pflanzplanung für die neue, ungeschützten Dachterrasse vor 3 Jahren bin ich eher zufällig auf die Apfelbeere gestoßen, da sie als robuste und geeignete Pflanze für diesen Standort angepriesen wurde.

Erst später war mir klar, dass sie auch ein wahres Vitaminwunder ist, denn das was ich unter dem deutschen Namen Apfelbeeren gekauft hatte, ist das Gleiche wie Aronia, welche als Superfood in aller Munde ist!

Die bei uns verbreiteste Sorte ist die kahle Apfelbeeren (lateinisch: Aronia melanocarpa). 

Der Strauch wird normalerweise 1 – 2 m hoch. Auch für die Topfpflanzung ist die Apfelbeere geeignet, da bleibt der Strauch nur etwas kleiner. Sie erfreuen uns mit Ihrer Blüte zeitig im Frühjahr, dennoch kann erst im Spätsommer geerntet werden, da die Beeren sehr lange zum Reifen brauchen.

Der Strauch benötigt keine Schnitt, nur ab und an ein Entfernen von alten, abgestorbenen Trieben.

Meine Apfelbeere steht in einem quadratischen Kübel (0,5m x 0,5m x 0,5m), ist inzwischen ca. 1,2m hoch und trägt seit 3 Jahren jedes Jahr reichlich. Und im Herbst, wenn die Beeren abgeerntet sind, hebt das wunderbar schöne rote Laub die manchmal recht trübe Stimmung 🙂

Wer die Beeren nicht mit den Vögel teilen will sollte ein Netz darüber spannen, denn die Vögel lieben Apfelbeeren

 

Sie sind sehr gesund, werden manchmal auch als „Anti-Aging-Frucht“ bezeichnet aufgrund ihres Gehaltes an Antioxidantien, Vitamin C und E und vieler essentieller Mineralstoffe (z.B. Eisen, Zink, Jod). Zudem soll sie den Stoffwechsel regulieren, das Immun- und Herz-Kreislaufsystem stärken und sich positiv auf den Cholesterinspiegel auswirken. Durch den hohen Anteil an Flavonoiden hat sie außerdem eine entzündungshemmende Wirkung. Also wirklich ganz schön viel was die Apfelbeere (oder Aronia) kann – da hat sie sich den Titel Superfood doch verdient 🙂

 

So, jetzt wissen wir wie toll die Apfelbeere ist, da stellt sich nur noch die Frage: Was mache ich damit?

Man kann sie roh direkt vom Strauch essen, jedoch mögen das viele nicht, da sie recht bitter schmeckt. Wer das also nicht mag, hat aber trotzdem so einige Möglichkeiten um daraus was Leckeres zu machen:

  • Trocknen (am besten einstechen bzw. zerdrücken, da die Schale sehr fest ist und ansonsten sehr langsam trocknet (Schimmelgefahr!)) und wie Rosinen in Backwaren wie Hefezopf verwenden.
    Oder auch zusammen mit getrockneten Hagenbutten als Früchtetee aufgießen
  • Frisch können damit leckere und gesunde Smoothies gezaubert werden: z.B. in Kombi mit Banane und Kokos- oder Mandelmilch (bewährt hat sich folgende Mischung: 1 Hand Aronia, ½ Banane und 200 ml Nussmilch à im Mixer pürieren und fertig!)
  • Und Marmeldade kann man daraus natürlich auch kochen. Wer noch auf der Suche nach einem ganz besonders leckeren Marmeladenrezept mit Aronia ist: schaut doch mal bei Grünfink.at (https://gruenfink.at/kochen/aroniamarmelade/) vorbei. Ich musste das Rezept sofort testen und mein Marmeladenbrot hat heute Morgen gleich noch besser geschmeckt 🙂
    Ansonsten kann man natürlich auch wie mit anderen Beeren nur aus Aronia Marmelade kochen. Da – wie schon geschrieben – die Schale der Aroniabeeren recht fest ist, empfiehlt es die die Beeren ca. 20 min vorzukochen und dann mit dem Pürierstab zu pürieren. Diese pürierte Masse wird dann wie gewohnt mit Gelierzucker und, je nach Geschmack, mit noch etwas Zitronensaft oder Vanille zu Marmelade verkocht. Ohne Vanille und nicht zu fein püriert eignet es sich, durch seine leicht herben Note, auch als Preiselbeer-Ersatz zu Wildgerichten oder gebackenem Camembert.

 

Wer noch mehr Rezepte sucht, hier habe ich noch eine tolle Seite gefunden bei der sich alles nur um Aronia-Rezepte dreht: http://www.aronia-rezepte.com/rezept-uebersicht/

Ich werde am Wochenende das große Abernten starten und einige der tollen Rezepte ausprobieren. Habt ihr noch Tipps zur Verwendung von Aronia?

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Arnika – das Heilmittel von Berg und Wiese

Die Arnika gehört zu den Pflanzen, die mir aus Kindertagen gut in Erinnerung geblieben sind: ich bin meiner Oma Arnika sammeln gegangen und danach wurde daraus Tinktur gemacht, die super bei Mückenstichen half.

Sammeln darf man wildwachsende Arnika heute nicht mehr da sie unter Naturschutz steht, aber anpflanzen ist gut auch im Garten und auf dem Balkon möglich.

 

Zuerst ein bisschen was zur Botanik:

Die bekanntesten Sorten sind Arnica montana (Bergarnika) und Arnica chamissonis (Wiesenarnika). Bergarnika ist bekannt für sein Heilwirkung, aber auch Wiesenarnika wird als Heilpflanze verwendet. Beide haben ähnliche Wirkung, jedoch ist Wiesenarnika in unseren Breiten leichter anzubauen.

  • Sie hat wenig Ansprüche an den Boden, jedoch möglichst keine Staunässe und nicht zu Kalk-haltig
  • Standort: sonnig oder halbschattig
  • bis zu 50 cm hohe, mehrjährige Staude
  • frosthart

Arnika kann gut aus Samen gezogen werden, jedoch dauert es 2 – 3 Jahre bis sie zum ersten Mal blüht. Wer nicht so viel Geduld hat: es gibt v.a. die Wiesenarnika auch als Pflanze im Gartenmarkt zu kaufen.

Erntezeit der Blüten: Juli, August; alle anderen Pflanzenteile werde nicht verwendet.

 

Anwendung:

Aus den Blüten kann man eine Salbe oder Tinkturen für die äußere Anwendung herstellen.

  • Wirkung: entzündungshemmend, antibakteriell, krampflösend und schmerzstillend.
  • Anwendungsgebiete: Aus der Wirkung der Inhaltsstoffe lassen sich leicht auch die Anwendungsmöglichkeiten erkennen: bei Prellungen, Verstauchungen und Insektenstichen.

 

Die äußerliche Anwendung erfolgt als Tee oder als Tinktur, wobei letztere stark verdünnt werden muss.

  • Herstellung des Tees: zwei Teelöffel getrocknete Arnikablüten mit 200 ml kochendem Wasser übergießen und ca. 10 Minuten ziehen lassen. Danach die Blüten abseihen und sofort verwenden. Bei der Anwendung mit Umschlägen sollte aufgrund der längeren Verweildauer auf der Haut nochmal 1:1 mit Wasser verdünnt werden.
  • Herstellung einer Tinktur: Arnikablüten in ein Glas mit Schraubdeckel gegeben, dabei ca. halb voll machen. Danach mit Doppelkorn (oder Wodka) übergießen, bis die Blüten gut bedeckt sind. Das Glas gut verschließen und für 4-6 Wochen an einen warmen, aber nicht vollsonnigen Ort, stellen und ziehen lassen. Danach sollte die Tinktur abgefiltert werden. In einer dunklen Flasche ist die Tinktur ca. 1 Jahr haltbar (nicht vergessen die Flasche mit Herstellungs- bzw. Haltbarkeitsdatum zu versehen).
  • Herstellung von Arnika-Salbe (für ca. 60 ml):
    Ölauszug der Blüten herstellen (z.B. mit Sonnenblumenöl): entweder als Warmauszug im Wasserbad für ca. 30 Minuten, oder für alle die mehr Zeit haben: Kaltauszug und über 4 – 6 Wochen stehen lassen. Danach die Blüten abfiltern. Das klappt gut mit einem Tee- oder Kaffefilter aus Papier oder auch mit einem gefalteten Küchentuch. Die fertige Öl-Auszug ist ebenfalls ca. 1 Jahr haltbar.
    Ist der Ölauszug fertig, so benötigt man für die weitere Zubereitung:
    35g Arnikaöl
    5g Bienenwachs
    8g Sheabutter
    7 -8 Tropfen Lavendelöl (oder ein anderes ätherische Öl je nach Geschmack, welches konserviert und zusätzlich heilende Eigenschaften hat)
    Das Arnikaöl im Wasserbad auf ca. 60 °C erwärmen und Bienenwachs darin schmelzen. Sobald das Wachs komplett geschmolzen ist auf ca. 30 °C abkühlen lassen (die Masse wird dann schon leicht fest) und Sheabutter und ätherisches Öl hinzugeben. Danach sofort abfüllen. Haltbarkeit der Zubereitung: solange wie die kürzest haltbare Zutat.

 

WICHTIG zu beachten bei der Anwendung von Arnika:

Auch wenn die Arnika eine sehr gute und wirksame Heilpflanze darstellt, so gibt es doch ein paar wichtige Punkte die beachtet werden sollten:

  • Da auch die Arnika zu den Korblütlern (Asteraceae) zählt, sollte sie bei bekannter Allergie gegen eine Pflanze dieser Art (z.B. Kamille, Ringelblume) nicht angewendet werden!
  • Die Verwendung von Arnika kann zu allergischen Hautreaktionen wie Brennen, Juckreiz oder Quaddelbildung führen. Sollten Hautreaktionen auftreten, dann auf jeden Fall nicht mehr verwenden.
  • Arnika ist phototoxisch, deshalb die behandelten Stellen gut vor Sonnenlicht schützen.
  • Und zuletzt, aber ganz wichtig: Das Kraut darf nur äußerlich angewendet werden, bei innerlicher Anwendung kann es zu Vergiftungen kommen.
  • Vorsicht bei Kindern: immer nochmal verdünnen (es sollte nicht mehr als 10%ig im fertigen Produkt sein).

 

Habt ihr die Arnika schon angewendet und habt ihr vielleicht noch ein paar Tipps zur Anwendung? Dann würde ich mich sehr über Kommentare freuen 🙂

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Schafgarbe – eine tolle wilde Heilpflanze

Das Jahr rast nur so dahin, ich kann kaum glauben dass schon wieder August ist! Aber meine Kalender zeigt es eindeutig und auch das neue Blatt meines Heilpflanzenkalenders blickt mich an – diesmal ist es die Schafgarbe

Die Schafgarbe (botanischer Name Achillea millefolium) gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist somit mit vielen anderen bekannten Heilkräutern, wie Arnika oder Kamille verwandt.

Es ist eine mehrjährige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 60 und 140 cm erreicht. Die Blütezeit ist zwischen Ende Mai und Mitte Oktober, also ist jetzt gerade ein guter Zeitpunkt um sammeln zu gehen. Wer sie schon mal gerochen hat, wird sie immer wieder erkennen: der angenehm süßliche Geruch der Schafgarbenblüten ist einfach toll und unverwechselbar! Die Blüten können verschiedene Farben haben: weiß, gelb, orange, rosa oder rot gibt es.

 

Ernte des Krauts: Zur Blütezeit die Blüten samt Stängel abschneiden. Die Blätter sollten entfernt und nicht verwendet werden.

 

Wirkung des Krauts: Anregend auf die Gallenblasentätigkeit, fördert die Produktion von Verdauungssäften (durch Gerb- und Bitterstoffe), ist appetitanregend, krampflösend und entzündungshemmend.

Die hauptsächlich dafür verantwortlichen Komponenten sind die enthaltenen ätherischen Öle (Proazulen und Chamazulen) sowie Flavonoide. Proazulen wurden entzündungshemmende Eigenschaften nachgewiesen. Jedoch geht man davon aus, dass vor allem das Zusammenwirken der ätherischen Öle und Flavonoide für die Effekte verantwortlich ist. Außerdem enthält sie noch Salicylsäure und wirkt somit schmerzlindernd.

 

Anwendung des Krauts: Als Tee bei Beschwerden des Magen-Darm-Trakts (Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit) und auch bei Krämpfen in Zusammenhang mit Regelbeschwerden.

Der Tee kann auch auf eine Kompresse gegeben werden und man sich so die wundheilenden Eigenschaften auf der Haut zu Nutze machen.

Aber Achtung: Scharfgarbe macht lichtempfindlich, deshalb danach nicht in die Sonne gehen bzw. die behandelten Stellen gut schützen.

 

Zubereitung des Tees: 1 Teelöffel (ca. 2 g) getrocknetes Schafgarbenkraut auf 1 Tasse (150 ml) Tee; 10 bis 15 Minuten ziehen lassen (am besten zugedeckt, da sonst die flüchten ätherischen Öle (schwimmen oben auf Wasseroberfläche) verloren gehen und der Tee somit nicht mehr so gut wirken kann).

 

Weitere Anwendungsmöglichkeiten: Ein Vollbad aus „Schafgarbentee“ hilft auch gut bei Regelbeschwerden: 100 g Schafgarbenkraut mit 2 Litern heißem Wasser aufgießen und 20 Minuten ziehen lassen.

Die jungen, im Frühjahr geernteten zarten Blatttriebe haben auch noch eine – übrigens sehr leckere – Verwendung: sie können gegessen werden, z.B. in Kräuterquarks oder in Wildkräutersalaten.

 

WICHTIG: Aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu den Korbblütlern: Vorsicht bei Allergie gegen diese; treten bei Berührung Hautreizungen auf, dann bitte nicht verwenden!

 

Und wo finde ich die Schafgarbe eigentlich? Zuhause ist die Schafgarbe in ganz Europa, sie ist wild auf vielen Wiesen, Ackerrändern und Waldrändern zu finden: Es jedoch nicht ganz einfach sie im Garten oder sogar auf dem Balkon anzubauen – daher: Wild sammeln!

Ich selbst habe es selber noch nicht gemacht, aber eine leibe Freundin hat mir von Ihre Wildkräutersammeltouren schon öfter eine mitgebracht. Die wurde dann getrocknet und hat mir in Form von Tee immer gut geholfen wenn die Verdaaung mal Probleme gemacht hat.

 

Wer noch viel mehr zur Schafgarbe wissen will; es gibt sogar eine Internetseite, die sich nur damit beschäftigt: https://www.schafgarbe.org/ (das Stöbern dort macht echt Spaß, kann ich nur empfehlen 😊).

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Erdbeer-Nachwuchs

Ich lieeebe Erdbeeren; und es gibt nichts besseres als sie direkt von der Pflanze zu essen 🙂 Aber die Erdbeerpflanzen haben einen „großen Nachteil“: spätestens nach 4 Jahren, häufig auch schon nach 3 Jahren, lässt die Ernte stark nach. Um dennoch immer reichlich ernten zu können sollte man rechtzeitig an „Nachwuchs“ denken.

 

Die einfachste Form der Vermehrung ist – neben der Anzucht aus Samen – Ableger (auch Austriebe genannt) der Erdbeerpflanzen zu kultivieren.

Während der Erntezeit sollte man die Ableger noch abschneiden, da sie den Pflanzen Energie kosten die damit nicht für das Ausreifen der Erdbeeren zur Verfügung steht. Nach der Erntezeit – die ist bei den meisten Sorten Ende Juni/Anfang Juli zu Ende – sollte man sie jedoch wachsen lassen um daraus neue Erdbeerpflanzen gewinnen zu können. Um möglichst ertragsreiche Jungpflanzen zu erhalten empfiehlt es sich bereits zur Erntezeit die Pflanzen mit dem höchsten Ertrag zu markieren und nur von diesen Ableger zu nehmen. Die Ableger aller anderen Pflanzen schneide ich bis in den Herbst hinein ab.

Gartenbesitzern wird immer wieder empfohlen die Ableger, sobald sie gut entwickelte Blätter haben aber noch nicht zu stark verwurzelt sind in extra Tontöpfe zu setzen, welche in den Boden eingegraben werden. Wir ihr wisst bin ich nun mal Balkongärtner und meine Erdbeeren wachsen – übrigens sehr ertragreich – in Balkonkästen.  Aus diesem Grund kann ich mir den „Luxus“ zusätzlich Tontöpfe zu verwenden nicht leisten, denn in den Balkonkästen fehlt einfach der Platz für zusätzliche Töpfe. Deshalb lasse ich immer 1 bis max. 2 Ableger einer jeden starken Pflanze stehen und versuche ihm möglichst viel Bodenkontakt zu ermöglichen (manchmal gar nicht so leicht, weil sie der Wind wieder aus den Kästen herausweht, dann am besten mit etwas Pflanzdraht verankern). Gut platziert können sie dann ganz leicht selbst an einer freien Stelle im Balkonkasten anwachsen. Sobald sie ein reiches Wurzelwerk haben, schneide ich die Verbindung zur Mutterpflanze mit einer scharfen Schere durch und setze sie vorsichtig in einen separaten Topf um den Balkonkasten im nächsten Jahr neu bepflanzen zu können. Dabei ist es auch ratsam die Erde zu erneuern, da sie – trotz Düngen – einfach stark auslaugt und ansonsten der Ertrag wesentlich geringer ausfällt. Am besten eignet sich dabei Kokoserde oder eine Mischung aus handelsüblicher Blumenerde und Kokoserde.

 

Die große Frage ist nun: Wann sollte man das machen? Die beste Zeit hängt natürlich von der Erntezeit der jeweiligen Erdbeerpflanze ab, ist aber im Allgemeinen zwischen Mitte Juli und Mitte September. Je früher, desto besser, denn dann sind die Jungpflanzen schon ausreichend stark um dem Frost des Winters zu trotzen (trotzdem gut schützen nicht vergessen!). Das erste Mal habe ich den Fehler gemacht und die Austriebe erst Ende September umgesetzt – leider war dies eindeutig zu spät und keine der Jungpflanzen hat den Winter überlebt :-(. Seitdem setze ich sie spätestens Mitte bis Ende August um. In diesem Sommer habe ich bereits vor ca. 2 Wochen (also Mitte Juli) angefangen, die Ableger so zu platzieren, dass sie gut anwurzeln können. Die meisten haben dies auch brav gemacht und entwickeln sich gut. Spätestens in 2 Wochen werde ich sie dann von der Mutterpflanze trennen und umsetzen.

Ihr habt bisher nichts gemacht? Nicht so schlimm, einfach mal nachsehen ob sich vielleicht schon ein paar Ableger mit Wurzelansätzen gebildet haben oder sogar schon in der Erde verankert haben. Noch ist es nicht zu spät sich darum kümmern. Und das Wochenende steht ja vor der Tür und bereitet sonniges Wetter für unsere Gartenaktivitäten vor 🙂

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Anti-Mück – mein neues Wunder gegen Mücken

Ich gehöre ja zu den Leuten die Mücken anziehen wie ein unsichtbarer Mückenmagnet – ist auch nur eine einzige Mücke da hat sich mich schon gestochen, während alle andere verschont bleiben 🙁

 

Da muss natürlich immer ein Mückenschutz her! Da ich chemischem Mückenschutz eher abgeneigt bin (allein schon wegen des widerlichen Geruchs 😉 ), war ich immer wieder auf der Suche nach einer natürlichen Alternative, die gut hilft und auch gut riecht. Auch in diesem Jahr war ich wieder auf der Suche und bin dabei auf den Blogartikel von Margareta von aroma1x1.com gestoßen: http://aroma1x1.com/natuerlicher-mueckenschutz-mit-aetherischen-oelen/

 

Da mir das Rezept sehr gut gefiel, musste ich es einfach ausprobieren 🙂

 

Die meisten Zutaten hatte ich ohnehin zu Hause und die wenigen Fehlenden, wie z.B. das mir bisher unbekannte Solubol waren beim Onlinehändler meines Vertrauens schnell besorgt.

Aber jetzt erstmal eine Übersicht der benötigten Zutaten (für ca. 100 ml „Anti Mück“-Spray) und ein paar Details dazu:

  1. Ätherische Öle, die die Mücken „nicht mögen“
  2. Wasser: 85 ml
  3. Solubol: 12 ml; Solubol ist ein Emulgator, welcher dafür sorgt dass sich die ätherischen Öle besser mit dem Wasser mischen – geht auch ohne, dann aber vor jeder Anwendung kräftig schütteln. Insgesamt sollte (laut Herstellerangabe) das Mischer-Verhältnis Wasser:Solubol immer 4:1 sein.

 

Ich habe mich für folgende ätherische Öle entschieden: Citronella, Patchouli (jeweils 10 Tropfen), Palmarosa und Lavendel fein (jeweils 20 Tropfen). Das ergibt insgesamt eine 3%ige Lösung, die auch bei Kindern angewendet werden kann.

 

Hier noch ein paar Details zu den ätherischen Ölen und wofür sie sonst noch geeignet sind (wer es ausführlicher möchte, einfach mal hier nachlesen: http://www.aetherische-oele.net):

  • Lavendel fein: ein wichtiger Bestandteil in jeder ätherischen Öl-Hausapotheke! Wirkt äußerlich entzündungshemmend, antiviral und antibakteriell, hautregenerierend und juckreizstillend (als auch nach Mückensticken perfekt). Außerdem wirkt es beruhigend und entspannend und wird deshalb häufig auch als „Einschlafhilfe“ im Vollbad oder der Duftlampe verwendet.
  • Palmarosa: tropisches Gras, wirkt äußerlich auch entzündungshemmend, antiviral und antibakteriell, desodorierend und hautregenerierend. Anwendung bei kleineren Hautverletzungen und Schürfwunden.
  • Patchouli: eignet sich zur Hautpflege, insbesondere bei Hautentzündungen. In der Duftlampe hilft es bei innerer Unruhe und soll Kraft und Mut geben.
  • Citronella: bei uns eher unter dem Namen Zitronengras bekannt. In der Duftlampe eignet es sich perfekt um die Raumluft zu erfrischen (z.B. bei Geruch nach Essen) und wirkt dabei auch gleichzeitig entspannend. Citronella ist einer meiner Lieblingsdüfte im Sommer!

 

Weitere ätherische Öle, welche durch ihre hohen Gehalt einem hohen Gehalt an Citral, Citronellal, Citronellol und/oder Geraniol für „Anti-Mück“ geeignet sind: Lemongras, Zitroneneukalyptus (als Ersatz für Citronella), Rosengeranie (anstatt Palmarosa).

Zum dazu mischen eignen sich auch noch stark riechende ätherische Öle, z.B. Pfefferminze, Zimt, Rosmarin, Teebaumöl oder Eukalyptus – einfach hinzugeben, je nach dem eigenen Geschmack.

 

Soll „Anti-Mück“ auch für Kinder verwendet werden? Dann bitte beachten, dass es einige Öle gibt, die für Kinder unter 3 Jahren komplett ungeeignet sind (z.B. Eukalyptus, Pfefferminz) und einige, die nur in sehr geringen Dosen (max. 0,5% ; z.B. Citronella) verwendet werden sollen. Außerdem sollte generell bei der Anwendung bei Kinder die Dosis an ätherischen Ölen halbiert werden.

 

Das Herstellung selbst ist supereinfach – so wie ich es eben mag :-). Nur die Zutaten zusammenmischen, gut schütteln, in ein Sprühfläschchen füllen und fertig!

Die ersten Tests, ob es funktioniert, habe ich natürlich auch schon durchgeführt und war begeistert: ich liebe den Geruch, die Mücken aber wohl nicht, den ich bin (fast) verschont geblieben von neuen Mückenstichen. Das ist bei mir schon etwas ganz Besonderes!

Das einzige was man beachten muss: das selbstgemacht „Anti Mück“ hält nicht so lange vor wie die chemischen Produkte aus Apotheke und Drogerie – deshalb am besten jede Stunde nachsprühen!

 

Bei den gemütlichen Abendstunden am Balkon kann ich darauf zum Glück verzichten, denn dort habe ich Lavendel und Rosmarin gepflanzt was als natürliche Mückenabwehr fungiert!

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Sommerzeit ist Gießzeit – aber richtig!

Wir Topfgärtner wissen es alle: Sommerzeit heißt auch immer Gießzeit, denn im Topf trocknen die Pflanzen noch viel schneller aus als im Garten (klar, das ist ja auch weniger Erde die Wasser speichern kann).
Aber wusstet ihr, dass man beim Gießen auch so einiges falsch machen kann? Ich musste es erst lernen und damit ihr aus meinen Fehler lernen könnt hier ein paar Tipps:

Nicht auf die Blätter gießen! Die meisten Pflanzen mögen es nicht wenn wir auf ihre Blätter gießen. Trocknet das Wasser dort nicht schnell genug ab, können sich Pilzkrankheiten entwickeln. Vor allem bei vielen bei uns so belieben Gemüsesorten wie Paprika und Tomaten ist dies der Fall. Gießt man aber bei Sonnenschein, trocken die Blätter zwar schnell ab, aber die Wassertropfen wirken auch wie ein Brennglas und sorgen für Verbrennung der Blätter – also auch wieder ungünstig. Aber nicht nur für die Pflanzen ist auf die Blätter gießen schlecht, sondern auch für unseren Geldbeutel: das Wasser dort verdunstet viel zu schnell und kommt gar nicht erst zu den Wurzeln – also einfach nur verschwendetes Wasser! Und deshalb, auch wenn es manchmal mühsam ist: auf die Erde eines jedes einzelnen Topfes gießen.

Nicht zur Mittagszeit gießen! Zu dieser Tageszeit ist es so warm, dass das Geißwasser schon in der Luft oder an der Erdoberfläche verdunstet und so nur wenig zu den Wurzeln gelangt. Der beste Zeitpunkt zum Gießen ist eigentlich am sehr frühen Morgen, so zwischen drei und vier Uhr, denn dort ist der Boden, und auch die Luft, am kühlsten. Nun gut, auf Aufstehen um dieser Uhrzeit habe ich – wie wahrscheinlich die meisten von euch auch – nicht so viel Lust, aber morgens 5 oder 10 Minuten früher aufstehen um dann gegen 6 oder 7 Uhr zu gießen ist doch recht leicht umzusetzen und auch noch eine sehr gute Gießzeit. Topfpflanzen brauchen an heißen Sommertagen sogar 2mal Wasser um nicht auszutrocknen. Deshalb möglichst am späten Abend nochmal gießen.
Wenn die Erde schon stark ausgetrocknet ist, am besten die trockene Erde in den Töpfen erst etwas anfeuchten, ein paar Minuten warten und dann erst richtig gießen. Ist die Erde ganz trocknen tut sich das Wasser schwer in sie einzudringen und somit bis zu den Wurzeln vorzudringen – und somit verdunstet viel Wasser unnötig von der Oberfläche.

Nicht vergessen auch nach dem Gewitterregen zu gießen! Meist kommt bei einem kurzen (wenn auch heftigen) Gewitterregen viel weniger Wasser als man denkt. Was bedeutet, trotzdem gießen.

Nicht alle Pflanzen gleich viel gießen, denn sie haben ja unterschiedliche Bedürfnisse! Es gibt ein paar Orientierungshilfen: Erste Faustregel: Je größer die Blätter, desto höher der Wasserbedarf. Zweite Faustregel: Mediterrane Kräuter wie Thymian oder Lavendel lieben eher die Trockenheit, also weniger gießen. Ansonsten kann man sich auch gut mit der Daumenprobe helfen, die man genauso für die Zimmerpflanzen verwendet: einfach mit dem Daumen auf die Erde langen und sehen ob sie noch feucht ist. Falls nicht: Gießen.

Und zum Schluss: Augen auf am besten schon beim Topfkauf! Die hübschen Terrakotta- und andere Steintöpfe speichern nämlich mehr Hitze also Kunststofftöpfe. Weshalb dort auch mehr Wasser benötigt wird. Wer es sich möglichst einfach mal will kauft am besten Kunststoff-Töpfe mit Bewässerungssystem. Diese haben 2 Vorteile: zum einem haben sie eine höhere Wasserspeicherkapazität und zum anderen helfen sie durch ihre Anzeige wann wir wieder gießen müssen.

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Brombeeren – Vitaminbeeren und mehr!

Ihr liebt Brombeeren? Ich auch und ich freue mich jeden Morgen wenn ich bei meinem Spaziergang über die Dachterrasse ein paar ernten kann 😀.
Aber wusste ihr, dass die Brombeeren auch gesund sind? Und dass man nicht nur die Beeren essen kann?
Nein, dann ist es ja gut, dass mein Heilpflanzenkalender mit seinem Juli-Blatt den Anstoß dazu gegeben hat etwas dazu zu berichten.



Aber zuerst etwas zu den Eigenschaften und Ansprüchen der Pflanze:
Es gibt mittlerweile vielen Sorten Brombeer-Sträucher (Rubus frucicosus) am Markt, welche unterschiedlich groß werden können und zum Teil mit oder auch ohne Stacheln sind.

Grundsätzlich haben sie aber alle folgendes gemeinsam:

  • Brombeeren lieben einen sonnigen Standort.
  • An den Boden stellen sie keinen besonderen Ansprüche. Um ein gutes Wachstum im Topf zu erzielen empfiehlt es sich Kokoserde zu verwenden (oder zumindest unterzumischen) und 2mal im Jahr (Frühjahr und Herbst) zu düngen.
  • Auch beim Geißen verzeihen sie so einiges – sie sollten nur nie ganz austrocknen oder über längere Zeit Staunässe ausgesetzt sein.
  • Das Einzige was wichtig ist und wo die Brombeere etwas anspruchsvoller ist, ist beim Schnitt: man unterscheidet bei den Brombeersträuchern 2 verschieden Arten von Ästen: Jungruten (= in diesem Jahr neu gewachsene Äste) und Tragruten (im letzten Jahr gewachsene Äste, nur dort wachsen die Beeren). 3mal im Jahr muss geschnitten werden:
    1. Im Frühsommer: Seitenäste der Tragruten auf ca. 3 Augen zurückschneiden. Dort wachsen später die Brombeeren – also sorgfältig schneiden, dann ist die Ernte besser!
    2. Im Sommer: Die Jungruten zurückschneiden, damit sie sich besser verzweigen. Wenn dies vergessen wird ist es nicht ganz so schlimm, aber das Zurückschneiden erhöht die Ernte im nächsten Jahr.
    3. Im Herbst, nach der Ernte: Tragruten bis auf ca. 10 cm zurückschneiden.
    Brombeeren sind in unseren Breiten winterhart, die Dornen-losen Sorten sind etwas empfindlicher und sollten an einem geschützteren Ort (z.B einer Hauswand wachsen).

Eine für den Topf gute geeignete, kleinwüchsige und Dornen-lose Sorte ist „Navaho“ – ich habe sie nun das 4. Jahr in einem großen Topf auf dem Balkon stehen und kann immer reichlich ernten 😊.

 

Bei den Inhaltsstoffen und der Wirkung der Brombeerpflanzen muss man zwischen den Blättern und den Früchten unterscheiden:

Früchte

  • Sie Früchte haben einen hohen Anteil an verschiedenen Vitaminen, vor allem Vitamin A, Vitamine des B-Komplexes und Vitamin C. Zusätzlich sind sie reich an Mineralstoffen wie Kalium, Calcium, Magnesium und Phosphat und natürlich an Pflanzenfarbstoffen (den sog. Flavonoiden).
  • Durch ihren hohen Vitamingehalt wirken sie antioxidativ und wirken somit positiv auf unsere Immunsystem und verlangsamt die Zellalterung. Außerdem wirkt es durch den hohen Anteil an Pektin gegen Durchfallerkrankungen.
  • Auch wenn sie so heißen sind die Brombeeren im Übrigen botanisch gesehen keine Beeren, sondern Sammelsteinfrüchte (jede einzelne Minibeere ist wie eine Steinfrucht (z.B. Kirsche) aufgebaut.

 

 

 

Blätter

  • Hauptinhaltsstoff sind hydrolysierbare Gerbstoffe (sog. Gallotannine). Des Weiteren sind Ellagitannine, verschiedene Pflanzensäuren (wie Zitronensäure), Flavonoide und Triterpensäuren enthalten.
  • Aus dem hohen Anteil an Gerbstoffen ergibt sich auch die Anwendung: der Tee der frischen oder getrockneten Blätter wird bei akutem Durchfall eingesetzt. Gerbstoffe wirken auf Eiweiß indem sie dessen Struktur zerstören (Denaturierung). Dadurch kommt es zu einer oberflächlichen Verdichtung der erkrankten Darmschleimhaut, was wiederum dazu führ das weniger Flüssigkeit in den Darm abgegeben wird und der Stuhl somit wieder eine festere Form annimmt.
  • Das zweite Einsatzgebiet des Tees ist die Anwendung als Spüllösung bei Entzündung der Mund- und Rachenschleimhaut. Auch hier sind wieder die Gerbstoffe wichtig: durch ihre zusammenziehende (adstringierende) Wirkung wird die Oberfläche verdichtet und es bildet sich eine Art Schutzfilm. Dieser entzieht den Krankheitserregern die für die Entzündung verantwortlich sind den Nährboden.
  • Die Ernte der Blätter erfolgt am besten zur Blütezeit, da dann der Anteil der Inhaltsstoffe am höchsten ist.

 

Die Blätter habe ich bereits fleißig geerntet und sind fleißig am Trocknen. Und was mache ich am Wocheneden? Genau – fleißig Beeren pflücken!

Ich freue mich riesig und wünsche auch euch allen ein wunderschönes Sommerwochende, vielleicht auch mit vielen gesunden und frischen Beeren 😊.

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Buchempfehlung – Mein Heilpflanzenbalkon

Aufmerksame Leser meines Blogs wissen dass ich mich gerne mit Heilpflanzen befasse und diese auch am liebsten selbst bei mir anbaue. Bei meinen Recherchen zu den verschiedensten Heilpflanzen bin ich auf ein Buch gestoßen welches ich euch gerne vorstellen möchte: MEIN HEILPFLANZENBALKON von Christina Freiberg (ISBN 978-3-8001-0361-4).

Das Buch ist gut und übersichtlich in 3 Kapitel unterteilt:

  1. Schnelle Hilfe vom Balkon
  2. Pflanzrezepte nach Indikationen UND
  3. Heilpflanzen im Porträt

 

Im 1. Teil Schnelle Hilfe vom Balkon gibt es zwei kurze Übersichts-Doppelseiten: Pflanzen und Pflege sowie Ernte und Konservierung. Hier werden keine Details genannt, jedoch auf was man bei Pflege und Ernte achten muss. So werden hier allgemein Fragen beantwortet wie „Wo und ich welches Substrat sollte ich für die besten Aromabildung pflanze?“ und „Wann ist der beste Erntezeitpunkt?“ – Für alle, die sich mit diesen Themen noch nicht bzw. wenig beschäftigt haben ein perfekter Einstieg!

 

Im 2. Teil Pflanzrezepte nach Indikationen werden verschiedene Pflanzenkombinaten vorgestellt, welche man bei kleinen Beschwerden des Alltags, wie Kopf- und Bauschmerzen, zur Behandlung verwenden kann. Die Rezepte sind einfach gehalten, so dass sie auch für Anfänger und ohne große „Sonder“-Ausstattung machbar sind. Vom grünen Smoothie, über verschiedene Kräuterteemischungen, bis hin zur einfachen Salbe ist alles dabei. Dabei wird auch – für alle Neugierigen – kurz erklärt welche der Inhaltsstoffe für die jeweilige Wirkung verantwortlich sind.

 

Im 3. – und für mich spannendsten – Teil  sind die Heilpflanzen im Porträt dargestellt. Von A wie Aloe bis Z wie Zitronenmelisse sind 48 wichtige Heilpflanzen dargestellt, welche auch im Topf am Balkon gut gezogen werden können. Und es ist jeweils kurz und knapp auf einer Seite oder Doppelseite alles Wichtige aufgezeigt: von den Vorlieben der Pflanze bis zu den Wirkstoffen und den Anwendungsmöglichkeiten – auch hier muss man weder Gärtner noch Apotheker sein um den Inhalt zu verstehen oder es nachmachen zu können. Vor allem die einfach Rezepte für Tinkturen oder Salben und Gele habe es mir angetan, weil eben die Zutatenliste kurz und das meiste aus dem Supermarkt oder der Drogerie zu beziehen ist.

 

Alle Teile sind mit wunderschönen Bildern bestückt und machen so zusätzlich nochmal Lust auf den Anbau.

 

Mein Fazit: für Hobbyapotheker oder –heilpraktiker ist es eher weniger geeignet da es die Wirkung und den Wirkmechanismus lediglich oberflächlich behandelt.
Für alle anderen (Anfänger und Fortgeschrittene), die ihren Balkon mit etwas Wirkung versehen möchten und dabei Wert darauf legen eben nicht nur über die Wirkung, sondern auch über die Pflanze selbst und deren Vorlieben zu erfahren ist es genau richtig 🙂

 

Also frei nach dem Motto auf der Buch-Rückseite „Hier findet jeder das richtige Kraut, um sich rundum wohlzufühlen“: Ran an den Balkon, dann trägt er gleich doppelt zum Wohlfühlen bei – durch seinen Erholungswert und seine Heilpflanzen.

 

Ihr wollte noch mehr lesenswerte Bücher aus diesem Bereich finden? Dann schaut doch mal hier auf meiner Liste: Literaturempfehlungen

 

Viel Spaß beim Schmöckern und Wohlfühlen!

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Johanniskraut – Beschützer vor dem Bösen

Heute am 21. Juni ist genau der richtige Tag um über das Johanniskraut zu berichten – warum werden sich einige von euch fragen???
Früher tanzten die Menschen geschmückt mit Kränzen aus Johanniskraut um das Sonnwendfeuer und feierten so den längsten Tag des Jahres. Danach warfen sie die Kränze ins Feuer. Laut einer alten Tradition sollte das vor Hexen, Dämonen und böser Zauberei schützen.

Aber unabhängig davon ob wir an diese Tradition glauben oder ihr sogar folgen, ist jetzt eine gute Zeit für das Johanniskraut denn um Mittsommer, also jetzt, zeigt es seine wunderschönen gelben Blüten und es ist die beste Erntezeit. Der deutsche Name Johanniskraut leitet sich im übrigens auch vom Johanni-Tag (24. Juni) ab.

Das Johanniskraut ist eine sehr alte Heilpflanze, welche schon seit 2000 Jahren verwendet wird. Zunächst als Mittel gegen Wunden und Hexenschüsse und später, ab den Mittelalter gegen Angst und Stimmungsschwankungen.

Die wichtigsten Infos zur Pflanze:

  • Es handelt sich dabei um eine mehrjährige, in unseren Breiten winterharte Staude.
  • Sie hat gerne einen sonniger Standort mit durchlässigem, nährstoffarmen Boden (dazu die Erde am besten mit Sand mischen).
  • Die gegenständigen Blätter tragen kleine Drüsen, welche uns als durchscheinende Punkte erscheinen (daher auch der Name: Hypericum perforatum). Dies ist auch ein gutes Merkmal um die Heilpflanze Johanniskraut von anderen Pflanzen mit ähnlichen Blättern zu unterscheiden. 

    Typisches „perforiertes“ Johanniskrautblatt

  • Die goldgelben Blüten sind schirmartig und besitzen auffallend lange Staubblätter.


Und wie sieht es mit der arzneilichen Wirkung aus?

  • Wirkung: stimmungsaufhellend und antidepressiv.
  • Arzneilich genutzt wird das ganze Kraut, also Blätter und Blüten.
  • Inhaltsstoffe:
    rote Farbstoffe (sog. Naphthodianthrone), z.B. Hypericin (lichtempfindlicher roter Farbstoff) und Pseudohypericin (welche vermutlich – zusammen mit dem Hyperforin – für die stimmungsaufhellende Wirkung verantwortlich sind)
    Phloroglucinderivate, insbesondere der Stoff Hyperforin
    Flavonoide (entzündungshemmend)
    Gerbstoffe (zusammenziehend)
    Phytosterole
  • Sammelzeit: am besten Ende Juni zur Hauptblütezeit (höchster Wirkstoffgehalt), aber es bis in den September hinein möglich.
  • Wichtig zur Wirkung ist noch folgendes zu wissen: Das Johanniskraut entfaltet seine Stimmungs-aufhellende und antidepressive Wirkung nicht sofort nach der 1. Einnahme. Mehrere Wochen können vergehen, bis sich ein positiver Effekt zeigt. Außerdem muss Johanniskraut (auch in fertigen Arzneimitteln) ausreichend hoch dosiert werden. Es kann zu Wechselwirkungen mit zahlreichen anderen Arzneimitteln kommen (z.B. auch wichtige Herz-Kreislauf-Medikamente oder der Anti-Baby-Pille), wodurch der Effekt dieser Medikamente verringert wird. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine Anwendung nur in Absprache mit Arzt oder Apotheker. Wer möchte kann jedoch gering dosiert einen Tee aus dem frischen oder getrockneten Kraut zubereiten, welcher beruhigend wirkt. Schwangere sollten von der Anwendung ganz absehen.
  • Auch äußerlich wird Johanniskraut angewendet: das Johanniskrautöl (manchmal auch Rotöl genannt) hat entzündungshemmende Eigenschaften wirkt beruhigend bei juckender, trockener, schuppiger und rissiger Haut. Traditionell würd es auch bei Wunden und Verbrennungen angewendet, da es die Wundheilung beschleunigt.
    Allerdings wird durch die Anwendung die Haut lichtempfindlicher (übrigens auch bei der innerlichen Anwendung) und es kommt leichter zu Sonnenbrand – deshalb im Sommer besonders vorsichtig sein! Das Rotöl kann man übrigens auch selbst gut herstellen. Wer das möchte einfach mal bei Kostbare Natur nachlesen (http://www.kostbarenatur.net/rezepte/johanniskrautoel-einfach-selbst-herstellen/).

 

Ich habe heute einen Teil meines in einem großen Kübel wachsenden Johanniskrauts abgeschnittenes und zum Trocknen aufgehängt. Grundsätzlich kann man es Trocknen wie Kräuter: zusammenbinden und aufhängen. Jedoch sollte man dabei schonend vorgehen und sowohl direkte Sonne als auch Temperaturen über 40 Grad vermeiden.

Am Wochenende mache ich mich dann an die Herstellung des Rotöls 😊.

 

Und jetzt wünsche ich euch einen wunderschönen langen Sommerabend – ich werde ihn auf jeden Fall gemütlich mit ein paar Gläsern selbstgemachte Eistee am Balkon genießen!

 

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